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  1. Inaktiver User

    Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Hallo,

    mich würde mal interessieren, ob jemand von euch Erfahrung mit der Anlage von Geld nach ökologisch-ethischen Prinzipien hat bzw. mit einer der Banken, die es in diesem Bereich inzwischen gibt.

    Hat jemand sein Girokonto bei einer solchen Bank und welche Erfahrungen hat er damit gemacht?
    Lohnt sich der Umstieg auch bei kleinem Kapital
    Wo sind die Nachteile?
    Wie sieht es mit der Anlage in Mikrokrediten aus?

    Und überhaupt: Interessiert euch neben der Rendite, was genau mit eurem Geld gemacht wird?

    Ich freue mich über Anregungen

    Betty

  2. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo,

    mich würde mal interessieren, ob jemand von euch Erfahrung mit der Anlage von Geld nach ökologisch-ethischen Prinzipien hat bzw. mit einer der Banken, die es in diesem Bereich inzwischen gibt.

    Hat jemand sein Girokonto bei einer solchen Bank und welche Erfahrungen hat er damit gemacht?
    Lohnt sich der Umstieg auch bei kleinem Kapital
    Wo sind die Nachteile?
    Wie sieht es mit der Anlage in Mikrokrediten aus?

    Und überhaupt: Interessiert euch neben der Rendite, was genau mit eurem Geld gemacht wird?

    Ich freue mich über Anregungen



    Betty

    Hallo Betty

    Ja, spätestens seit der Krise interessiert es mich, was mit meinem Geld geschieht und ich werde auch auf einen Teil der Rendite verzichten, da ich eh finde, dass Geld ja nicht arbeiten kann, also sich auch nicht vermehrt. Ich werde daher mein Geld so anlegen, dass es (momentan) vor grösseren Werteverlusten geschützt ist, sich aber nicht "vermehrt", denn jeder Zinsgewinn muss ja von jemandem erarbeitet werden.

    Wenn ich heute 10000 Euro anlege zu ca. 5 %, habe ich in knapp 15 Jahren 20000 Euro, also 10000 Euro gewonnen. Diese 10000 Euro müssen aber von jemandem erarbeitet werden. Wahrscheinlich von einem Woking Poor oder einem Menschen in einem Entwicklungsland. So viel erstmal zum Thema anlegen.

    Einen Teil meines (Bescheidenen) Vermögens, meiner Ersparnisse kommen auf die Freie Gemeinschaftsbank, ein anderer auf die Alternative Bank und für den Zahlungsverkehr lasse ich ein Konto im Moment noch bei meiner jetzigen Bank. Grossbanken habe ich seit jeher gemieden.

    Die Freie Gemeinschaftsbank ist eine nicht gewinnorientierte Bank, die lediglich selbsttragend sein muss und ihr Kerngeschäft ausführt: Geld sicher aufbewahren und es Firmen und Menschen zur Verfügung stellen, die es grad nicht haben und benötigen. Die Angestellten bekommen ein gutes Gehalt, aber reich wird niemand dort. Finde ich echt ein guter Ansatz. Sicher muss nie ein Staat solchen Banken aus der Patsche helfen.

    Ich bin keine Anthroposophin, aber die anthroposophische Wirtschaftstheorie mit ihrer tiefverwurzelten Ethik fasziniert mich dennoch. Wenn ich mit meinem Geld z.B. Waffenverkäufe ermögliche, trage ich zu einem ganz kleinen Teil die Verantwortung z.B. für ein behindertes Kind, das auf eine Landmine getreten ist.

    Bin sehr interessiert an weiteren Diskussionen.

    Artemis

  3. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Hallo Artemis,

    danke, dass du geantwortet hast.
    Scheint hier ja nicht wirklich viele Leute zu interessieren ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    jeder Zinsgewinn muss ja von jemandem erarbeitet werden.
    Dieser Punkt ist mir auch erst in jüngster Zeit klar geworden.
    Ich habe das irgendwie nie hinterfragt, wie sich diese Zinsen generieren.

    Allerdings muss ich sagen, dass ich eigentlich schon gerne etwas dafür bekommen möchte, dass ich mein Geld jemandem zur Verfügung stelle.
    Ich denke, dass es beides geben kann: Gerechte Entlohnung für die Menschen, die mit dem Geld arbeiten und einen Teilertrag für den Kapitalgeber.
    Dazu sollte unbedingt umweltverträglich und nachhaltig gehandelt werden.

    Ich bin sozusagen auf der Suche nach einem Mittelweg.
    Wobei ich aktuell noch gar nicht wirklich was zum Anlegen habe

    Theoretisch unterfüttert ist meine "Idee" übrigens nicht wirklich.
    Ich sehe nur zunehmend die Zusammenhänge. Global. Im Kleinen und im Großen.
    Und ich würde gerne dabei mitwirken, diese Welt besser zu machen und ich weiss, dass ich das mit solchen Dingen kann.

    Würde mich auch freuen, wenn das Thema weiterdiskutiert würde!

