Hallo,
ich bin auf der Suche nach Ideen, Ratschlägen, auch gerne möglichst praktische Hinweise oder aber auch Denkanstöße, es wäre schön, sowas hier zu finden, da im real life meine Austauschmöglichkeiten über dieses Thema erschöpft sind, die (subjektive) "Not" aber groß ist.
Wie im Titel steht -ich verhalte mich in sexuellen Beziehungen so, dass man mich wohl als devot bezeichnen würde. Es ist bisher und schon immer in meinem Leben die einzige Weise auf die ich wirklich sexuelle Lust empfinden kann. -Das, was ich als sexuelle Lust bezeichne.
Bis hier wäre das kein Problem -so sind viele gestrickt und leben das aus.
Ich leide darunter aber sehr und es ist immer mit heftigen negativen Gefühlen verbunden, hinterher.
Ich weiß dass diese devote Neigung nicht aus mir selbst kommt und mir übergestülpt wurde und ich empfinde dann jedes Mal tiefen Ekel wenn das wieder durchbricht.
Als Kind bin ich über viele Jahre missbraucht worden und Sex ist für mich untrennbar verbunden mit Demütigung. Nicht nur durch die Missbrauchssituation an sich, die erniedrigend genug ist. An mir sind SM-Fantasien ausgelebt worden. Im Grunde eine große Palette an dem was erwachsene SM'ler miteinander machen.
Die Folgen von sowas äußern sich wohl bei jedem anders. Ich gehör jedenfalls nicht zu denjenigen, die deshalb keine sexuelle Lust mehr empfinden können oder Sex komplett vermeiden (müssen). Im Gegenteil habe ich als Jugendliche diese Erfahrungen fast exzessiv reinszeniert mit meist deutlich älteren Männern die die entsprechende dominante Neigung hatten. Ich bin nach jeder dieser Begegnungen immer in ein tiefes Loch gestürzt mit Suizidgedanken und Selbstverletzungen, habe mich so dafür geschämt und gehasst, dass ich das weiterführe was gewaltsam in mir angepflanzt wurde.
Und auch wenn ich vieles in den Griff bekommen habe -keine Selbstverletzungen und Kasteiungen mehr -trotzdem kann ich heute nach wie vor nur auf diese Weise wirklich sexuelle Lust haben. Wobei ich nicht mal weiß ob das wirklich Lust ist, so wie sie normal ist, wie sieht normal aus???
Es überkommt mich und ich muss das dann irgendwie zwanghaft ausleben. Ohne aktuellen Sexualpartner dann eben im Kopf oder über Pornos. Früher habe ich tatsächlich eins zu eins Szenen so nachgespielt wie es als Kind mit mir gemacht wurde. Ohne dass meine Partner das so natürlich wussten. Und ich kann das Entsetzen nicht beschreiben das ich immer wieder gefühlt habe, weil mir genau das so ein sexuellen Kick gibt und ich es wie unter Zwang immer wieder ausüben muss.
Es ist besser geworden im Sinne von dass ich es besser unter Kontrolle habe. Ich hab lange gar keinen Sex mehr gehabt und auch keine Selbstbefriedigung mehr gemacht, in der Hoffnung dass "es" weggeht. Aber es bleibt und ich frage mich ob irgendwo darunter versteckt auch meine eigene Sexualität liegt, MEINE, wie ich bin, ob ich überhaupt eine eigene Art von Sexualität habe, oder gar keine ausgebildet habe als ich erwachsen wurde. Wenn da was ist, wie komme ich da hin? Wie komme ich weg von diesem krankhaften Zwang der meine Sexualität derzeit ist?
Schlimm ist auch, dass ich meine jeweiligen Partner immer angefangen habe zu hassen, für das was sie mit mir gemacht haben obwohl sie dafür nichts konnten. Es war ja eine SM-Beziehung unter Erwachsenen und sie taten mir kein Unrecht. Aber die Grenzen und Jahre sind mir regelmäßig während dem Sex entglitten und alles hat sich vermischt.
Ich will mich selber finden und herausfinden wer ich sexuell bin. Aber diese devote Neigung überschattet alles. Ich habe oft versucht, Sex oder Selbstbefriedigung "normal" zu betreiben, aber ich empfinde dabei keine richtige Lust, kann einfach keine Lust empfinden und irgendwann switcht es dann meistens im Kopf und ich habe die üblichen Szenen vor Augen und das läuft dann fast mechanisch ab bis es eben wieder einmal "erledigt" ist und ich tagelang brauche, mich psychisch wieder davon zu erholen. Es ist wie jedes Mal wieder wie ein kleiner Missbrauch, ich fühle mich jedes Mal verwundet und auf altbekannte Weise gedemütigt, nur dass ich es jetzt mir selber antue.
In Therapie war ich mehrere Jahre, meine Therapeutin ist ein wunderbarer Mensch und hat mich im Leben sehr viel weitergebracht. Ich weiß nicht mal ob ich noch am Leben wäre ohne sie. Es gab viel schlechtere Zeiten, da war meine "sexuelle Identität" wirklich mein kleinstes Problem, und dafür kann ich sehr dankbar sein dass die wirklich gravierenden Probleme unter Kontrolle sind heute.
Ich dachte, irgendwann mit der Therapie würden sich auch die sexuellen Probleme beheben da das alles ja zusammen hängt... ich dachte, wenn ich Dinge wie Selbstwert lerne und auch fühle, dass sich dann auch mein sexuelles Selbstverständnis Schritt für Schritt ändert. Dass sich dann vielleicht Missbrauch und erwachsener Sex endlich für mich trennen lassen. Aber irgendwie ist das nie passiert.
Ich suche das, was sich aus mir heraus entwickelt hätte, sexuell, wenn ich nicht missbraucht worden wäre. Vielleicht ist das auch der falsche Ansatz, weil jede Erfahrung nunmal prägt und weil etwas was sich über so viele Jahre hingezogen hat sich nicht mehr von mir als Person trennen lässt. Ich empfinde das als so tiefe Infiltration meiner Seele und habe den dringenden Wunsch das endlich abzustoßen.
Dazu kommt, dass ich mir ja auch irgendwann eine normale Beziehung zu einem Mann wünsche, und das geht nicht, wenn ich mit Partnern immer diese Dinge auslebe die ich so sehr hasse und ihn als Teil dessen mit hasse. Wenn ich das so schreibe denke ich grade, ich bin Lichtjahre von irgendwas entfernt was normale Liebe unter Erwachsenen wäre und wie soll ein einziges Leben ausreichen um das wieder grade zu rücken? Aber vom Selbstmitleid ist auch noch keiner gesund geworden.
Danke, wer sich den langen Text bis hier durchgelesen hat. Es ist spät und vielleicht sind mir morgen früh einige hier geschriebene Dinge doch zu intim, dann werde ich etwas wieder heraus löschen. Ich würde mich trotzdem über Antworten freuen. Mit Freunden kann ich über solche Dinge nicht sprechen, deshalb bin ich froh mich hier in der Anonymität dieses Forums an euch wenden zu können.
Liebe Grüße, g-g
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20.05.2015, 01:12
Devot, aber das bin nicht ich
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20.05.2015, 07:11
AW: Devot, aber das bin nicht ich
hallo g-g
ich will dir in erster Linie mitteilen, dass mich dein Post sehr berührt hat. Es kommt auf mich sehr reflektiert rüber, also es ist schon zu merken, dass du schon sehr viel an dem Thema gearbeitet hast.
