Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Mann trinkt

  1. User Info Menu

    Mann trinkt

    Als ich meinem Mann vor 10 Jahren kennen gelernt habe, hat er "viel" getrunken. Hauptsächlich Bier und nur in Gesellschaft, zu Hause kaum und allein weggegangen ist er nie. Alkoholisiert wurde er zum "Kind", hatte dumme Ideen, war aber nie im Ansatz aggressiv. Dazwischen hatte er auch lange Phasen der Abstinenz. Ich habe in dieser Zeit auch noch mehr getrunken.

    Schleichend hat sich unser Trinkverhalten geändert. Während ich die Alkoholmenge radikal eingeschränkt habe, nur mehr in Gesellschaft trinke und nur so viel oder wenig trinke, dass ich es am nächsten Tag nicht spüre, hat er sein Trinkverhalten massiv gesteigert.

    Er trinkt täglich mehrere Flaschen Bier (0,5l), geht häufig alleine oder mit Kollegen aus. Gehen wir zusammen weg, ist unser regelmäßiges Gesprächsthema die böse Welt. Er ist bei derartigen Diskussionen vernünftigen Argumenten nicht zugänglich und wird leicht aggressiv. Mir macht das Weggehen dann natürlich keinen Spass und ich will eher früh heim. Darüber hinaus arbeite ich auch viel und bin dann am Abend und auch am Wochenende müde. Wenn ich heim will muss ich 1 bis 1 1/2 Stunden einplanen, um ihn zu überreden mitzukommen. Gehe ich alleine nach Hause, wertet er das als "Verlassen" und wird sehr böse.

    Bis vor einem Monat hatte er einen Arbeitskollegen, mit dem er mehrmals wöchentlich zum Wirten ums Eck gegangen ist. Dieser Arbeitskollege ist nicht mehr verfügbar. Nun will er unbedingt mehrmals pro Woche mit mir weggehen.

    Gehe ich ohne ihn weg, betrinkt er sich und wird dann sehr aggressiv. Einmal war nach einer Firmenfeier wo ich später heimgekommen bin, die Eingangstür mit schweren Kisten, die noch von unserem Umzug herumgestanden sind versperrt. Das Wohnzimmer war verwüstet und er hat mittendrin auf der couch geschlafen. Ich war so sauer, dass ich ihn nicht geweckt habe, als ich dann reingekommen bin. Nach ein paar Stunden ist er aufgewacht, hat mich geweckt und mir immerwieder Vorhaltungen gemacht, warum ich so spät heimkomme.

    Ich darf mit niemandem über die situation reden, da er das als Verrat wertet, sagt dass es seine Angelegenheit ist und niemanden was angeht. Ich habe auch fast nie die Gelegenheit mit wem zu reden, da er immer mit geht, wenn ich mich mit anderen Leuten treffe. Ich würde gerne zu einem Angehörigenabend gehen, aber ich habe Angst wenn er es erfährt. Wenn ich sage, dass er zu viel trinkt wird er wütend.

    Damit es niemand falsch versteht, die Aggression die ich erwähnt habe ist nicht körperlich.

    Judith

  2. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    ich hoffe, Du kennst Die Phasen des Alkoholismus nach Jellinek

    Dein Mann ist schon ziemlich weit die Leiter runter. Entweder, er entschließt sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen und damit den täglichen gegen das erste Glas zu kämpfen oder er wird weiter abstürzen.

    Dir kann ich nur empfehlen, Dich einer Selbsthilfegruppe für Co-anhängige anzuschließen wie z. Al Anon , um zu lernen, wie man sich aus der Coabhängigkeit befreit.

    Sonst geht Ihr gemeinsam unter!
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Mann trinkt

    auch verbale gewalt ist gewalt.

    alles andere ist co-abhängigkeit und schönrederei

  4. Inaktiver User

    AW: Mann trinkt

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    auch verbale gewalt ist gewalt.

    alles andere ist co-abhängigkeit und schönrederei
    Co-Abhängigkeit ist nicht unbedingt einfacher als die Abhängigkeit selber, deshalb finde ich die harschen Worte etwas unangebracht.

    Liebe Viola.

    Zum einen gut, dass Du das Problem siehst, Opelius hat eigentlich schon das wichtige aufgeführt. Auch ich rate Dir Dich an eine Beratungsstelle zu wenden und Dir Hilfe zu suchen. Ich wünsche Dir viel Kraft dafür.

  5. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    Liebe Judith,

    ich glaube NICHT, dass DU ihn zur 'Vernunft' bringst.

    Hast Du schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Deinen Mann zu verlassen? Arbeitet Dein Mann? Wenn ja, hat man in der Firma noch nichts bemerkt?

    FG von Helga

    „Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
    Konrad Adenauer

  6. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    Zitat Zitat von Violaveilchen Beitrag anzeigen

    Ich darf mit niemandem über die situation reden, da er das als Verrat wertet, sagt dass es seine Angelegenheit ist und niemanden was angeht. Ich habe auch fast nie die Gelegenheit mit wem zu reden, da er immer mit geht, wenn ich mich mit anderen Leuten treffe. Ich würde gerne zu einem Angehörigenabend gehen, aber ich habe Angst wenn er es erfährt. Wenn ich sage, dass er zu viel trinkt wird er wütend.

