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  1. User Info Menu

    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Zum Thema "Begriff"
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei jemandem, wenn er berichtet, dass er er sexuelle Gewalt erlebt hat, eine größere Scham oder Selbstzweifeln auslöst (ob des Begriffs) . Für mich kommt in diesem Begriff klar zum Ausdruck, dass er Opfer ist.

    @umsonst
    Ich seh das anders. Aber diese Diskussion führen wir mal an anderer Stelle.
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

  2. Inaktiver User

    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Ich finde den Begriff „sexueller Missbrauchte“, der ja auch einen Ge-brauch impliziert, eine fürchterliche Fehlübersetzung von „sexual abuse“, sexueller Misshandlung.
    Der Begriff "Mißbrauch" für sexuelle Übergriffe findet sich schon im Stgb in der Fasssung von 1872 und ist aus dem allgemeinen preußischen Landrecht (1794) dorthin gewandert.

    Frühere Belege reichen zumindest bis in die 1630er Jahre.

    Also keine Übersetzung aus dem Englischen, sondern eine altertümliche deutsche Form, wo "Missbrauchen" die Nebenbedeutung "Misshandeln" haben kann.

    (Wobei man vor 400 Jahren wahrscheinlich keinen Anstoß an dem Gedanken genommen hätte, dass man Menschen auch"gebrauchen" kann. Weder im deutschen noch im angelsächsischen Sprachraum. )

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    @ mary:

    also erst mal Respekt vor deiner Arbeit. Aber ich denke man muss bei aller emotionalität auch sachlich bleiben.
    Ich habe den Eindruck du unterstellst allen Familienrichtern schlechte Arbeit. das ist bei weitem nicht so. Ich stimme dir aber zu, wenn du sagst dass "Kinderrechte" in Justizverfahren gestärkt werden sollten.Da musssnoch viel getan werden.
    Aber reicht da eine (bundesweite) verpflichtung zu Fortbildung und wusstest du dass es bereits eine Fortbildungspflicht von Richtern, die in Verfahren mit Kindern zu tun haben in vier Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und seit Kurzem auch in Hamburg gibt? also auch auf Landesebene tut sich was. ich denke das Thema Kinderrechte muss schon in der juristischen ausbildung angegangen werden. Denn es fehlen oftmals Kenntnisse zur Entwicklungspsychologie des Kindes sowie psychiatrische und medizinische Grundkenntnisse. Bei diesem sensiblen Thema muss eine Anhörung von Kindern vor Gericht kindgerecht sein und dafür brauchen Familienrichter(innen) Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit und Respekt dem Kind gegenüber. Sie müssen in der Lage sein altersgerechte Gespräche zu finden und eine Vertrauensbasis mit dem Kind aufzubauen.
    Ich habe erfahren dass insbesondere Familienrichter sich alleihnen zur Verfügung stehende Hilfe suchen und auch in der Lage sind, mit aktiv beteiligetn Akteuren anderer Fachrichtungen wie Jugendämtern, Verfahrensbeiständen und Sachverständigen zusammenzuarbeiten, um das Kindeswohl zu ermitteln und die Aussagen des Kindes richtig zu bewerten.
    JEDER Richter schwört im Übrigen folgenden Eid: „Ich schwöre, das Richteramt getreu... dem Gesetz auszuüben, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen....
    winkewinke

  4. Moderation

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    @winkewinke: ich denke, du hast meine Ausführung missverstanden. Ich habe keineswegs nahegelegt, dass Familienrichter „schlechte Arbeit“ machen.

    Im Rahmen der Debatte um Begriffe versuchte ich aufzuzeigen, dass Begriffe das Denken prägen und die ohnehin meiner Erfahrung nach vorhandene Tendenz, die erwachsene Perspektive einzunehmen, verstärken können, wenn nicht ganz ausdrücklich das Kind (dessen Wohl ja juristisch letztlich Vorrang hat) ins Zentrum der Perspektive gestellt wird.

