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  1. Registriert seit
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    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Hallo zusammen, es gibt mich noch, aber leider geht es mir nicht so gut wie euch. Ich war über 8 Monate alk frei und hab mich dabei so wohl gefühlt. Jetzt hab ich hochgradig liebeskummer und bin wieder voll am alten Level, sprich trink wieder täglich zuviel alkohol.wie komm ich da bloß wieder raus,? Habt ihr eine Idee? Was macht man bloß gegen Liebeskummer? Ist in meinem Alter genauso schlimm wie mit 18😕


  2. Registriert seit
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    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Hi Goldie,

    ach Mensch, das tut mir leid.

    Meine Strategie in solchen Fällen ist Bewegung in der Natur, am besten im Wald. Das hilft mir in den meisten Fällen, um wieder runterzukommen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in welchen ich wie aufgezogen durch die Gegend gelaufen bin- bloß kein Stillstand. Bei der Gelegenheit kann ich meine Gefühle (meist ist es ja ein wilder Cocktail aus vielen verschiedenen) zu- und loslassen.

    Du brauchst jetzt eine Portion Geduld, glaube ich. Die Zeit wird dafür sorgen, dass du dich irgendwann besser fühlst- so war es mit 18 ja auch. Während dieser Zeit tu dir Gutes. Ernähre dich gesund und schmackhaft, sodass dein Körper alles bekommt, was er braucht und nicht zusätzlich belastet wird. Er leistet mit der Verarbeitung des Kummers ja eine Menge und benötigt dafür Energie. Lass den Alkohol weg- sofort. Vielleicht helfen dir Saunagänge, ihn aus dem Körper zu bekommen? Buch gleich eine ausgiebige Verwöhn- Massage dazu.

    Bewegung und Ruhe, Ablenkung und bei Bedarf Gespräche mit FreundInnen- das sind Dinge, die mir in einer solchen Situation helfen.

    Trotz allem Schmerz mag ich Liebeskummer irgendwie. In diesem Zustand bin ich sehr bei mir und besinne mich auf das Wesentliche- das gute Sorgen für mich und die Kinder. Im Gegensatz zum ersten Mal weiß ich ja jetzt auch, dass ich nicht daran sterbe.

    Gib dich nicht auf. 8 Monate ohne Alkohol sind ja schon ne Zeit- daran knüpfst du locker wieder an. Mach es jetzt.

    Sei gegrüßt und halte durch,
    Lu


  3. Registriert seit
    19.08.2018
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    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Zitat Zitat von Trudy277 Beitrag anzeigen

    Lu, ich arbeite ja sowieso nur 2 volle Tage in der Woche, die schaffe ich locker wieder und meine Kollegen sind froh, dass sie entlastet sind.
    Mein Rücken ist wieder im "Urzustand" , trotzdem mache ich zuhause weiter meine Übungen, sie tun mir einfach gut.

    Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Während ich hier schreibe, überlege ich gerade wann ich zuletzt Alkohol getrunken habe.
    Ehrlich gesagt weiss ich es nicht, ist aber mindestens 2 Wochen her.
    Alkohol ist bei mir mittlerweile so wichtig oder unwichtig wie für Menschen die nie einen Missbrauch damit betrieben haben.
    Ich habe das erreicht was ich erreichen wollte und bin mehr als Zufrieden.
    Liebe Trudy- klasse!

    Deine Verhaltensänderungen haben eine Menge bewirkt und du hast deine Ziele erreicht.

    Mir ist durch die Beschäftigung mit dem Thema und unseren Austausch darüber bewusst geworden, was für ein Teufelszeug Alkohol werden kann, wenn man sich in seine Fänge begibt.
    Was uns verbindet, ist unsere innere Stimme, auf die wir gehört und die wir ernst genommen haben. Dieses Frühwarnsystem möchte ich weiter hegen und pflegen. Intuition trägt über weite Strecken im Leben- wenn sie nicht ausgeschaltet oder verschüttet ist.

