+ Antworten
Seite 63 von 63 ErsteErste ... 1353616263
Ergebnis 621 bis 626 von 626
  1. Avatar von fritzi72
    Registriert seit
    20.09.2011
    Beiträge
    4.042

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    Meinst du speziell Pflege oder Altersvorsorge?

    Wolkenschaf sprach ja nur von Produkten von MLP und die sind durch die Bank schlecht und teuer. Die stehen nicht umsonst nach jeder Klausur von Ingenieuren, Medizinern, Juristen und BWLern mit Sekt vor den Türen rum.
    Ich meine speziell Pflege, weil das sehr unvorhersehbar sein kann, aber auch besonders gut ausgehen kann. Oma meines Mannes hat durch die Rente ihres Mannes einschließlich einer guten Betriebsrente und der Pflegeversicherung monatlich mehr Einnahmen, als der Platz im Pflegeheim in der niedrigsten Pflegestufe kostete. Mit Angespartem, Verkauf einer Wohnung vor Einzug ins Pflegeheim, extrem sparsamem Lebensstil im Alter (das war wirklich zwanghaftes Sparen, eine Woche nur Kartoffeln essen, keine Treffen mehr mit Bekannten weil der Kuchen im Kaffee zu teuer...trotz Geld auf dem Konto) hatte sie zudem noch so viel auf der hohen Kante, dass allein das alle Kosten getragen hätte.
    Für mich ein abschreckendes Beispiel an übertriebender Altersvorsorge.

    Die Frau war übrigens Hausfrau und hatte eine reine Volksschulbildung, ihr Mann nach der Mittelschule eine Ausbildung und war Bankangestellter (im Schalterbereich, also nichts "bankermässiges"), Ambitionen Richtung Bildungsbürgertum gab es, aber kein Kind hat studiert und das, was hier als typisch Bürgertum beschrieben wird, war weit weg, klassisches 50-er/60-er Jahre Kleinbürgertum. Aber mit großem Ertrag.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"
    Geändert von fritzi72 (11.12.2018 um 16:23 Uhr)

  2. Avatar von Wolkenschaf3
    Registriert seit
    21.04.2015
    Beiträge
    4.799

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    Zitat Zitat von fritzi72 Beitrag anzeigen
    Ich meine speziell Pflege, weil das sehr unvorhersehbar sein kann, aber auch besonders gut ausgehen kann. Oma meines Mannes hat durch die Rente ihres Mannes einschließlich einer guten Betriebsrente und der Pflegeversicherung monatlich mehr Einnahmen, als der Platz im Pflegeheim in der niedrigsten Pflegestufe kostete. Mit Angespartem, Verkauf einer Wohnung vor Einzug ins Pflegeheim, extrem sparsamem Lebensstil im Alter (das war wirklich zwanghaftes Sparen, eine Woche nur Kartoffeln essen, keine Treffen mehr mit Bekannten weil der Kuchen im Kaffee zu teuer...trotz Geld auf dem Konto) hatte sie zudem noch so viel auf der hohen Kante, dass allein das alle Kosten getragen hätte.
    Für mich ein abschreckendes Beispiel an übertriebender Altersvorsorge.
    Ähnlicher Pfall war mein Schwiegervater. Privat krankenversichert nicht zum Arzt gegangen weil er sonst keine Beitragsrückzahlung bekommt. Dadurch verschleppte er eine Krankheit an der er letztendlich gestorben ist.

  3. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
    Registriert seit
    21.06.2013
    Beiträge
    3.897

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    Ich war eine ganze Weile offline und habe weder die Merz-Debatte noch den Ursprungsstrang live mitbekommen, nun aber zumindest den Outtake nachgelesen, interessante Diskussion.

    Oberschicht und "wohlhabend" würde ich so definieren, daß auch unerwartete Lebensumschwünge einen nicht aus diesem Level hinauskatapultieren würden, sie gehen also für mich mit finanzieller Sicherheit einher.

