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Thema: Borderline Ex

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    Borderline Ex

    Hallo,

    Ich hoffe, es gibt einige unter Euch mit Borderline Erfahrung...

    Die Exfrau meines neuen Freundes hat Borderline (untherapiert - akzeptiert diese Diagnose nicht - ihr Verhalten ist wie aus dem Lehrbuch, kein Zweifel, dass es Borderline ist). Gemeinsam haben sie 2 Kinder (13 und 17). Sie lebt in dem gemeinsamen Haus und hat die Kinder (sowie einen halben Zoo, den sie angeschafft hat... diverse Hunde, Katzen und andere Kleintiere). Er zahlt freiwillig mehr Unterhalt als noetig, damit die Kinder im Haus wohnen bleiben koennen. Sie arbeitet ab und zu mal Teilzeit, wenn sie sich dazu in der Lage sieht. Soviel zu den aeusseren Umstaenden.

    Seine Ex unternimmt absolut alles, um uns das Leben zur Hoelle zu machen. Um nur einiges aufzuzaehlen, dazu gehoeren

    - Drohungen (angefangen von uns das Leben zur Hoelle zu machen, bis hin uns umzubringen)
    - spontane Eingebungen, dass sie heute nicht nach Hause kommt und er sich bitte um die Kinder zu kuemmern hat (auch wenn er gerade einen job im Ausland hat - er ist beruflich viel unterwegs... braucht die Ueberstunden um ihren Lebensstandard zu ermoeglichen)
    -Anrufe zu allen Tages und Nachtzeiten mit diversen Drohungen (wenn Du nicht sofort dies und jenes tust, dann...)
    etc

    Wir wissen langsam nicht mehr, wie wir damit umgehen sollen. Es scheint kaum Infos im www zu geben, wie man sich verhaelt (viel ueber Symptome, Ursachen etc, aber nicht, wie man das ganze de-eskaliert).

    Wir sind am zweifeln, ob sich das jemals verbessert und wie wie reagieren sollen...


    - Wie koennen wir sie dazu bewegen, Absprachen einzuhalten?
    - Wie auf Manipulationsversuche (wenn Du nicht sofort, dann...) reagieren? Ignorieren?
    - Selbst drohen, wenn sie nicht aufhoert, das Sorgerecht zu beantragen?
    - Ist es hilfreich, sie wiederholt auf Borderline anzusprechen und auf Therapie zu draengen?
    - Sorgerecht einklagen (auch wenn das dann vor Gericht kommt und die Kinder quasi als Hauptzeugen aussagen muessen)?

    Normale Diskussionen sind leider nicht moeglich, da ihre Argumente nicht konsistent sind. Zum Beispiel beschuldigt sie uns, dass wie XYZ NICHT tun. Wenn wir beweisen, dass wir XYZ tun, beschuldigt sie uns, dass wir es tun.

    Die Kinder sind natuerlich auch nicht gluecklich mit der Situation. Aus praktischen Gruenden waere es besser, wenn sie bei der Mutter wohnen koennten (soziales Umfeld behalten etc... plus wir arbeiten beide Vollzeit, d.h. die 13 jaehrige Tochter waere viel allein nachmittags und abends). Wir wohnen etwa 100km entfernt und koennen dies berufsbedingt auch nicht in der naeheren Zukunft aendern. Der Sohn (17) zaehlt die Tage, bis er ausziehen kann...

    Ich waere dankbar ueber jegliche Ratschlaege, wie wir das ganze in den Begriff bekommen...

    Viele liebe Gruesse,
    Mokey

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    AW: Borderline Ex

    Unter den Umständen wäre es vielleicht trotzdem besser, wenn ihr die Kinder zu euch holt? Vielleicht solltet ihr euch mal beim Jugendamt beraten lassen. Bei solchen Zuständen und dem beschriebenen Kleintierzoo sieht es nicht so aus, als wäre das Kindeswohl ungefährdet. Aber "aus praktischen Gründen wäre es besser, wenn die Kinder bei ihr wohnen" klingt jetzt auch nicht danach, als würdet ihr die Kinder wollen?! Das finde ich auch ein wenig besorgniserregend. Ist ja schön und gut, dass dein Freund mehr Geld für die Kinder überweist, aber ob ihnen damit geholfen ist, ist die andere Frage.Man kann nicht alles kaufen und erst recht nicht, die Liebe seiner Kinder.