    In letzter Zeit habe ich mich ausführlich mit dem Mikrobiom beschäftigt- unser Bauchhirn ist eine spannende Angelegenheit. Und mir sind die Zusammenhänge und Ursachen meiner gedrückten Stimmung nach dem Trinken von Alkohol noch einmal bewusster geworden. Nicht nur das Gehirn, auch die Darmflora wird ja durch Gift in Mitleidenschaft gezogen. Mit Industriezucker ist es ähnlich- ein spannendes, weites Feld.

    Du bist eine, die verstanden hat, dass die Dosis das Gift macht. Und das zu einem Zeitpunkt, an welchem es kritisch wurde.

    Bei mir ist es ähnlich. Denke selten an Alkohol, wenn ich nicht hier lese und schreibe.
    Oder wenn ein leckerer Nachtisch mit Eierlikör serviert wird. Da greife ich dann auch gerne zu, denn: Die Dosis macht das Gift- sowohl bei Zucker, als auch bei Alkohol.

    Gut, dass du an deinen Rückenübungen dran bleibst und alles wieder gut ist! In unserem Alter müssen wir schon etwas vorsichtiger mit dem lieben Körper umgehen.

    Bis bald

  4. Inaktiver User

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Hallo alle,
    liebe Goldie,
    ich lese hier seit langem mit und habe es mittels dieses sowie des Nachbarstranges geschafft, meinen Alkoholkonsum drastisch zu verändern. Noch vor zwei Jahren wäre auch nur ein Tag ohne Alkohol für mich undenkbar gewesen. Und ich habe - trotz Vollzeitjobs, dreier Kinder sowie einer nach außen hin guten körperlichen Verfassung (gesunde Ernährung, viel Sport, schlank..) - bis zu zwei Flaschen Wein täglich getrunken. Allerdings häuften sich depressive Verstimmungen, mein Blutdruck erhöhte sich und meine Leberwerte stiegen an. Ich zog also die Reißleine, pausierte zunächst drei Monate und nahm mir - nach einigen Einbrüchen Ende letzten Jahres - für dieses Jahr vor, ganz auf Alkohol zu verzichten. Auch mir gelang das etwa acht Monate, es erging mir gut wie nie, meine depressiven Schübe wurden seltener und weniger tief, da erlebte ich privat sowie beruflich einige Einschläge und ich ,behandelte’ mich alle paar Wochen wieder selbst - mit Wein. Zum dritten Mal jetzt trank ich etwa 24 Stunden am Stück, immer kleine Dosen, aber insgesamt so viel, dass ich den Pegel hielt und wieder bei etwa einer Flasche auskam. Und ich bin ehrlich - für den Moment half es, mich wegzubeamen, aber am Tag danach geht es doch immer sehr schlecht und eine depressive Verstimmung macht sich breit. Daher möchte ich jetzt gern wieder auf meinen ursprünglichen Weg zurück und auf jeden Fall bis zum 31.12. nüchtern bleiben, dann sehe ich weiter. Ich möchte ungern mein ganzes Leben lang auf Alkohol verzichten, aber so wie früher darf es nicht mehr werden und ich brauche vor allem jetzt im Moment wieder einen klaren Kopf. Eines meiner Kinder ist schwer erkrankt und es stehen eine Reihe Untersuchungen an, für die ich alle Kraft brauche.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Sollen wir beiden, Goldie, es bis Ende des Jahres weiter versuchen? Gemeinsam? Unseren Kummer irgendwie anders auffangen? Ich denke, wir haben bereits viel geschafft und können stolz auf uns sein.
    Ganz liebe Grüße!
    Henrietta

  5. Inaktiver User

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Ach ja: Heute ist also mein Tag 1..