    Eine Scheidung/Trennung oder auch Arbeitsunfähigkeit kostet dann zwar auch und tut weh, wenn man - beide!- danach aber weiterhin in ungefährem Maße den bisherigen Lebensstandard beibehalten könnten, dann ist das für mich Oberschicht.

    Abbezahltes Wohneigentum gehört dazu oder eben ein so großes finanzielles Polster, daß man sich um Mieten keine großen Sorgen machen muß und soviel Kapital, daß man ab ca. 50 nicht mehr arbeiten müßte, um nicht abzurutschen.

    Als Kind einer Familie, in der mehrmals (auch noch kurz vor Ende des letzten Jahrhunderts) zwangsenteignet wurde, gehört für mich persönlich tatsächlich Immobilienbesitz und Wohlhabendsein gedanklich zwingend zusammen, weil ich wenig so schmerzhaft finde, wie ein geliebtes Zuhause zu verlieren.

    Die Wohlhabenden in meinem Umfeld haben alle Ferienimmobilien oder Zweitwohnsitze, reisen sehr komfortabel und geben manchmal pro Nacht mehr aus als andere für einen Jahresurlaub.


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Mittelschicht könnte man vielleicht so definieren: jene, die immer zahlen, und nie was bekommen.
    Darüber mußte ich herzlich lachen, wenn es auch etwas absolut formuliert ist.

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Dann hast du den Hintersinn nicht verstanden.
    Ich bin im Übrigen de facto Akademikerin und bin immer davon ausgegangen, dass auch meine Kinder studieren würden.
    Könnten sie, wollen zwei von ihnen aber bewusst nicht.
    Ich finde es ein Unding, daß bei freiem Studium in Deutschland manche Ausbildungsberufe erhebliche Gebühren kosten.
    Bei Pysiotherapeuten wußte ich das schon seit meiner eigenen Schulzeit, aber ich bin letztens aus allen Wolken gefallen als ich mitbekam, daß sogar Kindergärtner/Erzieherinnen so eine Gebühren-Ausbildung ist.
    Unfaßbar und eigentlich unglaublich.

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Andererseits: ich empfinde "Geld für die Ausbildung der Kinder" als Notwendigkeit, also knapp hinter Nahrung und Miete angesiedelt, "Urlaub" und "Eigenheim" hingegen als Luxus, es käme mir nicht in den Sinn, kein Geld für die Ausbildung der Kinder zurückzulegen, damit ich in Urlaub fahren oder Eigentum erwerben kann.


    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Ich gehe sogar noch weiter und würde auch die kostenfreie Mitversicherung der nicht erwerbstätigen Gattin in der GKV abschaffen. Warum sollen Ehepartner, die jeweils 50.000 brutto p.a. verdienen, ein Vielfaches von dem an Sozialbeiträgen zahlen, was der Alleinverdiener mit Gattin bei eine Einkommen von 100.000 zahlt? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund.
    Ich finde diese Absolutheiten auch unfair, da könnte man an einigen Schräubchen schrauben.
    Meine Eltern haben immer beide voll und sehr viel und hart gearbeitet und beide - nur dadurch- recht gut verdient, ich Einzelkind, immer Höchstsatz gezahlt an GKV, Kindergarten etc.

    Meine Herkunft Mittelstand, Handwerker und Angestellte, ich bin die erste in der gesamten Familie mit Abitur und die erste, die studiert hat, sämtliche Onkel und Tanten ungelernt.

    Bis heute finde ich es unfair, wieviel meine Eltern in dieses System hineingesteckt haben und wie wenig sie letztlich herausbekommen, aber so funktioniert dieser "Sozialstaat" nun mal.

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Seitdem sich Merz mit 1 Mio jährlichen Einkommen zur gehobenen Mittelschicht zählt, bin ich gefühlt deutlich ärmer geworden.

    Du Arme.


