Hallo an alle!
Ich habe vor 10 Monaten per Internet (SB) einen Mann kennengelernt. Das erste Treffen war superschön, es folgten unzählige Telefonate, Mails und natürlich weitere Treffen. Wir leben in einer Fernbeziehung, ich bin erst voriges Jahr in eine neue Stadt gezogen, aus beruflichen Gründen, er lebt 150 km entfernt. Die erste Zeit war toll, es gab kaum Streit. Aufgefallen allerdings ist mir, das sein Gesicht immer mal so gerötet ist und er auch schon einmal, abends, als er kam, nach Alkohol roch. Getrunken hat er aber, in meiner Gegenwart, so gut wie nie. Mit der Zeit war es dann so, dass er richtig Streit suchte, sich an Kleinigkeiten aufrieb, die dann in so einem Zoff endeten, das er schon mehrfach sich ins Auto setzte und einfach abfuhr, von mir. Im Streit. Ich saß dann immer da und konnte es nicht fassen, denn es ging wirklich um Kleinigkeiten.
Er hat immer grund zu mäkeln, alles besser zu wissen, so dass es dann meist aufgrund solcher Dinge zum Streit kommt. So Sachen, mit welcher Bürste man besser die Schuhe putzt oder wie stark ich den Kaffee kochen soll und so weiter. Einmal habe ich - wetterbedingt - noch Schnee an meinen Schuhen gehabt und er ist total ausgeflippt, weil ich ein klein wenig Schmutz mit in sein Flur getragen habe. Ich stehe dann immer da und bin geschockt, wie er ausflippt. Absolut verbal, nie gewalttätig oder so.
Danach bekomme ich meist - persönlich oder Mail - zu hören, dass ich beziehungsunfähig bin, alte Beziehungen noch nicht verdaut habe und - der Oberhammer!!! - total streitsüchtig! Nur: bisher ging jeder, aber auch wirklich jeder, Streit von ihm aus. In den letzten Tagen kam es jetzt so geballt, ohne dass was vorgefallen war zettelt er Streit an, zum Teil mit abstrusem Hintergrund oder von Dingen, die schon längst geklärt waren, attackiert mich per SMS verbal auf das schlimmste, teilweise mit sehr obszönen Ausdrücken.
Wehre ich mich dagegen, heißt es, ICH sei streitsüchtig, trage nur Wut in mir, und, und, und...Am Anfang hat er mir oft gesagt, dass er fürchtet, das ich bald wieder Schluss mache (ohne das es dafür einen Grund gab) und er ist auch nicht gern allein, das weiß ich auch.
Mittlerweile habe ich auch gemerkt, das er wenn wir uns nicht sehen, viel trinkt, ich denke, täglich. Als ich ihn darauf ansprach, kam dann auch endlich seine Ansage (ich hatte es ja schon vermutet), das er Alkoholiker ist. Wohl auch schon geraume Zeit. Er hat wohl schon mehrere Entziehungen hinter sich, aber auch ein bewegtes Leben (z. B. Ehe kaputt gegangen, zu den zwei Kindern daraus hat er keinen Kontakt, Eltern schon früh hintereinander gestorben...).
Ich habe in der letzten Zeit viel an mir selbst gezweifelt, denn ich bin ein friedliebender Mensch, der so gut wie nie streitet oder Streit anzettelt. Wenn ich dann aber immer nur höre, das angeblich ich Streit suche und es immer so ausartet, bin ich mit meinem Latein, und meinen Nerven, am Ende. Nun habe ich mich ein wenig erkundigt und so gut wie alle Merkmale, die er in letzter Zeit an den Tag legt, treffen eigentlich auf eine Borderline-Störung zu. Oder / und auf den Alkoholismus?
Die Frage ist, ob jemand Erfahrung mit solchen Menschen / mit solchen Partnerschaften hat, denn ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu habe. Außerdem habe ich einen Kinderwunsch und ich würde ungern mit so einem unberechenbaren Menschen eine Partnerschaft auf längere Zeit eingehen wollen. Momentan ist mal wieder Schluss, wir haben seit einer Woche nichts voneinander gehört, innerhalb unserer Beziehung hat er schon mehrfach Schluss gemacht (meist per SMS), immer in einem dieser schlimmen Streits, aber er kam dann auch immer wieder auf mich zu und wir versöhnten uns. Wenn kein Zoff ist, ist er ein sehr, sehr lieber Mensch, auch intelligent und warmherzig, beruflich super gut aufgestellt, er ist Filalleiter in einem internationalen Unternehmen, also kein Typ, der im Alltag nichts auf die Reihe bekommt...Ich bin übrigens 32, er ist 47. Über Erfahrungen bzw. Tipps würde ich mich freuen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 22
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17.01.2013, 12:02
Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
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17.01.2013, 12:36Inaktiver User
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Schlimm genug, wenn ein Partner nach jahrelanger Beziehung in den Alkoholismus abgleitet und man sich irgendwann aus Selbstschutz aus der Beziehung lösen muss ... Aber welchen Grund gibt es, sich sehenden Auges so einen Menschen für eine dauerhafte Beziehung auszusuchen?