  3. User Info Menu

    AW: Borderline Ex

    Hallo Anke,

    vielen Dank fuer Deine Antwort.

    Wir haetten die Kinder schon gerne bei uns. Allerdings ist gerade die Tochter (der Sohn will sowieso in ein paar Monaten ausziehen) hin und hergerisssen und wir wollen sie nicht aus ihrem Umfeld herausreissen. Sie hat einen grossen Freundeskreis, geht reiten und gerne zur Schule. Sie macht keinen gestoerten oder auffaelligen Eindruck und wir wissen eben nicht, was das beste fuer sie ist.
    Sie bekommt von den Manipulationsversuchen ihrer Mutter recht wenig mit, da wir probieren, sie wenn es geht, rauszuhalten. In letzter Zeit wird es allerdings heftiger und sie bekommt es auch zu spueren.

    Wenn man sie fragt, waere sie eigentlich lieber bei uns (ihrem Vater), allerdings will sie auch nicht die Schule wechseln, den Zoo behalten etc... Sie ist recht vernuenftig fuer ihr Alter (eigentlich viel zu vernuenftig) und sie meint 'im Moment geht es..."

    Waere sie bei uns, muesste sie in eine neue Schule, einen neuen Reitstall, neue Freunde finden etc. Mein Freund und ich muessen beide Vollzeit arbeiten (unter anderem auch wegen Schulden, die seine Ex verursacht hat)... Bei ihrer Mutter hat die Tochter auch viele und gute Kontakte zu den Nachbarn, zu denen sie immer kann, wenn sie will...
    Wir wissen eben nicht, was schwerer wiegt...

    Und die Mutter wuerde nie erlauben, dass die Tochter Vollzeit zu uns zieht, weil sie dann ihr bestes Erpressungsmittel verliert... Das heisst, wir muessten das Sorgerecht einklagen, die Tochter muesste vor Gericht gegen Ihre Mutter aussagen... etc :( Alles nicht so einfach.

    Viele Gruesse,
    Mokey

  4. Inaktiver User

    AW: Borderline Ex

    Zitat Zitat von MokeyFraggle Beitrag anzeigen
    Ich waere dankbar ueber jegliche Ratschlaege, wie wir das ganze in den Begriff bekommen...
    Hallo MF.

    Es gibt ein Buch, mit einem etwas anderen Blickwinkel, sprich wo es um die von Dir angesprochene De-Eskalation in der Kommunikation geht:

    "Schluss mit dem Eiertanz" von Paul T. Mason, Randy Kreger.


    Etwas, was mir bei Deinem Text auffällt. Es fällt alles unter "wir"...

    Mich würde als Zusatz-Info interessieren: Wie lange sind die Eltern Paar gewesen/getrennt, sind sie geschieden? Du sprichst von Sorgerecht "beantragen", wie ist denn da der Status Quo, beidiges, alleiniges (oder meinst Du, das vermute ich jetzt mal, sie will das alleinige beantragen, als reine Drohgebärde?).
    Wie lange seid Ihr ein Paar?

    Grundsätzlich gilt. Deutlich Grenzen ziehen, konsequent agieren und sich ggf. auch durch Jugendamt und/oder rechtlich unterstützen (Morddrohungen) lassen.
    Da sehe ich aber eher Deinen Freund in der Pflicht oder wirst Du persönlich dieser Art angegriffen (also persönliche Anrufe bei Dir z.B.).

    Was die Kinder angeht. Sollte die Situation unerträglich werden (ein 17jähriger hätte längst selber entscheiden können, zum Vater zu ziehen), sehe ich auch hier den Vater in der Pflicht, praktische Gründe hin oder her; beide Kinder sind in einem Alter, wo auch Vollzeitarbeit + Kinder gut funktionieren kann.

    Es ist ein ganz schmaler Grat, auf dem Du wanderst, wenn Du Dich da so sehr hineinhängst. Ich persönlich würde Dir den Tipp geben, für Deinen Partner da zu sein, aber nicht seinen Part an Verantwortung zu übernehmen.

