Wenn ich die Wirtschaft um die Ecke am Laufen halten will, hol ich mir zwei Bier.
Da irritiert mich immer, *wo* die Leute sparen.
Aber die wundern sich bestimmt genauso, wenn das Fahrrad vor dem Käsefachgeschäft steht.
Da kennt sich jemand nicht mit den Preisen aus, die am Gebrauchtmarkt zu erzielen sind. :gegen die Wand:
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28.08.2018, 13:35
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Geändert von wildwusel (28.08.2018 um 13:47 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.08.2018, 13:37
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Doch, natürlich darf man sparsam sein.
Wer mit dem Benz bei Aldi vorfährt, hat vielleicht keinen anderen Supermarkt in der Nähe oder Aldi befindet sich in einem Zentrum auf der grünen Wiese zusammen mit DM, dem Bäcker und einer Apotheke. Schon mal dran gedacht? Warum soll der Benz-Fahrer sein Benzin verfahren, nur um den nächsten Bioladen aufzusuchen? Macht für mich in diesem Zusammenhang keinen Sinn.
Auf Kleiderbasaren bleibt hier auch unheimlich viel liegen und seltsamerweise sieht man dort nicht die Käufer, die - rein finanziell gesehen - darauf angewiesen sind. Ich habe manchmal das Gefühl, dass oft diejenigen, die gut verdienen, auch die geistigen und zeitlichen Ressourcen haben, nach günstigen Angeboten zu schauen und der Hartz-IV-Empfänger gar nicht erst die Angebote bekommt. Sei es, weil er keinen eigenen Internetzugang hat oder sei es, weil er Werbeprospekte und Wochenzeitungen nicht erhält.
Aber aus diesen Gründen muss niemand, der gut verdient, hochpreisig einkaufen. Denn auch die teuren Modemarken lassen in Bangladesh nähen und der Metzger um die Ecke verwurstet vielleicht auch nicht alles korrekt.
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28.08.2018, 13:48Inaktiver User
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Das sehe ich ganz genauso. Natürlich ist der Übergang fließend und Definitionssache. Allerdings ist mir schon öfter aufgefallen, dass niemand sich selbst als geizig einsortiert, auch die nicht, die von den meisten anderen so gesehen werden. Da heißt es dann ganz oft „nein, mir ist es das einfach nicht wert“ und als Begründung dafür, dass man nur sparsam sei und nicht geizig, wird dann eine Sache angeführt, bei der man Geld ausgegeben hat.
Meiner Erfahrung nach sind die geizigen Menschen oft auch mit Gefühlen geizig, das macht sie mir besonders unsympathisch.
Es gibt übrigens sehr viele, die sparsam sind, obwohl sie wohlhabend sind. Da gibts genügend prominente Beispiele. Im Adel ist das eine Tugend, die sehr gepflegt wird. Man kauft sich teure Schuhe, trägt die aber auch jahrzehntelang und früher wurden sie sogar vererbt. Das mag heute etwas abgemildert sein, aber dass man mit dem, was man ererbt hat, besonders vorsichtig umgeht und es nicht verringert, sondern vermehrt, ist selbstverständlich.
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28.08.2018, 14:06
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Geiz sehe ich als ein Verhalten, das eher von Angst als von Zufriedenheit geprägt ist. Angst, zu kurz zu kommen, Angst, was weggenommen zu kriegen, Angst, nicht als "Gewinner" dazustehen.
Wobei, der schlimmste Geizkragen in meinem Leben hatte einfach kein Gefühl dafür, was das Leben so kostet, weil er so viel Geld hatte.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.08.2018, 14:14Inaktiver User
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
ich kenne jemand, der vedient wirklich gut (ja ich weiss das), und letztes hat er mit lang und breit vorgejammert dass ihm seine liebste Freizeitgestaltung an Samstagen (Eintritt ca. 4 €) aber dann doch auf Dauer zu teuer wird.. Ich hab dazu nichts gesagt und ja es geht mich natürlich nichts an aber so was finde ich schon .. naja..

Interessant dagegen ist, dass wenn wir mal bummel sind, und mir auf den ersten Blick was gefällt es IMMER heisst: kauf es Dir, kauf es Dir! Wirklich egal wie sinnbefreit es ist und ob ich es schon in 100facher Ausführung habe (was er auch weiss).
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28.08.2018, 14:41
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Wer weiß, welche Geldsenken der in seinem Leben hat...
Vielleicht könnte er das Geld ja woanders einsparen, wenn es ihm so fehlt, Samstags nicht mehr ins Schwimmbad (oder so) gehen zu können.
Das ist nicht (nur) sarkastisch. Sparen heißt, Prioritäten setzen: Geld da nicht ausgeben, wo es weder nötig ist noch Freude macht, so daß man es für das übrig hat, was nötig ist oder Freude macht.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.08.2018, 14:44Inaktiver User
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Mein Mann durchforstet leidenschaftlich gern die Werbeprospekte, die in unserem Briefkasten landen.