    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Kein Wunder, dass Merz lieber in der oberen MIttelklasse bleiben wollte. Da ist man noch wer für sein Geld.
    Allein für Deine Kommentare und Wildwusels wunderbare Analysen liebe ich diesen Thread schon!

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Studiticket ist ein echtes Plus, das stimmt.
    Aber auch nur, wenn man es benutzt.
    Ich brauchte ein Auto, weil auf dem Kaff kaum Busse fuhren, mußte aber trotzdem das für mich blöde Ticket mitbezahlen.
    Das tat richtig weh.

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    In Marta-Agatas Sinne wäre ich wohl Bildungsbürger. Ich selbst hätte mich nie als solchen bezeichnet, weil mir der Hintergrund fehlt. Ich bin nicht parkettsicher und kenne mich in trotz Interesse in Kunst und Musik schlecht aus. Allerdings auch nicht schlechter als etliche, die ich dem Bildungsbürgertum zuordnen würde. Mir fehlt aber letztendlich das entsprechende Selbstverständnis und Auftreten. Im Vergleich zu bildungsbürgerlichen Freunden (Professorenhaushalt xte Generation u.ä.) fehlt eine Leichtigkeit, mit bestimmten Dingen umgehen zu können.
    Parkettsicherheit ( und -wissen) in Bezug auf die sogenannten Schönen Künste fehlt mir auch komplett, ich habe aber zum Glück festgestellt, daß Parkettsicherheit und Selbstsicherheit in Bezug auf Auftreten, Ausdruck, Wortwahl und Verhalten weit wichtiger sind. Mich schüchtert der Gedanke an ein Galadinner z.B. nicht ein, auch wenn ich mich weigere, all das unsägliche Zeug zu essen, was ich als uneßbar bewerte.



    Zitat Zitat von Carolly Beitrag anzeigen
    Dann bin ich wohl sowas wie ein gutbuergerliches Arbeiterkind: Vater ungelernter ... tja, was eigentlich Montage/Faerb/Pruefmensch von mechanischen Dingen (sehr gut bezahlt!)
    Auch ein wunderbarer Ausdruck.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich würde mal so in den Raum stellen: Leute mit einer gewissen Grundausstattung an Besitz, Muße, und Möglichkeiten, informiert zu sein und teilzuhaben, einem Lebenswandel, der zum Erhalt oder Erweiterung dieser Grundausstattung geeignet ist. Tendiert zu konservativem Habitus, selbst bei fortschrittlicher Gesinnung.
    Danke für all Deine Beiträge hier.

    Die klassischen bürgerlichen Tugenden sind Leistung, Fleiß und Sparsamkeit -- sehr individualisierte und auf das Selbst gerichtete Tugenden, fällt auf.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich habe viel zu viel Spaß hier.
    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    Macht ehrlich Spaß, dich hier zu lesen!

    Deine Beobachtungsgabe und deine Art, das dann noch zu verschriftlichen ist hier so ziemlich einmalig.
    Absolut.
    Gut, daß Du soviel Spaß hier hast, Wildwusel.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Andere mit ebenfalls holperigen Starts (verkrachte Selbständigkeit, Krankheiten) haben jetzt zwar mit 40 oder 50 ein geregeltes Einkommen von dem sie leben können, aber die Altersvorsorge sieht nach 20 Jahren Armut aus wie "ich arbeite halt, bis ich in die Kiste springe".
    Das halte ich immer noch für Mittelschicht, wenn nichts schief geht.
    Und da man genau das nie weiß, ist damit eine ziemliche emotionale Belastung verbunden.

    Mittelschicht kann bei ungüstigen Gegebenheiten abrutschen.
    Hat aber trotz güstiger Gegebenheiten nicht die "Sicherheit" der Oberschicht.



    Zitat Zitat von Unayza Beitrag anzeigen
    Bürgerlichkeit:

    [LIST][*]Kinderzahl größer 2
    Heutzutage?
    Heutzutage muß man sich 3 Kinder schon "leisten können", um nicht auf diesem finanziellen Drahtseil zu jonglieren, bei dem es immer zu einem Abstieg kommen kann.

