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  1. User Info Menu

    Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Hier ein sehr interessanter Artikel ueber Loesungen zur Armut, aber vor allem zum Einfluss von Armut auf Lebensqualitaet, Gesundheit und Intelligenz. In diesem Artikel steht dass arme Menschen einen niedrigeren IQ haben als Menschen die gut auskommen, oefters krank sind, weniger Sport treiben, verstaerkt psychische Probleme habe, usw. Es wird eine Studie aus Indien zitiert: Farmarbeiter die fast ihr ganzes Jahreseinkommen in wenigen Wochen verdienen haben vor der Ernte einen IQ der durchschnittlich 14 Punkte tiefer liegt als direkt danach, nachdem es Geld gab. Was das bedeutet fuer Leute die bewusst wenig Geld ausgeben, und vielleicht nur fuer 50 Euro im Monat essenist eine sehr gute Frage. Also diskutiert!

  2. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Den Artikel muss ich noch mal sacken lassen, da sind ja noch einige andere Aspekte drin.

    Zu der "was bedeutet das für freiwillige Sparer"-Frage: ich denke, und der Autor argumentiert ja auch in die Richtung, dass das eher eine psychologische Geschichte ist: es macht einen riesen Unterschied, ob man ein bedingungsloses Grundeinkommen erhält oder eben nicht bedingungslose Sozialleistungen gleicher Höhe. Ob man mit 50 im Monat auskommen muss, oder es freiwillig, aus Spaß an der Herausforderung tut.

  3. User Info Menu

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Das denke ich im Grunde auch Pia. Ich fand es aber auf jeden Fall einen sehr interessanten Artikel.

  4. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Also ich weiß zu wenig über die Validität der IQ Tests und ob diese auch korrekt kulturelle Unterschiedlichkeiten darstellen und messen kann. Das bezweifel ich nämlich. Mein Freund ist zwar kein armer Tagelöhner, sondern erfolgreicher Akademiker, aber Inder , ich würde nur innerhalb der Kulturkreise vergleichen wollen.

    Und da kann ich schon sagen, dass in Deutschland arm zu sein, wenn man es nicht freiwillig möchte, schon manchmal anstrengend ist. Das fängt bei der Wohnung an. Meine Freundin muss von ihrer Grundsicherung etwas abzwacken, damit sie ihre 1 Zimmer Wohnung mieten kann. Diese liegt nämlich etwas über dem Satz. Und das geht dann beim Zahnersatz weiter, wenn sie nicht nur die Grundleistung möchte.

    Persönlich finde ich H4 ziemlich ausreichend, aber ich musste davon eben noch nie leben und was auch schwierig ist, ist diese Behördenwillkür und die Herabsetzungen.

    Ich glaube, die Leute, die hier im Sparforum mitschreiben, sind oft freiwillig geizig (so wie ich auch), aber es gibt genügend Leute, die das eben nicht so sportlich sehen und ihnen die gesellschaftliche Teilhabe fehlt.

    Zumal viele von uns hier nicht sparen müssten.

  5. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube, die Leute, die hier im Sparforum mitschreiben, sind oft freiwillig geizig (so wie ich auch), aber es gibt genügend Leute, die das eben nicht so sportlich sehen und ihnen die gesellschaftliche Teilhabe fehlt.

    Zumal viele von uns hier nicht sparen müssten.
    Klar, das ist wie beim gerne hergenommenen Vergleich des H4 Satzes mit Studenten. "Die müssen mit weniger auskommen und schaffen das doch auch." Ja. Aber der Ausblick, das Grundgefühl ist ein anderes.

    Dein Hinweis auf die kulturellen Unterschiede ist wichtig. Auch wenn hier ein H4-Empfänger gegängelt werden mag, die Studie bezieht sich auf arme Inder und da ist der Druck sicherlich wesentlich existentieller. Verhungern oder an bösen Krankheiten sterben wird man hier in D nicht aus materiellen Gründen.

    Als wie schwer man materielle Armut dann empfindet und wie sehr sie einem zusetzt hängt nicht zuletzt mit der Herkunft ab. Wenn ich vorher schöner gewohnt habe, möchte ich mir vielleicht die leicht zu teure Wohnung immer noch irgendwie leisten können. Wenn man aus der Mittelschicht kommt, ist man vielleicht die Kunststofffüllungen gewöhnt, usw. Wenn ich hingegen schon in Armut aufgewachsen bin, komme ich gar nicht auf die Idee beim Zahnarzt nach was Schickerem zu fragen, der Biokost hinterherzutrauern oder dem Theaterabo.

