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  1. Registriert seit
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    Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Hallo!

    Mit dieser zugegebenermaßen bescheuerten Frage wende ich mich an Euch, weil ich sicher bin, daß ich nicht der einzieg Mensch bin, der darunter leidet.

    Falls die Moderation dieses Thema hier falsch findet, möge es bitte in Forum Erotik (oder was auch immer besser passt) verschoben werden.

    Die Situation ist folgende:
    Meine Partnerin und ich sind beide Mitte 50, glücklich miteinander und super zufrieden.
    Leider reibt mich das Thema fehlende Sexualität zunehmend auf - ich kann nichts dafür, ich muss immer und immer daran denken.

    Es geht mir ausdrücklich nicht darum, Sex mit einer Frau zu haben - es geht um Sex mit meiner Frau.
    Es ist auch nicht so, dass ich in der Midlife-Crisis angekommen bin und nun meine, etwas verpasst zu haben - im Gegenteil, ich habe genau die Frau die ich will.

    Ich suche also keine Ratschläge, mir eine andere Partnerin, eine Geliebte, einen ONS oder eine Professionelle zu suchen - ich suche Hinweise, wie andere Paare damit umgehen.

    Vielleicht muss ich zum besseren Verständnis der Situation kurz die Lage skizzieren:
    Ich war ein Spätstarter (die Frauen, die ich wollte, wollten mich nicht und die, die mich wollten, wollte ich nicht), es hat also eine Weile gedauert, "die Richtige" zu finden.
    Ich bin mein (fast) ganzes Berufsleben unterwegs und nur am Wochenende daheim und meine Frau war mehrere Jahre krank, bevor sie starb - wenig oder kein Sex ist also kein Thema.

    Dann habe ich Jahre später meine jetzige Frau kennengelernt, trotz der Pendelei lief alles klasse zwischen uns und wir waren glücklich in jeder Beziehung.

    Doch ihre chronischen Erkrankungen, zu denen dann auch noch die Wechseljahre hinzukamen, haben durch chronische Schmerzen in Verbindung mit Neben- und Wechselwirkungen der Medikamente dazu geführt, dass seit rund dreieinhalb Jahren nichts mehr läuft - der letzte GV war vor mehr als 14 Monaten.

    Sicher, man könnte die Schultern zucken und sagen, so ist das Leben.
    Man könnte auch anfangen, an der Beziehung zu zweifeln (eigene Attraktivität, Attraktivität anderer usw.)

    Doch so einfach ist es auch wieder nicht, denn sie sagt mir immer wieder, dass sie mich attraktiv findet und dass sie den Sex mit mir mag und mich sogar für einen klasse Liebhaber hält (und das würde sie ja nicht tun, wenn sie kein Interesse an mir hätte oder mich gar loswerden wollte). Gleichzeitig versetzt mir das jedesmal einen Stich, weil ja doch nichts mehr zwischen uns läuft.

    Manchmal können wir uns wenigstens aneinander kuscheln oder sie streichelt mich, doch meist tun ihr Knochen, Muskeln und Gelenke zu weh - dass da keine Stimmung aufkommt, verstehe ich natürlich. Unsere Zärtlichkeit besteht im Wesentlichen nur noch darin, ihr die Füsse und den Rücken zu massieren (was ihr gut tut und was ich durchaus auch gern mag).

    Ich bin ja kein kleines Kind, das trotzig aufstampft und "Ich will aber!" ruft, sondern ich leider darunter, dass ich eine tolle, liebenswerte, charmante, gutaussehende, erotische Frau habe - ich aber weniger Sex habe als der durchschnittliche katholische Priester auf dem Land. Irgendwie fühle ich mich wie der Esel, dem man den ganzen Tag die Möhre hinhält - klasse Frau, die ich liebe und die mich lieb, doch es läuft nichts mehr.

    Wir haben natürlich auch schon mal darüber gesprochen, doch ich fürchte, dass sie mich nicht wirklich versteht - ich weiss ja, dass sie mich nicht absichtlich heissmacht und dann verhungern lässt, sondern dass ihr krankheitsbedingt einfach nicht der Sinn nach Sex steht.

