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Thema: Rücklagen?


  1. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Vielleicht bin ich aber auch einfach schon von Kindheitstagen so geprägt worden, dass Zufriedenheit nichts mit Geld zu tun hat und man mit sehr wenig Geld sehr gut leben kann.
    Das liest sich ja gut, für mich stimmt es leider nicht.

    Ich leb in meinem Haus schöner als in einer engen Wohnung an einer Hauptstraße, ich liebe es mir Dinge kaufen zu können, nicht weil sie billig sind, sondern schön, ich liebe es drei Hunde haben zu können, und wenn ich ins Theater geh nicht auf den billigsten, sondern einen gescheiten Platz, und endlich auch Reisen zu können oder essen mit Freunden, und wenn ich mir die Zähne richten lassen muss kann ich das so machen lassen dass es hinterher gut ausschaut.

    Das alles wär mit wenig Geld nicht möglich - das hatte ich lang genug, und schön war das nicht.

  2. Inaktiver User

    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen

    Vielleicht bin ich aber auch einfach schon von Kindheitstagen so geprägt worden, dass Zufriedenheit nichts mit Geld zu tun hat und man mit sehr wenig Geld sehr gut leben kann. Ich habe inzwischen ein finanzielles Polster, aber wenn ich damit einen Lebenstraum erfüllen könnte, würde ich dafür das Geld immer aufgeben.
    Dass Zufriedenheit nichts mit Geld zu tun haben muss, da gebe ich dir Recht - doch ich glaube nur im Zusammenhang mit dem Umfeld, in dem man lebt. Wenn man wenig Geld hat und von Menschen umgeben ist, die viel oder zumindest deutlich mehr Geld haben als man selbst, ist es mit der Zufriedenheit wohl nicht mehr so weit her.

    Ich kann für mich auch nicht ausschließen, dass ich mit wenig Geld unzufrieden wäre. Wir führen ein sehr gutes Leben und ich bin ehrlich: Ich wollte nicht mit mit wenig Geld auskommen müssen. Das stelle ich mir ganz schwierig vor und es ist auch eine Urangst in mir zu verarmen. Daher habe ich zusätzliche Rücklagen (aber erst seit kurzer Zeit) gebildet, auf die ich jederzeit zugreifen kann und von denen wir ein paar Jahre leben könnten. Ich habe zum Beispiel keine BU-Versicherung - mit zunehmendem Alter finde ich den Gedanken unangenehmer.

  3. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Macani Beitrag anzeigen
    Wenn du ein Glasdach für die Terrasse oder ein neues Bad bezahlen kannst, musst du doch mehrere tausend Euro Rücklagen haben oder wird das dann finanziert?
    Ich würde allerdings eher knappe Rücklagen nicht für solche Dinge ausgeben, weil die für mich zum verzichtbaren Luxus zählen.
    Natürlich werden solche Dinge nicht finanziert, ich finanziere nicht einmal meine Autos. Wir sparen auf solche Anschaffungen hin, ein Bausparvertrag wird zuzahlungsreif und nach der Anschaffung gibt es dann keine weitere Rücklagen. Das mag für andere Luxus sein, für mich ist es aber mein Leben.

    Auch ein voll finanziertes Haus ist für Menschen, die das Risiko der Arbeitslosigkeit nicht haben, eigentlich kein Problem. Es wird nach 22 Jahren schuldenfrei sein und wenn man mit 26 Jahren kauft, spart man eine Menge Miete.

    Bezüglich meines Kinderreichtums muss ich mich tatsächlich in aller Form entschuldigen. ;)


  4. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Nach meiner Trennung habe ich es wieder erlebt, dass Rücklagen nicht ausschlaggebend für mein Sicherheitsempfinden sind und der Lebensstandard in keinem Zusammenhang mit meiner Fähigkeit steht, glücklich zu sein. Allerdings war ich zu keinem Moment in meinem Leben existentiell bedroht, also von Wohnungslosigkeit oder Hunger. Ich bin aber auch wohl nie in meinem Leben in irgendeiner Weise konsumorientiert gewesen, das mag in diesem Zusammenhang von Vorteil sein.

