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Thema: Rücklagen?


  1. Registriert seit
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    Rücklagen?

    Liebe Bri,

    im Nachbarforum (Job) wird gerade die fristlose Kündigung eines leitenden Angestellten diskutiert. Die Ehefrau arbeitet Vollzeit. Sie macht sich Sorgen wegen der Sperre durchs Arbeitsamt, weil diesen Monat kaum noch Gehalt kommt, ob der Mann wohl etwas Neues findet, usw. Berechtigt. Verständlich.
    Vermutlich wird die Sache nach der Kündigungsschutzklage in ein paar Monaten im Vergleich enden und es wird noch einmal Gehalt oder Abfindung nachgezahlt werden.

    Ohne die genauen Hintergründe (Hausbau, Unterhaltpflichten gegenüber Oma und 7 Kindern, kürzlich abgebrannt, weiß der Geier) zu kennen, erstaunt es mich allerdings, dass eine Familie mit zwei Vollverdienern, davon mind. einer als Führungskraft vermutlich recht gut verdienend, nicht die Rücklagen zu haben scheint, mehrere Monate locker zu überbrücken.

    Dass die Bildung solcher Rücklagen für Gering- oder Mäßigverdiener schwer ist, ist klar, aber oberhalb der Mitte sollte das doch eigentlich kein Problem sein.


    Wie seht Ihr das? Habt Ihr Rücklagen für drei Monate? Oder sogar mehr? Ist es Euch schwer gefallen, diese aufzubauen?

    LG, Pia

  2. Avatar von Sneek
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Wie seht Ihr das? Habt Ihr Rücklagen für drei Monate? Oder sogar mehr? Ist es Euch schwer gefallen, diese aufzubauen?
    Ich könnte noch deutlich länger als drei Monate rein von meinen Ersparnissen leben, bin aber auch allein, da ist das im Notfall einfacher. Bewusst aufgebaut hab ich die Rücklagen nicht, eigentlich war der Plan, irgendwann eine Immobilie zu kaufen, aber da hab ich bei den Preisen keinen Bock mehr zu.

  3. Avatar von Antje3
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    AW: Rücklagen?

    Hi

    phasenweise wäre es mir sehr schwer gefallen - ich war nie "Großverdiener" und in der Zeit von Wohnungskauf etc. war Geld immer knapp - denn erfahrungsgemäß (zumindest meiner Erfahrung nach - und dabei bin ich wahrlich nicht verschwenderisch) kommen im Zuge eines Baus oder Umbaus immer höhere Rechnungen zusammen als man sich selbst bei vorsichtigster Kalkulation vorstellt - und sie kommen gerne gehäuft.

    Ich war immer - seit meiner ersten Berufstätigkeit sparsam - aber wie gesagt - Kauf/Bauphase geht schon an die Grenzen der finanziellen Leistungsfähigkeit - und manchmal muß dann eine Entscheidung für eine Geldausgabe sofort getroffen werden - weil man manches eben nicht mehr verschieben kann. Und schwupp - eine ungeplante Rechnung über 5000 €.

    In der Zeit hätte ich definitiv keine 3 Monatsgehälter schnell verfügbar auf der hohen Kante gehabt.

    Inzwischen deutlich mehr.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  4. Moderation
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    AW: Rücklagen?

    Eine Kollegin meiner Mutter sagte mal, "Als ich studiert habe, kriegte ich 200 Mark und kam gerade so hin. Als ich anfing, zu Arbeiten kriegte ich 700 Mark und kam gerade so hin. Heute kriege ich 2000 Mark und kam gerade so hin..."

    Hätte sie mit Anfang 40 gelebt wie die Berufsanfängerin 20 Jahre vorher, hätte sie, trotz Inflation, 600 Mark im Monat zurücklegen können und wäre nicht "nur so hingekommen". Aber sie hätte kein Haus gehabt sondern ein Untermietzimmer, kein Auto, und in den Urlaub wäre sie getrampt und hätte sie in einer Dackelgarage auf einem einfach ausgestatteten Campingplatz übernachtet. Und sie wollte das eben alles haben, was sie hatte.

    Rücklagen bilden heißt, "living below your means" -- einen Lebensstandard zu haben, der mit einem geringeren Einkommen als dem, das man hat, zu finanzieren ist. Nur, wenn man arm ist, sind Lebensstandards unter dem eigenen Einkommen oft nicht mehr aktzeptabel, oder gar nicht zu haben (wenn z.B. selbst ein WG-Zimmer 50% des verfügbaren Einkommens frißt, wenn man ein Auto haben muß, um zur Arbeit zu kommen,... dann ist da keine Luft mehr nach unten). Wenn man nicht arm ist, geht es -- aber nicht von selber. Anscheinend sind Menschen generell viel zu gut darin, innen (wahrgenommenen Wohlstand) und außen (gelebten Wohlstand) in Einklang zu bringen.

    Um deine Frage zu beantworten: Von dem Moment an, wo ich meinen Lebensstandard und meine Erwartungen daran auf ein Niveau kalibriert hatte, das sich von einem geringeren Einkommen als meinem bestreiten ließ, war es nicht zu verhindern, daß sich erst Rücklagen und dann Vermögen aufbaute.

    Das schwerste war, den Tritt in den Hintern zu kriegen, um die Anpassung vorzunehmen. Man kann dem fälligen Tritt recht lange ausweichen, wenn man sich genug windet. Sie umzusetzen war nicht so toll, aber nicht schwer, und seither ist es mühelos und angenehm. Ein Schlüsselerlebnis war, daß eine hohe Rechnung für eine Autoinspektion mich ärgerte, statt mich in Panik zu versetzen. Aus dem Ärger wurde ganz schnell Erleichterung (ich kann das zahlen!) und dann wo was wie Stolz. *Viel* angenehmer als Panik! So funktioniert positive Verstärkung.

