Ich wäre optimistischer beim Kaufpreis, ginge inklusive NK eher von unter 250k aus (die 200k Verkaufspreis sind in der Gegend hoch geschätzt). Andererseits komme ich bei unserer Sparrate nicht auf 1.2mio in 30 Jahren, Sonden günstigstrnfalls auch 12*2k*30=720k.
Übersehe ich da was?
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Thema: Haus ersparen -für später?
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29.03.2021, 07:23Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
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29.03.2021, 08:51
AW: Haus ersparen -für später?
Nach meinem Dafürhalten ja.
Ad 1: Beim Kaufpreis wäre ich "pessimistischer" im Sinne von realistischer. Du schreibst, daß ihr im Rhein-Main-Gebiet lebt. Die Gegend kenne ich gut (Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Rheingau, Taunus usw.). Zudem schreibst Du von einem Haus. Bei einem Haus (!) inklusive aller NK (!) im Rhein-Main-Gebiet (!) und dann noch < 250 tsd (!) fällt mir ehrlich gesagt spontan so recht keine Ecke bzw. Gegend ein wo das möglich wäre und wo ich dann auch noch im Alter gerne leben möchte ... Aber vielleicht hast Du da andere Wünsche und Vorstellungen und/oder irgendeinen Geheimtipp. Ein wenig anders könnte es eventuell ausschauen, wenn man ein sehr renovierungsbedürftiges Haus kauft (aber selbst hier im Taunus liegen allein die qm Preise nur für Grund in gefragten Lagen oft schon bei ca. 500-1000 Euro).
Ad 2: Da wäre ich dagegen optimistischer. Bei einer derart hohen Sparrate (2.000 monatlich) und vor allen Dingen derart langen Sparphase (30 Jahre) könnte man (eher sollte man) auf die renditestärkste aller Anlageklassen setzen sprich Aktien. Das ist m. E. immer gut vertretbar, wenn man a) mindestens 15 Jahre dabei bleiben kann und will und b) bei Rücksetzern am Aktienmarkt nicht verkauft (also das psychologisch durchhält). Das beste, kostengünstigste und pflegeleichteste Instrument dazu dürfte dann ein oder mehrere weltweit breit gestreute ETFs sein. Wie gesagt, dabei muß man bereit sein auch erhebliche Schwankungen auszuhalten (beispielsweise auch mal - 50% oder mehr im worst case). Gerade bei einem so langen Sparplan ließe sich das m. E. aber gut durchstehen bzw. "aussitzen"(auch mental). Auf lange Sicht hat sich das bisher jedenfalls immer gelohnt. Im letzten Viertel oder Fünftel des Sparplans sollte man dann das Depot intensiver im Auge behalten, um eventuell zu guten Kursen ganz oder teilweise auszusteigen - jedenfalls, wenn dann der Hauswunsch (Immobilie) immer noch vorhanden ist. Gut möglich, daß man dann allein aus den Erträgen des Depots die Miete einer netten Bleibe finanzieren könnte ...
Ad 3: Eine völlig andere Frage ist, was das von Euch über so lange Zeit mit einer so hohen monatlichen Sparrate gefütterte Depot dann inflationsbereinigt wirklich wert ist (dabei mit einer jährlichen Rendite (im Durchschnitt) von 5-6% bei einer 100%igen Anlage am weltweiten Aktienmarkt zu rechnen, scheint mir nicht unrealistisch. Dabei dürfte dann am Ende ein fetter siebenstelliger Betrag rauskommen). Also nicht was das Depot nominal sondern dann in 30 Jahren real an Kaufkraft bedeutet. Allein darauf kommt es m. E. nämlich an.
Erhellend ist da meist der Blick in die Vergangenheit. Dazu könnte man beispielsweise mal die Autopreise von heute mit denen von 1990 vergleichen, oder schauen, was einen 1990 die Krankenversicherung (sei es gesetzlich oder privat) oder ein Essen in einem guten Restaurant gekostet hat. Oder eine Immobilie in eurer Gegend (um 1990 habe ich beispielsweise eine Drei Zimmer Wohnung in Wiesbaden gekauft; der Preis betrug damals mit allen NK ziemlich genau 260 tsd DM - diese Wohnung würde heute etwa 480 tsd kosten - allerdings in Euro. Allein nur der Grunderwerbssteuer-Satz hat sich seit damals verdreifacht (von 2 auf 6 Prozent); im konkreten Beispiel bedeutet dies von damals knapp 5.000 DM auf jetzt > 27.000 Euro Grunderwerbssteuer ...) Solche Unterlagen aufzuheben ist meist recht aufschlussreich. Da hilft es nur bedingt, daß Telefonate oder Fernseher tendenziell günstiger geworden sind und die Grundnahrungsmittel zumindest eher nur moderat gestiegen sind.