    Ich habe z.B. vor kurzem einen Bericht über eine Pfarrersfamilie mit 8 Kindern gesehen, die haben sich "selbst erhalten" und natürlich ist das für mich auch normale Bürgerlichkeit und ich war wirklich angetan von dieser netten Familie.
    Aber die Gefahr, wenn das Leben schlecht läuft, eine Ehe auseinander geht oder eine Invalidität auftritt, dann einen schweren täglichen Kampf zu erleben, schätze ich recht hoch ein.



    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Das ist Bildungsbürgertum - aber nicht "bürgerlich".
    Ein Handwerksmeister ist typisch bürgerlich, aber meist nicht bildungsbürgerlich.



    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich war lange im Ausland und habe aufgrund meines Berufes Lebensbedingungen gesehen, die mich dem Leben in einem europäischen Industrieland erster Güte gegebenüber sehr demütig gemacht haben. Ich empfehle mal einen Blick über den Tellerrand...
    Ja.
    Das gibt es ja selbst in Deutschland.

    Daß es die Arche in Berlin überhaupt geben muß, die Tafeln etc., daß sie so gebraucht werden, empfinde ich für unser Land als große Schande.
    Obwohl es natürlich nichtsdestotrotz sehr gut ist, daß es diese Hildangebote gibt.

    Sehr berührend finde ich auch immer wieder die Gedanken und Wahrnehmungen von Dominik Bloh in seinem Blog.

    Zitat Zitat von Duffeline Beitrag anzeigen
    Meinst du speziell Pflege oder Altersvorsorge?

    Wolkenschaf sprach ja nur von Produkten von MLP und die sind durch die Bank schlecht und teuer. Die stehen nicht umsonst nach jeder Klausur von Ingenieuren, Medizinern, Juristen und BWLern mit Sekt vor den Türen rum.
    Hehe, dann hat man schon per se das Falsche studiert, wenn die nie vor der Tür standen.

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    die ererbten Traumata unserer gewalt-und kriegsgeplagten Vorfahren sitzen so tief, dass wir gerne Millionen Flüchtlinge aufnehmen und Spendenweltmeister sind.
    ... und uns damit noch gar nicht absehbare Probleme ans Bein gebunden haben.
    I don´t know where I´m going-
    but I´m on my way...
    Carl Sagan



    Moderatorin in den Foren: Beziehung im Alltag und Der "gebrauchte" Mann- ansonsten normale Nutzerin

  4. Moderation Avatar von Analuisa
    Registriert seit
    30.01.2004
    Beiträge
    14.049

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    aber ich bin letztens aus allen Wolken gefallen als ich mitbekam, daß sogar Kindergärtner/Erzieherinnen so eine Gebühren-Ausbildung ist.
    Das stimmt so generell nicht, Sternenfliegerin. Mag sein, dass es auch private Erzieherschulen gibt, aber staatliche kosten keine Gebühr.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
    Alle nicht mit "Moderation" gekennzeichneten Beiträge geben meine private Meinung als Userin wieder.

  5. Avatar von Sariana
    Registriert seit
    29.12.2006
    Beiträge
    27.191

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Das stimmt so generell nicht, Sternenfliegerin. Mag sein, dass es auch private Erzieherschulen gibt, aber staatliche kosten keine Gebühr.
    Wenn man zunächst Kinderpflegerin ist und sich zur Erzieherin weiterbilden will, kostet das Geld.
    Doch ein Teil der Träger beteiligt sich an den Kosten oder übernimmt sie ganz, bei der berufsbegleitenden Weiterbildung.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  6. Moderation
    Registriert seit
    20.08.2010
    Beiträge
    30.894

    AW: Outtake: (Relativer) Reichtum, soziale Schicht

    .
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (12.12.2018 um 01:08 Uhr) Grund: irrelevant

+ Antworten
Seite 63 von 63 ErsteErste ... 1353616263

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •