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    Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Hallo,

    jetzt habe ich mich angemeldet, um mir mal meinen Frust über ein bestimmtes Thema von der Seele zu schreiben bzw. eure Gedanken und Einschätzungen dazu zu hören.

    Die Situation ist folgende: Mein Partner hat meiner Meinung nach eine Suchttendenz (Alkohol und Nikotin). Als ich ihn kennenlernte, trank er viel (fast jeden Tag eine Flasche Wein, dazu 1 Schachtel Zig. am Tag). Zu dieser großen Menge Alkohol war es seiner Aussage nach gekommen, weil er ca. 1 Jahr vorher versucht hatte, das Rauchen aufzuhören und stattdessen sich erlaubt hatte, mehr zu trinken. Und dann fing er nach einiger Zeit wieder mit Rauchen an und trank trotzdem weiter...
    Er sah dann irgendwann selbst ein, dass das nicht gut ist und hat es sehr reduziert. Also phasenweise gar nichts getrunken, ansonsten zwei, oder dreimal pro Woche ein Bier oder so. War seiner Aussage nach zunächst schwierig, aber machbar, und nach der Anfangszeit fiel es ihm leicht, weil er sich so fit und wach fühlte. Geraucht hat er die ganze Zeit.

    So, nun hat er vor ein paar Monaten wieder beschlossen, das Rauchen aufzuhören. Und er quält sich damit, als würde sein Leben an diesen Stengeln hängen... hat 2 Monate lang Nikotinpflaster benutzt, raucht doch immer noch 1-2 Mal in der Woche, wenn er weggeht oder sobald ihm ein Freund eine anbietet, so dass er jetzt eigentlich auf Dauerentzug ist.
    Und er trinkt wieder mehr. Aktuell leider auch Schnaps. Also, nach der Arbeit gleich 1-2 Bier, das sowieso. Und dann spätestens nach dem Abendessen ein kleines Glas Schnaps (0,02), aber das wiederholt sich dann noch mindestens 1-2 Mal, bis er schlafen geht. Es gibt Tage, da ist es weniger, aber die sind zur Zeit eher die Ausnahme. Dazu hat er ohnehin hohes Cholesterin und soll eigentlich Medikamente nehmen, die er nicht mehr nimmt (mit der Begründung, er wollte zuerst mit dem Rauchen aufhören und sich dann richtig um seine Gesundheit kümmern).

    Und ich nörgle. Ja, ich weiß, er ist selbst für sein Leben verantwortlich, ich kann daran sowieso nichts ändern, ich wusste es von Anfang an usw. Aber ich kann es auch einfach nicht abstellen.

    Und ich habe irgendwie so ein Bauchgefühl, dass er momentan richtig erleichtert ist, wenn ich weg bin, früher schlafen gehe oder er ohne mich Freunde trifft, weil er dann endlich in Ruhe trinken und rauchen kann, wie er will. Das ist ein Scheißgefühl. Neulich z. B. bin ich nochmal aufgestanden, nachdem ich schon im Bett gewesen war, und er saß mit dem Glas da und hat sich so ertappt gefühlt, hat mich angesehen, als wäre ich seine Mutter und hätte ihn bei was Verbotenem erwischt. Er sagt dann aber auch nichts, sondern versucht, es ins Lustige zu ziehen.

    Übrigens, er ist ein gutmütiger, ruhiger Typ, also keine Spur von Aggressionen o.ä. Er wird eher entspannter und lustig unter Alkohol, also das ist nicht das Problem. Unsere Beziehung ist ansonsten gut und liebevoll und mit seinen anderen Schwächen komme ich gut klar (und er mit meinen).

    Ist jetzt lang geworden, aber es liegt mir gerade so auf dem Herzen.

    Wie schätzt ihr diese Menge ein und was ratet ihr mir?

    Viele Grüße
    Arundhati
    Geändert von Arundhati72 (12.10.2011 um 17:09 Uhr) Grund: Ergänzung

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Er ist Alkoholabhängig und Du bist von ihm abhängig.Aber ich denke,das weißt Du sowieso selber.Und Rat kann man in diesem Falls wohl keinen geben weil Alkoholismus eine Krankheit ist,also ich gebe ja auch keinem Grippekranken einen Rat(weil das Wissen ja vorhanden ist was man tun sollte).Es nützt Dir ja auch gar nichts was Du hier erfährst,Du weißt es doch selber.Also warum fragst Du wirklich?

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Warum ich frage... ganz einfach, weil ich nicht weiß, was ich tun soll, weil ich hilflos bin!
    Ist mir schon klar, dass es da kein Patentrezept gibt, aber es ist doch immer gut, auch andere Perspektiven einzuholen, gerade in so einem Unterforum, wo vielleicht auch Menschen von der "anderen Seite" sind, also die selbst mit Abhängigkeiten kämpfen.

  4. Inaktiver User

    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    lasse dich in einer suchtberatungsstelle beraten. angehörige werden auch beraten.

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Danke, daran habe ich auch schon gedacht. Es fällt mir schon schwer einzugestehen, dass das wirklich nicht ganz so harmlos ist, wie er sich und mir einzureden versucht

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Es ist auch nicht leicht,das ist ein grosser Schritt.Einfacher ist es immer Gründe zu suchen,damit vergeht die Lebenszeit auch..Süchtige sind Wissenschaftler in Sachen Ausreden,es liegt nicht an Dir.Aber es tut weh,ich weiß-mein Vater war auch Alkoholiker..

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Zitat Zitat von heidpofferl Beitrag anzeigen
    Es ist auch nicht leicht,das ist ein grosser Schritt.Einfacher ist es immer Gründe zu suchen,damit vergeht die Lebenszeit auch..Süchtige sind Wissenschaftler in Sachen Ausreden,es liegt nicht an Dir.Aber es tut weh,ich weiß-mein Vater war auch Alkoholiker..
    Mein Vater auch, und zwar auf dieselbe Art wie mein Partner jetzt, ist sicher kein Zufall... nie bösartig, immer funktioniert und keine hätte es gemerkt außer uns.
    Was auch auffallend ist, ist, dass mein Freund sich immer mit irgendwelchen Bekannten vergleicht, die noch mehr trinken, nie mit der Mehrheit, die weniger trinkt.

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Hallo Arundhati,

    ich kann deine Situation sehr gut verstehen. Selbst war ich eher in der umgekehrten Situation. Ich trinke, mein Freund schaut besorgt zu. Ich war tatsächlich oft erleichtert, wenn ich nicht mehr aus dem Haus musste etc.. mich niemand dabei ertappen konnte. Ich wohne nicht mit meinem Freund zusammen.

    Wie lang bist du mit deinem Partner zusammen? Vllt. wäre es wirklich gut dich mal ernsthaft mit ihm zu unterhalten. Wenn er ruhig und nicht aggressiv ist, brauchst du da auch nicht so viel Angst zu haben. Er wird eher verleugnen. Aber irgendwann kann er nicht mehr verleugnen. Möchtest du zusehen, wie er ganz tief sinkt? Immer tiefer? Mir hat es geholfen,dass mein Freund gutmutig, ja eher traurig war, dass ich trank. Ich konnte ihm das nicht länger antun. Ich wollte leben mit ihm! Und das noch möglichst lange. Wer trinkt findet einen frühen Tod und wenn auch noch der hohe Cholersterin - Spiegel dazu kommt, sollte er so gut wie nichts trinken. Mein VAter hat auch zu hohes Cholesterin und ist fast abstinent, trinkt nur ab und zu ein WEizen und an Silvester mal.

    Leider musst du da härtere Geschütze auffahren, sonst sieht er vllt. nicht den Anlass aufzuhören. Erst mal zu einer Beratung zu gehen, ist keine schlechte Idee. Aber der Süchtige reagiert / handelt oft erst, wenn ihm der Boden unter den Füßen wegzubrechen droht.

    Zu der Sache mit dem Nikotin und Alkohol gleichzeitig aufzuhören habe ich keine Idee. Ich konnte nciht mit Süßigkeiten und Alk gleichzeitig aufhören.... Darf man in Suchtkliniken rauchen? Macht er Sport? Hat er eine ARbeit? Wie lange hatte er denn Trinkpausen und aus welchem Grund? Ging es ihm da schlecht?
    Diese Faktoren sind auch noch mal wichtig, denn irgendwas scheint an seinem Leben nicht in Ordnung zu sein, dass er nicht sehen mag.

    lieben Gruß
    Malva

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Wenn es Dich stört, nervt oder sonst was, dann sprich es an! Wenn er nüchtern ist.

