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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Ja, kämpfen lohnt sich und es gibt Hilfe und Unterstützung.
    Z.B. hier:
    gegen-missbrauch e.V. | Verein fr Betroffene, Partner und Gegner von sexuellem Kindesmissbrauch
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Liebe badly,
    deinen Beitrag hab ich erst jetzt gelesen. Das Gefühl kenne ich gut, das Gefühl von Scham.
    Ich habe lange überhaupt nicht wahrhaben wollen, dass ich von Mißbrauch betroffen bin. Mir war es aber immer schon unangenehm, über dieses Thema zu reden (und ich hatte berufl. damit zu tun).

    Ich war fast 40 als ich es geschafft habe endlich darüber zu sprechen.
    Zu sprechen ist da auch zuviel gesagt. Ich habe einen Kuraufenthalt genutzt um Andeutungen zu machen. Aber aussprechen konnte ich es einfach nicht. Als ob es nicht durch meinen Hals ging.
    Erst mit der Zeit, und darüber vergingen Monate, konnte ich offener darüber reden.

    Die Psychologin in der Kur, die hat ihre Sache verdammt gut gemacht. Sie hat mich zu nichts gedrängt.
    Ganz im Gegenteil, sie hat mir immer wieder deutlich gemacht, dass ich nur dass erzählen sollte, was ich wirklich mitteilen wollte.
    Sie hat mich immer wieder gebremst. Und das hätte ich mir für später merken sollen. Aber ich habe den späteren Therapeuten vertraut. Ich glaube, die haben nicht mal gewußt, was sie falsch gemacht haben.

    Aber kämpfen für ein besseres, befreites Leben, ja das lohnt sich immer!

    lissie

    P.S.: Was vor allem gelingen kann, das Geschehene, das Trauma ins reale Leben zu integrieren. Das geht.
    Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
    ehe es sich
    in eine neue Ordnung bringen lässt.

    Hermann Hesse

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Weil es in einem anderen Thread Thema wurde und ich es wichtig finde das ins Bewusstsein zu holen, hole ich diesen Strang mal hoch.

    Jeder von uns kennt statistisch gesehen ein oder mehrere als Kind missbrauchte Personen.

    Sexueller Missbrauch - Ein bis zwei Kinder pro Klasse sind Missbrauchsopfer - Das Deutsche Schulportal

    Die Häufigkeit ist vergleichbar mit der von Diabetes II.

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Danke Lizzy.
    Meine Erfahrung in den Gruppen, in denen ich mich (meist beruflich) aufhalte ist, dass ca jede 5. Frau betroffen ist. Männer etwas weniger. Sobald klar wird, dass ich dazu gehöre offenbaren sich immer wieder etliche auch Betroffene. Schlechter Erfahrungen habe ich dabei noch nie gemacht. Deshalb möchte ich alle Betroffenen ermutigen sich zu äußern, wenn sie das für sich möchten.

    Das ist ein Link zur online-Befragung der Aufarbeitungskommission. Sie möchten wissen, wie es den Betroffenen in der aktuellen Corona-Situation geht.Umfrage
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Anfang der 90er habe ich als Erzieherin zu diesem Thema schon Fortbildungen besucht.
    Schon damals, es ist 30 Jahre her, wussten wir von diesen Zahlen.

    Ich finde es schlimm, wie sehr dieses Thema unter den Teppich gekehrt wurde.
    Es sollte kein Tabu sein, darüber zu sprechen, Übergriffe zu verhindern, Täter zu bestrafen und daran zu hindern, weiterzumachen und vor allem: den Opfern glauben und helfen.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Ich denke auch, je mehr das offen thematisiert wird und somit deutlicher ins Bewusstsein der Gesellschaft rückt, desto mehr Schutz für Kinder ist möglich.

  7. 09.06.2020, 18:48

    Grund
    Anmerkungen und Fragen zur Moderation, wie bekannt, per Pn

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Natürlich ist sexuelle Gewalt ein sehr sensibles Thema.

    Sexuelle Gewalt trifft das Innerste. Die Identität.
    Sie erschüttert vertrauen in die Welt, was sich lapidar anhört, es aber ganz sicher nicht ist.