  6. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Meine selbst gewählte Armut ermöglicht es mir, fast so zu leben, wie ich will. Ich will im Prinzip überhaupt nicht arbeiten. Deshalb wäre das bedingungslose Grundeinkommen für mich das Paradies.

    Andererseits merke ich bereits nach einem Tag im Bett, meinem liebsten Aufenthaltsort, dass bei mir einige Intelligenzpunkte abbröckeln. Es ist reversibel. Durch Arbeit und Sozialkontakte.

    Meine Armut erfordert viel Eigeninitiative, um in meiner vielen freien Zeit für genügend Intelligenz erhaltende Außenreize und Intelligenz fördernde Anstrengungen zu sorgen.

    Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde ich nie wieder auch nur eine Stunde lang Erwerbsarbeit betreiben. Vermutlich wäre ich nach einem Jahr hirntot.

    Ich weiß, ich verquicke hier Armut, Passivität, gerne alleine sein und wenig arbeiten miteinander. Ich kriege das Threadthema nicht in den Griff. Meine einzige Entschuldigung ist, dass ich das Wochenende überwiegend in meinem Bett verbracht habe.^^

    Jedenfalls sind Arme, egal ob freiwillig oder unfreiwillig arm, im Schnitt vermutlich weniger intelligent. Weil Peergroup und Umgebung der Armen ihre Intelligenz nicht zum Spielen einladen. Das Gehirn: Use it or lose it.

  7. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Studenten oder generell jungen Menschen fällt es nicht so schwer, weil sie einen niedrigen Lebensstandard haben, vllt. WG oder 1-Zi.-Apartment, kein Auto usw. Fällt man aber als ehemals ordentlich Verdienender mittleren Alters in Hartz, dann hat man sich bereits im Laufe des Lebens an gewisse Standards gewöhnt, Immo-Eigentum, Urlaubsreisen, Auto, teure Hobbies, Mode usw., so dass der plötzliche Verzicht schmerzt.

  8. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    @Carolly
    Zunächst einmal glaube ich nicht, dass man eine Studie mit einer relativ armen Landbevölkerung in Indien einfach so auf europäische "Armutsverhältnisse" übertragen kann.
    Dazwischen liegen Welten.
    Ich glaube also nicht, dass man ausgehend von dieser Studie fragen kann, was deren Ergebnisse für Leute bedeuten, die bewUsst wenig Geld ausgeben etc.

    Wenn man mal die Erklärungshypothese für den in der Studie ermittelten korrelativen Zusammenhang überdenkt dürften eigentlich die Unterschiede sehr klar werden.
    Geändert von Inaktiver User (06.03.2017 um 18:20 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fällt man aber als ehemals ordentlich Verdienender mittleren Alters in Hartz, dann hat man sich bereits im Laufe des Lebens an gewisse Standards gewöhnt, Immo-Eigentum, Urlaubsreisen, Auto, teure Hobbies, Mode usw., so dass der plötzliche Verzicht schmerzt.
    Ich zähl mal nur meine Arztkosten der letzten Zeit auf:Zahnreinigung 150 Euro, Kasse zahlt 40, Hautkrebsvorsorge (die bessere) 120 Euro extra, einmal jährlich Augenuntersuchung wg einer Krankheit, Zuzahlung 85 Euro, Gleitsichtbrille mit günstiger Fassung und günstigen Gläsern 340 Euro (Sehschärfe ändert sich leider immer noch oft), um mir die Augen nicht komplett zu ruinieren brauch ich eigentlich dann auch eine entsprechende Sonnenbrille mit Korrekturgläsern, also nochmal über 300 Euro. 4 Mal jährliche Zuzahlung für ein Medikament das ich täglich benötige glaub ich 12 oder 15 Euro jedes Mal.

    Und das, obwohl ich mich eigentlich recht gesund fühle. Ich frag mich da schon, wie das jemand mit Hartz IV finanzieren soll...

  10. User Info Menu

    AW: Arm und weniger intelligent. Sparsam und... ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fällt man aber als ehemals ordentlich Verdienender mittleren Alters in Hartz, dann hat man sich bereits im Laufe des Lebens an gewisse Standards gewöhnt, Immo-Eigentum, Urlaubsreisen, Auto, teure Hobbies, Mode usw., so dass der plötzliche Verzicht schmerzt.
    Als "ordentlich Verdienender" kann man aber Reserven angelegt haben.
    Und all das ist kein Grundrecht, auch wenn man "sich daran gewöhnt hat".

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