Logisch, auch ich weiß nicht, wie sich Inflation (oder Immobilienpreise) über die nächsten 30 Jahre entwickeln werden. An ein komplettes Verschwinden der Inflation glaube ich aber nicht (schon deshalb, weil viele Staaten auch in der EU verschuldet sind wie noch nie) - und ob ausgerechnet in einem Ballungsgebiet wie Rhein-Main die Immobilienpreise signifikant sinken werden, scheint mir eher fraglich.
Gute Gedanken und Entscheidungen wünsche ich Euch !Geändert von kurant (29.03.2021 um 10:26 Uhr)
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29.03.2021, 11:19
AW: Haus ersparen -für später?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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29.03.2021, 13:58Inaktiver User
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29.03.2021, 18:07
AW: Haus ersparen -für später?
Wir wohnen auch im Rhein-Main-Gebiet in einer Großstadt und können und wollen uns hier kein Haus oder eine ETW kaufen. Wir haben lange überlegt, ob wir uns ne kleine Wohnung fürs Alter kaufen und sie bis dahin vermieten. Wir haben uns, erstmal, dagegen entschieden.
Wir sparen, legen an und haben einen Blick auf die Finanzen. Wenn alles gut geht, werden wir zum Renteneintritt das Geld, was heute ein Haus hier kostet, so erwirtschaftet und gespart haben und können uns dann einen schönen Lebensabend gestalten.
Vielleicht platzt ja irgendwann die Immobilienblase. Aber bis dahin warten wir
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29.03.2021, 19:13
AW: Haus ersparen -für später?
Ich liefere mal das Zahlenwerk zu wildwusels Kalkulation.
Ich tendiere ebenfalls zum Wertpapiersparplan, vor allem da später noch mal ein Erbe zu erwarten ist. Keine Geldanlage ist pflegeleichter, kostengünstiger, rentabler und variabler als ein selbstgestricktes Depot. Einzige Voraussetzung: starke Nerven."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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29.03.2021, 19:58Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
ETFs kommen für uns nicht in Frage- wir haben ein paar Einzelaktien, aber zögern, damit wirklich was zu riskieren.
Kurant, der Hauspreis war ja gerade nicht in Rhein-Main sondern da, wo wir im Alter leben wollen.
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29.03.2021, 21:00
AW: Haus ersparen -für später?
Ad 1: "Wirklich was riskieren" bedeutet aber in Zeiten von Dauer-Nullzinsen und Negativzinsen auch, seine monatliche Ersparnis vollständig der Inflation auszuliefern. Auch damit riskiert ihr also was. Das würde ich mir sehr gut überlegen, erst recht, wenn es wie bei Euch um relevante Beträge (2.000 monatlich) und lange Zeiträume (30 Jahre) geht. Ohne Beteiligung am Produktivvermögen (Aktien) und/oder an Sachanlagen (Immobilien) sehe ich praktisch keine Chance über so lange Zeiträume seine Ersparnisse auch nur halbwegs real zu erhalten. Von Wertsteigerungen ganz zu schweigen. Zur Inflation instruktiv s. übrigens auch meinen Beitrag Nr. 22 Ad 3, Abs 2.
By the way: Mit einzelnen Aktien gehst Du übrigens immer ein deutlich höheres Risiko ein als mit einem weltweiten ETF in dem Tausende von Unternehmen enthalten sind. Das aber nur am Rande.
Ad 2: Eine Immobilie (wie groß oder klein auch immer) zur Vermietung würde ich immer nur an attraktiven Standorten kaufen. Bei einer Immobilie zur Selbstnutzung kann man das im Alter etwas entspannter sehen, und Abstriche bei der Lage machen, wenn man da a) dauerhaft leben sprich seinen Ruhestand verbringen will und b) sich mit dem Umfeld vor Ort arrangieren kann und c) nicht entscheidend von der Wertentwicklung der Immobilie abhängig ist - weil zum Beispiel dann im Ruhestand relevante lebenslange Renten vorhanden sind.
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29.03.2021, 21:38
AW: Haus ersparen -für später?
"Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“
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29.03.2021, 21:56


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