    Menschen, vor allem Kinder, die ihr ausgesetzt sind oder waren, entwickeln sich MIT dieser Erfahrung weiter.

    Es beeinflusst.
    Einige haben große Probleme im Umgang mit dem Leben, mit der Welt.
    Viele entwickeln Störungen. Sei es PTBS, Angststörungen, Essstörungen, Depressionen, Aggressivität uvm.
    Nicht wenige werden gar selbst zu Tätern.
    Weil sie nicht in der Ohnmacht verbleiben wollen, (unbewusst), weil sie es als "normal" erlebt haben oder warum auch immer.

    Sehr viele entwickeln auch Süchte, es ist eine verbreitete Strategie, diese Erfahrung auszuhalten.
    Leider ist das trügerisch: wirklich helfen tut es den betroffenen nicht, im Gegenteil, sie haben jetzt ein weiteres Problem.

    Insofern kann ich die Verortung der Überschrift hier nachvollziehen, aber vielleicht wäre es wirklich gut, darüber noch mal nachzudenken.

    Das Thema (ich mag nicht M.. sagen, das hört sich so an, als ob das freiwillige unter Erwachsenen GEbrauch wäre, und das ist sprachlich schon eine perverse Einordnung in unserer Gesellschaft.)
    hat so viele Fazetten, das es aus verschiedenen Blickwinkeln angegangen werden kann.

    Beispiele:

    - Da ist jemandem sexuelle Gewalt angetan worden:
    Da ist ein sehr sensibler Rahmen nötig, in dem mit Respekt und Verständnis ein Austausch stattfinden kann.
    ?HIER?


    - Es gibt aktuelle Informationen zu öffentlich bekannten Fällen:
    Austausch auf einer anderen Ebene. Evt Empörung, was auch immer.
    Evt bei STRAFTATEN

    - Wie kann ich Kinder schützen?
    Austausch von Erfahrungen, Ideen usw.
    ERZIEHUNGSFORUM?


    - Wie kann ich helfen?
    Bei Kindern und Erwachsenen gibt es ganz unterschiedliche Dinge zu bedenken.
    ERZIEHUNGSFORUM , PERSÖNLICHKEIT?

    - Wie ist die Rechtslage? Kann man sich irgendwie engagieren?
    GESELLSCHAFTL. INITIATIVEN, POLITIK?



    Das sind jetzt so grobe Gedanken.
    Ich finde, man muss über dieses Thema laut und ungehalten werden.

    und man muss leise, sensibel und respektvoll sein, wo es persönlich wird.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  9. 10.06.2020, 06:57

    Grund
    Antwort auf gelöschten Beitrag

  10. User Info Menu

    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Zitat Zitat von kaffeesahne Beitrag anzeigen
    Natürlich ist sexuelle Gewalt ein sehr sensibles Thema.

    Sexuelle Gewalt trifft das Innerste. Die Identität.
    Sie erschüttert vertrauen in die Welt, was sich lapidar anhört, es aber ganz sicher nicht ist.

    Menschen, vor allem Kinder, die ihr ausgesetzt sind oder waren, entwickeln sich MIT dieser Erfahrung weiter.

    Es beeinflusst.
    Einige haben große Probleme im Umgang mit dem Leben, mit der Welt.
    Viele entwickeln Störungen. Sei es PTBS, Angststörungen, Essstörungen, Depressionen, Aggressivität uvm.
    Nicht wenige werden gar selbst zu Tätern.
    Weil sie nicht in der Ohnmacht verbleiben wollen, (unbewusst), weil sie es als "normal" erlebt haben oder warum auch immer.

    Sehr viele entwickeln auch Süchte, es ist eine verbreitete Strategie, diese Erfahrung auszuhalten.
    Leider ist das trügerisch: wirklich helfen tut es den betroffenen nicht, im Gegenteil, sie haben jetzt ein weiteres Problem.

    Insofern kann ich die Verortung der Überschrift hier nachvollziehen, aber vielleicht wäre es wirklich gut, darüber noch mal nachzudenken.