  6. Inaktiver User

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Guten Abend,
    liebe Goldie - ich bin es noch einmal.
    Ich wollte dir noch eine ruhige Nacht wünschen - ganz gleich, ob du nun getrunken hast oder nicht. Ich war heute viel draußen und kann nur bestätigen, was Lu schrieb: Die sanfte Bewegung an der frischen Luft hat sehr gut getan und morgen wird es weiter bergauf gehen. Morgen stehen einige schwierige Untersuchungen bei meinem Kind an und ich habe Angst. Es hilft aber ja alles nichts und ich bin froh, mich heute nicht erneut betäubt zu haben.
    Steig einfach ein, wann immer du magst, und ich freue mich natürlich auch über jede andere Begleitung. Wir wissen doch, Goldie, wie es geht und knüpfen da an, wo wir aufgehört haben. In Trudy und Lu haben wir hier m.E. gute Vorbilder.
    Bis morgen!
    Henrietta

  7. Inaktiver User

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Guten Morgen!
    Starte zuversichtlich in Tag 2.
    Liebe Grüße an alle Mitschreiberinnen und Mitleserinnen.
    Henrietta

  8. Avatar von Sylvestris
    Registriert seit
    29.08.2014
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    719

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Liebe Henrietta

    deine Geschichte hat mich zutiefst bewegt.
    Drei Kinder und Vollzeitjob - da bleibt nicht viel Zeit für dich selbst. Das letzte, was einem dabei hilft, ist wahrscheinlich, sich die kostbare Restzeit wezubeamen.

    Ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich bei einschlagenden Schicksalsschlägen nicht wieder zum Alk greifen würde. Und ich denke, da kann man sich nie sicher sein (ist vielleicht auch gut so, das hält wachsam)

    Für deinen schweren heutigen Tag sende ich dir ein großes Kraftpaket.

    Es hilft aber ja alles nichts und ich bin froh, mich heute nicht erneut betäubt zu haben
    Da hast du vollkommen Recht - als Problemlöser ist Alkohol denkbar ungeeignet.
    Sylvestris

    ..................... ...................


  9. Inaktiver User

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Liebe Sylvestris,
    herzlichen Dank für deine warmen Worte!
    Es geht nun Richtung Krankenhaus mit meinem Jüngsten und ich werde in jedem Fall tapfer bleiben. Da er an einer Form des Autismus leidet, werden ihm die Untersuchungen sehr zusetzen - da braucht es weder eine aufgescheuchte noch eine benommene Mutter. Auch abends werde ich in jedem Fall nüchtern bleiben - wie (zumeist) all die Monate zuvor. Ich kann nur konstatieren: Bei jenen drei Gelegenheiten, die ich als vermeintlichen Weltuntergang empfand, entschied ich mich sehr bewusst für den Alkohol. Ich wollte nichts spüren, um weiter funktionieren zu können. In der jeweiligen Krisensituation gelang das ganz gut, die Tage danach allerdings waren grauenvoll. Ich frage mich ernsthaft, wie andere Menschen mit sehr großem Kummer umgehen - ob sie dann Tabletten schlucken oder übermäßig viel essen? Oder eben auch trinken? Sport hilft mir fast immer, Meditation manchmal, aber diese Male kam mir beides nicht ansatzweise in den Sinn. Nur der Alkohol.
    Hmm.
    Werde mich heute Abend noch einmal hier melden und wünsche allen alles Gute.
    H

  10. Avatar von Sylvestris
    Registriert seit
    29.08.2014
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    719

    AW: Tag 1 ohne Alkohol

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich frage mich ernsthaft, wie andere Menschen mit sehr großem Kummer umgehen - ob sie dann Tabletten schlucken oder übermäßig viel essen? Oder eben auch trinken? Sport hilft mir fast immer, Meditation manchmal, aber diese Male kam mir beides nicht ansatzweise in den Sinn. Nur der Alkohol.
    In einem echten Ausnahmezustand lässt sich das wahrscheinlich nicht vorhersagen. Für eine Meditation wäre ich wahscheinlich zu aufgewühlt.

    Jemand in meinem Bekanntenkreis hatte sich nach einem Schicksalsschlag ins Bett gelegt und sich allem verweigert. Sie war so unter Schock, dass Angehörige den Notarzt holten.

    Was mich anbelangt, so wäre Alkohol der schlechteste aller Strohhalme. Das würde eine Lawine auslösen, die mich noch tiefer hinunterreißen würde.
    Sylvestris

    ..................... ...................


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