    Bei Persönlichkeitsstörungen geht oftmals einher (wer hat eigentlich die Diagnose gestellt?), dass keine Krankheitseinsicht der Betroffenen vorliegt, von daher halte ich eine Intervention von Eurer Seite als kontraproduktiv.
    Was ist mit dem übrigen Umfeld. Die Eltern der Kindsmutter, Freunde? Gibt es da enge, vertrauenswürdige Bezugspersonen, die für sie da sind?

    Ich sehe gerade, da stehen neue Beiträge, aber ich schicke doch mal kurz ab...

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    AW: Borderline Ex

    Hallo Narrare,

    die Eltern waren ca 20 Jahre zusammen, geschieden seit ca einem Jahr (hat er veranlasst, wg ihres Verhaltens) und wir sind seit ungefaehr einem halben Jahr zusammen. Eigentlich wuerde ich mich gerne raushalten. Ich mag seine Tochter (mit dem Sohn habe ich kaum Kontakt, da er mehr oder weniger sein eigenes Leben fuehrt) und wir kommen gut miteinander aus.
    Da die Drohungen allerdings auch gegen mich gerichtet sind, wuerde ich schon gerne wissen, ob es eine Chance auf Besserung gibt und wie es mit der Borderline Situation aussieht, bzw ob wir mit unserem Verhalten vielleicht etwas falsch machen und diese Ausbrueche provozieren. Sie kann mich nicht anrufen, da sie meine Handynummer nicht hat, allerdings gibt es diverse Emails und SMS an ihn, wo sie auch Drohungen gegen mich richtet (er hat mir die ein oder andere gezeigt).

    Das Jugendamt ist informiert, es hat sich schon vor einiger Zeit wegen eines Selbstmordversuches der Mutter eingeschaltet. Allerdings sind sowohl Jugendamt als auch das Krankenhaus, in dem sie war, der Meinung, dass sie stabil ist und dass das Kindeswohl nicht gefaehrdet ist... :S Mein Freund hat mit der Sachbearbeiterin auch ueber die Drohungen gesprochen, allerdings scheint das nicht zu reichen. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir was anderes, aber wie gesagt, dann muessten wir das Sorgerecht einklagen (geteilt im Moment).

    Die Mutter der Ex hat selbst wahrscheinlich Borderline (nachdem was sie meinem Freund ueber sie erzaehlt hat). Die beiden haben keinen Kontakt mehr. Der Vater ist frueh gestorben. Zu der Schwester hat sie keinen Kontakt mehr (aus eigenem Antrieb). Sie hat ein paar Freundinnen, leider fallen die alle unter "nicht hilfreich" (alle haben mehrere Einweisungen in die Psychiatrie hinter sich)... also nicht die beste Unterstuetzung. Kontakte zu "normalen" Freunden hat sie leider alle abgebrochen, da diese versucht haben, mit ihr zu argumentieren.

    Die Diagnose Borderline ist wohl mal bei einem Klinikaufenthalt gefallen, wurde aber ignoriert.

    Liebe Gruesse und vielen Dank,
    MF

  6. Inaktiver User

    AW: Borderline Ex

    Hallo MF.

    Es ist natürlich ganz schwierig hier von Außen die Sachlage zu beurteilen, aber dennoch erst mal Danke für die weiteren Infos.

    Ich versuche das Ganze von Außen, also recht nüchtern zu betrachten - kann sehr wohl aber Deine Gefühlslage erahnen - okay?!
    Natürlich gibt es Hilfsangebote, äußerst erfolgversprechende mittlerweile sogar, aber dafür muss die Kindesmutter bereit sein und eine akute Fremd- oder Selbstgefährdung liegt nun nach Beurteilung der Ärzte/Jugendamt nicht vor (dass diese Einschätzungen nicht immer "haltbar" bleiben, ist ein ganz anderes Thema, zudem Borderline-strukturierte Persönlichkeiten nicht selten ein überzeugendes Schauspieltalent haben, entsprechendes Personal mit in ihre Sicht der Realitäten zu ziehen).

