Ich habe meinen ersten Freund. Was ja ansich echt schön ist. Aber da prallen Welten aufeinander, Emotio und Ratio sind ohnehin kaum in Einklang zu bringen, in diesem Fall ist das aber unmöglich. Die Ratio schimpft ohnehin bereits auf das was bereits passiert ist.
Aber von Anfang an. Es ist fällt mir ziemlich schwer einen einigermaßen verständlichen Text zu verfassen, daher bitte ich um Nachsicht, wenn dieser Beitrag etwas chaotisch ist.
Ich habe, wie oben bereits beschrieben, meinen ersten Freund und ich bin seine erste Freundin. Zum Austausch verschiedener Zärtlichkeiten kam es bereits, auch auf der sexuellen Ebene. Wir hatten da unsere eigene Reihenfolge, nicht der Norm entsprechend, aber das tut hier nichts zur Sache. Teilweise kam es zum Austausch dieser Zärtlichkeiten auch bevor uns wirklich klar war, dass wir "zusammen" sind. Rational gesehen falsch. (Ich wollte es auch!!! Ich würde nie etwas tun, wo ich mir sicher das ich das nicht will.) Aber dazu nichts weiterem kam, kann ich da die Ratio schimpfen lassen, ist im Nachhinein nicht mehr änderbar. Er würde gerne mehr machen/bekommen. (Er sagte: Ich hätte es gerne schon gestern gemacht. Er setzt mich aber gar nicht unter Druck. Wenn ich ihn da nicht direkt gefragt hätte, hätte er das vermutlich auch gar nicht gesagt.) Und ich ja eigentlich auch. Was rational gesehen komplett sinnlos ist. Ich will keine Kinder, ohnehin ist dieser "Produktionsprozess" ineffizient und wozu das dann? Emotional möchte ich auch mehr, jedoch habe ich alle Gedanken die ich als emotional identifizieren konnte, sofort entfernt. Emotionale Gedanken haben es nur "nach draußen" geschafft, wenn ich nicht drüber nachgedacht habe, wie bei dem Austausch von Zärtlichkeiten geschehen. Emotional betrachtet möchte ich, rational betrachtet ist es kompletter Unsinn.
Ich habe meinem Freund gesagt, dass ich da noch einige Zeit drüber nachdenken möchte und er versteht das glücklicherweise. Der Austausch der Zärtlichkeiten findet statt bis zu dem Punkt, wo wir schon waren. Da kann die Ratio auch meckern.
Und ich bin mir sicher, dass er der Richtige für mein erstes Mal ist, sowie er sich sicher ist, dass ich die Richtige bin.
Auf einen Nenner bringen kann ich Emotio und Ration nicht (den Fall das sich die Emotio der Ratio anpasst mal ausgeschlossen.)
Ich möchte auf diese Frage (Emotio oder Ratio?) keine direkte Antwort haben, dass sieht jeder anders, sondern bestenfalls eine Möglichkeit wie ich meine Lösung finden kann. (Vielleicht ging es einigen ähnlich und würden davon berichten wie sie da zu ihrer Lösung gekommen sind.)
Ich habe auch die Befürchtung, dass wenn in diesem Fall der Emotio nachgebe, das auch in anderen Bereichen tun werde und dann die mühsam eingetrichterte Ratio Risse bekommt. Einige Rückschritte(?) habe ich bereits zu verzeichnen. Ich hatte diesen weiblichen "Flüssigkeitsverlust" (keine Ahnung wie man das richtig nennt) immer unter Kontrolle. Jetzt leider nicht mehr und ich muss wieder eine Einlage drin haben und zwar immer.
Eine weitere Frage die ich mir stelle ist, ob es mit 21 bzw. dann wahrscheinlich 22 nicht noch viel zu früh für das erste Mal ist.
Desweiteren wohne ich in einer WG (3 Jungs, 6 Mädchen mich eingeschlossen) und gerade wenn er dann mal länger bei mir geblieben ist, haben da einige Mitbewohner was hineininterpretiert und machen sich jetzt darüber lustig. (Ist auch meine Schuld, da ich bis vor kurzem noch garnichts von Handlungen solcher Art hielt.) Ich gehe nicht weiter darauf ein, trotzdem nervt es mich und umziehen möchte ich eigentlich nicht. Eigentlich schade, dass hier so ein Kindergartenverhalten aufgetreten ist.Vielleicht hat jemand einen Ratschlag für mich. Sonst muss ich wohl oder übel umziehen.
Meine Eltern freuen sich darüber dass ich einen Freund habe. Von allem weiteren wissen sie nichts. Wenn ich mir die eine Frage an Eltern erlauben darf: was würden Sie davon halten?
(Ich bin mir fast sicher, dass meinen Eltern es nicht passen würde und die wahrscheinlich sich fragen werden, was sie an meiner Erziehung falsch gemacht haben. Ich dachte bis ich 16 war, dass ich im Realgenzglas produziert worden wäre und erst als ich dann bei meinen Eltern mal versehentlich reingeplatzt bin, war mir klar, dass ich nicht aus dem Reagenzglas komme. Keine Ahnung wie ich auf diesen Gedanken kam, da ich aus dem Biologieunterricht wusste wie die Babys entstehen. Seit dem habe ich das ganze Thema immer als abstoßend, als "Schweinkram" empfunden, naja bis jetzt.)
Derzeit kann ich mich mit dem Studium sehr gut ablenken bzw. ich kann mich mit ihm auch sehr gut unterhalten oder einfach nur einen Film ansehen. Da ich ihm gesagt habe dass ich da erstmal noch einige Zeit drüber nachdenken möchte fragt er auch nicht, wofür ihm wirklich dankbar bin. Und das er warten wird, egal ob es einige Monate oder mehrere Jahrzehnte dauert.
Mit Freundinnen habe ich schon versucht darüber zu sprechen, doch anscheinend befinden sich nur beide Extrema in meinem Freundeskreis. Die einen die sagen: Worauf wartest du? Und die Anderen, die die Hände überm Kopf zusammenschlagen wenn es um das Thema vorehelichen Sex geht bzw. wenn es nicht um die Fortpflanzung geht.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 43
Thema: Ratio vs. Emotio
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23.09.2014, 20:47
Ratio vs. Emotio
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24.09.2014, 07:49
AW: Ratio vs. Emotio
Hallo Gamerin,
leider habe ich gerade nicht viel zeit....
Aber ein paar kurze gedanken von mir dazu: grundsätzlich finde ich es richtig, wenn emotio und ratio "gemeinsam tanzen", also mal eine führt, mal die andere und beide beteiligt sind. Dabei hat wahrscheinlich je nach mensch und situation wohl auch eine eher mehr gewicht als die andere, aber die andere ist (meistens) mit dabei.
Bei dir habe ich den eindruck, vielleicht täusche ich mich, das emotio der ratio in allem folgen sollte und das ratio emotio quasi überdeckt und du es nicht in ordnung findest, dich bereits unwohl fühlst, wenn emotio mal in erscheinung tritt, sozusagen hinter ratio nur hervorwinkt.
Deshalb meine frage, was ist daran für dich so beunruhigend, bzw. was könnte passieren, wenn du emotio mal führen lassen würdest?
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
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24.09.2014, 08:23
AW: Ratio vs. Emotio
Kinder zu bekommen ist nicht der einzige gute Grund für Sex. Sex stimmt friedlich, heiter, gelassen, macht gute Laune, ist gut für die Gesundheit, macht Spass. Ich sehe keinen einzigen sinnvollen Grund, darauf zu verzichten, bloss weil ich (jetzt gerade) keine Kinder will.
äh - was soll das bringen? Wozu hast du das gemacht?Emotional möchte ich auch mehr, jedoch habe ich alle Gedanken die ich als emotional identifizieren konnte, sofort entfernt.
"Ratio" bedeutet "Dinge zueinander in ein Verhältnis setzen". Was hast du womit in ein Verhältnis gesetzt, dass du zu diesem für mich doch sehr erstaunlichen Resultat gekommen bist?Emotional betrachtet möchte ich, rational betrachtet ist es kompletter Unsinn.
Die Ratio hat sich um Dinge wie Verhütung gekümmert udn hat ansonsten die Klappe gehalten und sich diskret im Hintergrund gehalten. Ratio ist was Tolles, vor allem, wenn man sie im richtigen Moment weglässt.(Vielleicht ging es einigen ähnlich und würden davon berichten wie sie da zu ihrer Lösung gekommen sind.)
