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  1. User Info Menu

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Interessant finde ich Deine Aussage, dass Du diese Art von Sex (in welcher Du zuverlässig den O. erreichst) nicht als besonders erfüllend und befriedigend empfindest. War das schon immer so oder hast Du das erst mit der Zeit bei Dir entdeckt?
    Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Anfangs hatte ich gar keine Orgasmen - und sie auch nicht vermisst. Zum Glück ist dieser Druck, der jetzt manchmal aufzukommen scheint, bei mir nicht angekommen. So habe ich das ganz entspannt sehen können.

    Mit dem ersten Mann, mit dem ich zusammengelebt habe, kamen auch die ersten Orgasmen. Und da war es dann oft so, dass ich auch anderen Sex hatte, als den, der mir Orgasmen beschert hat. Und der gefiel mir oft besser. Das Bild, das Leonie dazu beschrieben hat, passt da sehr gut. Irgendwie hatte beides seinen Platz.

    Inzwischen - das muss wohl auch das Alter sein - ist es schon anders. Auch bei hoher Erregung erreiche ich oft einen Orgasmus. Nicht immer. Aber: irgendwie ist der O. dann auch nur so etwas wie die Schokoladenstreusel auf der Kirsche auf der Sahne des Törtchens. Der Sex wäre (und ist) auch ohne sehr befriedigend. (Auch wenn ich es sehr schön finde, dass es jetzt so ist, wie es ist).

    Die schnelle Nummer, bei dem beide zuverlässig ihren Orgasmus haben, bei dem aber die Nähe, die Intimität und auch das Spielerische fehlt, das wäre auf Dauer nichts für mich. Ist mal ganz nett zwischendurch, aber da würde mir ganz viel an Erleben, an Aufregung und auch an Erregung fehlen. (Und irgendwie hat das auch so etwas technisches und lässt mich eher an Triebabbau denken).

    Wie Tabea57 in dem anderen (von Leonie verlinkten) Strang schrieb, einen O. kann ich mir auch selber mal eben verschaffen. Guter, befriedigender Sex ist halt mehr. Oder etwas anderes.

    Gruss
    hopscotch

  2. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Leonie,

    das hast du schön beschrieben mit dem Hochklettern und Runterspringen!

    Ich kenne das auch, mit dem Hochklettern und nicht Springen können (das andere auch, aber davon will ich jetzt nicht reden). Aber dann kenne ich noch, dass ich - um im Bild zu bleiben - auf dem Grat bleibe, stundenlang, so kommt es mir vor, weil "er" etwas mit mir macht, das mich in höchstes Entzücken versetzt. Ohne Runterspringen.

    Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, und manchmal denke ich, dass ich das schöner und befriedigender als jeden Orgasmus finde. Schon deshalb, weil ich dann für lange Minuten wirklich und absolut im Mittelpunkt des Geschehens stehe und sich all seine Aktivitäten ausschließlich um mich, um mein Vergnügen drehen. Hab ich leider noch nicht oft erlebt.

    Vielleicht auch, weil ich dann ganz und gar nicht unter der Erwartung (um nicht zu sagen dem Druck) stehe, kommen zu "müssen". Denn was mich auch am Runterfallen hindert, ist ein Mann, der zwar macht und tut, dann aber auch quasi einfordert, dass seine Bemühungen "belohnt" werden.

  3. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Ich hatte sowieso überlegt, von dem Beratungsgespräch in der BriCom zu berichten, da das Problem Anorgasmie hier ja immer wieder auftaucht. Jetzt hat es sich halt in diesem Thread ergeben. Deshalb schreibe ich – sozusagen zur Vervollständigung – noch 3 Punkte dazu.


    A. Eine Frage ist natürlich, warum ich überhaupt dieses Gespräch gesucht habe, obwohl ich eigentlich keinen Leidensdruck habe und schon vor Jahren beschlossen hatte, dass ich mir von ein paar (ausbleibenden) Muskelkontraktionen das Leben nicht vergällen lasse und einfach genieße.
    Das Ganze ist ja sowieso eigenartig – denn wie Tabea schrieb, was frau nicht kennt, kann sie sie eigentlich auch nicht vermissen, und das Wissen, dass es da noch etwas gibt, das andere Frauen erleben, kommt von außen und über den Kopf.

    Zwei Gründe/Anlässe kann ich nennen. Einmal meine Ü40-Schub, der meine Erlebnisfähigkeit in den letzten Jahren noch einmal deutlich erweitert hat.
    Und dann das mögliche Bereuungspotential, es nicht getan zu haben.
    Dem Therapeuten erklärte ich es so, dass ich den Anlauf zu diesem Gespräch ein wenig in Analogie dazu genommen habe, dass ich mich vor gut 10 Jahren noch einmal gründlich habe untersuchen lassen, ob eine Ursache gefunden werden kann, warum es bei uns mit weiteren Kindern nicht klappt – damit ich mir nicht irgendwann den Vorwurf mache, dass ich es nicht wirklich versucht habe. Und dass ich da in meinem Alter wohl nicht mehr lange warten sollte.

    Diese Sichtweise rückte der Berater aber zurecht – im Gegensatz zur Fruchtbarkeit (und auch zur Sexualität bei den Männern) gebe es bei Frauen da keinen Zeitpunkt, von dem aus es bergab gehe und ich hätte noch viel Zeit, mich weiter zu entwickeln. Und es sei ja bei vielen Frauen so, dass die eigentliche Entwicklung der Sexualität erst mit ca. 30 beginne.


    B. Ein Thema war natürlich "Erziehung" – aber da bin ich der Meinung, dass ich nicht "verklemmt" oder "sex-feindlich" erzogen worden bin.
    In diesem Zusammenhang fragte der Therapeut, ob ich bei der Entwicklung meiner Lust und meiner Sexualität im Laufe der Jahre das Gefühl gehabt hätte, dass sich da Blockaden lösen (wie es ja viele Frauen berichten).
    Dieses Gefühl habe ich aber nicht – wenn ich einen Entwicklungsschritt gemacht habe, hatte ich nie das Gefühl, dass da vorher etwas blockiert war – sondern dass sich die Dinge in mir eben erst entwickelt haben. Das meine ich, wenn ich hier manchmal schreibe "ich bin so auf die Welt gekommen".


    C. Der Therapeut erklärte mir, dass es für den Orgasmus 3 Dinge brauche:

    1. eine entsprechende Erregung
    2. den Reflex bzw. das Loslassen
    3. eine gesunde Portion Egoismus

    über 1. und 2. haben wir hier ja schon diskutiert. Ansatzpunkt bei mir sah er am ehesten bei Punkt 3. Wenn er mir empfehlen würde, etwas "zu üben", dann nicht stärkere Erregung oder bessere Technik zu suchen, sondern "selbst verliebt zu genießen". Und mit dem zutreffenden Kommentar, dass ich jetzt vermutlich die Stirn kraus ziehen würde, schlug er vor, mich beispielsweise mit wohlriechendem Öl selbst einzureiben und zu massieren.

    Also vielleicht doch Erziehung? Aber nicht Sex- oder Körperfeindlichkeit – sondern das Norddeutsch-Prostestantische, dass man sich nicht soviel um sich selbst dreht?

    Was ich mit diesem Hinweis genau anfange, weiß ich noch nicht.


    Gruß, Leonie

  4. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    C. Der Therapeut erklärte mir, dass es für den Orgasmus 3 Dinge brauche:

    1. eine entsprechende Erregung
    2. den Reflex bzw. das Loslassen
    3. eine gesunde Portion Egoismus

    über 1. und 2. haben wir hier ja schon diskutiert. Ansatzpunkt bei mir sah er am ehesten bei Punkt 3. Wenn er mir empfehlen würde, etwas "zu üben", dann nicht stärkere Erregung oder bessere Technik zu suchen, sondern "selbst verliebt zu genießen". Und mit dem zutreffenden Kommentar, dass ich jetzt vermutlich die Stirn kraus ziehen würde, schlug er vor, mich beispielsweise mit wohlriechendem Öl selbst einzureiben und zu massieren.

    Also vielleicht doch Erziehung? Aber nicht Sex- oder Körperfeindlichkeit – sondern das Norddeutsch-Prostestantische, dass man sich nicht soviel um sich selbst dreht?

    Was ich mit diesem Hinweis genau anfange, weiß ich noch nicht.


    Gruß, Leonie
    Ich muss da grad an meine ersten Erfahrungen in Richtung SB denken. Was hab ich nicht alles ausprobiert um zum O zu kommen, schöne Empfindungen waren vorhanden aber es hat nie bis zum Gipfel gereicht.
    Erst als ich meine Klit mit Öl selbst stimulierte klappte es. Ich habe schon so einiges ausprobiert (Gleitcreme auf Öl oder Wasserbasis) aber mit normalen Haushaltsöl komme ich am schnellsten.

    Gruß loulou

  5. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User


    Also vielleicht doch Erziehung? Aber nicht Sex- oder Körperfeindlichkeit – sondern das Norddeutsch-Prostestantische, dass man sich nicht soviel um sich selbst dreht?

    Was ich mit diesem Hinweis genau anfange, weiß ich noch nicht.
    Das könnte aber genau der Hinweis sein! Ich beispielsweise habe mir lange "verboten", beim Sex mein Kopfkino einzuschalten, und habe zusätzlich immer gedacht: ich sollte jetzt noch dies bei ihm tun und jenes auch noch... Letzteres soll ja auch sein, aber es gibt einen Zeitpunkt, da muss nur noch ich dran sein, für ihn und für mich, da muss ich denken und tun können, was ausschließlich mir gut tut. Das ist wohl das berühmte Sichfallenlassen, das habe ich lange Zeit nicht kapiert.

  6. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das könnte aber genau der Hinweis sein!
    Danke für das Posting
    ich lehne den Gedanken auch nicht ab. Aber ich habe ihn auch noch nicht für mich "sortiert".

    In der Beziehung insgesamt kann ich sehr gut für meine Bedürfnisse einstehen (Stichwort: Auf den Tisch hauen).

