Mein Thema betrifft eigentlich eher "Persönlichkeit", weil es sich aber besonders beim Sex zeigt (und aus aktuellem Anlass), poste ich es mal hier.
Zunächst habe ich etwas Positives zu melden. Ich habe im Urlaub einen tollen Mann kennengelernt. Nach einigen Tagen landeten wir im Bett und es war sehr schön. Weil wir weit auseinander wohnen, er rund 20 Jahre älter ist als ich und wir total verschiedene Lebenssituationen haben, wollen wir keine Beziehung führen, sondern uns in Urlauben und langen Wochenenden ab und zu gemeinsame Auszeiten nehmen. Etwas Besonderes, und das jenseits jeden Alltags genießen.
Der letzte Urlaub ist noch keine Woche her. Wir vermissen uns sehr. Einen Folgetermin habe ich Anfang Oktober vorgeschlagen. Das ist für ihn ok (er kann es zwar kaum erwarten, aber er möchte mir auch nichts aufdrücken oder so). Da ich ihn auch vermisse, stellt sich natürlich die Frage, warum erst im Oktober?
Ich hätte ja z.B. übernächstes Wochenende vorschlagen können, da hätten wir beide Zeit. Aber ich wollte das nicht, weil es dann so selbstverständlich wäre. Alle paar Wochenenden Saufen, Livemusik hören, Sex. Ich bin da total panisch, weil ich dann vielleicht keinen Sex wollen könnte und mich von der Situation unter Druck gesetzt fühlen würde. Dann hätte ich erst recht keine Lust mehr und er wäre vielleicht enttäuscht (oder würde zumindest leiden), was er mir aber nicht anmerken lassen würde, aber mein Kopfkino und es ist ja auch naheliegend. Vielleicht würde ich deswegen sogar mit ihm ins Bett gehen, obwohl ich es nicht will. Das wäre schrecklich. Sowas ist in der Vergangenheit allerdings öfter vorgekommen. Ich kann dann nicht Nein sagen. Auch weiß ich gar nicht mehr, was ich will und was nicht. Mit der Sauferei im Urlaub das war mir eigentlich auch zu viel, aber währenddessen wusste ich gar nicht mehr, ob es mir egal ist oder ob ich es nicht will. Woher merkt man das in solchen Situationen?
Nach der ersten Nacht im Bett wollte ich überhaupt nichts sexuelles mehr, ich hatte solche Angst à la "jetzt habe ich das angefangen, jetzt denkt er prima, ab jetzt läuft das jede nacht so". 2 Tage lang habe ich mich herausgewunden ("ich bin müde...") Am dritten (!) Tag habe ich das Thema angesprochen und gesagt, dass das in der einen Nacht schön war, ich aber seitdem nichts sexuelles von ihm will (vielleicht wegen des Altersunterschieds?). Es war ok für ihn, er sagte, er wollte alles nur nicht mir wehtun. Ich sagte das gleiche. Wir lagen uns lange im Arm. Nachdem dieser Druck von mir genommen war, bekam ich wieder Lust und wir landeten wieder zusammen im Bett. Es war wieder sehr schön. So ruhig und sanft und mit einer Leichtigkeit... Und doch sind wir beide am Schluss so abgegangen... Hach...
Jetzt fühle ich aber wieder diesen Druck, was erwartet er vom nächsten Treffen, wenn man es zu früh veranstaltet, ergibt sich daraus dass man "selbstverständlich" Sex haben muss (natürlich nicht, aber für mich fühlt es sich so an). Je seltener, desto kostbarer und desto weniger Sex-Erwartungen hat man dann?
Wie erkenne ich, wenn ich was nicht will, wie werde ich diese Panik los, es nicht zu erkennen und mich von den Geschehnissen überrollen zu lassen (was seeeeehr leicht vorkommen kann und seit Jahren wieder und wieder bis zum Erbrechen vorgekommen ist)?
Bin auch eure Meinungen gespannt!