    Damit es niemand falsch versteht, die Aggression die ich erwähnt habe ist nicht körperlich.

    Judith
    Es ist n i c h t nur seine Angelegenheit, da du ja dazugehörst!

    Und genau DAS, die verbale Aggression, ist verletzender, als jegliches körperliches ...
    in DIESEM Fall.
    Es ist so subtil, schleichend, im Grunde genommen erpresserisch
    und auf eine ganz bestimmte Art und Weise sogar "pervers"und
    nicht zu fassen, im wahrsten Sinne des Wortes!
    Und es macht soooo krank und lässt einen an seiner eigenen Wahrnehmung zweifeln.

    Gut, dass du HIER schreibst, ein erster Schritt für DICH,
    wenn du dich hier öffnen und anvertrauen magst, liebe Judith.

    Schreib darüber, wie du dich fühlst, wie es DIR geht und lass es raus,
    was DICH drückt und quält!

    Damit hilfst DU DIR selbst.

    Ansonsten kann ich mich Opelius nur anschliessen.

    Lieben Gruss

    Lyanna

  7. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    Hallo Judith,

    mal abgesehen von Jellinek und dem Verhalten Deines Mannes, wo stehst Du denn?

    Sorry, wenn ich so direkt danach frage, aber mich irritiert das ein wenig (viel!), was Du da schreibst. Du darfst mit niemanden darüber reden? Es macht ihn wütend, wenn Du sagst, er trinkt zu viel?

    Was darfst Du denn? Oder anders gefragt, musst Du denn jemanden fragen, was Du darfst?

    Puuuh!

    Du betonst explizit, dass es nicht um körperliche Gewalt geht. Aber das muss es ja auch nicht immer? Auf jeden Fall hört es sich nicht so an, als dass Du Dich in der Partnerschaft wohl fühlst, oder?

    Hast Du denn eine gute Freundin? Mit der Du mal reden oder Dich evtl. auch mal bei ihr einquartieren könntest?

    Du solltest sehr gut auf Dich aufpassen! Du lebst es, ich hab nur gelesen, was Du schreibst ... für mich hört es sich gewaltätig an. Auch ohne Körper und so. Aber möchtest Du das leben?

    Liebe Grüße und viel Kraft
    syrran

  8. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    Hallo,
    ich möchte dir erstmal mein mitgefühl aussprechen. Es ist richtig, das du dir Rat holst und darüber sprichst.
    Mein Mann nahm jahrelang Amphetamine, verlor dadurch seinen Führerschein und somit auch seine Arbeit, aber NEIN, er hatte mit der Droge kein Problem, er wurde immer vergesslicher, aber NEIN, das kam doch nicht von dem Zeug, er wurde immer gereitzter,aber auch das hatte nichts damit zutun, ich wollte mich von ihm scheiden lassen, denn wir haben noch zwei kleine Kinder, nein er ließ die Finger nicht von dem Zeug.
    Die Wende kam als ich es öffentlich gemacht habe. ich sagte im Freundeskreis und auch in der Verwandtschaft warum ich mich trennen will. Da brach er ein. Er macht jetzt eine Therapie und ich hoffe wir kriegen das noch hin. Ich hätte mein Schweigen viel früher brechen sollen, denn es hat mich viel Kraft gekostet das Geheimnis für mich zu behalten und es ermöglichte ihm, in seiner Scheinwelt zu bleiben.
    Vieleicht hilft dir meine Geschichte. Ich wünsche dir viel Kraft
    Der einzige Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst ein solcher zu sein.

  9. User Info Menu

    AW: Mann trinkt

    Hallo,
    du solltest dir auf jeden Fall professionelle HIlfe holen, sei es, dass du einer selbsthilfegruppe für Angehörige beitrittst, oder dass du dir selbst einen Psychotherapeuten suchst. Ganz klar ist aber, dass die Initiative von dir ausgehen muss. Dein Mann wird nichts machen. Wenn man süchtig ist, denkt man nur noch an sich und an den nächsten tropfen, man wird egoistisch. wenn sich eure Situation ändern soll, musst du anfangen. Oft müssen Süchtige auch vor die Wahl gestellt werden "entweder machst du eine Therapie, oder ich gehe", bevor sie etwas ändern.
    Am besten wäre es natürlich, wenn dein Mann sich auch helfen lässt, denn dass er süchtig ist, ist ziemlich klar.
    Es ist klar, dass du versuchst, deinen Mann zu schützen, scließlich liebst du ihn (sonst wärst du ja schon weg), aber auf Dauer macht das die Situation nur schlimmer und es hilft dem Süchtigen auch keinen Schritt weiter. Es verzögert die Problematik und die Sucht kann sich weiter ausbreiten. Je länger man zuguckt, desto schlimmer wird es für den Süchtigen und für sich selbst.

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •