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Thema: Haus ersparen -für später?
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02.04.2021, 13:26
AW: Haus ersparen -für später?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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02.04.2021, 14:23
AW: Haus ersparen -für später?
Nun ja, solche Einzelfallbeispiele (wie das besagte Haus in Nr. 97 oder jetzt hier ein Taschenbuch) sind zwar immer sehr anschaulich aber letztlich - zumindest "offiziell" - ja nur anekdotisch.
Da soll man sich stets an der "offiziellen Inflationsrate" - sprich dem sog. "HVPI" (harmonisierter Verbraucherpreisindex) - orientieren.
Wenn man sich dann aber mal auch nur ein wenig genauer mit den dort angewandten Berechnungsmethoden beschäftigt, können einem schnell gewisse oder auch erhebliche Zweifel kommen.
Das fängt schon bei der Zusammenstellung des sog. "Warenkorbes" sowie der Erfindung einer "Kerninflation" an (wobei da im Preis besonders schwankungsanfällige Güter wie Energie und Lebensmittel auch schon mal ganz unberücksichtigt bleiben können), geht weiter über die sog. "Hedonistische Methode" (Produktverbesserungen werden aus den Preisen "rausgerechnet") sowie die sog. "Substitutionsmethode" (wird RentnerInnen das Rindfleisch zu teuer, "substituieren" sie das und damit diesen Preisanstieg über parallel günstiger gewordene Produkte, beispielsweise billiger gewordene Flug-Fernreisen ... - wie realistisch dies ist, mag jeder für sich beurteilen) und endet beim kompletten Weglassen der Vermögenspreise (Beispiel: Immobilienpreise).
Nun gibt es eh nicht "die" eine Inflationsrate für alle - sondern eher nur eine individuelle Inflationsrate; je nach Lebensart, Lebensstil, Wohnort, Wohnforum usw. usw.
Seit der damaligen Beschäftigung mit dem HVPI und dessen Berechnung sehe ich jedenfalls die "offizielle" Inflationsrate mit anderen Augen.
Was nebenbei angemerkt, auch Auswirkungen auf meine finanziellen Dispositionen hatte (von meinen Anlagen bis hin zur Ruhestandsplanung).
Um nochmals den Schwenk zur konkreten Ausgangsfrage in dem Strang zu schlagen: Wer jedenfalls in einem solchen System (ungedecktes Papiergeldsystem) plant in ferner Zukunft (hier: 30 Jahre) mit und in nominalen Geldwerten (Sparstrumpf, Konto, Tages-oder Festgeld usw.) dafür zu sparen, um dann später einen Sachwert (hier: Haus) zu erwerben, sollte sich eventuell mit der Entwicklung von Verbraucher-Preisen, der Berechnungsmethode der offiziellen Inflationsrate, der Entwicklung von Vermögenspreisen (wie Immobilien, Aktien, Gold) einmal näher beschäftigen. Nicht zuletzt um den geeigneten und effizienten Weg zu seinem Sparziel einzuschlagen.
Just my 2 Cents.
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02.04.2021, 14:38
AW: Haus ersparen -für später?
Meine Lebenserfahrung lautet sowieso: Mach Pläne und der liebe Gott lacht darüber.
Ich bin um einiges älter als Du, weiß aber immer noch nicht, wo und vor allem wie ich im Alter wohnen möchte. Das hängt doch von so vielen Faktoren ab. Wie geht es mir gesundheitlich, habe ich einen Partner oder nicht (ja, auch Ehen können zerbrechen oder Partner versterben), wo leben meine Kinder und Enkelkinder. Da ist zwischen Seniorenresidenz und schicker Stadtwohnung so ziemlich alles drin.
Und die meisten Leute, die ich kenne, verkaufen im Alter eher ihr Haus als in eins zu ziehen. Oder wollt ihr jetzt schon ein seniorengerechtes Domizil erwerben ?
Du fühlst Dich bei dem Gedanken jetzt schon in einem Haus zu wohnen "gefangen" und glaubst dann im Rentenalter zur Ruhe zu kommen ? Und Deine potentiellen Kinder sollen (überspitzt gesagt) hungern und darben, damit die Eltern sich im Alter ein hübsches Haus leisten können ?
Dass ihr das finanziell alles stemmen könnt, bezweifle ich überhaupt nicht. Aber ansonsten würde ich noch mal gut darüber nachdenken.
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02.04.2021, 14:45
AW: Haus ersparen -für später?
"Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, dann mach noch einen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht."
Allerdings auch: "Man soll nicht auf Verlust spielen."
Zu gucken, daß von dem Geld von heute morgen oder in zehn oder in dreißig oder in fünfzig Jahren noch was zur Verfügung steht, ist sinnvoll, auch wenn bis dahin die Zombie-Apokalypse, die Umwertung aller Werte, oder der unerwartet rechts abbiegende Linienbus kommt. Denn wenn nichts schiefgeht, wird man sich sonst morgen oder in fünfzig Jahren echt blöd vorkommen.
