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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Ich war 37. Und habe mein Leben komplett rumgekrempelt. Ich habe festgestellt, das mir niemand mein Leben abnimmt oder einfacher macht. Und wenn ich unglücklich bin, liegt es an mir, etwas zu ändern.
    Meine Schwester hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich hatte den Eindruck, das sie sich alle Mühe gab jedes Problem in ihrem Leben unserer beschissenen Kindheit zuzuschreiben.
    Und da hab ich angefangen zu grübeln. Ich bin noch nicht ganz durch, aber ich denke ich bin auf einem guten Weg. Mir geht es einfach wesentlich besser.

  2. Inaktiver User

    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Das sind nicht nur sehr allgemeine sondern auch persönliche Fragen.
    Sag uns doch lieber, was dudazu denkst und nein, ich denke nicht, dass du hiermit einen Tabubruch begehst, denn den versucht man ja im Moment schon in der Presse regelmäßig zu begehen.

    Den Ernst der Lage und die Wahrheit diesbezüglich will und kann doch kaum jemand ertragen.

    Statistiken belegen, dass 95 Prozent der sexuellen Übergriffe aus dem Familien- und Bekanntenkreis erfolgen. Sexuelle Gewalt ist vor allem an Kindern weit verbreitet, weil diese sich naturgemäßig nicht wehren können.

    Lies doch lieber gute Bücher darüber. Es gibt mittlerweile sooo viele gute Bücher diesbzüglich auf dem Markt, dass du da schnell fündig wirst. Brauchst nur zu googlen.

  3. Inaktiver User

    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Hallo zusammen,

    ich bin als Kind von meinem Vater missbraucht worden und sehe das Ganze ähnlich wie astridda. Als Betroffene muss ich sehen, wie ich das Erlebte in mein Leben integrieren kann und ein erfülltes Leben leben kann. Ich finde das einen sehr schwierigen aber sicherlich lohnenden Prozess. Ich bin jetzt 49 und damit noch nicht am Ende aber es geht mir immer besser in meinem Leben.

    Tabu oder nicht? Es wird ja gerade zur Zeit viel über sexuellen Missbrauch geschrieben und diskutiert wegen der Vorfälle in der Kirche, Odenwaldschule etc. Und es ist ja auch viel die Rede davon, die Opfer ernstzunehmen, sich an ihre Seite zu stellen. Ein sexueller Missbrauch geschieht ja häufig im familiären Umfeld und dazu hört und liest man schon viel weniger, so ist meine Wahrnehmung.

    Persönlich habe ich früher viel über meine Geschichte und ihre Folgen gesprochen, auch weil ich dachte, es ist wichtig dieses Tabu anzugehen, heute bin ich sehr sehr vorsichtig damit geworden. Meine Erfahrung als Betroffene ist, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die damit auf eine für die Betroffenen konstruktive und gute Art umgehen können. Dass das Thema gesellschaftlich mehr diskutiert wird finde ich gut, hilft mir aber als Betroffene nicht unbedingt, da ich auch oft einen blanken Yoyeurismus erlebt habe, also so in dem Stil, interessant, jetzt lerne ich mal so eine kennen ...

    Lieben Gruss

    Evelyn

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Hallo Ihr Lieben,
    Ist noch jemand von euch an diesem Forum interessiert? Die Beitraege sind ja alle schon etwas aelter. Ich - heute 40 - bin als Kind sexuell belaestigt, emotional und koerperlich missbraucht worden, und leide heute noch immer unter den Folgen. Trotz Therapie usw. habe ich es leider nicht geschafft, die Vergangenheit ruhen zu lassen und mich damit abzufinden, was passiert ist. Heute frage ich mich, ob ich die Eltern konfrontieren soll - und ich bin auch nicht sicher, ob ich den Kontakt mit ihnen (sporadisch und selten im Moment) komplett abbrechen sollte...Ich moechte einfach gluecklich sein, das Leben geniessen, und mich auf "hier und jetzt" konzentrieren koennen...Falls von euch jemand Erfahrungen ausstauschen mag - bitte melden! Ich bin vor allem daran interessiert, wie/ob man konfrotieren soll, und wie man es schafft, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
    LG,
    Conny

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Liebe Conny
    bin sehr an einem Austausch zu diesem Thema interessiert. Hab jetzt nicht so schnell alle Beiträge gelesen. Melde mich später noch mal dazu.

    liebe grüße
    lissie
    Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
    ehe es sich
    in eine neue Ordnung bringen lässt.

    Hermann Hesse

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Danke fuer deine Antwort, lissie. Ich wuerde mich gern mit dir austauschen und freue mich auf deinen naechsten Beitrag.
    LG,
    Conny

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Das mit dem Konfrontieren, liebe conny, ist so eine Sache.
    Als ich begonnen habe, das erste Mal über den Mißbrauch überhaupt zu sprechen, konnte ich das nur in Andeutungen. Mit der Zeit wurde ich offener und konnte mit Therapeuten und auch Pflegepersonal in Kliniken offener sprechen. Zu offen wie sich dann heraus stellte.
    Ich glaubt, dass sei gut für mich und wichtig für meinen "Befreiungsprozess". Bis ich merkte, mit allem, was ich "rausgelassen" habe, war ich letztendlich allein. Da hilft dir keiner mehr, wenn du wieder allein bist.
    Heute wäre ich sehr vorsichtig, wem ich was erzählen würde. Das es Mißbrauch gegeben hat, ja das können die meisten wissen. Aber Details behalte ich heute für mich.
    Wichtig ist eine gute Therapeutin oder wenn's dir damit besser geht, ein guter Thepareut.
    Aber sobald die/der anfängt Details zu erfragen, dann würde ich sofort mißtrauisch werden.
    Einer meiner ersten Therapeuten begann dann irgendwann anzüglich zu fragen. Er ging sogar weiter und spielte mit meinen Gefühlen. Das hab ich bis heute nicht verkraftet.
    Erzähle nie mehr von dir und deinen Erlebnissen, wie du selber für richtig hältst. Sobald du dich bei einer Frage unwohl fühlst, sofort sagen, möchte ich nicht beantworten.

