Hallo zusammen,
mich beschäftigt ein Thema und dazu würde mich eure Meinung interessieren :)
Gestern sah ich im Fernsehen, die belastenden Hintergründe "Woher die billigen Preise stammen" - ich meine, das ist sicherlich schon bekannt - aber dazu mal konkret eine Dokumentation zu sehen, war für mich schon sehr belastend. Es lief auf SWR und hieß "Hauptsache billig", gestern, 07.03.13 Finde es gerade in der Mediathek nicht.
Schockierend ist natürlich schon, wie die Bedingungen dort sind. Und dass die Industriellen "aus dem reichen Westen" die Preise drücken und drücken, so dass es finanziell allenfalls noch für den Erhalt des Betriebes langt. Es wurde die Produktion für die deutschen Discounter gezeigt oder die Laptop-Produktion in China - die ArbeiterInnen die auch oft ungebildet vom Land kämen, hausten dort in Gemeinschaftsunterkünften, getrennt durch Tücher, die Miete fließt dem Arbeitgeber gleich wieder zu, demonstrieren ist weniger möglich. In Bangladesch war es noch schockierender - Wellblechhütten als ArbeiterInnen-Gemeinschaftsunterkünfte, kein fließendes Wasser, keine ärztliche Versorgung und produziert werden hübsche T-shirts für den Westen :( Lidl, Kik,netto wurden erwähnt. Die Pressesprecherin von netto meinte" Warum sich der Fernsehsender gerade sie ausgesucht hätten, dass würden alle machen" und niemand wollte auf Anfrage des SEnders, sich für Interviews zur Verfügung stellen.
Eine Lidl-Kundin meinte, als sie Billig-T-shirts in ihr Auto (ein Traum für die Wellblechhüttenbewohner in Bangladesch) lud, dass wenn sie die Sachen nicht kaufen würde, würde es wer anderes kaufen.
Jetzt ist es natürlich so, dass der Westen womöglich reich ist, aber hierzulande längst nicht alle vom Reichtum profitieren! ABER: die meisten können hier eine menschlich angemessene, angenehme Wohnung haben (min. durch Hartz IV / Grundsicherung).
Mit H4 kann man sich versorgen, ist aber zu Einschränkungen gezwungen, ich denke nicht, dass die "Tafeln" ohne Grund aus dem Boden sprießen oder das es Vesperkirchen gibt.
Ich denke, die Diskussion um Niedriglöhne, Mindestlohn, Aufstockungen durch H4 bei Vollzeit-Arbeit (!) machen auch die eine problematische Situation deutlich.
Natürlich dürfen wir medizinische Versorgung in Anspruch nehmen. Wir müssen n der Regel keine 14 h am Stück arbeiten, die Pausenzeiten sind geregelt, zum größten Teil .... Dennoch wird hierzulande schon von "Zwei-Klassenmedizin" gesprochen und wenn ich nicht privat versichert bin, habe ich das Gefühl, eine weniger umfassende Behandlung zu genießen, als wenn es anders wäre.
Bei H4, Aufstocker-Löhne, Niedriglöhne usw. - sind denke ich, viele gezwungen oder dazu geneigt, sich die günstigen Produkte auszusuchen. Oder wie kann es anders gehen?
Kann ich immer sicher gehen, woher die Produkte teuer-preisiger Warenhäuser stammen oder sind die womöglich auch aus Bangladesch??? (In der Doku wurde übrigens in Bangladesch das Label "Textiles Vertrauen" gezeigt)
Kann es helfen, konsequent nicht mehr in Lidl, Aldi oder Kik einkaufen zu gehen? Gerade bei Kik steht doch auch oft das Thema Kinderarbeit im Hintergrund ? :(
Man könnte Second-Hand-Läden in Anspruch nehmen ...Oder Flohmärkte ..Aber kann man den privaten Bedarf dadurch abdecke? Schulen wollen andauernd irgendwas dass die Kinder mitbringen sollen - in anderen Ländern kann man froh sein, dass es Schulen gibt oder Kinder eine solche besuchen können / dürfen.