    Du wirst irgendwann so genervt sein, dass Du schon aggressiv wirst, wenn Du ihn siehst, wenn Du nur das Gluckern hörst, wenn er sich einen Wein eingießt.

    Ich halte es auch für kontraproduktiv mit Trinken und Rauchen gleichzeitig aufzuhören. Für mich ganz eindeutig erst der Alkohol, denn der verändert Persönlichkeiten auf Dauer, die Ziggis nicht.

    Auf Dauer wird der Alk Eure Beziehung zerstören, ich sprech aus Erfahrung! Leider...
    Normale Menschen machen mir Angst!!!

    **Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**

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    AW: Erleichtert, wenn ich weg bin, damit er trinken kann?

    Zitat Zitat von Malva_neclecta Beitrag anzeigen
    Wie lang bist du mit deinem Partner zusammen? Vllt. wäre es wirklich gut dich mal ernsthaft mit ihm zu unterhalten. Wenn er ruhig und nicht aggressiv ist, brauchst du da auch nicht so viel Angst zu haben. Er wird eher verleugnen. Aber irgendwann kann er nicht mehr verleugnen. Möchtest du zusehen, wie er ganz tief sinkt? Immer tiefer? Mir hat es geholfen,dass mein Freund gutmutig, ja eher traurig war, dass ich trank. Ich konnte ihm das nicht länger antun. Ich wollte leben mit ihm! Und das noch möglichst lange.
    Liebe Malva,
    vielen Dank für deinen Beitrag, die Perspektive von der anderen Seite ist sehr interessant für mich. Ich bin bei diesem Thema schon so sensibilisiert, dass es mir selbst schwer fällt, darüber sachlich mit ihm zu reden. Was ich auf jeden Fall tun will, ist, ihn nochmal eindringlich zu bitten, zumindest seine Blutwerte wieder mal kontrollieren zu lassen.
    Nein, aggressiv wird er überhaupt nicht, aber er verharmlost, weicht aus, versucht mit allen Mitteln, das Thema zu vermeiden... ich komme da nicht an ihn ran, wir haben ja schon so oft darüber diskutiert, aber außer dass er sich windet, kommt nichts dabei raus. Zumal ich dann immer vorwurfsvoller werde, je mehr er abblockt...

    Zitat Zitat von Malva_neclecta Beitrag anzeigen
    Leider musst du da härtere Geschütze auffahren, sonst sieht er vllt. nicht den Anlass aufzuhören. Erst mal zu einer Beratung zu gehen, ist keine schlechte Idee. Aber der Süchtige reagiert / handelt oft erst, wenn ihm der Boden unter den Füßen wegzubrechen droht.

    Zu der Sache mit dem Nikotin und Alkohol gleichzeitig aufzuhören habe ich keine Idee. Ich konnte nciht mit Süßigkeiten und Alk gleichzeitig aufhören.... Darf man in Suchtkliniken rauchen? Macht er Sport? Hat er eine ARbeit? Wie lange hatte er denn Trinkpausen und aus welchem Grund? Ging es ihm da schlecht?
    Er hat ja erst dadurch wieder mit dem Trinken angefangen, dass er das Rauchen aufgeben wollte, sozusagen als Ersatzsucht. Ich hab gestern mal überlegt, wie lange die Trinkpause war... müssen 1,5-2 Jahre gewesen sein bis eben diesen Sommer, was ich schon vielversprechend finde. Er sagt, er fand es am Anfang schwierig und dann überhaupt nicht mehr.

    Ansonsten hat er sein Leben vollkommen im Griff (vielleicht zu sehr, denke ich manchmal), arbeitet, macht mäßig Sport, alles soweit ganz "normal". Was die Ursachen anbelangt, keine Ahnung, er kann sich sehr schwer entspannen, vielleicht hat das was damit zu tun, und seine Mutter wurde früh sehr krank. Ich glaube, so eine Sucht ist das einzige, wo er mal richtig locker lassen kann. Er ist sehr, sagen wir mal, leistungsorientiert erzogen. Aber das Analysieren hilft uns hier auch nichts.

    @woodstock: Das ist leider schon manchmal der Fall, dass ich aggressiv werde, wenn ich das Geräusch unserer Spirituosenschränkchen-Tür höre. Mir kommt es fast so vor, als wäre es bei ihm "Entweder Trinken oder Rauchen", ohne beides schafft er bisher nicht.

    Gruß
    Arundhati

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