Wir gehen nicht ausschließlich nach Angeboten einkaufen, gucken aber durchaus auf Sonderangebote für Lebensmittel, die wir ohnehin brauchen, auch Sonderposten wie Kaffeebohnen für den Vollautomaten, oder Spülitabs etc. - da werden auch größere Gebinde gekauft, wenn es sich tatsächlich rechnet.
Den Lebensmitteleinkauf erledige ich hauptsächlich über Aldi, ab und an REWE/EDEKA. Seltener Biomarkt, allerdings dann auch größere Mengen von einem Produkt (Brotaufstriche/Nüsse, Muesli) Drogerie über dm.
Wir sind Gutverdiener und schauen auf den Preis. Größere Posten benötigen bei uns eine längere Vorlaufzeit und abwägen und einholen von Angeboten.
An dem Spruch: "Vom Geld ausgeben allein wird man nicht reich."
ist doch etwas wahres dran. Unser Ziel ist ein bezahltes Eigenheim, welches in irgendeiner Form später an das einzige Kind übergehen soll, erholsame Urlaube und immer bissl Luft für unangemeldete Störfälle.
Ich denke, dass gerade Gutverdiener sparsam sind.
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28.08.2018, 14:50
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
Ich finde auch, es sind unterschiedliche Aspekte:
Die Ausgangssituation ist, je nach meiner Tagesform, entweder unterirdisch oder zu komisch, seitens des Forschers.
Der Kollegin fehlt ja nichts, so wie Du es beschreibst. Und wie schon geschrieben, die Einstellung, dass es sozialverantwortlich sei, irgendeine anonyme und pauschalisierte "Wirtschaft" "am Laufen" zu halten, finde ich auch mehr als fragwuerdig.
Im Komplementaerstrang (Geld ausgeben bei mauer Kasse) schrieb jemand von dem Ratschlag, sich das jeweils bestmoegliche zu leisten. Das finde ich nicht schlecht. Das kann auch heissen: das Sozialvertraeglichste und/oder das Nachhaltigste. Jeweils innerhalb des Budgets, mit dem man laufende Kosten und Sparvorhaben gebacken kriegt.
Insofern finde ich es nicht verwerflich, wenn jemand auch beim Discounter kauft und eben neben nachhaltigen Lebensmitteln von sozial-korrekten Haendlern auch noch andere Prioritaeten hat. Ausschliesslich beim Discounter kaufen um einen Luxus zu finanzieren und dann zu jammern finde ich persoenlich auch nicht sympathisch, aber das ist es dann auch. Eine Meinung erlaube ich mir, eine Verurteilung nicht. (Meistens. Ich bin nicht Jesus!
)
Zu Gebrauchtkaeufen waere noch zu sagen, dass diese durchaus nachhaltig sind. Das Problem des "Wegkaufens" sehe ich angesichts des Angebots tatsaechlich auch nicht, und umweltschonender ist es allemal, vor allem bei schneller Verschleissware wie Kinderartikeln.
Hier geht es meiner Meinung nach auch nicht nur darum, was man sich leisten kann oder will, sondern man kann durchaus auch den Aspekt einbringen, ob der Planet und die Menschheit Kleidung / Spielzeug / Haushaltswaren / ... in dieser Menge brandneu brauchen.
Zum Thema Sparsamkeit vs. Geiz fand ich diese Beitraege sehr treffend:
Genau, das ist ja genau das, was hier oft mit Jammern verbunden wird. Einfache Sparsamkeit faellt wahrscheinlich ueberhaupt nicht auf, es sei denn, sie ist wirklich notgeboren und man bewundert jemanden, der mit X Euro im Monat auskommt oder sich irgendeinen Luxus leisten kann.
Nicht nur beim Adel ist das doch eigentlich gar nicht verwunderlich: Die allermeisten von uns muessen nunmal Prioritaeten setzen, und gewisse Luxusgueter sind nur mit Sparsamkeit an anderer Stelle moeglich. Dazu gehoert auch ein dickes Sparkonto. Ist doch gar nicht so unlogisch, dass jemand wohlhabend ist, weil er sparsam lebt, nicht "obwohl".
Mein Mann kann sich auch endlos ueber solche kleinen, vermeintlichen Widersprueche verwundern: "Kuck mal, wohnt in dem schicken Haus, aber faehrt so ein schaebiges Auto." Fuer mich ist der absolut erste Gedankengang der, dass die Person sich ein schoenes Haus leistet und dafuer an anderer Stelle spart. Gibt es davon nicht viel mehr also von denen, die sich schickes Haus und schickes Auto leisten koennen, und es dann nicht tun?Geändert von Flau (28.08.2018 um 15:02 Uhr)
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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28.08.2018, 14:52Inaktiver User
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
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28.08.2018, 15:11Inaktiver User
AW: Darf man als Gutverdiener nicht sparsam sein?
(Hervorhebung von mir)
Eben
, - weil genau das weder meinem Mann noch mir vergönnt war - und es unser beider sehnlichster Wunsch ist und war, - deswegen halten wir das Geld bissl zusammen und haben gespart und tun es noch.
Aus eigener Kraft (!) ein großes und teures Projekt zu stemmen - das bedeutet uns eine ganze Menge.




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