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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Bist du US-Bürgerin mit Wohnsitz in Deutschland? Dann wird es tatsächlich schwierig mit einem Depot und einem ETF-Sparplan. Hintergrund ist wohl das FACTA-Abkommen, das den meisten deutschen Banken zuviel Aufwand ist. Es scheint auch richtig zu sein, dass du nicht in deutsche ETFs anlegen kannst, weil die nicht den Regeln des amerikanischens Fiskus entsprechen. Ich habe hier von einem Workaround gelesen, dass ETFs mit einer ISIN USxxxx beginnen vielleicht funktionieren könnten. Wusstest du, dass du eine amerikanische Steuererklärung machen musst?
    Danke für deine Anmerkungen. So ähnlich habe ich das auch verstanden. Eventuell könnte ich ein Depot in den USA eröffnen und von dort aus investieren. Mal sehen, ob das Sinn macht.

    Ja, Steuererklärung mache ich jedes Jahr. Auch deshalb ist es mir wichtig, dass alles überschaubar bleibt und nicht unnötig kompliziert wird.

    Hast du noch einen Tipp wie das mit dem Investieren klappen könnte (insbes. ETF)?

  2. Moderation

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Ansonsten überlege ich, ob ich zur privaten Krankenversicherung wechseln soll... Es gibt wohl einige Versicherungsgesellschaften, die mich nehmen würden. Was meint ihr dazu?
    Wenn du nie heiraten oder Kinder haben wirst, und kerngesund bist, vielleicht.
    Oder wenn du etwas wie die Beihilfe hast, das 70% deiner Krankheitskosten übernimmt.
    Oder wenn es Vorteile gibt, falls du nach USA zurückehrst.

    Ich denke, das ist eine Idee, die nur in Nischenfällen lohnt.

    Der Vorteil an einer Immo ist, daß du drin wohnen kannst. Das hat aber nur Wert wenn du auch lange darin wohnen bleibst, und das ist bei Berufsanfängern oft nicht gegeben.
    Bauland könnte eine flexiblere Investition sein, aber berücksichtige, daß oft Auflagen daran hängen, und du dich um das Land kümmern mußt.

    Ich denke, was die Anlage in Aktien/ETFs angeht, brauchst du wirklich einen Experten für die Situation. Das ist kaum etwas, das man einem Forum überlassen könnte. Bietet deine Firma da etwas an? Gibt es vielleicht ExPat-Gruppen, die dich in die richtige Richtung schicken können?

    (Mein erster Gedanke wäre auch, Depot in USA -- oder eine Bank, die sich mit sowas auskennt. Aber das sind reine Vermutungen, ich habe, ehrlich gesagt, keine Ahnung.)

    --

    Derweil: Schmeiß das Geld doch schon mal in Tagesgeld und wenn es eine Schallgrenze erreicht (6 Monatseinkommen) in eine Festgeldtreppe, wenn du das nicht schon gemacht hast. Da liegt es besser als auf dem Girokonto oder unter der Matraze.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Hast du noch einen Tipp wie das mit dem Investieren klappen könnte (insbes. ETF)?
    Im Web findet sich keine Ad-hoc Lösung. Mir scheint wildwusels Vorschlag sich in entsprechenden Expat-Foren umzusehen die beste Lösung.

    Alternative: Du verzichtest auf die amerikanische Staatsbürgerschaft. Diesen Weg sind nicht wenige gegangen, die in Deutschland dauerhaft bleiben und ganz normal Bankgeschäfte tätigen wollen. Du musst dich allerdings freikaufen.

    Direktanlage in Aktien, die keine Dividenden ausschütten.. Hier wird vor allem die Berkshire Hathaway B-Aktie genannt, die keine Dividende ausschüttet und großes Vertrauen bei den Anlegern genießt. Scheint möglich zu sein, allerdings brauchst du dann immer noch ein Finanzinstitut, dass dir erlaubt ein Depot zu eröffnen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Vielen Dank für eure Anmerkungen. Die sind schon einmal sehr hilfreich. Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass ich ein Depot bei der Comdirect eröffnen kann. Aber ich müsste weiterhin einen Steuerberater / Anlageberater fragen, in was ich am besten investieren soll. Es scheint einige erschwerende Regelungen im US-amerikanischen Steuerrecht zu geben, die man unbedingt beachten sollte.

    Irgendwie witzig finde ich es, wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke. Da dachte ich immer wenn ich mal arbeite, könnte ich mir alles leisten und hab mir alles in den schönsten Farben ausgemalt. Jetzt merke ich, dass man selbst mit hohem Gehalt weit davon entfernt ist sich alles leisten zu können. Irgendwie witzig und deprimierend zugleich

  5. Moderation

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Irgendwie witzig finde ich es, wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke. Da dachte ich immer wenn ich mal arbeite, könnte ich mir alles leisten und hab mir alles in den schönsten Farben ausgemalt. Jetzt merke ich, dass man selbst mit hohem Gehalt weit davon entfernt ist sich alles leisten zu können. Irgendwie witzig und deprimierend zugleich
    Eine wichtige Erkenntnis.
    Wir mussten auch feststellen, dass uns das Geld wie Sand durch die Finger zerrann. Zusätzlich hat es noch tiefe Löcher nach sich gezogen, wohin das Geld verschwand, ohne dass wir ein Gefühl der Fülle hatten.
    Wir lebten dennoch im Mangel.
    Erst durch die Kündigung meines Mannes, langer Arbeitslosigkeit mit Hartz4 und allem Pipapo, bekamen wir die Möglichkeit uns und unser (Ausgabe)Verhalten zu reflektieren und zu ändern.
    Dadurch leben wir nun bei weniger Geld in der totalen Fülle.
    Durch dein jetziges Nachdenken bleibt dir das hoffentlich erspart.
    .........................................
    °°° °°°
    herzlichst P.

