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  1. Avatar von Kleinfeld
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    AW: So gut wie keinen Orgasmus

    Zitat Zitat von farfalle61 Beitrag anzeigen
    Das ist doch Nonsens. Das hast du dir selbst so zurechtgelegt
    Wenn @zweifler auch sonst seltsame Vorstellungen haben mag, aber hier muß ich ihm Recht geben.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.


  2. Registriert seit
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    AW: So gut wie keinen Orgasmus

    @farfalle61.

    Eigentlich wollte ich gar keinen "orgasm gap"-Thread aufmachen. Meine Behauptung ist keine persönliche Erfindung. Siehe z.B. den Spiegelartikel "Klitoris und weibliche Lust - Königin des Kommens, Kanzlerin aller Orgasmen" gerade erst vom 14.5. Ähnliche Berichte findest Du viele. Siehe auch ältere Artikel in der Emma. Mag ja sein, dass das alles "nonsense" ist, aber ich weiß es nicht. Was da stimmt, kann ich als Mann überhaupt nicht sagen. - Selbst wenn ich anderer Ansicht wäre, weil ich die psychisch-sozialen-gender-verhaltensspezifischen Hindernisse im Grunde als viel gravierender ansehe als die Anatomie, würde ich das in einem Frauenforum nicht zu behaupten wagen! Im Grunde ist das "Frauen kommen per Penetration nur selten" mehr oder weniger Mainstream-Denken unserer Zeit, und dagegen darf man sich als Mann schon gar nicht stellen. Einzelne Frauen können das natürlich anders empfinden bzw. erleben.

    Ich kenne auch die Behauptung, jede Frau könne einen sogenannten "vaginalen" Orgasmus erfahren, und auch hierzu gibt es Berichte.

    Wer da recht hat, ist doch für die Frau, die hier ein Problem hat, völlig unwichtig. Es geht um ihre Vorstellung, dass er für ihre Lust verantwortlich sei.

    Wenn sie nicht mit Penetration kommt, dann wäre es eine Ansage von ihr, ihm andere Techniken nahezulegen und offener zu kommunizieren. Aber hat sie das jemals getan? Oder würde das vielleicht ihr Bild von der "Verantwortungsaufteilung" in puncto sexuellem Erleben ins Wanken bringen? Gewiss, sie ist sogar der aktivere Part, aber doch nur in der Initiierung des Aktes. Das reicht nicht. Damit weiß ich von den Gefühlen und Sehnsüchten des anderen noch lange nichts und auch nicht von seinen Fähigkeiten, auf ihre Bedürfnisse einzugehen.


  3. Registriert seit
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    AW: So gut wie keinen Orgasmus

    Und schon wären wir wieder mal bei der Kommunikation.

    Sie traut sich nicht, er würde es vielleicht als persönliche Kritik auffassen, wäre verletzt, nonverbal funktioniert es auch nicht und schon ist der Wurm drin, wo doch eigentlich losgelassen miteinander experimentiert werden könnte, wenn...ja wenn nicht...

    Ich "glaube" an Technik und vaginale Orgasmen. Sagt aber ja nichts darüber aus, ob die Statistik nicht doch recht hat.


  4. Registriert seit
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    AW: So gut wie keinen Orgasmus

    Zitat Zitat von Lizzy1234 Beitrag anzeigen
    Und schon wären wir wieder mal bei der Kommunikation.

    Sie traut sich nicht, er würde es vielleicht als persönliche Kritik auffassen, wäre verletzt, nonverbal funktioniert es auch nicht und schon ist der Wurm drin, wo doch eigentlich losgelassen miteinander experimentiert werden könnte, wenn...ja wenn nicht...

    Ich "glaube" an Technik und vaginale Orgasmen. Sagt aber ja nichts darüber aus, ob die Statistik nicht doch recht hat.
    Ja, Lizzy.

    Wir alle haben immer ein wenig recht, aber es hilft alles nichts. Ich selbst bin nach einer sehr offenen Phase in meiner Jugend immer ein ganz schlechter Kommunikator in puncto "sexuelle Bedürfnisse" gewesen. Verrückterweise bilde ich mir ein, genau deshalb etwas darüber sagen/schreiben zu können.

    Insofern könnte ich sozusagen das negative Vorbild für diesen Thread sein - solange hier auf einen Bekennenden und Sich-Selbst-Kasteienden kein Buhmann gemacht wird.

    Wobei - Du weißt es ja - mir schreiben sehr viel leichter fällt als mit realen Personen reden.

    Auch ich würde die Reaktionen meiner Partnerin fürchten - da ist doch schweigen einfacher. Es wird ja alles Mögliche abgewehrt oder als Kritik missverstanden. Aber ist es wirklich ein "Missverständnis"? Ist es nicht echte Kritik an einem Verhaltensmuster?

    Es heißt so schön: Kritik sei erwünscht. Das trifft in allen möglichen Lebenslagen, auch in Diskussionen, im Berufsleben zu. Zwar können wir alle nur ein gewisses Quantum an Kritik vertragen, aber manchmal sind wir nach etwas Unbehagen auch dankbar dafür.