Dazu dann noch das viele "Gepäck", die Fernbeziehung, der Streit und auch noch der Altersunterschied, der einen gemeinsamen Kinderwunsch zumindest schwierig macht. "Wenn kein Zoff ist, ist er ein sehr, sehr lieber Mensch ..." - das ist doch absurd.
Sorry, aber der einzige Rat muss lauten: Renn, so schnell zu kannst.
Grüße, Cariad
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17.01.2013, 13:41
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
hallo picarda,
das klingt wirklich schlimm, und alles andere als nach liebesbeziehung.
muss mich cariad da anschliessen.
ändern kannst du ihn nicht, nur entscheiden, wie DU damit umgehen willst.
wie du sein verhalten beschreibst, das musst du dir nicht antun lassen. sich fertigmachen und fertigmachen lassen, das hilft keinem weiter.
therapie scheint er dringend nötig zu haben. aber das muss ER erkennen und tun.
und dir würde ich auch empfehlen, vielleicht mal bei ner beratungsstelle nachzufragen, wie du am besten mit der situation umgehen kannst.
alles gute!
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17.01.2013, 14:55
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Lass es... wenn er immer wieder rückfällig wird, Du gehst daran kaputt. Ich sprech aus Erfahrung.
Mein aktueller Partner, mit dem ich seit fast 11 Jahren verheiratet bin, ist jetzt trocken und ich hoffe, das bleibt so.
Geh, wenn jetzt zur Zeit eh Schluss ist, dann belass es dabei. Außerdem wenn Du Kinderwunsch hast, dann ist ein Alki der schlechteste Partner, den man sich dafür aussuchen kann. Dazu kommt dann noch die Gefahr, dass das Kind nicht gesund zur Welt kommt. Würde ich nicht riskieren.
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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17.01.2013, 14:57Inaktiver User
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Ich denke du solltest dich ganz dringend mit dir selbst beschäftigen und dir Hilfe holen. Warum er so ist wie er ist ist doch nicht das Thema - sondern wieso du überhaupt bereit bist eine Beziehung aufzubauen mit jemand der sich so verhält.
Jeder der über eine gesunde Eigenliebe verfügt würde sich auf so was gar nicht einlassen.
Wieso willst du denn die Kraft finden dir so was anzutun? Find ich sehr bedenklich!!
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17.01.2013, 15:00
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Ich kann meinen Vorrednerinnen nur recht geben... renn, so schnell wie du kannst. Aendern wirst Du ihn nicht. Alkohol allein (oder Borderline allein) ist schon schlimm genug. Zusammen... renn....
Sorry, wenn das nicht ist, was du hoeren willst. Aber glaube mir, es ist das beste fuer dich.
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17.01.2013, 15:16
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Lauf weg so schnell du kannst!
Wenn du eine gute Mutter werden möchtest:
Suche einen Guten Vater aus!
Dein, ich weiß gar nicht, wie ich ihn bezeichnen soll, ist/wird auf keinen Fall ein guter Vater!Alles Gute!
phoenix444
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17.01.2013, 15:18
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Halte dich respektvoll aus den Angelegenheiten deines Partners heraus und kümmere dich verantwortungsvoll um deine
Viele Menschen befinden sich in ihren Gedanken oft in den Angelegenheiten anderer Menschen und versuchen, diese zu ändern mit Sätzen wie ‚Du solltest/nicht, du könntest doch, willst du nicht endlich…“ Besonders Frauen tun dies häufig – in der Tradition der meisten Mütter. Je mehr du dich damit beschäftigst, was andere Menschen tun oder nicht tun sollten, desto weniger bist du bei dir selbst. Wir benutzen die Menschen unseres Umfelds häufig, um nicht bei uns hinzuschauen und glauben, wenn der andere sich ändere, ginge es uns besser. Das ist ein Irrtum. Durch das Den-Anderen-ändern-Wollen verhindern wir, dass wir selbst etwas in uns verändern.
Wenn wir uns mit unseren Gedanken in den Angelegenheiten anderer Menschen befinden, sind wir nicht bei uns. Das erzeugt innere Leere. Käme uns jemand in unserem Inneren besuchen, hing dort ein Schild: ‚Niemand da!‘
Wenn wir anfangen, den Anderen so zu respektieren mit seinen Eigenarten, Macken oder Gewohnheiten und uns fragen „Was lehne ich an mir selbst ab? Wo bin ich das vielleicht auch, was der Andere zeigt? Wen kenne ich aus meiner Kindheit, der genau so war?“, der fängt an, liebevoll seine eigenen Baustellen zu klären und Verantwortung für sich zu übernehmen.Alles Gute!
phoenix444
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17.01.2013, 15:23
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17.01.2013, 15:24Inaktiver User
AW: Alkoholiker mit Borderline-Störung/ständig Streit - wer kennt das?
Phoenix: tolles Post!


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