liebe lavendel,
die idee mit dem hausartz fand ich sehr gut.
hast du ihn denn um hilfe für deinen sohn gebeten oder um hilfe für dich? im ersten fall konnte der arzt nichts anderers antworten, im zweiten fall wäre seine antwort mehr als fragwürdig.
ich habe schon darauf hingewiesen: in erster linie brauchst DU (und evtl. auch dein mann) hilfe - für den richtigen umgang mit der sucht und dem richtigen verhalten gegenüber eurem sohn.
von welchem geld bezahlt dein sohn die drogen eigentlich? auch wenn sie sehr "günstig" sind?
es gibt übrigens einen spruch. als ich den hörte, zweifelte ich erst an seinem wahrheitsgehalt und sinn. je öfter ich über ihn nachdenke, desto richtiger wird er allerdings für mich: "man soll durchaus MITLEID haben, aber nicht aus MITLEID handeln". er ist für mich insofern richtig, als ich inzwischen erkannt habe, dass aus "mitleid handeln" den betroffenen meistens überhaupt nicht hilft - im gegenteil, diese form der hilfe kann sogar schädlich sein für sie.
liebe grüße
alinaluna
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Thema: Mein Sohn ist süchtig
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25.08.2006, 16:09
AW: Mein Sohn ist süchtig
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25.08.2006, 16:18
AW: Mein Sohn ist süchtig
Zitat von Infinity07
du musst ja schon sehr verzwiefelt sein, wenn du hier derartige aüßerungen von dir gibst....
aber nochmal zurück zum thema....
ich denke, dass dein sohn klare grenzen braucht. er kann ja tun und lassen was er will...ihm passiert nichts.
er ist sich eurer liebe und fürsorge sicher.
das ist sicher auch in den meisten fällen gut und richtig. bei süchtigen menschen gibt es da aber ausnahmen.
dann kann das gegenteil von fürsorge nämlich genau richtig sein.
hilfe zur selbsthilfe bedeutet eben auch, ihn zu lassen und ihn vor allen dingen mit den konsequenzen seines tuns zu lassen.
ihr könnt ihm angebote machen...z.b., dass er noch bei euch wohnen darf, wenn er euch nachts schlafen lässt.
hält er sich nicht an die abmachung...dann muss er gehen.
ebenso, wenn er sich nicht therapieren lassen will.
das problem ist oft, dass ein suchtkranker sein umfeld mit krank macht.
lasst das nicht zu. denkt auch an euch!
ich wünsche euch viel kraft und alle unterstützung, die ihr brauchen könnt.
lill
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25.08.2006, 16:46
AW: Mein Sohn ist süchtig
Hallo,
ich danke euch sehr für eure Meinungen. Da es nicht viele Menschen gibt, mit denen ich über dieses Thema sprechen kann, hilft mir das sehr. Zur genaueren Erläuterung noch: wir versuchen ihm jetzt seit 7 Monaten zu helfen und sind seit einiger Zeit auch der Meinung, dass unsere Unterstützung das ganze Leiden nur noch verlängert. Er war ja schon 2Mal auf der Entzugstation, ist laut Ärzte nicht therapiebereit, hat nun auch seinen Führerschein verloren, da ich heute Nacht die Polizei gerufen habe. Geld bekommt er von uns fast gar nichts mehr (das Mittel kostet leider nur 1,50€ ). Sein Zimmer räume ich regelmäßig leer, seine Verstecke werden aber immer besser (er hat wohl was im Wald vergraben). Es war auch vereinbart, dass er uns nachts schlafen lassen muss, er hält sich nur nicht dran. Den Hausarzt habe ich sowohl wegen mir als auch wegen meinem Sohn gefragt. Mir konnte er weiterhelfen, aber ich glaube schon, dass er in Bezug auf meinen Sohn Recht hat. Wir könnten versuchen, ihn zwangseinweisen zu lassen, aber nach 4-6 Wochen wäre er wieder zu Hause und dann geht es von vorne los. Er war schon mal 7 Wochen weg, wurde nach 2 Tagen rückfällig. Hat jemand von euch schon mal sein Kind vor die Tür gesetzt, mit der Angst, dass es vielleicht dann nicht mehr aufsteht?
Liebe Grüße an euch Lavendel
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25.08.2006, 16:55
AW: Mein Sohn ist süchtig
liebe lavendel...
ich glaube, niemand, der nicht in deiner situation ist, kann auch nur erahnen, was du dir für sorgen machst.
ich glaube aber trotzdem, dass das *zauberwort* auch hier LOSLASSEN heisst.
alles liebe für dich!
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25.08.2006, 17:06
AW: Mein Sohn ist süchtig
liebe lavendel,
lill hat recht: loslassen! aber genau dafür braucht ihr seelische und praktische hilfe, z.b. durch einen therapeuten. gerade weil es nicht einfach ist, seinen eigenen sohn "vor die türe" zu setzen. das geht u.u. nur mit begleitung durch menschen, die dazu in der lage sind. davor steht vor allem die erkenntnis, dass ihr ihm nicht helfen könnt, so lange er sich nicht helfen lassen will - aber das habt ihr ja schon selbst erkannt. das war ein erster notwendiger schritt...
liebe grüße
alinaluna
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25.08.2006, 17:15Inaktiver User
AW: Mein Sohn ist süchtig
loslassen in manchen fällen-ok - aber hier wäre es wohl ein "im stich lassen"........
mein exkollege lebt noch, weil ich die einzige war die zum glück nicht losließ.....wie seine "lieben verwandten und oberschlauen ärzte".er galt damals auch als nicht "therapierbar", was eigentlich hieß, daß man im entzug in der klinik schlicht unfähig war.
ich denke, wenn dein sohn versucht sich selbst zu zerstören(was anderes kommt ja wohl nicht raus), dann muß auch mal nach dem grund geforscht werden. DAS wurde sicherlich nicht gemacht....nur der entzug alleine kann nicht funktionieren !
oder ist der hintergrund bekannt ??
es gibt viele möglichkeiten DAS heraus zu finden....
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de
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25.08.2006, 18:22
AW: Mein Sohn ist süchtig
@Lill @alinaluna Ihr habt beide Recht, ich kann mir nur noch nicht vorstellen, wer uns dabei begleiten kann und will.
@nemesis Ich überlege auch ständig "warum" und was kann der Grund sein für sein Verhalten... hätte gedacht, dass das in der Klinik angegangen wird , es war ja eine psychiatrische Klinik, aber das war dort wohl gar kein Thema... Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich gemerkt habe, dass es um eine reine Medikamentation geht. Er war dann hier bei einem Therapeuten (1mal pro Woche), hat aber kaum etwas geredet... Beim nächsten Gespräch (Im Oktober!!!) werden mein Mann und ich dabeisein. Er ist übrigens ein eher ruhiger Typ, der nicht so aus sich herausgeht. Sein Studium (Informatik) war sein einziges Wunsch- und Traumstudium. Und er war unser absolutes Wunschkind! Was hast du mit Möglichkeiten gemeint, um den Grund herauszufinden?
Liebe Grüße Lavendel
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25.08.2006, 18:24Inaktiver User
AW: Mein Sohn ist süchtig
ich schreib dir nen vorschlag per pm jetzt
grüßle
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25.08.2006, 21:06
AW: Mein Sohn ist süchtig
Hey,
alles leicht gesagt! Nur wer in der Situation steckt kann sie fühlen!
Also kurz: Eine Mutter KANN ein Kind nicht fallen lassen! U soll es auch nicht!
Ich bin keine Mutter-sondern ein Bruder! Mein Bruder hat einige Jahre Heroin genommen, wohnte zum Schluß wieder bei meinen Eltern und verstarb mit 33 Jahren (aber nicht an Heroin, sondern ist einfach eingeschlafen) Meine Mutter hat IHN NIE fallen gelassen, u hat zum Schluß gesagt "Gut das ich Ihn nie fallen lassen habe, so hatte er wenigstens trotz Sucht immer ein zuhause u. ein gutes ????? Leben!"
Da ich sehr spirituell bin, bin ich mir sicher das alles einen Sinn hat, und es keine Zufälle gibt! Dein Sohn soll von Euch und Ihr von Ihm etwas lernen! Es ist schwer, aber sagt Euch einfach "es ist nicht Eure Sucht" Dein Sohn muß mit diesem Problem ganz alleine fertig werden!
Sei mit LIEBE für Ihn da! Bloß keine Vorwürfe u Streiterein u Therapiezwänge! Dadurch wird es noch schlimmer, da der Süchtige dann ZU macht! Seit mit LIEBE da! Liebe heilt alles, vielleicht nimmt er dann weiterhin "Drogen" (siehe mein Bruder), aber das Zusammebleben wird extrem besser u vielleicht sieht er es dann von ganz alleine ein, es wäre besser auf zu hören!
Sagt , Ihr respektiert sein Leben! Ihr versteht es nicht, aber es ist nun mal SEIN Leben! Er muß mit den Konsequenzen leben!
Aber laßt Ihn nicht fallen u gebt Ihm Eure Liebe!
Vom Gefühl sage ich Euch, er bekommt die "KURVE"! Er möchte einfach ein wenig "abtauchen"! Irgend etwas macht ihm zu schaffen, davor "flieht" er, will "abtauchen"! U das bekommt Ihr mit Vertrauen u Liebe raus!
Ich stehe Euch gedanklich bei
-ALLES WIRD GUT- Michael
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26.08.2006, 18:42
AW: Mein Sohn ist süchtig
Hallo Michael,
leider eskaliert die ganze Situation hier immer mehr, so dass es sehr schwer ist, ihn im Haus zu lassen. Letzte Nacht war er die ganze Zeit im Haus unterwegs, hat sich wiederholt übergeben und auch eine Zeitung vor dem Haus angezündet. Sein Zimmer sieht total verwüstet aus. Wir mussten ständig auf ihn aufpassen. Was das für eine Familie (er hat noch 2 jüngere Schwestern) bedeutet, kannst du dir sicher vorstellen. Heute morgen haben wir ihn aus dem Haus geschickt und gesagt, dass er erst heute abend wieder kommen kann, sollte er voll mit Drogen sein, möchten wir ihn nicht hereinlassen. Er hat uns gesagt, dass er mit den Drogen nicht aufhören möchte... Es tut so weh und ich bin sehr verzweifelt...
Liebe Grüße Lavendel


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