    Ich muß den Fall mal nachlesen. Wenn etwas seinen Weg ins Forum findet, hängen da ja oft mehr Komplikationen dran als erwartet.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  5. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich muß den Fall mal nachlesen. Wenn etwas seinen Weg ins Forum findet, hängen da ja oft mehr Komplikationen dran als erwartet.
    Wie gesagt, die Hintergründe sind nicht klar. Es war auch nicht das Ansinnen der TE, hier Finanzangelegenheiten zu diskutieren, weshalb ich die Frage auch nicht dort im Strang gestellt habe.

    Ich fühlte mich nur ein wenig an die Szenen aus den USA erinnert, als während der Haushaltssperre auch gutverdienende Staatsangestellte nach kürzester Zeit kein Geld mehr hatten. Weil Rücklagen eben nicht so üblich sind, viel auf Pump oder zumindest Kante finanziert wird.


  6. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    ich war nie "Großverdiener" und in der Zeit von Wohnungskauf etc. war Geld immer knapp -
    Aber, wenn ich mich recht erinnere, Du hast Deine Immo mit einem (!) Gehalt finanziert, das zudem normal und kein Führungspostengehalt war.

    Ich verdiene selbst ganz gut, mein Mann auch, fast immer Vollzeit. Wir haben Rücklagen für mehrere Monate und hatten das auch in der heißen Hauskaufphase. Ich gehe eigentlich immer davon aus, dass die Kollegen um mich herum mit ähnlichen Lebensmodellen (gute Ausbildung, zwei Verdiener, späte Kinder), die ja ähnlich verdienen, auch genug auf der hohen Kante haben, um mal ein paar Monate zu überbrücken. Und wundere mich dann, wenn das nicht so ist. Es ist doch in dieser komfortablen Situation sehr einfach, ein Polster aufzubauen?

    Aber gut, den Einzelfall kennt man natürlich nicht, es gibt ja 1000 Gründe, aus denen das Polster zufällig gerade jetzt aufgebraucht sein kann.

  7. gesperrt
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Es ist doch in dieser komfortablen Situation sehr einfach, ein Polster aufzubauen?
    kommt immer auch auf die lebensweise an. jeder hat andere prioritäten.
    fängt beim einkauf der lebensmittel an, über bekleidung, auswärts essen, urlaube, hobbys etc.
    kann man also so pauschal nicht sagen.

    aber für mich unterm strich auch nicht nachvollziehbar, wenn keine rücklagen da sind, die einen mindestens ein halbes jahr überleben lassen (wenn theoretisch machbar).

  8. Avatar von Lscp
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    AW: Rücklagen?

    Ich hatte immer Rücklagen, die Größe variiert halt . Allerdings bin schon ein ziemliches Sparbrötchen (auch schon immer gewesen) und wenn ich mir etwas nicht leisten kann, dann kaufe ich das eben nicht (Ausnahme: Immobilie).

    Letztes Jahr habe ich eine großzügige Gehaltserhöhung bekomme und habe die in Altersvorsorge und Rücklage investiert, komplett. Ich mache auch so Sachen wie große Beträge, die einmal im Jahr anstehen (KFZ-Versicherung bspw.), monatsweise anzusparen. Muss man halt mal drüber nachdenken und sich Gedanken machen.

    Ich weiß aber von vielen, die sich nullkommanull Gedanken um so was machen.
    In meiner Firma gab es vor einiger Zeit den Fall, dass aus technischen Gründen die Gehälter ein paar Tage später überwiesen wurden. Das hat einige wenige in eine kleine Existenzkrise gestürzt.
    Alles zu seiner Zeit.


  9. Registriert seit
    06.03.2005
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Lscp Beitrag anzeigen
    Ich weiß aber von vielen, die sich nullkommanull Gedanken um so was machen.
    In meiner Firma gab es vor einiger Zeit den Fall, dass aus technischen Gründen die Gehälter ein paar Tage später überwiesen wurden. Das hat einige wenige in eine kleine Existenzkrise gestürzt.


    Ich kann ja gut verstehen, dass nicht jeder zeitlebens ein Sparbrötchen ist und es daher Leute gibt, die ihr Gehalt mehr oder weniger vollständig auf den Kopf hauen. Nur seien wir mal ehrlich: wenn es um Erwachsene, Ü40 geht, dann hatten die ja 20 Jahre Zeit, den Puffer anzusparen. Da bewegen wir uns in Größenordnungen von 1% des Gehaltes, die weggelegt werden müssten.

    Und bei guten Gehältern ist es noch einmal viel, viel einfacher, weil man den Puffer aus dem laufenden Gehalt, aus der nächsten Erhöhung, dem Bonus, der Steuererstattung, der Weihnachtsgratifikation, Urlaubsgeld, o.ä. nimmt.

  10. Avatar von Antje3
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Aber, wenn ich mich recht erinnere, Du hast Deine Immo mit einem (!) Gehalt finanziert, das zudem normal und kein Führungspostengehalt war.
    Richtig. Und gekauft in einer (nach heutigen Begriffen) Hochzinsphase (die man damals schon als Niedrigzinsphase gesehen hatte) - zu Hypothekenzinsen von um die 7,0-7,5 % (meine Eltern hatten noch Darlehen mit 9 %...)
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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