LG
erd
Ergänzung: Soeben kam eine SMS, er ist in 4 Wochen 3 Tage lang allein auf einer bestimmten deutschen Insel, ob ich dazukommen möchte. Irgendwie schon, aber aber.... siehe oben.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Grenzen erkennen
-
27.08.2015, 11:17
Grenzen erkennen
Geändert von erd (27.08.2015 um 12:30 Uhr)
-
28.08.2015, 08:21
-
28.08.2015, 08:30Inaktiver User
AW: Grenzen erkennen
Wie alt bist du?
Magst du Sex?
So ganz verstehe ich noch nicht um was es geht. Wenn du Sex mit ihm nicht toll findest wieso triffst du dich dann mit ihm?
-
28.08.2015, 09:00
AW: Grenzen erkennen
Ist Sex nicht kostbar? Und wenn man sich selten sieht, hat man dann nicht mehr Sex-Erwartungen?
Hast Du ein grundsätzliches Problem mit Sex?
Habt Ihr beide ein Problem mit Alkohol? Mir fällt schon auf, daß Du von "Saufen" sprichst, nicht etwa von "Ausgehen" oder "Party machen".
Was wäre Dein Motiv, Dich überhaupt mit ihm treffen zu wollen und was würdest Du gerne mit ihm erleben oder unternehmen?
Deine Motivation finde ich nicht so einfach erkennbar.
lg lenitaJe suis Charlie.
-
28.08.2015, 09:21
AW: Grenzen erkennen
Ich frag mich gerade wieso du eine Affäre anfängst, wenn du emotional gar nicht in der Lage dazu bist.
-
28.08.2015, 11:01
AW: Grenzen erkennen
@ SarahYasemin:
Weil es in dem Moment Spaß gemacht hat. Klar, ich habe irgendein Problem, aber wenn ich mich vor sich ergebenden Erfahrungen drücke, finde ich ja nie mehr darüber hinaus und werde es nie lösen können.
@ Dharma:
Ich mochte Sex bisher nicht, aber mit ihm war es wirklich total schön. Nur kann ich es mir im Moment nicht vorstellen, wieder mit ihm zu schlafen (keine Lust). Nach dem ersten Mal mit ihm ging es mir genauso. Als es sich dann doch wieder ergeben hat, war es aber trotzdem wieder total schön.
@ Alaska:
Nach weiterem Nachdenken glaube ich, hier liegt der Hund begraben. Im Prinzip ist er mir einfach zu alt. Auch finde ich sein Trinkverhalten (@ lenita) bedenklich. Keine Ahnung, ob er Alkoholiker ist. Ich will nicht mit in sowas gezogen werden. Wegen Altersunterschied keine Lust. Nur hat es sich unter Alkoholeinfluss trotzdem ergeben. Und es war für mich sehr schön, weil ich vorher nie einen Liebhaber hatte, der so gut zu mir war. Ich kenn nur: Rinn das Ding und dann Tempo, Tempo... Und wenn ich dann gesagt habe, was ich mir wünsche, kam nur Gemecker und ich hätte keine Ahnung. Es hat mich einfach beeindruckt, dass es mit ihm in keinster Weise so war. Und als er mir dann (zwischen unseren "Sex'en") gesagt hat, er erwartet nicht, dass ich wieder mit ihm schlafe, er will mir nicht wehtun usw. das hat mich so beeindruckt und diese Last war von mir genommen, da ist es halt wieder passiert.
Ob man sich jetzt wieder treffen muss, muss ich jetzt entscheiden. Etwas Schönes wiederholen zu wollen ist ja naheliegend, aber ob es sich so wiederholen lässt oder ob man eine schöne Erfahrung dadurch in Murks stürzt... Die ersten Tage nach dem Urlaub habe ich ihn und seine Berührungen total vermisse, mittlerweile bin ich aber irgendwie aufgewacht und frage mich eher, was ich mit dem alten Mann will.