    Nach meiner Trennung hatte ich für einige Zeit nur etwa den Selbstbehalt bei Unterhaltsverpflichtungen zur Verfügung, das war durchaus eine bewusste Entscheidung. (Eine Vermögensaufteilung mit meinem Ex-Mann haben wir erst nach einigen Jahren vorgenommen, nachdem die Situation für uns emotional nicht mehr so schwierig war. Da war ich aber auch schon längst wieder gesettelter.) Ich habe ca. zweieinhalb Jahre auf diesem Niveau gelebt und mir einen komplett neuen Haushalt eingerichtet.

    Ob ich im Theater auf guten Plätzen sitze oder mit den Schauspielschüler/innen und -enthusiasten auf den hintersten Reihen, ist vom Erlebnis her für mich absolut gleichwertig. Ob ich mir ein Buch kaufe oder in der Stadtbücherei vorbestelle, zwei Monate warte und es dann lese, ändert nichts am Leseerlebnis. Ich verreise gern, aber wandere genauso gern durch mein Umland. Wäschewaschen mit der Hand gibt auch ein Gefühl von Befriedigung und eine dann gebraucht gekaufte Waschmaschine wäscht wunderbar. Abwechslung beim Essen ist reizvoll, aber drei Tage Kartoffelsuppe sind bequemer, weil nur einmal eingekauft und gekocht werden muss - beides hat seine Vorteile. Mehr Geld bedeutet größere Wahlfreiheit, eine Auswahl zu treffen, verbraucht aber auch wieder Zeit- und Kraftressourcen, die man sonst für andere schöne Sachen einsetzen könnte- Nullsummenspiel für mich.

    Bei Besuchern in meiner Wohnung damals (in der Tat mit einem der Zimmer zur Hauptverkehrsstraße) habe ich allerdings manchmal Irritation gespürt, man hatte bei mir nicht mit diesem Wohnumfeld gerechnet. Ich habe das gespürt, hatte aber nie das Gefühl, dass ich mich für die spärlich ausgestattete Wohnung rechtfertigen muss. Nach zweieinhalb Jahren war die größte Durststrecke überstanden, der finanzielle Spielraum war wieder etwas größer und ich habe mir dann ganz in Ruhe eine bessere Wohnung gesucht. Eilig hatte ich es damit aber nicht und ich bin auch mit dem in der Zwischenzeit zusammengesuchten Hausstand umgezogen. Von den preisgünstig zusammengetrödelten Möbeln und Gegenständen habe ich immer noch vieles in Gebrauch.

    Seit dieser Zeit, endete vor ca. neun Jahren, weiß ich aber, dass ich mit sehr wenig Geld auskommen kann und mich davor nicht fürchten muss. Das gibt mir ein großes Gefühl von Sicherheit und auch Freiheit bei beruflichen, aber auch privaten Entscheidungen.

  5. Avatar von kornblume81
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    AW: Rücklagen?

    @ Pia: "Schnick- Schnack- Sparbuch" finde ich schön! Mir fehlt dieses Taschengeldgefühl von früher. Brauche ich nur noch den Nebenjob..?

  6. Avatar von kornblume81
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    AW: Rücklagen?

    Zum Thema: Ich kann deine Verwunderung verstehen.
    Mir ging es ähnlich als ich in meinem Umfeld eröffnet habe, dass ich auch über die Zahldauer des Elterngeldes hinaus in Elternzeit blieb und anschließend mein Partner auch. Mehrere Familien mit ähnlicher Einkommenssituation (und auch ähnlichen Festkosten) waren irritiert und meinten, das wäre bei ihnen gar nicht gegangen.

    Wir haben nie groß "angespart"- uns einfach bisher nicht an größere Einkommen gewöhnt. Überschüssiges wandert aufs TGK und wird nur für die erwähnten Zeiten oder spezielle Dinge sparsam angezapft.

    Dieses "Shopping" und "Huch, das Geld reicht nie" von Leuten mit Einkommen jenseits von, sagen wir mal, 3.000 euro brutto, ist mir auch völlig fremd.
    Gab dazu in der ZEIT mal eine Serie, in der Leute ihre Ausgaben aufgelistet haben. Was da teilweise rausgehaien wird für Ausgehen oder Klamotten- Ohrenschlackern!!


  7. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Auch oder gerade Eltern brauchen Erholungsphasen und für das Gemeinschaftsgefühl von Familien ist entspannte gemeinsame Zeit für Eltern und Kinder wichtig. Ob das nun in Form von Cluburlaub oder wie auch immer am besten funktioniert, das kann jede Familie nur für sich entscheiden. Lieber Geld pumpen für einen Urlaub, das ja in dem geschilderten Fall auch immer zurückgezahlt wird als ein Ausbrennen zu riskieren und/oder die Familie wegen Überlastung gefährden, ist meine Meinung. Und die Verwandtschaft hier sieht es wohl genauso.


    Sehe ich nicht so. Wenn kein Geld für Urlaub da ist, dann geht man nicht in Urlaub. Mein Standpunkt. Oder zumindest nicht jedes Jahr. Dann muss man sich Alternativen suchen oder sein Einkommen erhöhen. Die Verwandtschaft, dazu gehören auch wir, mag das auch gar nicht, weil wir keine echte Not bei dem Anpumpen sehen. Und auch wir haben in der Vergangenheit auf Urlaub verzichtet, wenn kein Geld da war. Ausserdem wissen wir nie, ob und wann es wirklich wieder kommt. Das kann schon mal ein Jahr dauern. Und die Eltern motzen auch, aber keiner traut sich was zu sagen, ist die Verwandtschaft meine Mannes, ich könnte nein sagen. Grundsätzlich werden die Eltern auch immer gefragt, ob sie wo mitkommen. Zu offensichtlich, dass es um finanzielle Interessen geht. Man kann auch grundsätzlich davon ausgehen, dass sie micht den Geldbeutel zucken, wenn wir wo sind. Das kann man mal mitmachen, aber nicht im Dauerzustand.
    Geändert von Alemanita (16.06.2019 um 08:28 Uhr)

  8. Avatar von Sneek
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Alemanita Beitrag anzeigen
    Sehe ich nicht so. Wenn kein Geld für Urlaub da ist, dann geht man nicht in Urlaub. Mein Standpunkt.
    Meiner auch. Erholen kann man sich auch zuhause.

  9. Avatar von Antje3
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    AW: Rücklagen?

    Hier im Thread zeigen sich sehr schön die beiden konträren Lebenshaltungen.

    Wie im richtigen Leben.... und die einen werden vermutlich die anderen nie verstehen...
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  10. Avatar von Carolly
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass der Verzicht auf eine Immobilie unbedingt eine kluge Entscheidung ist.

    Tatsächlich seh ich persönlich das als meine größte Rücklage an. Was ich da an Wertzuwachs realisieren würde, wenn ich sie verkaufe - das hätte ich im Leben nicht ansparen können. Ist nicht immer und überall so, aber für viele eben doch...
    Ist das wirklich so? Zinsen sind zwar im Moment niedrig, aber ueber sagen wir mal 30 Jahre gerechnet kommt dort eine ganze Menge zusammen. Wenn du mietest und das gesparte Geld fuer Reparaturen, die Hypothek, Ruecklagen, usw monatlich fuer 30 Jahre in ETFs anlegst koennte das schon interessant sein. Mit einer Immobilie am Bein kannst du nicht einfach so umziehen, kleiner wohnen falls noetig oder naeher an einer Reha/medischen Einrichtung falls das noetig sein sollte. Und auf einen hoeheren Immobilienpreis hoffen ist auch nicht wirklich risikoarm.

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