Wäre vielleicht eine Selbsthilfegruppe für dich was, wo du dich regelmäßig austauschen kannst? Einzeltherapie hattest du ja schon, evtl steht eine Fortsetzung irgendwann wieder an, das spürst du dann bestimmt. Aber ein Austausch in einer Gruppe hat nochmal eine andere Qualität. Du bekommst sicher Adressen bei Anlaufstellen wie "Wildwasser" etc. Außerdem hab ich grad noch dieses Portal gefunden. Vielleicht findest du hier auch noch Anregungen?
Alles gute für dich
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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20.05.2015, 07:25
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Schweres Thema! Danke für Deinen Mut, das so offen anzusprechen.
Einen Anfang hast Du ja selbst schon gemacht, indem Du zeitweise auf Sex mit einem Partner verzichtet hast und einfach ausprobiert hast, was allein geht. Vielleicht ist es ein Schritt in die richtige Richtung, noch etwas weiter weg von der Missbrauchssituation zu gehen und es mit Partner zu versuchen, mit denen das Nachstellen nicht geht. Also mit Frauen, falls der Täter ein Mann war.
Professionelle Yoni-Massage könnte auch einen Versuch wert sein.
In jedemFall alles Gute!
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20.05.2015, 07:29
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20.05.2015, 07:46Inaktiver User
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Bisher hast du das wohl sehr für dich behalten-das ist ja auch verständlich, dass du damit nicht "hausieren" gehen willst, da es deine verletzlichste Stelle angeht.
Zunächst einmal würde ich dir selbst zum Ziel setzen, noch einmal darüber nachzudenken, wen du schon so lange und gut kennst, dass du dich ihm anvertrauen kannst. Einfach, weil das dann nicht mehr so in dir "verschlossen" ist und du dich evtl auch aus einer gewissen Scham herausbewegen kannst. Dinge, die einen Namen bekommen, sind oftmals weniger erschreckend und dich könnte das bei einer echten Vertrauensperson sehr befreien.
Dann würde ich sagen: Such dir ganz bewusst jemand "normal Gestrickten" heraus, deine SM-Beziehungen sind im Prinzip für dich ein dauerhaftes Wiederdurchleben deiner traumatischen Erfahrungen. Deine Sexualität sollte zuallererst etwas sein, was du sowohl physisch als auch psychisch absolut unter DEINER Kontrolle hast. Ob und inwiefern du dich dann nochmal woanders einpendelst, ist eine Frage von langer, langer Zeit-und sollte mit Sicherheit langsam angegangen werden.
Dem nächsten Partner bitte klarmachen, dass mit dir keine "Spielchen" getrieben werden dürfen. Du musst ihm ja nicht bereits zu Beginn sagen, wieso dem so ist. Einen richtigen Partner für dich erkennst du dann daran, inwieweit er diese Grenze akzeptiert.
Tatsächlich könnte auch etwas in Richtung Sexualtherapie helfen? Dann müsstest du nicht nach so langer Zeit alleine im Nebel herumstochern, wie du dein jahrelanges Muster aufbrechen kannst.
Nur noch eins: Du musst nicht "funktionieren". "Es", was nicht weggeht, ist ein Teil deiner Vergangenheit, der offensichtlich noch nicht verarbeitet ist, weil du dich jedes Mal aufs neue retraumatisierst.
Da muss nochmal irgendwie angesetzt werden, denn das ist tatsächlich, so wie du es schilderst, nichts, was mit "normaler" Sexualität zu tun hat-die würde dich nicht tagelang fertig machen.
Bestimmt findest du im Netz und auch eventuell in deiner Therapeutin dahingehend bessere Ansprechpartner, nur soweit kann ich dir noch etwas mitgeben:
Auch ohne solche Erfahrungen habe ich für meinen Teil seeehr lange gebraucht, ein gesundes Gefühl für meinen Körper und für Sex zu entwickeln. Man nimmt wohl Kälte und zu etwas "gebraucht" zu werden immer in diesen Teil des Lebens mit. Jahrelang habe ich da auch nicht geschafft, dieses Muster aufzubrechen-deshalb finde ich es nur legitim, wenn du dir mit deiner Vorgeschichte und der Prägung durch deine bisherigen Beziehungen wirklich professionelle Hilfe suchst, und die solltest du dir auch unbedingt wert sein.
