Hallo ihr Lieben,
ich frage mich zur Zeit, ob meine Mutter vll. Alkoholikerin ist oder zumindest auf direktem Wege dahin
(vll. sollte man vorweg schicken, dass sie ein Mensch ist, der mit sich und allem immer sehr unzufrieden ist, eigentlich immer fertig mit den Nerven scheint und eigentlich keinen anderen Menschen mag und sehr schadenfroh usw. ist)
Naja, jetzt zu Weihnachten ist es mir wieder sehr aufgefallen, vll. schildere ich mal was sie so alles im Laufe der Zeit getrunken hat:
Heiligabend Nachmittags zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt, für sie wurden es jedoch 3 Gläser, dann gab es Kaffee und Kuchen.
Am späten Nachmittag machte sie sich ans Abendessen kochen, wozu man natürlich Rotwein trinken muss "um das Essen gut abschmecken zu können".
Zum Abendessen gab es dann meherere Gläser Rotwein, danach 2 Schnäpse "zur Verdauung" und danach bis zum Schlafen gehen Rotwein.
Am nächsten Morgen zum Frühstück 3 Gläser Sekt (angeblich vom Arzt angeordnet um ihren schwachen Kreislauf in Schwung zu bringen), danach den ganzen Tag über das gleiche Prozedere wie am Vortag.
Als sie mich am nächsten Morgen verabschiedet hat, hatte sie eine leichte Fahne
Ich weiss natürlich nicht wie es im Alltag aussieht, denn ich wohne ja schon lange nicht mehr zu Hause, aber Wein trinkt sie wohl jeden Abend und öfter mal nen Schnaps nach dem Essen und gern auch mal nen Cocktail/Mische im Sommer, bzw. Glühwein im Winter.
Mein Opa (ihr Vater) hat zeitlebens zu viel getrunken und ist schliesslich an einer Leberzirrhose gestorben.
Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Sie darauf anzusprechen ist leider so gut wie unmöglich, denn sie würde wie immer einen zickigen Spruch bringen á la:"Du denkst wohl du bist was Besseres und ich lasse mir von Dir noch lange nicht vorschreiben, was ich zu tun und zu lassen habe, kümmer Dich mal lieber um Deinen eigenen Kram"
Sie trinkt oft den ganzen Tag über nur Kaffee und Alkohol, obwohl sie im Moment extrem mit Schwindel zu kämpfen hat und eigentlich mehr trinken soll.
Vielen lieben Dank schon mal für Eure Meinungen
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Thema: Ab wann ist man Alkoholiker?
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29.12.2011, 23:17Inaktiver User
Ab wann ist man Alkoholiker?
Geändert von Inaktiver User (29.12.2011 um 23:22 Uhr)
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30.12.2011, 10:25
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Hallo,
Deine Frage ist nicht so einfach zu beantworten, da es ganz
verschiedene Ausprägungen von Alkoholsucht gibt (nur mal
z.B. der Quartalssäufer, der längere Zeit abstinent sein kann,
um sich dann so richtig die Hucke vollzusaufen.).
Ich habe hier mal einen Link eingefügt, da gibt es ein paar
Hilfen z.B. Anzeichen, Selbsttest etc.
::: ALKOHOLISMUS-HILFE ::: Alkoholsucht: Selbsttest, Erkrankungen, Therapien, Entzug, Abstinenz und Coabhängigkeit.
Da kannst Du Dich ein bischen schlau machen.
Wichtig ist aber, dass der Abhängige seine Sucht erkennt, und
von selber den Willen zum Entzug entwickelt, alles andere hilft
leider nichts, da kann man soviel wollen wie man will...
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30.12.2011, 10:31Inaktiver User
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Was nutzt dir die Erkenntnis?
Du scheinst kein gutes Verhältnis zu deiner Mutter zu haben - deshalb wirst du nichts ändern können. Deine Mutter wird abblocken.
Gefährdet ist sie sicherlich, so wie du es beschreibst. Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass Feiertage nicht unbedingt den Gesamt-Alkoholkonsum widerspiegeln. Entscheidend wäre zu wissen, was sie sonst so an "normalen" Tagen trinkt.
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30.12.2011, 10:38
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Zu Feiertagen schlucken wir auch reichlich. Warum einer eine Sucht entwickelt und einer nicht, keine Ahnung. Wenn man einen Arzt fragt, ist es sowieso zu viel.
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30.12.2011, 14:11
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Was mich aufhorchen lässt sind die "Erklärungen". Kenne ich so auch aus meiner Familie. Ungefragt wird der eigene Konsum erklärt, begründet... wie bei Dir: Verdauung, Kochen, Gemütlich machen. Und dann kombiniert mit: ich trinke ja sonst nichts (was nicht stimmt) - dafür heute mal.

