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Thema: Rücklagen?

  1. Avatar von Antje3
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    AW: Rücklagen?

    Ich bin auch nicht immer schrecklich diszipliniert - ich spare ja nicht als Selbstzweck. Und ich habe genug "unnützes" Zeug zu Hause - da ist der eindeutige Beweis, daß ich wahrlich nicht immer nur sinnvoll kaufe...

    Aber wenn man sich mancher Verhaltensmuster bewußt wird und sie abstellt, ist schon viel geholfen.

    Ich hatte irgendwann bei meinem ersten Job festgestellt, daß es eine "nette" Gewohnheit war, fast täglich mit dem ganzen Büro samt Chef in das Lokal nebenan zu gehen und "Mittagstisch" zu essen.

    Irgendwann hab ich mir mal klar gemacht: Mein Chef kann sich den Gesamtbetrag im Monat problemlos leisten - mir zahlt er eigentlich nicht genug, um das täglich zu machen. Und dann wurde auch fast nur übers Büro gesprochen - als ob es ein Arbeitsessen ist (für das ich auch noch bezahle). Ich hab das dann abgestellt - allein das waren damals jeden Tag im Schnitt 10 DM. Im Monat 200 DM. Bei einem Bruttogehalt von damals 1600 DM durchaus ein Betrag, über den sich reden läßt....

    Der Verzicht auf dieses Essen war für mich mit keine "Verzichtsgefühl" verbunden - im Gegenteil - ich hab stattdessen im Pausenraum auf dem Sofa gesessen, was gelesen, Getränke waren im Büro alle gratis....und bekam den Kopf frei, statt in einer verrauchten Wirtschaft zu sitzen.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  2. Avatar von Eteterfon
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Wie seht Ihr das? Habt Ihr Rücklagen für drei Monate? Oder sogar mehr? Ist es Euch schwer gefallen, diese aufzubauen?LG, Pia
    Unser Bestand auf dem TG Konto würde nötigenfalls für knapp ein Jahr reichen (ein Teil davon soll aber noch ins (ETF)Depot wandern, aber das ist ein anderes Thema), zumal wenn wir das ein oder andere runterschrauben (Putzfrau weg, nicht auswärts essen und sowas nicht Überlebensnotwendiges, aber Schönes). Also ja, haben wir und nein, das fiel nicht schwer, einfach weil wir trotz eines in unseren Augen sehr guten Lebensstandards nie alles ausgeben was reinkommt. Wir sind aber auch keine Konsumenten, nutzen Handys bis sie auseinanderfallen, shoppen nur, wenn wir neues brauchen etc. Bei "normalen" Leuten fällt mir doch auf Anhieb alles mögliche ein, was sich günstiger erwerben ließe - all der benötigte Kinderkram zum Beispiel. Kauf ich fast nur gebraucht. Schont Ressourcen und den Geldbeutel, den Kindern ist es (noch...) egal. Das ist auch eine Lebenseinstellung - ich muss mir zB nicht "was gönnen" im Sinne von Shoppen, was ja viele zum Trost oder warumauchimmer regelmäßig tun, weil es mich nicht glücklicher macht. Ist ja auch in Ordnung, wenn es anderen was gibt, aber dann bitte nicht aus allen Wolken fallen, wenn mal das Einkommen kleiner ist.

    Ich hatte auch als Studentin immer schon ein bisschen was in der Rückhand, egal, wie wenig Einkommen ich hatte. Das Thema "mit Geld umgehen" ist komplex und fängt ja schon in der Kindheit an. Finanzielle Bildung wäre dringendst nötig als Fach in der Schule.
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    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)


  3. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Wiedennwodennwasdenn Beitrag anzeigen
    Das widerspricht meinen persönlichen Erfahrungen und denen in meinem persönlichen Umfeld. Je mehr Geld monatlich reinkommt, umso lockerer gehst Du damit um, umso unnötiger erscheinen Dir Rücklagen.
    Hmm, interessant. So ticke ich ja gar nicht. Ich habe ein bestimmtes Ausgabeniveau, mit dem ich zufrieden bin. Kommt mehr rein, steigt der Sparanteil, bzw. das Giro platzt irgendwann.

    Aber Du hast Recht, bei den meisten ist das wohl nicht so. Vor ein paar Jahren haben wir im Kollegenkreis diskutiert, dass man eine Menge Steuern und auch noch ein paar Zinsen spart, wenn man die Krankenversicherung vorschüssig für ein ganzes Jahr zahlt. Es ging um rd. 2.500€ Eigenanteil. Ich habe das dann gemacht. Ich war die einzige. Manche hatte keine Lust, sich damit zu beschäftigen (kann ich verstehen), aber einige sagten auch, sie hätte nicht so viel Geld herumliegen. Durchaus Leute, die ich für nicht sehr konsumorientiert halte. Wir verdienen alle ungefähr das gleiche.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Bei mir sind die Abbuchungen am 1. Werktag des Monats etwa die Hälfte von dem, was in einem langweiligen Monat insgesamt vom Konto abgeht.
    Vom 1. bis 3. gehen bei mir wohl über 80% der Buchungen ab. Deshalb habe ich immer mehrere Monatsnettos dort rumliegen. Nach der Elternzeit hatte mein AG mich vergessen und ich habe erst nach 3 Monaten 3 Gehälter bekommen. War aber nicht schlimm.