Worüber ich hier eigentlich sprechen wollte ist aber, dass ich ein Problem habe, zu erkennen, wenn ich etwas "eigentlich" nicht will. In allen Situationen (auch bei Fragen wie "wohin geht der Sonntagsausflug" mit Freunden), besonders aber im Bett, merke ich das oft erst hinterher und fühle mich schlecht. Wobei, beim jetzt betreffenden Mann war das nicht so. Mit ihm habe ich nichts gemacht, was ich nicht wirklich will. Vielleicht hat sich das Problem nur bei den früheren Lovern ergeben, weil ich mit denen von vorneherein keine Lust hatte zu schlafen. Ich habe das nur gemacht, weil sich nichts anderes gefunden hat (dachte, vielleicht gibt es gar nicht, was ich suche) und ich mir habe einreden lassen, dass man das aus Pflicht macht, weil man jemanden (außerhalb des Bettes) liebt. Es ging mir aber ganz schlecht damit, es war so ekelhaft. Ich hatte dann eigentlich den Männern Ade gesagt und mich für ein dauerhaftes Singleleben entschieden, und dann kam -er heißt anders, nennen wir ihn- Martin. Nun habe ich wieder Blut geleckt und sehne mich nach so schönem Sex und Zärtlichkeit und gefühlsmäßiger Innigkeit. Er stünde weiterhin zur Verfügung...
Hat natürlich keine Zukunft, aber warum sich nicht mal ab und zu sowas gönnen? Ich werde vielleicht nie etwas geeigneteres (einen jüngeren, weniger versoffeneren und in der Nähe wohnenden Mann) finden. Andererseits, was nicht geht (macht mich nicht an wegen Altersunterschied), geht nicht... Falls das so sein sollte, scheue ich mich im Moment, dieser Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
Sorry für soviel Text und dass ich nicht so richtig weiß, was ich hier will... Aber ich freue mich über eure Antworten und sie haben mir schon Denkanstöße gegeben, Danke dafür...
-
28.08.2015, 11:06Inaktiver User
AW: Grenzen erkennen
Erd wie alt bist du?
Du klingst noch sehr jung...
Sicher musst du Erfahrungen machen. Aber du klingst sehr verunsichert. Nein sagen müssen viele erst lernen - besonders im Zusammenhang mit "die mögen mich dann vielleicht nicht mehr wenn ich nein sage"
DAS wirst du im Laufe deines Leben aber lernen. Bis dahin wird es dir gehen wie den Meisten.... manchmal weiss man nicht genau was man will.
Ich fing damit an zu wissen was ich NICHT will! DAS ist schon eine ganze Menge!
Wenn du auf etwas nicht wirklich Lust hast, sag nein. Im Endeffekt ist es besser andere sind sauer, als dass du dich schlecht fühlst!!
-
28.08.2015, 11:58
-
28.08.2015, 12:49
AW: Grenzen erkennen
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
28.08.2015, 18:20
AW: Grenzen erkennen
Ich bin mitte Dreißig. Mit den Männern habe ich aber noch nicht viel Erfahrung. Zwar schon einige (ca. 10) gehabt, aber meistens war das eher die selbe Erfahrung, x Mal wiederholt. Es war nicht gut mit ihnen, aber ich habe nie jemand geeigneteren gefunden. So viele Jahre lang. Jahrzehnte lang kann man fast schon sagen. Nun hatte ich mit Martin endlich jemanden gefunden, aber das nützt mir für die Zukunft auch nichts mehr. Das macht mich sehr traurig. Es war so schön mit ihm. Aber es lässt sich wohl nicht wiederholen. Muss ich wohl wieder alleine bleiben. Wüsste nicht, wieso ich auf einmal mehr Erfolg haben sollte als in den Jahren davor. Sehe nicht schlecht aus und verlasse auch gelegentlich das Haus. Aber irgendwie habe ich nie jemand geeignetes kennengelernt und Martin ist es dann wohl auch nicht.


Zitieren