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20.05.2015, 08:44
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Hallo,
erstmal vielen Dank für deine Offenheit. Es ist ein komplexes Thema und die Not ist groß, aber du hast einiges erkannt. Ich habe selbst keine Erfahrung mit sexueller Mißbrauch, verspüre ich aber dennoch den impuls, dir ein Paar Zeilen zu schreiben.
Du hast in der Kindheit Schreckliches erlebt, richtig? Nun als Kind kann man sich nicht wirklich wehren, oft sind es gerade Bezugspersonen, die den Mißbrauch ausüber und das Kind hat gemischte Gefühle. Außerdem sind Erwachsene für ein Kind vollkommen und es kann sich nicht vorstellen, dass diese im Unrecht sind und "Böses" tun. Oft ist die einzige seelische Überlebenschance, das, was man erlebt mit Lust zu begegnen. Es gibt einige psychologische Thesen über die Umwandlung von tiefem Schwerz in Lust.
So erkläre ich es mir, dass dein sexuelles Lustempfinden aus der devoten Haltung kommt und dich andere Art Sexualität nicht anspricht. Dass du dich danach sehr schlecht fühlst und Tage brauchst, um dich wieder zu stabilisieren ist verständlich... Die Trigger der sexuellen Lust und die Bilder im Kopf sind meiner Erfahrung nach nicht leicht weg zu kriegen und auch nicht zu verändern. Es ist so, als seien zwei Teile in dir, das mißbrauchte kKnd, das bei jedem Ausleben den Mißbrauch erneut erlebt und die Erwachsene, die ihre Sexualität genießt.
Ich finde es sehr wichtig, dass du "die Kleine" beschützt, weil sie in Not ist und es ist wichtig, dass du Verantwortung für ihr Wohlergehen übernimmst. Das scheint mir, die höchste Priorität zu haben. Du bist in Therapie und auf dem Weg, die Folgen des Mißbrauchs zu verarbeiten, das ist sehr wichtig und wird nachhaltige Besserung mit sich bringen. Bis dahin würde ich aus jedes destruktive Handlung verzichten, auch wenn es für einige Zeit Entbehrung bedeutet. Vielleicht kannst du akzeptieren, dass dir "normaler" Sex - in Sinne von Sex, wo keine Unterdrückung und keine Gewalt im Spiel ist - nicht zusagt, aber das wird eines Tages.
Solange du dir selbst schadest, um sexuelle Lust zu empfinden, kann meiner Meinung nach keine Heilung geschehen... Ich wünsche dir viel Kraft udn viel Weisheit.
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20.05.2015, 16:17
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Also ich denke, dass das schwierig, aber möglich ist und Dir tatsächlich auch gelingen wird nach und nach.
Und ich glaube, dass Selbstbefriedigung eigentlich die besten Möglichkeiten bietet, in kleinen Schritten das "Kopfkino-Programm" bewusst zu ändern. Auch wenn anfangs noch keine "richtige Lust" bei "normaler" Selbstbefriedigung eintritt.
Vielleicht hilft dabei die Vorstellung von Personen oder Wesen, deren ausschließliches Interesse ist, Dir gut zu tun, für Dich da zu sein, Dich zu bewachen. Vielleicht sogar mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet sind. Die Dich bis in den kleinsten Winkel Deiner Seele kennen, die wissen was Dir angetan wurde und die dennoch vollstes Verständnis und endlose Nachsicht haben, wenn Du doch einmal in die Selbstqual abrutscht, die Dich dann trösten auf genau die Weise, die Dir gut tut und die Dir überhaupt nix übel nehmen oder Dich irgendwie dafür verurteilen. Die nicht wollen, dass Du Dich deswegen schlecht fühlen musst.
