Hallo zusammen,
ich hab mich zwar neu hier angemeldet, vorher aber schon mal heimlich ein bisschen mitgelesen
Ich könnte meinen Beitrag vielleicht auch in Beziehung im Alltag stellen, da es aber in erster Linie um Geld geht, passt es hoffentlich trotzdem hier rein
Ich hatte bis Ende letzten Jahres eine halbe Stelle an der Uni als Promotionsstudent. Da ich vorher als Student mit einem bisschen Geld von den Eltern plus Nebenjob auskommen musste, war das voll ok. Wirklich sparen war da aber nicht drin (bzw. haben der Semesterbeitrag bzw. die Studiengebühren, als es sie noch gab, das bisschen gesparte immer "aufgefressen").
Nun habe ich seit Anfang des Jahres eine "richtige", volle Stelle bei einem Unternehmen. Und verdiene - gemessen an dem, was ich vorher hatte - auf einmal richtig viel GeldDa ich bisher noch nie in der Situation war, weiß ich gerade gar nicht, was ich mit dem Geld am besten tue. Wieviel Altersvorsorge, wieviel Sparen? Hinzu kommt dann das Bedürfnis, einfach mal richtig shoppen zu gehen und alles zu verprassen
ich schwanke also irgendwo zwischen Vernunft und totaler Unvernunft.
Hinzu kommt ein weiteres Problem, sofern man das so nennen kann. Die neue Stelle ist in der Stadt meines Freundes (wir sind seit etwa anderthalb Jahren zusammen). Da ich aktuell jeden Tag zwei Stunden pendele, haben wir gemeinsam entschieden, zusammen zu ziehen und ich freue mich total darauf. Allerdings verdient mein Freund, obwohl er deutlich älter ist als ich, nicht so gut. Lange Zeit hatte er Probleme, überhaupt etwas zu finden, so dass wir froh sind, dass er etwas hat. Gemessen an seiner Qualifikation wäre deutlich mehr drin, also hat er schon die Hoffnung, etwas besseres zu finden. Erstmal ist es aber so, wie es ist. Nun ist das Geld, das wir zur Verfügung stehen haben, sehr unterschiedlich, ich habe etwa doppelt so viel wie er.
Ich habe angeboten, einen größeren Teil der Miete zu übernehmen, damit wir auch eine schöne Wohnung finden (Region ist sehr teuer). Wir hatten dann aber richtig Glück und haben eine tolle und überraschend günstige Wohnung über eine Freundin von mir bekommen. Bei geteiltem Preis (50:50) zahlt er nun so viel wie vorher, aber bei sehr viel mehr Platz und Luxus (= neue Wohnung ist ca. dreimal so groß wie seine alte). Ich zahle weniger als vorher (ca. 75% ggü der vorherigen Miete), was mir irgendwie absurd vorkommt, da ich nun ja mehr verdiene als vorher in der teureren Wohnung.
Und irgendwie fühle ich mich ein bisschen schlecht meinem Freund gegenüberletzten Endes haben wir beide Vorteile bei der Wohnung, aber mir kommt es so vor, als würde ich mich ihm gegenüber bereichern. Er sagt, es wäre alles ok und wenn man irgendwann Kinder hätte, wäre immer noch Zeit für "gemeinsame Kasse" im Sinne von "unser Geld". Nun stehen aber ein paar Anschaffungen im Raum, von dem ich weiß, dass er dafür richtig sparen muss, während ich sie "einfach so" bezahlen könnte. Auf der einen Seite denke ich, was ist, wenn mir der Job nicht gefällt oder ich in der Probezeit gekündigt werde? Vielleicht sollte ich so viel wie möglich sparen, wo ich doch noch gar nicht weiß, wo die Reise hingeht. Und warum nicht hälftig teilen, wo doch alle Möbel aus meiner Wohnung stammen (er hat leider gar nichts gehabt, was noch wirklich in Ordnung war), da ist es doch okay, wenn er seinen Anteil beiträgt. Auf der anderen Seite fühle ich mich sehr unpartnerschaftlich, jeden Monat soviel Geld sparen zu können, während er nichts oder kaum etwas zurück legen kann....
Über eure Meinung würde ich mich freuen![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 80
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25.03.2016, 14:14
Sparen auf Kosten des Partners?
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25.03.2016, 14:50Inaktiver User
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Da Dein Freund Kinder ins Spiel brachte gehe ich davon aus Ihr habt aktuell vor, länger zusammenzubleiben.
Könnt Ihr die Neuanschaffungen bis zum Ende Deiner Probezeit schieben?
Klassisches Männerproblem, stört es Deinen Freund, wenn er weniger als 50% zu Anschaffungen dazugibt?
Meine Eltern haben ab Heirat vollständig gemeinsame Kasse gemacht, sie haben seitdem (ist über 30 Jahre her) nie wieder gefragt "wessen Geld", und das bei
-großer Einkommensdifferenz
-mein Vater verdient mehr, meine Mutter gibt mehr aus
Alles ging aufs gemeinsame Konto, ich glaube sie haben bis heute auch jeder kein eigenes.
Bei den beiden funktionierte das, ist das eine Lösung die Ihr euch vorstellen könnt?
Ich finde das eine Lösung die bei großer Einkommensdifferenz sinnvoll ist, aber mentalitätsmäßig will und kann das halt einfach nicht jeder.
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25.03.2016, 14:57
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Hallo Quadas,
Glückwunsch zum neuen Job!
Wie lange seid ihr denn schon zusammen?
Ich würde an deiner Stelle zuerst einmal die Probezeit abwarten. Solange wäre ich vorsichtiger beim Geldausgeben. D.h. ich würde alles teilen. Nur, wenn du dir etwas kaufen möchtest, z.B. ein Möbelteil, was du auch behalten möchtest, sollte es zur Trennung kommen, dann kannst du es jetzt schon selber bezahlen.
Ansonsten hat dein Freund recht. Wenn ihr mal eine Familie gründet, wird eh alles anders. Dann ist gemeinsame Kasse unausweichlich.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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25.03.2016, 15:39
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Ich schließe mich meinen Vorschreibern an.
In der Probezeit erst einmal die Pfennige zusammen halten, aber wenn ihr ernsthaft und dauerhaft zusammen bleiben wollt, müsst ihr eine Lösung finden, die beiden gerecht wird.
Dauerhaft eine 2-Klassenpartnerschaft führen, wird nicht funktionieren.
Bei der Anschaffung von Möbeln, Autos etc wird das gerade noch gehen, aber der eine macht Urlaub auf Balkonien und der Andere in Amerika?
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25.03.2016, 16:48Inaktiver User
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Wenn eine Partnerschaft hält, dann wechseln oft die Einkommenverhältnisse zwischen den Partnern, mal verdient der eine mehr, mal der andere. Ich würde mir darüber zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuviel Gedanken machen.
Miete 50:50 ist doch in Ordnung. Er zahlt nicht mehr, wohnt aber besser, die TE zahlt weniger und behält mehr von ihrem Geld. Win-win würde ich sagen.
Was Anschaffungen angeht, da würde ich am Anfang des Zusammenwohnens so halten, dass jeweils nur einer für bestimmte Dinge zahlt. Sollte es mit dem Zusammenwohnen nicht klappen, dann ist das klar auseinander zu sortieren. Die Sachen gehören demjenigen, der bezahlt hat, damit müsste sich keiner - materiell - als Verlierer fühlen. Da die TE im Moment mehr Geld hat, würde sie eben kaufen, was fehlt. (Ich würde nun aber nicht gleich alle seine Sachen auf den Müll schmeißen. Das eine oder andere lässt sich bestimmt gebrauchen und dann hat er für alle Fälle noch seine Grundausstattung.)
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25.03.2016, 17:44Inaktiver User
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
... typische Frauendenke - ich denke aber, gerade für Männer wäre ein 50-50-Modell erstmal sehr gut.
Wie die anderen Kosten aufgeteilt werden, könnt ihr ja dann noch sehen.