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30.12.2011, 14:41Inaktiver User
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Am nächsten Morgen zum Frühstück 3 Gläser Sekt (angeblich vom Arzt angeordnet um ihren schwachen Kreislauf in Schwung zu bringen)
Ja, klaaaaaaaar.
Kaffee tuts da natürlich nicht, es muss Alkohol sein, und zwar in Form von Sekt. Seltsamer Arzt, der so was anordnet.
Ernsthaft: Wer morgens schon Alkohol braucht, um in Schwung zu kommen (und das sogar so erklärt), der hat die Grenze zum Alkoholismus schon lange überschritten.
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31.12.2011, 12:11Inaktiver User
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
@Horus: genau so habe ich auch reagiert als ich das gehört habe

Habe auch gesagt, dass es Kaffee jawohl auch tun würde, aber den trinkt sie dann eh parallel zum Sekt.
Habe auch vorgeschlagen, wie es denn mal mit Sport wäre, ne Runde Joggen wäre bestimmt auch nicht schlecht, aber das wird vehement abgelehnt
@Reduktion: das mit den Erklärungen vorwegschieben ist mir auch bewusst geworden, als ich das hier aufgeschrieben habe.
@555nase: naja, was nützt mir die Erkenntnis? Man macht sich halt schon Sorgen und überlegt ob man etwas tun kann.
Aber ich denke mittlerweile, wenn derjenige nicht selbst will und sich in einem Gespräch eh nicht auf das Thema einlassen würde, dann kann man nichts machen
Wenn man das Thema anschneidet kommt die von mir im Eingangspost beschriebene Reaktion.
@Rosieocks: vielen Dank für den Link, da werd ich mal reinschauen
Einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsch ich Euch!
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04.01.2012, 16:45
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Ich kenne dein Problem. Leider kann man da nicht viel machen, wenn man kein so gutes Verhältnis hat, und wohl auch sonst nicht. Ich habe einfach im alkoholisierten Zustand gar nicht mit meiner Mutter geredet und sie ignoriert. Vielleicht hilft das?
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04.01.2012, 17:43
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16.01.2012, 19:15
AW: Ab wann ist man Alkoholiker?
Hi,
Sekt ist erstaunlicher Weise wirklich etwas, was den Kreislauf angenehm anhebt. Ich selbst wurde 2007 an der Schilddrüse operiert. Danach war ich in einer ziemlichen Unterfunktion. D.h. Kreislauf so richtig unten (60/90). Mir wurde auch Sekt empfohlen und es half. Was mir nicht bewusst war, war, dass ich eine niedirge Schwelle hab zum Alkohol. Es entwickelte sich, dass 1 Pickolo nicht genug war. Es mussten 2 sein. Bin ja noch jung, was solls. Außerdem trinke ich ja nicht von früh bis Abend.
Meine Toleranz stieg, mein Konsum wurde etwas mehr, aber immer noch in einem Maße, wo JEDER sagte: Ist doch kein Problem.
Ab wann ist man Alkoholiker?
Vielleicht noch eins vorweg. Beim Alkoholismus geht es nie mehr bergauf. Wie in einem Fahrstuhl, der nur runter fährt. Man kann aussteigen (aufhören) aber steigt man wieder ein, geht es weiter abwärts.
Es gibt die Einstufung riskanter Konsum, gefährlicher Konsum, abhängig. Wer sich als riskant einschätzt kann mal 3-6 Monate nichts trinken. Gefährlich mind. 1 Jahr um auch zu sehen, wann will ich denn zur Flasche/ zum Glas greifen. Wer sich als abhängig einstuft sollte nie wieder ein Glas anrühren.
Das muss aber jeder selbst einschätzen. Von Außen hat man KEINEN Einfluss.
Mein Vater ist Alkoholiker. Ich muss immer noch lernen, begreifen, loslassen, dass ich ihm nicht helfen kann, wenn er es nicht selbst möchte. Es ist sehr traurig, weil ich zu sehen muss, wie er sich kaput trinkt.
Aber ich kann mir helfen.
Übrigens, haben Kinder aus Alkoholkranken Familien ein 4-fach höheres Risiko selbst süchtig zu werden. Dies ist wissenschaftlich nachgewiesen.
Die "normale Menge" für Frauen ist 250ml Bier pro Tag oder 100ml Wein pro Tag ABER nur 5 Tage die Woche. Kinder, die vorbelastet sind, viel weniger.
Übringens sind Kinder (auch Erwachsene Kinder, die längst aus dem Elternhaus ausgezogen sind) geprägt und tragen sehr viel Last und verschiedene Charaktereigenschaften mit sich rum. Wenns interessiert sucht im Internet mal nach Erwachsenen Kindern von suchtkranken Eltern.



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