  4. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Artemis,



    Allerdings muss ich sagen, dass ich eigentlich schon gerne etwas dafür bekommen möchte, dass ich mein Geld jemandem zur Verfügung stelle.

    Würde mich auch freuen, wenn das Thema weiterdiskutiert würde!
    Also ich muss nicht unbedingt etwas dafür bekommen. Ich erhalte ja als Dienstleistung, dass mein Geld sicher aufbewahrt wird. Der kleine Zins ist eine Art Inflationsauffang, das heisst, wenn ich heute 5000 Euro anlege, hätte ich in 15 Jahren die Kaufkraft von 5000 Euro wieder, also keinen Verlust.

    Das aktuelle Zinssystem funktioniert so, dass die meisten Leute (ca. 80 - 90 %) mehr an Zinsen bezahlen (ca. 1/3 aller Kosten sind nur Zinskosten) und 10 % davon profitieren. Das heisst, die Mehrheit bezahlt direkt und indirekt Zinsen an die ganz Reichen. Dadurch, dass ein prozentualer Zuwachs niemals linear ist, wird die Zinslast immer grösser und der Gewinn der ganz Reichen ebenfalls.

    Aber das geht im Moment noch nicht in die Köpfe der Leute, auch bei mir hat es sehr, sehr lange gedauert. Ein Bekannter, Ökonom, ist bei dieser These mal derart in Rage geraten, dass er mich allerübelst beschimpft hat. Er hat sich danach entschuldigt, aber das Thema muss extrem emotional beladen sein.

    Ich für meinen Teil habe es satt, dass die Reichen immer noch reicher werden und die Armen immer noch ärmer.

    Artemis

  5. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich für meinen Teil habe es satt, dass die Reichen immer noch reicher werden und die Armen immer noch ärmer.
    Ja das geht mir ganz genauso
    Noch schlimmer finde ich es, dass der Umweltschutz für die Interessen des Kapitalismus absolut zurückstecken muss.
    Weil es einfach niemanden interessiert, wie diese Welt mal aussieht, wenn er nicht mehr da ist. Oder wie sie aussieht, dort wo er nicht leben muss ....

    Ich denke, man muss einen Kompromiss finden.
    So dass Alternative Bankensysteme für alle einen Sinn machen.
    Wobei dafür erst einmal eine Veränderung in den Köpfen stattfinden muss, die andere Werte ansetzt als eine reine Kapitalmaximierung.

    Angeblich findet das ja gerade statt.
    Wobei ich es eben interessant finde, dass sich hier anscheinend nur zwei Leute für das Thema interessieren

  6. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja das geht mir ganz genauso
    Noch schlimmer finde ich es, dass der Umweltschutz für die Interessen des Kapitalismus absolut zurückstecken muss.
    Weil es einfach niemanden interessiert, wie diese Welt mal aussieht, wenn er nicht mehr da ist. Oder wie sie aussieht, dort wo er nicht leben muss ....

    Ich denke, man muss einen Kompromiss finden.
    So dass Alternative Bankensysteme für alle einen Sinn machen.
    Wobei dafür erst einmal eine Veränderung in den Köpfen stattfinden muss, die andere Werte ansetzt als eine reine Kapitalmaximierung.

    Angeblich findet das ja gerade statt.
    Wobei ich es eben interessant finde, dass sich hier anscheinend nur zwei Leute für das Thema interessieren
    Hallo Betty

    Ich bin im Moment an zwei extrem guten Büchern zum Thema dran. Kennst du Franz Alt? Ein Buchautor und ich finde ihn suuuuper. Geh mal zu www.sonnenseite.com Dort findest du Informationen.

    übrigens: wir müssen nicht meinen, ewig profitieren zu können von den Lohnstrukturen im Süden. Klar, es ist "geil", z.B. so günstige Kleider kaufen zu könnne. Aber dadurch wandern Arbeitsplätze ab und wir haben die Arbeitslosen hier.

    Franz Al hat sich in einem Buch mal aufgeregt, als ein Mann nach einem Vortrag über die Endlichkeit des Öls und die Klimaerwärmung sagte "für mich reichts noch". Leider habe ich wenig Zeit und melde mich wieder.

  7. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Hallo Betty,
    seit etwa einem Jahr habe ich mein Anlagevermögen bei der
    GLS Bank angelegt und bin was Transparenz und auch Rendite angeht, sehr zufrieden. Man kann sich entscheiden,einen Teil des
    Zinsertrages in gemeinnützige Projekte zu spenden,ist kein MUSS
    und die "Informationspolitik" dieser Bank ist hervorragend.
    Dier "alternativen Banken" haben,soweit ich verfolgen konnte, die Krise bis dato besser überstanden als die klassischen Geldhäuser.
    Wir überlegen sogar, unser Girokonto auch zur GLS zu verlegen, bisher schreckt und der organisatorische Aufwand, die ganzen
    Ummeldungen usw.
    Da ich mit meiner "Hausbank" alles andere als zufrieden bin
    und absolut mies finde, was diese in der Finanzkrise teilweise
    verzapft haben soll, werde ich mich dazu wohl doch bald aufraffen....

  8. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    seit etwa einem Jahr habe ich mein Anlagevermögen bei der
    GLS Bank angelegt und bin was Transparenz und auch Rendite angeht, sehr zufrieden.
    Hey toll, "wir" sind also doch noch mehr
    Ich ärgere mich gerade sehr, dass ich vor 3 Jahren eine klassische private Altersvorsorge gemacht habe.
    Wenn ich da jetzt aussteige, ist das ganze Geld futsch, das kann ich mir nicht leisten.
    Aber immerhin habe ich schon darauf bestanden, dass nicht sowas wie Atomenergie oder Waffenindustrie oder sowas dabei ist.
    Aber ansonsten ist es ja total intransparent, was die wie mit meinem Geld machen

    Mit dem Girokonto habe ich auch schon überlegt.
    Immerhin bieten die Online Banking an und man kann auch an Volksbanken und Sparda-Banken Automaten abheben.
    Aber die Umstellung schreckt mich gerade auch noch ab.

    Wobei ich wie gesagt gerade eh nicht wirklich was zum Anlegen habe. Aber wahrscheinlich in ein paar Jahren, wenn z.B. ein Bausparvertrag fällig wird. Das würde ich gerne sofort umschichten

    Finde ich toll, dass du schon gehandelt hast!

  9. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Hallo Betty,
    eine rmeiner 3 Brüder arbeitet bei dieser, ähm, grossen Bank.....
    (meiner ehemaligen Hausbank) und was man da so erfährt, im Vertauen natürlich
    würde mir reichen um ,wäre ich nicht so ein Schisser, selbige
    zu überfallen und das Geld an die umzuverteilen, denen sie's
    "gemopst" haben.
    So frei nach Bertold Brecht "Eine Bank überfallen ist nicht
    schlecht, aber der echte Gauner gündet eine...." (oder so ähn-
    lich )


  10. Registriert seit
    20.05.2004
    Beiträge
    911

    AW: Erfahrungen mit "Umwelt- und Ethikbanken"?!

    Also ich habe keine Erfahrung mit Ethikbanken und werde sie auch nicht aufsuchen.

    Aber ich habe einmal mein Monatsgehalt eines Facharbeiters von 1960 mit dem Lohn eines solchen in den Jahren 1990 ff. verglichen und die jährliche Lohnsteigerung ermittelt.

    Ich würde eine solche Rechnung jedem empfehlen!!!

    Wenn ich sparen will, muß ich diese Steigerung übrtreffen oder die Inflation entwertet meine Sparanstrengungen. Da kann ich mich nicht mit bescheidenen Verzinsung, die heute auch noch steuerpflichtig ist, zufriedengeben.

    Natürlich müssen diese Zinsen von jemand erarbeitet werden.
    Das bedeutet aber, das Geld muß so sinnvoll investiert werden, daß eine solchen Verzinsung möglich ist.

    Eine Photovoltaikanlage erreicht diese Verzinsung nicht!!!

    Natürlich sollen wir die Erde nicht ausplündern und den Enkeln die Folgen überlassen. Aber wir dürfen ihnen auch nicht die Schulden von fast 4 000 000 000 000 DM überlassen!! und diese Schulden ständig weiter erhöhen.

    Damit profilieren sich heute die Politiker aller Parteien und sichern sich ihre Wiederwahl und ihre eigenen Versorgung. Der einzelne soll sehen wo er bleibt.

    Bei solchen Bedingungen bleibt meine Moral auf der Strecke. Leider!!!

    Im übrigen sollte man sich einmal überlegen, wo das Geld der "Heuschrecken" herkommt!

    Natürlich war es auch eine ungnügende Kontrolle der EZB, die die Geldmengensteigerung zugelassen hat weil die Inflation durch die weltweiten Märkte gering gehalten wurde.

    Aber es sind auch die Gelder der Versicherungen (auch Lebensversicherung), die jeder von uns hat und wo wir am Laufzeitende eine vernünftige Auszahlung erwarten, um die inzwischen gestiegenen Preise bezahlen zu können.

    Sonst fühlen wir uns doch verar.... wenn wir jahrelang fürs Alter vorsorgen (sollen) und dann mit leeren Händen dastehen.

    Es ist eben nicht so einfach das richtige zu wollen und das richtige zu tun. Die Lösung für alle diese Probleme kenn ich auch nicht.

    Außer, von nichts kommt nichts und man muß mit seinen Möglichkeiten sparsam umgehen, wenn man am Ende etwas noch haben will.

    Geld mit vollen Händen ausgeben, wie es unsere Politiker tun, und die Schulden der nächsten und übernächsten Regierung und den Enkeln zu überlassen, ist jedenfalls nicht die Lösung. Egal wie man das mit schönen Worten umschreibt.

    Peter

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