    Nur: Wenn Kritik einen der Kernbereiche der Persönlichkeit eines Menschen betrifft oder trifft, dann wird es kritisch. Das hält kaum jemand aus. Und Sexualität scheint wohl einer dieser Kernbereiche zu sein: Darum sind Gespräche mit "kritischer" Bedeutung, selbst bei "liebevollem" und verständnisvollem Vortrag, so ungemein unerwünscht. Werden von den wenigsten ertragen.

    Ich kenne keine Methode, das zu durchbrechen. Vielleicht können das geschulte Psychologen. Bei mir konnten sie es in meiner vorhergehenden Ehe nicht: Da war ich so unendlich feige oder prüde oder verklemmt oder "was weiß auch immer" (keine Ahnung, welche Ängste in mir saßen), dass der Psychologe nichts über die Paarsexualität erfahren hat. Meiner Ex-Frau reichte der Nicht-Sex. Ich suchte einen "externen Ausweg" und habe in den Beratungsgesprächen alles unternommen, um das Thema Sexualität da rauszuhalten, andere "Erlebnisgründe" vorzuschieben. Warum? Ich wollte meine Ex-Frau da gar nicht kritisieren, aus der Schusslinie raushalten, sie nicht blamieren oder was für eine Art von männlicher Pseudo-Ritterlichkeit mich da geritten hat. - Im Grunde bin ich heute nicht anders, aber ich leide nicht mehr so darunter. - Natürlich wird jetzt jemand(e) mit der Mutmaßung kommen, dass ich selbst Kritik wegen sexueller Unzulänglichkeiten fürchtete. Ja, das kann sein, aber ich weiß es wirklich nicht. Ich war nie der leidenschaftlich agierende, sondern immer der verständnisvolle, ja auch ausdauernde Liebhaber mit großem Interesse daran, dass "es ihr gefällt". Möglicherweise ist gerade das eine zu einseitige Ausrichtung.

    Nach soviel billigem Selbstbekenntnis zurück zu der TE: Nur absolute Ehrlichkeit könnte (muss aber nicht) helfen. Eine Ehrlichkeit, die ich nicht habe. Eine Offenheit, die ich nicht habe. Weil man mit meiner Einstellung in Dingen der Erotik und Sexualität scheitert.

    Eigentlich wollte ich dieses (eigene) "Negativbild" nur deshalb zeichnen, um das Positivbild anzudeuten, das zu einer Lösung führen könnte.

    Jetzt noch zu Deiner Aussage puncto "Orgasmen": Natürlich kannst Du als Frau mehr dazu sagen. Aber ich denke, dass die Statistik schon deshalb nicht absolut recht haben kann, weil bei allen solchen Fragestellungen das Gesetz der vorauseilenden Prophezeiung eine Rolle spielt. Mehr möchte ich hier lieber nicht dazu schreiben.

    Im Nachhinein ist mir noch etwas schrecklich Banales eingefallen, und daher muss ich meine Konfessionen oben jetzt durch Nachbearbeitung ergänzen bzw. korrigieren. Es war nicht Ritterlichkeit und auch nicht das Bedürfnis, meine Exfrau "rauszuhalten". Völliger Blödsinn, was ich da oben geschrieben habe. Es war ganz schlicht eine ungeheure Scham, dass bei meiner "Neuorientierung" überhaupt sexuelle Bedürfnisse eine Rolle gespielt haben. Dass ich mich für eine andere Frau interessierte, da habe ich gegenüber dem Psychologen alle möglichen Ideen geäußert, war äußerst phantasiereich: Fehlender Sex durfte da doch kein Motiv sein (schließlich wollte ich nicht als männliches sexgeiles Monster gelten). Ich würde heute genauso handeln. Hier zu schreiben ist eine Sache, jemand anderem etwas über sich in einem Beratungsgespräch zu berichten und solche "igittigitt"-Bedürfnisse zu artikulieren ist eine andere Sache. Liegt natürlich an der Erziehung und an ungemeinen gesellschaftlichen Konventionen, in denen wir stecken (nicht nur Frauen, sondern auch viele Männer).

    Es lag auch nicht an dem Psychologen. Der hätte vielleicht etwas aus mir herauskitzeln, meine Gründe in Frage stellen können. Aber dafür war ich in den Gesprächen zu "raffiniert" und zu ausweichend.

    Später einmal begegnete ich einer Psychologin, die hatte aber gleich wieder andere Ideen. Die glaubte, ich sei für einen Mann zu wenig "sexuell aggressiv" (womit sie natürlich nicht die Bereitschaft meinte, Frauen zu vergewaltigen oder zu nötigen). Toll, wenn Frauen glauben, Männer müssten ihre Sexualität sehr deutlich artikulieren/in den Vordergrund spielen, um Frauen sexuell zu animieren. Alte Rollenspielchen, die mir absolut nicht liegen.
    Geändert von Zweifler54 (20.05.2020 um 06:07 Uhr)

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