    Es ist auch im Bett so, dass ich immer gesagt und dafür eingestanden habe, was ich mag (und was nicht). Und nicht immer nur auf ihn fixiert war.
    Und im Zuge meines Ü40-Schubes bin ich auch egoistischer geworden - wie Du schreibst, Phasen in denen es nur um mich geht - ohne dass es mich verwirrt, dass ihn das nicht so anmacht.
    (Er kommt ja auch wieder dran).
    So sieht alles auf guter Schiene aus - und meine vergrößerte Erlebnisfähigkeit war ja mit Anlass, dieses Gespräch zu suchen.

    Und trotzdem - mit dem "Selbstverliebt genießen" hat der Therapeut mich voll erwischt. Mich selbst mit wohlriechendem Öl massieren (und da waren die Hotspots gerade nicht gemeint) - das kann ich nicht. Und genießen kann ich das schon zweimal nicht.

    Könntest/kannst Du das?

    Gruß, Leonie

  7. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Gern geschehen...

    Wahrscheinlich ist es ein riesengroßer Unterschied, ob man/frau in bestimmten Situationen und rational "auf den Tisch hauen" kann - oder in einem komplett und völlig emotional gesteuerten Zustand die norddeutsch-zurückhaltende Konditionierung vergessen kann!

    Hmmmhmm... das mit dem Öl geht schon, wenn es nicht nur wohl riecht, sondern auch noch meine Haut weich macht (rationales Denken!!!!), aber ich gehe z. B. höchst ungern und höchst selten in die Badewanne... Obwohl ich Wasser liebe! Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, warum, aber das scheint für mich so'n Punkt zu sein, wo es dann zu viel des Guten für mein Ego ist. Einfach nur im Wasser rumliegen, obwohl eine Dusche einen genauso sauber machen würde - wo kämen wir denn da hin???

    Meine Güte, ich muss gerade über mich selbst grinsen - ich weiß so vieles, das mir gut tun würde... was legt man sich doch oft selbst für Steine in den Weg!

  8. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    dann habe ich ja vielleicht noch Chancen - Badewanne mag und genieße ich nämlich, auch wenn ich das selten mache.
    Vielleicht sollte ich damit anfangen und mir das öfter gönnen.

    Denn ich befürchte, eincremen damit die Haut geschmeidig wird, war nicht gemeint (und das genieße ich auch nicht)

    Gruß, Leonie

  9. Inaktiver User

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Hopscotch07
    Mit dem ersten Mann, mit dem ich zusammengelebt habe, kamen auch die ersten Orgasmen. Und da war es dann oft so, dass ich auch anderen Sex hatte, als den, der mir Orgasmen beschert hat. Und der gefiel mir oft besser.
    So war das bei uns am Anfang der Beziehung. Irgendwann haben wir dann mit der "zweiten" Art Sex aufgehört und nur noch auf ihren Orgasmus "optimiert" (blöd ausgedrückt, aber es kam mir nichts anderes in den Sinn). Bei uns heisst das: Quicky, ohne Vorspiel, oft sgar ohne Küssen (!) einfach nur möglichst schnell "zur Sache" kommen. Das "funktionierte" bis jetzt gut, sie erreicht praktisch immer ihren Orgasmus und mit der Zeit bin ich ein Meister des perfekten "Timing" geworden.

    Zitat Zitat von Hopscotch07
    Die schnelle Nummer, bei dem beide zuverlässig ihren Orgasmus haben, bei dem aber die Nähe, die Intimität und auch das Spielerische fehlt, das wäre auf Dauer nichts für mich. Ist mal ganz nett zwischendurch, aber da würde mir ganz viel an Erleben, an Aufregung und auch an Erregung fehlen. (Und irgendwie hat das auch so etwas technisches und lässt mich eher an Triebabbau denken).
    Genau so geht es mir jetzt. Nähe, Intimität und jegliches Spielerische fehlen. Quickies sind ok mal zwischendurch, aber auf Dauer ist das einfach unbefriedigend. Es gibt ja doch auch noch andere Gründe, miteinander Sex zu haben, als einen Orgasmus zu erreichen. Leider sieht das meine Frau nicht so. Für sie gilt: Orgasmus gut, alles gut...

  10. User Info Menu

    AW: Weibliche Anorgasmie und Sexualtherapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Genau so geht es mir jetzt. Nähe, Intimität und jegliches Spielerische fehlen. Quickies sind ok mal zwischendurch, aber auf Dauer ist das einfach unbefriedigend. Es gibt ja doch auch noch andere Gründe, miteinander Sex zu haben, als einen Orgasmus zu erreichen. Leider sieht das meine Frau nicht so. Für sie gilt: Orgasmus gut, alles gut...
    Das klingt schon ein bisschen traurig.

    Nähe, Intimität und auch spielerisches kann man ja auch ausserhalb des Sexes haben und erleben. Wie sieht es denn da bei euch aus?

    Und weiss Deine Frau, dass es (der Sex, so wie ihr ihn derzeit praktiziert) für Dich eben nicht gut ist, nur weil ihr zum Orgasmus kommt? Dass Dir etwas fehlt?

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