    Moderatorin im Sparforum -ansonsten pupsnormale Userin

    ~Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!~

  6. Moderation

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Jetzt merke ich, dass man selbst mit hohem Gehalt weit davon entfernt ist sich alles leisten zu können. Irgendwie witzig und deprimierend zugleich
    Eine Kollegin meiner Mutter sagte mal, "Als ich studiert habe, hatte ich 200 Mark im Monat und kam gerade so hin. Als ich anfing, zu arbeiten, hatte ich 700 Mark im Monat und kam gerade so hin. Und jetzt habe ich 2000 Mark im Monat und komme gerade so hin."

    Wenn man nicht will, daß mit dem Einkommen die Ansprüche steigen, muß man da wirklich bewußt gegenangehen.

    Das war letztlich die *Ursache* meiner oben gelisteten dümmsten Entscheidungen und Aktionen: Ich war mit 27 in einem festen, gut bezahlten Job, und hatte das Gefühl, Geld wie Heu zu haben und nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, was ich kaufte. Dann habe ich gemerkt, daß ich zu viel ausgebe -- und habe komplett am falschen Ende gespart. Und dann habe ich gedacht, mit so viel Geld auf der Bank (nein: In Aktienfonds) gäbe es doch keinen Grund, die nette BMW nicht zu kaufen, denn wenn ich Papiere verkaufe, muß ich das ja nicht auf Pump machen.

    Die Lösung war, zu bewerten, "was ist mir wie wichtig?" und ein Budget zu machen, in dem jedes Jahr mehr Geld reinkam als rausging. Heute guck ich manchmal Luxusobjekte an und denke mir, "ich könnte!" Aber ich weiß, es ist mir nicht wirklich wichtig, und es würde nicht nachhaltig Nutzen haben oder Freude machen. (Die BMW hat mir viel Freude gemacht. Aber es wäre cleverer gewesen, sie zu finanzieren.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Jetzt merke ich, dass man selbst mit hohem Gehalt weit davon entfernt ist sich alles leisten zu können. Irgendwie witzig und deprimierend zugleich
    Ein hohes Gehalt ermöglicht dir die meisten Konsumwünsche zu erfüllen (Klamotten, schicke Möbel, Restaurantbesuche, Urlaubsreisen, Leasingauto). Und das ist dann auch gleichzeitig die Konsumfalle, in die nicht wenige der Gutverdiener stürzen. Warum soll ich mir das nicht kaufen, ich kann es mir doch leisten! Tja, wer so denkt, hat schon wertvolle Zeit fürs Ansparen verloren.

    Ein hohes Gehalt ist nicht gleichzusetzen mit vermögend zu sein. Vermögen entsteht nämlich erst dann, wenn man sich konsequent möglichst früh Konsum verkneift und das Ersparte mit Verstand anlegt. Deswegen kann auch ein Verdiener aus der finanziellen Mittelschicht im fortgeschrittenen Alter vermögend sein und der Gutverdiener weiterhin am Monatsende vor einem geplünderten Girokonto stehen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Ja, ihr habt absolut recht. Man sollte seine Ausgaben immer so niedrig wie möglich halten. Aber trotzdem bin ich etwas „enttäuscht“ darüber, nach meinem Berufsstart festzustellen, dass ich mir trotz jahrelanger harter Arbeit auch in Zukunft niemals den Lebensstil werde leisten können, von dem ich immer geträumt habe. Mir wird es finanziell sicherlich immer gut gehen, aber reich werde ich in diesem Leben nicht mehr

  9. Moderation

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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Ja, ihr habt absolut recht. Man sollte seine Ausgaben immer so niedrig wie möglich halten. Aber trotzdem bin ich etwas „enttäuscht“ darüber, nach meinem Berufsstart festzustellen, dass ich mir trotz jahrelanger harter Arbeit auch in Zukunft niemals den Lebensstil werde leisten können, von dem ich immer geträumt habe. Mir wird es finanziell sicherlich immer gut gehen, aber reich werde ich in diesem Leben nicht mehr
    Du denkst groß

    Der sprichwörtliche Millionär ist, laut Kostolany, nicht der, der eine Million hat (was, Baht?), sondern der niemandem zu Gefallen sein muß, um seinen Lebenunterhalt bestreiten zu können.
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    AW: Finanzplanung für Berufsanfänger

    Zitat Zitat von Scarlett21 Beitrag anzeigen
    Mir wird es finanziell sicherlich immer gut gehen, aber reich werde ich in diesem Leben nicht mehr
    Du musst einfach deine Vorstellungen was „reich sein“ genau bedeutet, deinen Möglichkeiten anpassen.

    Ich bin mir absolut sicher, dass wir hier keine Übereinstimmung im Forum finden würden, wenn wir Reichtum definieren müssten. Wenn sich Herr Merz zur gehobenen Mittelschicht angehörig fühlt, dann nur deshalb, weil er zu oft im Kreise von Multimillionären verkehrt hat. Dass er da im Vergleich deutlich finanziell zu schwach aufgestellt ist, liegt in der Natur der Dinge.

    In diesem Jahr haben Ökonomen ausgerechnet, ab welchem Einkommen man in Deutschland als reich gilt und zu den oberen zehn Prozent gehört. Single: monatlich mindestens 3592 Euro netto, Familie + 2 Kids unter 14 mit 7412 Euro und ein Paar ohne Kinder in einem Haushalt braucht 5294 Euro.

    Was sehen wir? Reichtum kann schon mit 3592 Euro anfangen und Kinder sind Reichtumsverhinderer.
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    (John D. Rockefeller)

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