Was kann ich beitragen? Kann ich was tun? Verkäufer-Verhalten kann natürlich entscheidend mitwirken, aber es müssen schon viele sein, die mitwirken und steuern, aber steuern nach wohin? Hm .. ich vermute mal: Produktion im eigenen Land wieder fördern und u.U. teurere Preise in Kauf nehmen.
Ehrlich gesagt, nach der Doku will ich schon darauf achten, von den angesprochenen Läden nichts mehr zu kaufen. Habe doch tatsächlich mal versucht nach den Etiketten made in xy zu schauen.
Was können die tun, die sowieso schon ein kleines Budget haben? Können oder sollen sie überhaupt was tun? Vielleicht Spontan-Käufe vermeiden?? Was zusätzlich auch sparen helfen würde.
Liebe Grüße, Sonne![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 16
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08.03.2013, 16:36
Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Geld, Glück, Gesundheit, Geld für dieses Jahr! Alles, alles Gute!
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08.03.2013, 16:57
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Liebe Sonne!
Ich hatte auch auf Etiketten geachtet, wo made in Bangladesh drauf stand, das kaufte ich nicht. Doch ich entdecke immer mehr Etiketten, auf denen lapidar draufsteht "produziert für Firma X".
Das ist der Gipfel, finde ich - da können sie die Etiketten gleich weglassen, die man eh wegschneiden muss, weil sie Juckreiz auf der Haut verursachen.
Ich glaube, dass der Konsument, der eben made in Bangladesh nicht kauft, dann nur noch Etiketten mit anderem Aufdruck zu sehen bekommt. Es wird dann besser verschleiert.
DIE Macht, die Konsumenten haben, glaube ich ist nicht groß genug bzw. kann ganz locker umgangen werden.
Ich kaufe (hier in Österreich) Sachen, die am Etikett stehen haben "made in Austria" - neulich hat mir ein Bekannter erzählt, dass er auf seiner Chinareise Geschäfte gesehen hatte, da konnte man sich aussuchen, welches Etikett reinkam, eben auch "made in Austria".
Es wird immer Mittel und Wege geben, um den Konsumenten zu täuschen.
In China z.B. ist Kinderarbeit gesetzlich verboten. Macht gar nichts, lässt sich umgehen durch die Definition "Heimarbeit", dabei arbeiten dann halt hauptsächlich die Kinder "daheim".
Liebe Grüße
Zio
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08.03.2013, 17:02
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Hallo Sonne,
ich habe die Doku nicht gesehen, halte es aber für ein wichtiges Thema.
Da fragst, was man tun kann. Mh... vielleicht hilft es schon etwas, wenn man weniger konsumiert, dafür aber hochwertigere Marken kauft. Marken, bei denen man sicher sein kann, dass sie den Arbeitern faire Löhne zahlen. Dabei tut sich das Problem auf: woher weiss man das? Selbst hochpreise Marken lassen in Bangladesh produzieren.
Ein weiter Weg wäre, Transfair zu unterstützen. Die Deutsche Welthungerhilfe, die Gepa .... vertreiben auch Klamotten, die unter fairen Bedingungen produziert werden. Das ist ein Ansatz.
Auf Dauer kann nur etwas geändert werden, wenn mehr Menschen sich Gedanken dazu machen. Von daher sind solche Berichte ein erster Schritt auf einem langen Weg.Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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08.03.2013, 17:32
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Ein Weg ist in meinen Augen, bewusst zu kaufen und lieber weniger Kleidungsstücke im Schrank zu haben, als sich ständig mit neuen Kollektionen einzudecken. Das verlangt aber ziemliche Disziplin, vor allem Spontankäufen zu widerstehen.