    Zitat Zitat von Lscp Beitrag anzeigen
    Aber z.B. die Stereoanlage, die ich mir mit 18 Jahren gekauft habe, habe ich mir komplett zusammengespart. Und die Anlage habe ich sogar noch - nach 30 Jahren.
    Ich habe meine auch noch. Allerdings tut sie inzwischen, zugegeben, im Keller ihren Dienst. Im letzten Jahr habe ich mir nach der (eigenhändigen) Renovierung meines Arbeitszimmers eine kleine Pianocraft als Auslaufmodell gegönnt. Ich wollte endlich auch mal DAB+ haben. Für solche, eigentlich unnützen, aber sehr schönen Dinge habe ich ein extra "Schnickschnack"-Sparbuch, das aus dem Nebenjob gespeist wird.


  4. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrung ist einfach - es gibt Leute, die können offensichtlich nicht sparen.
    Die gibt es - aber wieder andere wollen es vielleicht auch gar nicht?

    Für mich ist Geld ein reines Tauschmittel für Lebensgenuß, und in meinen Augen macht es nicht viel Sinn, so viel zu arbeiten dass man mehr verdient als man ausgeben kann oder will.

    Wenn mir jeden Monat so viel Geld übrig bliebe würde ich persönlich sofort weniger arbeiten.

    In meinem Umfeld sind die meisten doch ganz gut abgesichert, und selbst wenn der absolute Notfall einträte - dann würde ich eben ein Auto verkaufen, oder Aktien oder irgendwas. Dafür würde ich nun keinen großen Puffer ansparen.


  5. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Für mich ist Geld ein reines Tauschmittel für Lebensgenuß, und in meinen Augen macht es nicht viel Sinn, so viel zu arbeiten dass man mehr verdient als man ausgeben kann oder will.
    Das kann ich voll verstehen. Aber das gleiche Prinzip kann man doch auch mit drei Monatsgehältern Puffer leben und steht dann einem plötzlichen Arbeitsplatzverlust, krankheitsbedingten Ausfall o.ä. wesentlich lockerer gegenüber.

    "Auto verkaufen müssen" empfände ich schon als ziemlichen Notfall, so viel Unsicherheit brauche ich nicht.

  6. Avatar von Antje3
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Für mich ist Geld ein reines Tauschmittel für Lebensgenuß, und in meinen Augen macht es nicht viel Sinn, so viel zu arbeiten dass man mehr verdient als man ausgeben kann oder will.

    Wenn mir jeden Monat so viel Geld übrig bliebe würde ich persönlich sofort weniger arbeiten.

    In meinem Umfeld sind die meisten doch ganz gut abgesichert, und selbst wenn der absolute Notfall einträte - dann würde ich eben ein Auto verkaufen, oder Aktien oder irgendwas. Dafür würde ich nun keinen großen Puffer ansparen.
    Aha - Du arbeitest also weniger, kommst auch mit Deinem Geld aus. Und dann wenn Du in Rente gehst - dann hast Du deutlich weniger Rentenpunkte gesammelt und bekommst von dem reduzierten Geld (mit dem Du auskamst) noch 50 % im Monat.

    Du hast keine Rücklagen - weil große Rücklagen schaffen ist ja nur für Dumme, die zuviel schuften.

    Und dann ist das Gejammer über Altersarmut wieder groß.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..


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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Lscp Beitrag anzeigen
    ...
    Ich weiß aber von vielen, die sich nullkommanull Gedanken um so was machen.
    In meiner Firma gab es vor einiger Zeit den Fall, dass aus technischen Gründen die Gehälter ein paar Tage später überwiesen wurden. Das hat einige wenige in eine kleine Existenzkrise gestürzt.
    Das erinnert mich an die Umstellung des Termins der Gehaltszahlung im ÖD vom 15. auf den Monatsletzten. Während mich das gar nicht weiter in finanzielle Nöte gestürzt hat, hat ein anderer Kollege hin- und hergerechnet, wie er denn jetzt die zweite Monatshälfte bis zur nächsten Gehaltsüberweisung klarkommen soll. Schließlich hätte er alle laufenden Zahlungen (auch die Miete) auf den Abbuchungstermin 15. gelegt und nun würde das ganze Finanzkonstrukt wie ein Kartenhaus zusammenbrechen.

    Ich bin soz. ein gebranntes Kind, komme aus nicht so gesicherten finanziellen Verhältnissen (Vater zahlte keinen Kindesunterhalt, aber zu essen war immer genug da) und seit ich mein Geld selber verdiene, habe ich immer was zur Seite gelegt, was inzwischen ein beträchtliches Sümmchen ausmacht. Theoretisch könnte ich ein oder zwei Jahre früher in Rente gehen und davon zehren. Oder eben drei Monate Sperre beim AA komfortabel überleben. Das gibt mir ein gutes Gefühl.


  8. Registriert seit
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    AW: Rücklagen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Das kann ich voll verstehen. Aber das gleiche Prinzip kann man doch auch mit drei Monatsgehältern Puffer leben und steht dann einem plötzlichen Arbeitsplatzverlust, krankheitsbedingten Ausfall o.ä. wesentlich lockerer gegenüber.

    "Auto verkaufen müssen" empfände ich schon als ziemlichen Notfall, so viel Unsicherheit brauche ich nicht.
    Kommt sehr auf die persönliche Situation an. Ich könnte vom Erlös des Autos wohl 2 Wochen überleben , da es einfach alt ist. Versicherung und Steuer von 250 EUR im Jahr ist auch keine grosse Esparnis. Dafúr habe ich das Geld eines Neuwagens auf dem Konto. Ich mach mir einfach nichts aus Autos, aber ich brauche eins .

    Bei mir sind die Ausgaben auch immer geringer als die Einnahmen. Meine einzige Schwäche ist das Auswärtsessen, kein Bäcker oder coffee to go, aber das Mittagessen (meist zum Mitnehmen, ich hasse Tupper). GSD lebe ich in einem Land, in dem viele Arbeitgeber das sponsern - es auch steuerfrei dürfen, bei mir 200 EUR im Monat, also gibt es nichts, womit ich mich bewusst zurückhalten muss.


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    AW: Rücklagen?

    In Phasen mit Kindern und Hausbau/Anfangstilgung haben wir es nie geschafft, eine Rücklage zu bilden, um gegebenenfalls mehrere Monate Verdienstausfall zu überbrücken. Wir waren bestimmt über 10/12 Jahre immer heilfroh, wenn das Zusammenbrechen unserer immer alten, gebraucht gekauften Autos nicht mit einer Waschmaschinenreparatur und Heizölbestellung zusammenfiel.
    Führungsposition bedeutet nun auch nicht in jedem Beruf Spitzenverdienst.

    Gespart haben wir schon auch immer, aber die Ersparnisse waren für Sondertilgungen zu bestimmten Terminen festgelegt, damit die Belastung für das Abzahlen des Hauses auch bei steigenden Zinsen tragbar bleiben würde. Wenn so ein Termin für eine Sondertilgung dran war, dann waren die angesparten Gelder auf einmal weg und man fing wieder ohne Sicherheitsnetz an.

    Das verfügbare Einkommen hing bei uns davon ab, wie viele der Kinder in Fremdbetreuung waren. Und natürlich von der jeweiligen Höhe der Hypothekenraten. Ungefähr 15 Jahre nach dem Bau, da waren wir Anfang/Mitte 40, hatten wir, für uns selbst fast überraschend, auf einmal das Geld für einen Neuwagen verfügbar und konnten dann kurze Zeit später auch noch eine Ferienwohnung ohne Aufnahme eines Kredits (mit kurzfristiger Überziehung des Girokontos) kaufen. Da war gerade kein Kind mehr in der Betreuung und noch keins im Studium, die Abzahlungsraten wegen der Sondertilgungen schon niedriger und die Gehälter auf Grund der Berufserfahrung gestiegen. Seit diesem Zeitpunkt war schon immer eine Reserve vorhanden, auch, als zwei, nicht mehr zu Hause wohnende studierende Kinder unterhalten werden mussten. Aber die Reserven sind auch dann manchmal wieder zusammengeschmolzen, als so etwa nach 25 Jahren die ersten größeren Umgestaltungen (auf etwas luxuriöseren Standard für die dann Kleinfamilie) und Reparaturen am Haus anfielen.

    Es kann schon immer mal Phasen geben, in denen auch Normal- bis Besserverdienende keine Rücklagen haben.

  10. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Rücklagen?

    Ich wüsste nicht, wann wir Rücklagen gebildet haben sollen. Ich bin direkt nach der Ausbildung/Studium in die Familienphase gekommen. Mein Mann war etwas älter, hatte aber keine Rücklagen. Nach zwei Kindern in zwei Jahren (ohne Elterngeld) habe ich nur noch 30 Stunden gearbeitet, auch das dritte Kind ohne Elterngeld und Ersparnisse bekommen. Haus wurde voll finanziert. Inzwischen sind drei Kinder in Ausbildung, das kostet jeden Monat ca. 1600 Euro.
    Das ist mit zwei Vollzeit arbeitenden Beamten knapp machbar.
    Wann sollte da irgendetwas angespart werden?

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