    Dennoch bleibe ich jetzt bei meinem ersten Ansatz. Dein Freund hat 20 Jahre (!) in einer Beziehung gelebt, die höchst wahrscheinlich durch viele destruktive Anteile gepägt war, zwei Kinder mit dieser Frau bekommen, das zweite in einem sogar etwas größeren Abstand. Verlust ist eines der größten Themen für Menschen mit dieser Störung, d.h. es hat einen extremen Trigger-Effekt, der dann auch gerne am Next-Partner abgelassen wird (i.d.R. vermeiden Borderline-Persönlichkeiten Trennung um jeden Preis und wenn das nicht mehr geht - solange noch kein neues Objekt der Begierde vorhanden ist - wird der Ex-Partner sich immer wieder Aktionen allmöglicher Coleur (die Du gerade miterlebst) ausgesetzt sehen und sehr oft werden Kinder dann ganz besonders schlimm instrumentalisiert.
    Will heißen: es ist sein Thema, auch wenn es sich von Eurer Beziehung nicht ganz abgrenzen lassen läßt - diese Grenze bestimmst aber Du...
    Es soll nicht unempathisch klingen, aber ich darf Dir sagen, dass Du auf längere Sicht besser damit leben wirst, solche E-Mails nicht zu lesen. Darüber zu wissen und so etwas zu lesen sind zwei Paar Schuhe.

    Du lebst in einer sehr jungen Beziehung mit diesem Mann. Darf ich mal fragen, inwieweit Dein Freund sich (selber) von dieser Frau abgenabelt sieht? Schuldgefühle, auch und gerade seinen Kindern gegenüber, wie sieht es damit aus?
    Wo bleibt Eure Liebe, die Unbeschwertheit dieser, in dieser frühen Zeit?


    Neben dem Thema Borderline, bist Du mittendrin in einem Patchwork-Dilemma, das - auch ganz ohne psychische Störung - durch Verletzungen der Ex-Partner auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird.
    Vielleicht siehst Du mal im Nexten-Strang bei den Gebrauchten nach, denn diese beiden Themen kann man m.E. nicht wirklich trennen; dort wirst Du ähnliche Geschichten wiederfinden, aber sicher auch eine Austauschmöglichkeit, wie Du Dich besser abgrenzen kannst und dass dies nicht gleichzeitig heißt, Du wärest kein mitfühlender loyaler Partner für Deinen Freund.
    Ich wünsche Dir viel Mut und Kraft dazu!

    Noch eine Frage. Ihr wohnt auch schon zusammen?

    Ein netter Gruß,

    narrare.

  7. User Info Menu

    AW: Borderline Ex

    Hallo Narrare,

    vielen Dank fuer Deine Antwort.

    Mein Freund lebt offiziell zur Zeit bei seiner Schwester (Hals ueber Kopf ausgezogen, finanzielle Situation war unklar und viele Auslandsaufenthalte haben ihn wohl davon abgehalten, sich gleich eine Wohnung zu suchen). Nun ist er die meiste Zeit bei mir, also wohnen wir quasi zusammen, wenn auch nicht offiziell.

    Seine Ex hat wohl einen neuen Freund und ist angeblich von diesem schwanger (zumindest sagt sie das, man muss ihre Aussagen immer mit Vorsicht geniessen... die Aussage mit der Schwangerschaft kam in einem Streitgespraech/Manipulationsversuch). Wir werden es sehen...

    Ich lese seine SMS und Emails schon gar nicht mehr (wenn er sie mir zeigen will)... wenn er eine SMS bekommt und sein Gesicht mal wieder zusammenfaellt, frage ich kurz nach, verweigere aber das Lesen...

    Er hat keine Schuldgefuehle seiner Ex gegenueber, wohl aber den Kindern gegenueber, was ich auch verstehen kann. Die Ex richtet ihre Aggressionen zwar ueberwiegend gegen ihn (also nicht gegen die Kinder), allerdings versucht sie diese zu instrumentalisieren und gegen ihn aufzuhetzen. Dafuer sind sie zum Glueck zu alt und zu clever...

    Viele Gruesse,
    Mokey

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