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Also ich kritisiere viele Familiengerichte sehr.
    Als Erzieherin habe ich erlebt, wie viel schwerer Elternrechte als Kinderschutz und Kinderrechte gewertet wurden.
    Das zeigen ja auch Fälle, die zZ in den Medien sind:
    Da läuft ein Verfahren wegen Kinderpornographie, eine Verurteilung wird ausgesprochen, aber das Kind bleibt in diesem Umfeld.
    Das ist unverständlich.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Erst die Taten in Münster bewirken Veränderungen. Leider müssen erst ganz schlimme Dinge passieren und man muss ganz tief sinken, bevor ein Umdenken statfindet (ich denke da parallel auch an meine entscheidung, mit dem Alkohol aufzuhören).
    Mit der kommenden strafrechtsänderung ist Kindesmissbrauch nun endlich nicht mehr "nur" ein Vergehen sondern
    ein Verbrechen. und es gelten die höchsten Strafen,die das deutsche Recht kennt.
    Bleibt zu wünschen dass den Tätern nun bewusst ist, dass siebei sexuellem Kindesmissbrauch zum (psychischen)Mörder von Kindern werden .
    winkewinke

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Die Strafrechtsaenderung begrüße ich.

    Trotzdem loest das nicht das Problem, ich denke nicht dass das alle abschreckt, vielleicht wird für manche der Kick nur größer.

    Die Frage ist für mich, wieso derart viele, überwiegend Männer?, überhaupt Kinderpornografie konsumieren. Wenn man das ernsthaft verhindern will reichen Verbote nicht aus, da muss man an die Ursachen gehen. Und da seh ich leider wenig Ansätze in der Politik.

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    @umsonst
    Was siehst du denn als die Ursachen an?
    Ich glaube nicht, dass das Gros der Männer pädosexuell veranlagt ist, sonder vermute, dass mit der Ausübung sexualisierter Gewalt ein das Thema Macht und Ohnmacht bewältigt wird.
    Jedenfalls ist das so bei den Tätern, die ich kenne (als Betroffene und im beruflichen Kontext).
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    @umsonst
    Tja,um das zu verhindern, kann doch jeder von uns etwas tun? NICHT WEGSCHAUEN!
    @kaffeesahne
    im fall Lügde führte das Jugendamt den Tätern ein Kind zum Missbrauch praktisch amtlich zu und auch wenn du das vielleicht nicht hören willst: in anderen spektakuären Fällen konnten auffällig gewordene Erzieher(innen)offenbar weitere Kleinkinder betreuren (mit tödlichem Ausgang).
    Beim schutz der kleinsten versagt nicht ein gericht sondern unsere ganze Gesellschaft
    winkewinke

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Zitat Zitat von Keela Beitrag anzeigen
    @umsonst
    Was siehst du denn als die Ursachen an?
    Ich hab keine Ahnung, ich bin nicht vom Fach. Aber wenn ein erwachsener Mann sich entsprechende Fotos runterlädt und dabei einen Kick empfindet, dann muss er doch schon eine gewaltige Störung haben. Es geht ja nicht nur um die relativ wenigen Täter, die sich konkret an einem Kind vergreifen, sondern um die Massen von Leuten, die anscheinend Interesse an entsprechenden Inhalten haben. Das sind ja unvorstellbare Zahlen.

    Ich glaube nicht, dass das Gros der Männer pädosexuell veranlagt ist, sonder vermute, dass mit der Ausübung sexualisierter Gewalt ein das Thema Macht und Ohnmacht bewältigt wird.
    Jedenfalls ist das so bei den Tätern, die ich kenne (als Betroffene und im beruflichen Kontext).
    Wie gesagt, ich bin nicht vom Fach, aber da läuft doch gewaltig was schief, und zwar nicht nur individuell und im Einzelfall, wenn das Interesse daran so groß ist. Da muss man sich doch zwingend fragen, wie man das ändern kann, und nicht erst hinterher bestrafen. Da ist es ja schon passiert, das verhindert ja nicht die Strukturen.

    Drogenhandel ist ja nun auch verboten, was nichts daran ändert dass du überall jede Droge erwerben kannst.

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