    Was ich mir nie im Leben hätte vorstellen können, irgendwann habe ich meine Eltern mit der Wahrheit konfrontiert. Aber es hat mich nicht befreit oder irgendwie gutgetan.
    Ganz im Gegenteil, sie waren viel zu alt, um die Wahrheit überhaupt verstehen zu können.
    Außerdem geschah es aus Wut heraus und das ist nie ein guter Grund.
    Wenn du es jedoch möchtest und einen guten Grund dafür hast, dann merkst du wann die Zeit gekommen ist. Ich würde das aber nie ohne therapeutische Begleitung tuen.

    Jeder Fall ist anders, darum kann das, was ich hier schreibe, nicht für dich gelten. So schwer es ist, aber du mußt deinen Weg da selber finden.

    Wünsche dir auf deinem Weg viel Glück und vor allem Kraft.
    Auf meinem Armbandanhänger steht: I will Survive
    Denk daran, wir sind die Überlebenden, die Surviver

    Gruß lissie
    Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
    ehe es sich
    in eine neue Ordnung bringen lässt.

    Hermann Hesse

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Da fällt mir noch etwas ein. Solltest du dich dafür entscheiden, deine Eltern oder sonst jemanden aus deiner Familie mit deiner Geschichte zu konfrontieren, dann mußt du auch immer damit rechnen, dass diejenigen es verleugnen. So ist es mir mit meinem Bruder ergangen, er wollte und konnte die Wahrheit einfach nicht hören oder akzeptieren. Er hat es strikt geleugnet und basta. Dadurch hab ich mich noch viel schuldiger gefühlt. Also nochmal, Vorsicht damit, wem du was erzählst. U.U. fällt es auf dich zurück.
    Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
    ehe es sich
    in eine neue Ordnung bringen lässt.

    Hermann Hesse

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    Liebe Lissie,
    Danke fuer deine Antwort! Ich finde deinen Rat von wegen Konfrontation sehr hilfreich und kann mir gut vorstellen, dass es in meiner Familie auch so zugehen wird. Meine Eltern und meine Schwester werden das alles nicht verstehen bzw. glatt abstreiten -
    Trotzdem denke ich immer wieder an einen Satz, den ich mal in einem "Self-Help" Buch gelesen habe - die Eltern zu konfrontieren bedeutet, dass man endlich die Wut dahin richtet, wo sie hingehoert. Und genau das will ich jetzt auch tun. Ich werde den sexuellen Missbrauch durch meinen Vater wahrscheinlich gar nicht ansprechen, sondern mich auf gegenwaertige Sachen konzentrieren. Meine Mutter ist meiner Meinung nach Borderliner - sie hat mich mein Leben lang mit Schuldgefuehlen, Hass und Angst ueberhaeuft. Heute ist der Kontakt nur noch selten; gebessert hat sich aber nichts, sie greift mich immer noch aus heiterem Himmel an und drischt verbal mit wuetendem Geschimpfe auf mich ein, oder sie fragt mich aus, um mich dann mit Sachen, die sie aus mir rausgequetscht hat, fertig zu machen. Sie kann auch mal ganz nett sein; aber das koennen bestimmt auch Maenner, die ihre Frauen verpruegeln...wett macht es den Missbrauch halt nicht. Ich kann diese kaprizioesen Launen nicht mehr ertragen. Mit meinem Vater habe ich heute sehr wenig Kontakt, aber komischerweise geht es gut, wenn wir uns mal am Telefon sprechen - ich habe ihm zwar nicht verziehen, wuerde aber mit ihm den minimalen Kontakt gern aufrecht erhalten...
    Naja, mal sehen - ich bin nicht so sicher, wie ich das angehen werde. Einfach mal Klarheit schaffen, den Eltern sagen, dass sie mir vieles im Leben kaputt gemacht haben, und dass heute ICH bestimme, wie viel bzw. was fuer Kontakt wir haben...das waere schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, egal wie sie darauf reagieren...
    Mehr zum Thema spaeter.
    Nochmals Danke, Lissie! Ich hoffe, dass es dir gut geht, und auch, dass es dich troestet, dass du endlich die Wahrheit gesagt und deine Eltern konfrontiert hast, trotz der Reaktion deiner Eltern und deines Bruders. Ich wuensche dir viel Kraft und Optimismus!!
    LG,
    Conny

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    AW: Sexueller Mißbrauch Thema oder Tabu??

    ich habe mich auch immer unweiblich angezogen, weil ich einfach angst hatte, es war mir peinlich,
    ich habe immer gedacht das es richtig war... sogar therapeuten meinten zu mir ich würde mir etwas einbilden ...
    meine eltern wissen bis heute noch nichts davon ... nur mein freund weiss davon... und eine sehr gute freundin von mir...
    mir ist es teilweise immer noch peinlich heute... =(

    aber kämpfen lohnt sich

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