    Ich merke aber auch, dass meine Gedanken immer öfter um das Thema kreisen und ich den Sex mit ihr immer mehr vermisse. Oft liege ich stundenlang wach und bin traurig, dass nichts mehr geht.

    Wie lösen andere Paare dieses Problem? Wie gesagt: Eine andere Frau will ich nicht, sie allein ist mein Schatz, der mich anmacht.

    Gibt es Möglichkeiten der "Selbstprogrammierung", Hypnose, Ernährung o. ä., die das Begehren dämpfen (quasi das Gegenteil eines Aphrodisiakums)? Vergeht die Sehnsucht von allein? Muss man sich die Lage schönsaufen?

    Netzrecherche hat bisher nichts wirklich hilfreiches ergeben.

    Entschuldigt bitte, dass ich Euch mit einem solchen Thema nerve; ich habe ein knappes Jahr mit dem Schreiben gezögert, doch weiss ich jetzt nicht mehr, wie ich aus meiner Depri-Falle herauskomme.

    Und da es hier kompetente Antworten zu allen Fragen des Lebens zu geben scheint, habe ich jetzt nach langem Nachdenken den Versuch gewagt.

    Für hilfreiche Antworten dankt

    Monsieur Ratlos

  2. Avatar von Hair
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Was ist denn mit Selbstbefriedigung? Mußt hier nicht antworten.
    Mit Dir selbst und/oder in Gegenwart Deiner Frau?

    Ist sie nicht mehr in der Lage so eine Art Petting mit Dir zu erleben?

  3. Avatar von Mambi
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Was sagt denn Deine Frau zu dem Thema?
    Was für Vorschläge oder Lösungsansätze hat sie?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"


  4. Registriert seit
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Ja, sicher, das ist eine Möglichkeit.
    Die letzte, die wir noch haben - doch selbst wenn sie mich verführt und es mir mit der Hand macht, ist nach kürzester Zeit ihre Kraft erschöpft. Sie bittet mich dann, es selbst zu machen und schaut mir dabei zu, doch das ist nicht dasselbe - zumal sie von mir nicht befriedigt werden will, weder mit Fingern noch Zunge.
    Da wirkt es, als habe sie das Interesse an eigener Befriedigung total verloren - und das macht mir dann ein schlechtes Gewissen. Ich weiss gar nicht mehr, wie sie riecht oder schmeckt, so lange ist es her.

    Sie ist nicht bedrohlich krank oder dergleichen, sondern ist noch (reduziert) berufstätig, doch sie hat permanent Schmerzen in Knochen, Muskeln und Gelenken und kann weder richtig sitzen noch stehen noch liegen. Alles ist ihr unbequem (weshalb sich auch Kuscheln auf ein Minimum beschränkt, weil sie es kaum fünf Minuten in einer Position aushält (was auch ihren Schlaf stört).

    Es ist alles ziemlicher Murks. Dabei ist sie wunderschön und es hat bis vor einiger Zeit auch im Bett alles super geklappt. Und in kürzester Zeit war alles vorbei - sie leidet ja selbst darunter.


  5. Registriert seit
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Sie hofft immer, daß nach den Wechseljahren alles ins Reine kommt.
    Andererseits haben die Hormontests irgendwie auch kein klares Bild ergeben - typische Anzeichen der Wechseljahre liegen nicht vor, es könnten auch Nachwirkungen einer Chemo (Hormonpräparate über 6 1/2 Jahre) sein - die Probleme begannen aber erst nach Ende der Behandlung.


  6. Registriert seit
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Zitat Zitat von MonsieurRatlos Beitrag anzeigen
    Wir haben natürlich auch schon mal darüber gesprochen, doch ich fürchte, dass sie mich nicht wirklich versteht - ich weiss ja, dass sie mich nicht absichtlich heissmacht und dann verhungern lässt, sondern dass ihr krankheitsbedingt einfach nicht der Sinn nach Sex steht.


    Das irritiert mich.
    Warum fürchtest du, dass sie dich nicht wirklich versteht?
    Was soll es da nicht zu verstehen geben?

    Ansonsten, ich wüsste nicht, was ich in dieser Situation machen würde.
    Stelle ich mir schwierig vor.
    Verzicht?
    Was bliebe übrig, wenn man anderweitigen Ausgleich nicht will?