    Das Thema (ich mag nicht M.. sagen, das hört sich so an, als ob das freiwillige unter Erwachsenen GEbrauch wäre, und das ist sprachlich schon eine perverse Einordnung in unserer Gesellschaft.)
    hat so viele Fazetten, das es aus verschiedenen Blickwinkeln angegangen werden kann.

    Beispiele:

    - Da ist jemandem sexuelle Gewalt angetan worden:
    Da ist ein sehr sensibler Rahmen nötig, in dem mit Respekt und Verständnis ein Austausch stattfinden kann.
    ?HIER?


    - Es gibt aktuelle Informationen zu öffentlich bekannten Fällen:
    Austausch auf einer anderen Ebene. Evt Empörung, was auch immer.
    Evt bei STRAFTATEN

    - Wie kann ich Kinder schützen?
    Austausch von Erfahrungen, Ideen usw.
    ERZIEHUNGSFORUM?


    - Wie kann ich helfen?
    Bei Kindern und Erwachsenen gibt es ganz unterschiedliche Dinge zu bedenken.
    ERZIEHUNGSFORUM , PERSÖNLICHKEIT?

    - Wie ist die Rechtslage? Kann man sich irgendwie engagieren?
    GESELLSCHAFTL. INITIATIVEN, POLITIK?



    Das sind jetzt so grobe Gedanken.
    Ich finde, man muss über dieses Thema laut und ungehalten werden.

    und man muss leise, sensibel und respektvoll sein, wo es persönlich wird.

    Vollzitat, ganz bewusst (dieser Strang ist sicher nicht gefährdet deshalb zu lang zu werden).

    Jeses Wort hier ist wichtig.

  11. Moderation

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Ich habe beruflich mit dem Thema zu tun, in der Behandlung von jungen Kindern, die (auch) sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind/gewesen sind.

    Ich finde den Begriff „sexueller Missbrauchte“, der ja auch einen Ge-brauch impliziert, eine fürchterliche Fehlübersetzung von „sexual abuse“, sexueller Misshandlung.


    Das Thema wird zu wenig und zu verdruckst behandelt. Manchmal habe ich wirklich den Eindruck, dass die Erwachsenen die Realität nicht ertragen und darum lieber wegsehen. Wie man damit die Kinder so im Stich lassen kann, geht mir immer noch nicht in den Schädel, nach all den Jahren. Damit meine ich Erwachsene in den Familien und im Umfeld ebenso wie Gerichte und Behörden, sowie die Öffentlichkeit.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    So ist es. Es wird lieber weggesehen.

    ZITAT:

    "Nach manchen Schätzungen werden zehn bis fünfzehn Prozent aller Frauen und fünf bis zehn Prozent aller Männer in ihrer Kindheit sexuell missbraucht, wobei die meisten Fälle unbemerkt bleiben, denn der Verdrängungsmechanismus des Menschen ist in diesem Bereich auf Grund zahlreicher gesellschaftlicher Tabus sehr stark."

    WEITER:

    "Untrennbar mit der Erfahrung des sexuellen Missbrauches ist daher das Nicht-darüber-reden-können (und dürfen) verknüpft. (Stangl, 2020)."


    Verwendete Literatur
    Stangl, W. (2020). Signale und Folgen sexuellen Missbrauchs. [werner stangl]s arbeitsblätter.

    https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/SexuellerMissbrauchFolgen.shtml


    ------------------------------------


    Der Verdrängungsmechanismus.
    Gesellschaftliche Tabus.

    Nicht-darüber-reden-können.

    Und genau dies muss in einem Forum wie diesem möglich sein, nicht in der "Abstellkammer" für Betroffene, sondern in Unterforen und Threads, die unweigerlich mit dem Thema verknüpft sind:
    Darüber reden.

    Nein, ich meine nicht, die persönliche Geschichte dort auszubreiten.
    Aber wichtige Informationen einzubringen.

    Stattdessen wird genau das bedient:

    Der Verdrängungsmechanismus.
    Gesellschaftliche Tabus.

    Nicht-darüber-reden-können.
    Geändert von Lizzy1234 (10.06.2020 um 07:43 Uhr)

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