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25.03.2016, 18:00
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Du hast lange Zeit gedarbt und hast nun endlich mal mehr Geld zur Verfügung. Also nimm von deinem nächsten Lohn einen großen Batzen und kauf nach Herzenslust ein. Dann ist deine Kauflust fürs Erste befriedigt und du kehrst zur normalen Geldausgabe zurück.
Lass für die nächste Zeit durchaus 50:50 laufen. Ansonsten nimmst du deinem Freund die Möglichkeit, sich nach seinen Kräften einzubringen. Die meisten Männer haben ein Problem, wenn ihre Frau erheblich mehr verdient als sie.
Spar jeden Monatsanfang dann einen großen Teil, damit du in Notzeiten einen Spargroschen hast. Wenn das später für eine ETW oder ein Haus reicht - toll. Zumindest kannst du wesentlich weniger Geld für eine Immobilie aufnehmen als andere, die mit spitzen Stift rechnen müssen.
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25.03.2016, 18:27
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Huhu

Danke für eure Antworten! Musste gerade erst mal lachen. Ja, das ist wohl wirklich ein Frauending!
@ Bennett: Mein Freund meinte, es wäre meine Entscheidung, wenn ich mehr Miete o. ä. zahlen würde. Es war dann aber doch deutlich, dass er erleichtert war, das wir eine Wohnung gefunden haben, bei der wir uns die Miete teilen können. Ich denke, er ist daher da vielleicht nicht ganz ehrlich. Ein Modell wie bei deinen Eltern finde ich super! Für mich käme das aber erst in einer Ehe und/oder bei gemeinsamen Kindern in Frage.
@ chryseis: der Vorschlag mit dem nach Herzenslust einkaufen ist gut
vielleicht sollte ich mir auch mal etwas gönnen und danach brav weitermachen 
@ all: ihr habt recht! Ich werde erst mal die Probezeit abwarten und dann weiter sehen. Bis dahin weiß ich ja auch, wie und ob das Zusammen wohnen funktioniert. Bin aber sehr optimistisch
Gibt es denn eine Faustregel, wieviel Geld man zurück legen sollte? Grundsätzlich würde ich gerne irgendwann mal eine ETW kaufen. Weiß aber nicht, ob das realistisch ist, ich will ja auch mal Kinder (o-oh, gehe auf die 30 zu...). Weiß noch, dass es früher bei meinen Eltern oft richtig knapp war (und trotzdem hat meine Mutter meiner Tante Geld geliehen, weil sie kein Geld mehr für Essen hatte...). In meiner Vorstellung lassen sich Eigentum und Kinder eigentlich nur vereinbaren bei Leuten, die Geld erben bzw. von der Familie Unterstützung bekommen. Das ist bei mir nicht drin (allerdings nur in finanzieller Hinsicht! Ansonsten hab ich mit meiner Familie megaglück
)
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25.03.2016, 20:05
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Quadas, herzlich Willkommen in unserer Runde!

Ich meine auch, du bist gut beraten, die Probezeit abzuwarten und jetzt einfach soviel zur Seite zu legen, wie es geht und dir doch etwas zu gönnen.
Der Rest wird sich finden, die Wohnung ist ja ein finanzieller Gewinn für dich und ein Raumgewinn für deinen Freund. Ich wünsche euch alles Gute!Geändert von Pappkarton (25.03.2016 um 20:43 Uhr) Grund: aus "gut geraten" lieber doch "gut beraten" gemacht...gacker! ;o)
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herzlichst P.
Moderatorin im Sparforum -ansonsten pupsnormale Userin
~Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!~
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25.03.2016, 20:37
AW: Sparen auf Kosten des Partners?
Vielen Dank, Pappkarton!




Da ich bisher noch nie in der Situation war, weiß ich gerade gar nicht, was ich mit dem Geld am besten tue. Wieviel Altersvorsorge, wieviel Sparen? Hinzu kommt dann das Bedürfnis, einfach mal richtig shoppen zu gehen und alles zu verprassen
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