Das "wie sorge ich denn dafür"... das ist die große Frage.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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02.04.2021, 16:27Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
Wo kommt denn bitte das "hungern und Farben" her? Erstmal ist gar nicht gesagt, dass wir Kinder haben werden, falls das klappt, müssen wir sowieso bei planen. Und wo bitte steht, ich wollte den Kindern Dinge versagen, damit wir ein Haus haben?
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02.04.2021, 17:20
AW: Haus ersparen -für später?
Offenbar verstehe nicht nur ich diese beiden Zitate so:
"Ein Haus theoretisch finanzieren zu "können", ist für mich ein Statusding. Also: Wenn wir das könnten, dann "haben wir es geschafft", dann "sind wir etabliert", so in etwa fühlt sich das für mich an."
und
"Natürlich ist mehr als "Obdach, KV, Nahrung" schön, aber eben nur -schön. Ich sehe alles, was darüber hinausgeht, als Luxus an, nicht als etwas, dass ich dringendst sichern muss, falls es vielleicht wegfällt.""Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“
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02.04.2021, 17:45Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
Du findest, von Hartz4 kann man akzeptabel leben, alles darüber hinaus ist Luxus, den man eigentlich nicht braucht.
Das gilt dann auch für deine Kinder?
Für dich ist es nicht erstrebenswert, dass deine Kinder am Leben teilhaben können?Das Problem ist bei mir aber wirklich uralt......ich kannte schon zu Schulzeiten Leute, die davon sprachen, dass sie ihren Kindern später mal "was bieten" wollen können und stand damals schon daneben: "Meine schönsten Erinnerungen waren praktisch kostenlos, wieso sollte "was bieten können" relevant sein?""
Den Kindern "etwas bieten" bedeutet, dass man ihnen geben kann, was der Durchschnitt ihrer Klassenkameraden (z.B.) auch hat.
Wenn das nicht geht, dann können die Kinder nicht teilhaben oder nur sehr begrenzt.
Ja, das würde ich als "darben" empfinden.
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02.04.2021, 19:02Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
Ich würde meinen Kindern schon bieten wollen, dass sie lernen, sich gerade nicht am Durchschnitt ihrer Klassenkameraden zu messen.
Hat zumindest bei uns materiell auch keiner gemacht.
OK, woran hätte man sich da auch messen wollen?
Urlaub: gab von "zur Oma aufs Land" bis "Florida" alles.
Instrument: die meisten spielten eins und hassten es (weil die Mutter ihrer eigenen Kindheit so gerne gewollt hätte).
Sport: gab von "Sportverein" (kosten stand heute 50 Euro/Jahr) bis "Reitsport mit eigenem Pferd" alles.
Ist das heute wirklich so, dass die ohne Instrument und teure Sportart ausgegrenzt werden, weil sie stattdessen Handball spielen oder im Schwimmverein sind?
Mal davon ab, haltet ihr es wirklich für wahrscheinlich, dass 2 Informatiker auf Hartz iv Niveau Rutschen, weil sie ein bisschen ineffizient sparen?
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02.04.2021, 19:10Inaktiver User
AW: Haus ersparen -für später?
Doch. Ich definiere nur "am Leben teilhaben können" anscheinend etwas anders als Du.
Mag am jeweiligen Umfeld liegen.
Mal davon abgesehn, habe ich mich im Forum vertan? Hier geht es doch darum, wie die eigenen Sparziele erreicht werden können, nicht darum, anderen zu erklären, wie falsch oder richtig ihre Ziele sind.
Wenn ich hier geschrieben hätte: "Ich will mit 45 einen Porsche und einen Ferrari haben, mein Lebenstraum!" hättet Ihr mir dann im Ernst auch vorgerechnet, dass das doch gaaaaaaar nicht geht weil meine aaaaaaaarmen (noch nicht mal vorhandenen) Kinder.........?
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02.04.2021, 19:30
AW: Haus ersparen -für später?
H4 ist weniger als "Obdach, Nahrung und KV".
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Hm, die Gegenüberstellung der Zitate, die Agathe vorgenommen hat, weckt Erinnerungen an meine Kindheit, wo für ein Haus eben auch standardmäßig zwei oder mehr Jobs gearbeitet wurden, wo nicht in den Urlaub gefahren wurde außer mal zur Oma, wo die Klamotten besser mal zehn Jahre halten mußten (nicht bei den Kindern, aber bei den Erwachsenen) und der VW-Käfer gefahren wurde, bis er seinen letzten Schnaufer tat, wo die Kinder sich ihr Taschengeld selber verdienen mußten und die Frauen ohne Auto auskommen und gucken, ob sie dem Garten Kartoffeln und Bohnen abringen konnten.
Aber: Hauptsache Haus! Das große Betonsparschwein, geritten von der gnadenlosen Bank!
@MrsBingley, ist das die Haltung, die du aus deinem familiären uns sonstigen Hintergrund kennst?
Man muß ja sagen: Sie funktioniert! Am Ende hatten sie (fast) alle (die im Dunkeln sieht man nicht) das Haus, und es war vor der Rente abbezahlt.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **



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