Von der Welthungerhilfe halte ich seit letztem Jahr nichts mehr. Als Erstbestellerin durfte ich nicht auf Rechnung bestellen, weil meine Schufa angeblich nicht sauber wäre. Sie lag bei über 90 Prozent. Aus diesem Grund warne ich vor diesem Laden.
Ich hätte als Erstbestellerin kein Problem mit Vorauskasse gehabt, wenn das grundsätzlich so gehandhabt würde. So fühle ich mich verschaukelt und habe das dem Bestellservice auch so mitgeteilt.
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08.03.2013, 18:34
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Chryseis, das darfst du nicht persönlich nehmen, denn die Menschen, die online beim Kaufen betrügen werden immer mehr, immer dreister und immer gewitzter.
Um sich zu schützen, können Geschäfte Informationen über die Kunden bei Bürgel erfragen.
Da reicht es auch schon, wenn alle deine Nachbarn "rot" sind und du kannst dann auch nur per Rechnung bestellen.
Unser Sohn arbeitet bei einem Online-Shop und was der so erzählt....die können einem echt leid tun..........................................
°°°
°°°
herzlichst P.
Moderatorin im Sparforum -ansonsten pupsnormale Userin
~Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!~
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09.03.2013, 07:49
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Hallo zusammen,
freue mich über eure Antworten!
@zio: ja, gestern habe ich ähliches Etikett entdeckt: "produziert für Firma X" - und ja, das kan nich mir gut vorstellen, dass die nötigen Etiketten dann eben gekauft werden .. Und: das wurde in der Doku auch gesagt, dass es sozialverträgliche Regeln / Gesetze gibt, diese aber umgangen werden.
Sogar Spanien (!) wurde, wenn ich mich richtig erinnere, in der Doku gezeigt. Und etwas vom "Arbeiter-Strich" habe ich nun zum zweiten Mal gehört. Da stehen Personen, die sich halt kurzfristig für Arbeit anmieten lasse, das wäre aber bereits in Deutschland schon der Fall, da sah ich mir neulich eine Maischberger-Sendung an. Wenn ich die finde, kann ich sie ja hier einstellen.
@Tabea57: ja, ich denke auch Achtsamkeit und Bewusstheit können helfen. Ja, man kann sich nciht sicher sein, wo die Ware auch von höherpreisigen Herstellern herstammt :( Ich denke auch, bewusstes kaufen, auch bei den von dir erwähnten Einrichtungen kann eine Möglichkeit sein.
Ich könnte mir vorstellen, das es helfen kann, sich gedanklich damit auseinanderzusetzen. Bspw. wider der Wegwerfgesellschaft, sich die Mühe machen, die noch brauchbaren Produkte in den Second-Hand-Handel zu bringen. Wenn es sich dabei um eine gemeinnützige Einrichtung handelt, würde ich diese auch untersützen, wenn ich meine Waren dort abliefere, und die Einrichtung diese dann weiter verkaufen kann.
Und wenn der Geldbeutel eher klein ist: Einmal im Monat unterstütze ich mit einem kleinen Einkauf, mit ein zwei Produkten, den örtlichen Bio-Händler. Oder ich könnte die heimische Ernte unterstützen, in dem ich bei einem Hofladen, falls Landwirtschaft in der Nähe, kaufen.
@chryseis: ich denke, dass es vielleicht auch Sinn machen könnte, sich der Berieselung durch ständige Neuheiten und Mode-Erscheinungen zu entziehen. Die machen ja auch Lust, sich etwas anzueignen, vor allem durch Werbung. Also, bei mir steht schon lange am Briefkasten: keine Werbung. Oft verführten die mich zu Angebot-bzw. Schnäppchen-Jagd, was ich ohne das Wissen darum nicht gekauft oder gar gebraucht hätte.
Bin noch über etwas gestoßen: 2010 wäre wohl ein Film rausgekommen: "Kaufen für die Müllhalde" - Hier wird das Phänomen beschrieben, dass Geräte pünktlich zum MHD kaputt gehen und eine Reparatur nicht im Verhälntnis zu einer Neu-Anschaffung steht - man, also die Neu-Anschaffung vorzieht und das bisherige gerät - auf den Müll landet. :( (Umweltschutz?) Was bei uns im Bekanntenkreis ja auch schon erkannt und besprochen wurde.
Youtube zeigt den Film wohl auch. Hier in wikipedia: Kaufen für die Müllhalde
aus arte: Kaufen für die Müllhalde | Die Wegwerfer | Die Welt verstehen | de - ARTE
LG, Sonne
Geld, Glück, Gesundheit, Geld für dieses Jahr! Alles, alles Gute!
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09.03.2013, 07:59
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Im Einzelfall wohl schon. Auf Dauer und langfristig nicht, denn es sind die Konsumenten und NUR die Konsumenten, die ein Geschäft am Leben halten. Ich halte es durchaus für wirksam, mir bei jedem Einkauf zu überlegen, was die aktuell beste Variante ist, sozial und ökologisch und für mich selbst. Sogar wenn es mal passieren kann, dass ein Shirt aus Biobaumwolle in der Tat gar nicht bio ist, sondern gefälscht, so gibt das dennoch ein Signal ans Geschäft, dass Bio von mir gewünscht wird. Und ich vertraue darauf, dass im Lauf der Zeit auch falsche Etikettierungen etc auffliegen. Steter Tropfen höhlt den Stein.
grüsse, barbara
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09.03.2013, 10:11Inaktiver User
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Hallo in die Runde,
ein Punkt, in dem unsere ganze Familie schon immer spart, sind KInderklamotten für die Minis, Ebay sei Dank gibt es dort gut gebrauchte Kinderkleidung fürs kleine Geld, und ökologisch macht es auch Sinn, denn die sind grad bei dunklen Farben schon gewaschen...
Früher, lange vor Ebay, wanderten immer große Klamottentüten im Freundeskreis, da das Alter und Geschlecht der Kinder gut paßte....
Armut ist sehr relativ, meine Tochter hat in Brasilien gelebt, vom dortigen Niveau Mittelstand, jeder ALG2er wäre hier entsetzt! Meine Enkeltochter spielt mit so simplen Dingen, die einfach da sind....da brauchts keine Markenbausteine und Modepüppchen...
LG NNMi
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09.03.2013, 11:24
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Da mit meiner Zustimmung meine Schufa abgefragt worden ist, ist es eben doch persönlich. Wie gesagt ist für mich (!) die Welthungerhilfe als Laden inakzepabel, obwohl ich die Idee gut finde und mit meinen Einkäufen gern unterstützt hätte.
Ich halte das bewusste Einkaufen für elementar. Wie viel brauche ich? Esse ich das alles auf? Muss ich unbedingt die Schuhe, das T-Shirt, die Hose haben?
Meines Erachtens gehört auch regelmäßiges Ausmisten zu einer gesunden Lebensführung. Kaputte Sachen gehören repariert oder entsorgt, noch gute verschenkt oder auf dem Flohmarkt verkauft. Es ist unglaublich, was sich an Nippes, Erinnerungsbergen und auch Müll in Schubladen und Kisten, auf dem Dachboden und im Keller ansammeln kann.
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09.03.2013, 16:29Inaktiver User
AW: Sparen ok - aber an was oder wie?? - - arm sein - vs. - arm sein
Bei mir sammelt sich nix an. Ich lebe sehr minimalistisch. 80% der Dinge im Haushalt verwendet man nicht. Die hab ich auch nicht. 80% der Waren ist made im Billigland. Wenn made in Germany draufsteht, kann ein Zwischenschritt in Deutschland, muss aber nicht zu 100 % hier gefertigt worden sein. Konsum-Terror nicht mitmachen ist wohl angesagt. Teure Marken wie Wolfskin oder WM sind hier Statussymbole. Dort poliert eine Person für 50 Cent/Tag Besteck und steckt es in eine Hülle.


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