    Die eigenen Wünsche abzutöten geht nicht.
    Medikamentös ginge das zwar schon, aber das hätte ziemliche Nebenwirkungen, die das Leben für dich unschöner machen würden.

    Ich weiß nicht.
    Sind im medizinischen Bereich für deine Frau keine Besserungen ihres Zustands erreichbar?
    Habt ihr alles versucht? Wart ihr bei Spezialisten? So wie in vielen Berufen ist es auch bei der Ärzteschaft so, dass es solche und solche gibt und manchmal kann es sich lohnen, auch weite Wege zu einem Spezialisten auf sich zu nehmen.


  7. Registriert seit
    24.02.2020
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    13

    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Ich glaube, dass sie nicht wirklich versteht, wie es mich innerlich zerreisst.

    Natürlich respektiere ich ihre Entscheidung, unter diesen Umständen keinen Sex haben zu wollen.
    Und ebenso freue ich mich, wenn sie (sehr selten) die Initiative ergreift - auch wenn sie mich meist nach sehr kurzer Zeit auffordert, dass ich weitermache, weil ihr wieder alles weh tut.
    Doch gleichzeitig fürchte ich, dass sie die Initiative nur aus Mitleid ergreift.
    Und ich fühle mich mies, weil ich ihr manchmal sage, dass ich scharf auf sie bin - obwohl ich sie ja gar nicht bedrängen will, sondern einfach nur will, dass sie weiss, wieviel sie mir bedeutet.

    Ob irgendwann irgendwas besser wird? Keine Ahnung, zumindest sieht es derzeit nicht so aus.
    Ihre Frauenärztin (die sie sehr schätzt) verschreibt Vaginalcreme, doch weder die noch Gleitgel lösen das Problem - sie geniesst den Moment, hat aber danach lange Probleme, was ihr ein zu hoher Preis ist (kann ich natürlich auch verstehen).


  8. Registriert seit
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Gut, Vaginalcreme, Gleitgel..

    Aber ich meinte die Schmerzen, die sie überall hat.. Gelenke, Knochen, Muskeln..
    Hat das alles mit der Chemotherapie zu tun? Habe ich das richtig verstanden?
    Gibt es nicht in Deutschland irgendwo darauf spezialisierte Zentren, die so etwas behandeln?
    Dass eine Chemotherapie noch viele Jahre nach Abschluss der Therapie Probleme bereiten kann, ist bekannt. Allerdings wusste ich nicht, dass es auch zu solchen Schmerzen kommen kann. Oder habe ich das falsch interpretiert?

    Ich meine, gibt es da keine Möglichkeiten, deiner Frau ärztlicherseits, medizinisch zu helfen? Habt ihr alles ausgeschöpft?
    Das wäre doch der goldene Weg. Dann würde es erstens deiner Frau nicht mehr so schlecht gehen und der Sex würde wieder möglich werden, so als Nebeneffekt.


  9. Registriert seit
    24.02.2020
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Momentan wirken alle Ärzte ratlos.
    Sie ist seit vielen Jahren in regelmässiger Behandlung bei diversen Spezialisten, doch jeder sieht immer nur sein Fachgebiet, keiner das grosse Ganze.
    Irgendwie scheinen sie keine Ursache zu finden bzw. keine Lösung zu kennen (je nach Problem).
    Und diese diversen Baustellen verketten sich einfach unglücklich.
    Sie hat einfach "die Schnauze voll", will zu keinem Arzt mehr und beklagt mangelnde Lebensqualität.
    Doch natürlich geht sie weiter zu ihren Spezialisten - doch jetzt noch andere Zentren aufzusuchen schafft sie nicht.

  10. Avatar von Vienna__
    Registriert seit
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    AW: Wie umgehen mit zu wenig Sex?

    Zitat Zitat von MonsieurRatlos Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass sie nicht wirklich versteht, wie es mich innerlich zerreisst.
    Ich gehe mal davon aus, dass es ihr genauso schlecht damit geht, sie auch sehr gerne den Sex mit Dir hätte. Wieso sollte sie nicht verstehen, wie es Dir geht?

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