Die Dich bewachen, fremde Hände von Dir fernhalten und Deine Hand ganz Deine Hand sein lassen, die Du und nur Du tun lässt, was Dir gut tut.
So in der Art, eine Art Abwandlung von PITT."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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20.05.2015, 16:28Inaktiver User
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Ich glaube nicht, dass du das ohne therapeutische Hilfe schaffen kannst...
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21.05.2015, 23:49Inaktiver User
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Hallo greener-grasses,
Du hast tiefe Wunden und die hat dir jemanden zugefügt, nicht Du. Es geht einem sehr Nahe deine Zeilen zu lesen und wir sind hier nur einfache Menschen mit unserer eigenen Sicht auf dein Thema. Aber du willst etwas von uns lesen und ich versuche es auch mal.
Ich an deiner Stelle müsste auch hassen. Und um nicht jeden, mich zu hassen, sollte der Mensch der dafür verantwortlich ist im verwanzten Turm elendig verrecken. Ich hoffe er oder sie tun es.
Nach hassen gilt es zu vergessen. Mit Freunden, einem liebevollem Freund, der einfach gut tut und von dem nichts wissen muss. Irgendwann ist wieder grünes Gras.
Diesen Dämon, der deine Leidenschaft beherrscht los zu werden ist nicht einfach, aber, ich glaube, so wie ich immer positiv denke ;) machbar. Ich habe viel zu wenig Ahnung davon, aber ich würde es machen, wie ich es immer mache. Ausprobieren. Wenn ich immer devot wäre, mal den anderen Part übernehmen. Vermutlich würde ich bei deinen Erfahrungen mich im Sadismus zügeln müssen. Vielleicht würde das Gefühl, auch mal jemand anderen beherrschen zu können dich sexuell zurück holen und zu sehen wie ungeil und Scheisse diese Machtspielchen in Wahrheit sind.
Du bist ja in therapeutischer Behandlung und du solltest dieses Switchen ins Devote, in deinen Missbrauch irgendwann mit einem Lächeln angehen. Du wirst irgendwann darüber stehen und deine eigene Sexualität finden.
Und um den der dir das angetan hat kümmert sich hoffentlich jemand in der Hölle!
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22.05.2015, 06:57
AW: Devot, aber das bin nicht ich
Hallo greener-grasses,
das, was du hier beschreibst, liest sich nach reinzenierung deines traumas. Mit EMDR zum beispiel lassen sich die verknüpfungen im gehirn, die durch eine (wiederholte) traumatisierung entstanden sind, trennnen. Vielleicht kannst du diese therapeutin im hinblick darauf einmal ansprechen oder dir vielleicht einen therapeuten suchen, der sich in dieser hinsicht spezialisiert hat. Es ist gut, dass du die "schlechteren zeiten" hinter dich hast lassen können, aber ich habe den eindruck, dass du dir weiter / wieder (?) therapeutische hilfe suchen solltest.
Im netz in ein wenig unter reinzenierung und trauma zu finden.
aus derlangeweginslicht.de...Sexuell missbrauchte Menschen jeden Alters, die ihre seelisch traumatisierende Erfahrung noch nicht verarbeitet haben, wiederholen diese Erfahrungen in der Realität. Dies führt nicht zur notwendigen Verarbeitung, sondern kann im Gegenteil erneut zu seelischen Verletzungen führen. Die neue Verletzung ist dennoch eine Erleichterung gegenüber den sonst unausweichlichen Erinnerungen an das frühere Trauma, denn sie ist selbst gewählt, besser kontrollierbar und oft weniger gravierend.
Die Reinszenierung traumatischer Erfahrungen ist eine Möglichkeit, Rückerinnerungen und damit verbundene Gefühle zu vermeiden, also ein Abwehrmechanismus.Sie setzt die Dynamik seelischer Verletzung fort, anstatt sie zu heilen....
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.


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