Hast du denn Grund zu dieser Annahme? Im üblichen mitteleuropäischen Menschen ist Ratio so fest und stark verdrahtet, die lässt sich nicht so leicht aus dem Sattel kippen. Nicht mal dann, wenn's an der Zeit wär, dass sie in den Hintergrund tritt. Es ist kein Weltuntergang, wenn ma sich mal seinen Gefühlen hingibt und fallen lässt - ganz im Gegenteil. Es passiert auch nichts Schlimmes. :-)Ich habe auch die Befürchtung, dass wenn in diesem Fall der Emotio nachgebe, das auch in anderen Bereichen tun werde und dann die mühsam eingetrichterte Ratio Risse bekommt.
Mein erstes Mal war mit 18 und ich fand das schon reichlich spät, damals. Und finde es auch heute, gute 20 Jahre später, immer noch passend. 13 oder 14, das fände ich zu früh.Eine weitere Frage die ich mir stelle ist, ob es mit 21 bzw. dann wahrscheinlich 22 nicht noch viel zu früh für das erste Mal ist.
ich würde meinen, die necken dich doch nur liebevoll. Da würde ich geheimnisvoll gucken und raunen "die edle Lady geniesst und schweigt" und nochmals vielsagend gucken.Eigentlich schade, dass hier so ein Kindergartenverhalten aufgetreten ist.
Vielleicht hat jemand einen Ratschlag für mich.
Sehr gesunde Reaktion!Seit dem habe ich das ganze Thema immer als abstoßend, als "Schweinkram" empfunden, naja bis jetzt.
Wie heisst es doch so schön: wenn es nicht etwas schweinisch ist, ist es nicht richtig gemacht.
mehrere Jahrzehnte?Und das er warten wird, egal ob es einige Monate oder mehrere Jahrzehnte dauert.
ich hoffe doch nicht!
Die einen die sagen: Worauf wartest du? Und die Anderen, die die Hände überm Kopf zusammenschlagen wenn es um das Thema vorehelichen Sex geht bzw. wenn es nicht um die Fortpflanzung geht.
Bist du zufälligerweise in einem christlich-freikirchlichen Umfeld aufgewachsen?
nun, es ist eine Frage von Extrema, und es ist sicher sinnvoll, in nützlicher Frist zu einer Entscheidung zu kommen. Rumeiern ist anstrengend für alle.
gruss, barbara
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24.09.2014, 09:43
AW: Ratio vs. Emotio
Das ist Quatsch!
Es gibt kein "zu spät", höchstens ein "zu früh".
Wenn ich mich noch nicht bereit fühle für mein erstes Mal, dann wartet man eben noch.
Man sollte sich vom Gesellschaftlichen Druck nicht hetzen lassen, nur um am Ende "mitreden" zu können.
Wir wissen nicht die genauen Umstände, obs denn wirklich nur "genecke" ist.
Ich würde auch erstmal drüber stehen und mir ein paar schlagkräftige Argumente zurechtlegen.
Sie selber muss entscheiden, wann Sie soweit ist.
Selbst wenn es Jahrzehnte dauert.
Es ist Ihre eigene Entscheidungfreiheit.
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24.09.2014, 10:39
AW: Ratio vs. Emotio
Gilt aber auch umgekehrt: man sollte sich vom gesellschaftlichen Druck nicht zum Warten bringen lassen, wenn man eigentlich bereit ist.
Was mich betrifft, ich bereue die verpassten Gelegenheiten viel mehr als jene Gelegenheiten, die ich nutzte, und wo es dann schief rausgekommen ist.
gruss, barbara
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24.09.2014, 23:47
AW: Ratio vs. Emotio
Das stimmt, wann immer die Emotion hinter der Ratio hervorwinkt, ärger ich mich. Alle Entscheidungen die auch nur im kleinsten von der Emotio von der Emotio irgentwie beeinflusst haben in meinem Leben waren falsch und zwar komplett falsch. Besonders 2 Entscheidungen die sehr emotional getroffen, im Nachhinein gesehen, wurden haben mich ein gutes Abitur (möglicherweise sogar sehr gutes) und ein Jahr Lebenszeit gekostet.
Und wenn ich in einigen Situationen nicht rational gehandelt hätte, wäre ich jetzt tot. (Ich hätte mich umgebracht und vor dieser Überlegung stand sehr, sehr oft.)
Alle negativen Reaktionen in Form von Ärger in der Schule oder so kamen aufgrund von emotional geführten Verhaltensweisen. Jede Form von Wut ist ausschließlich Emotional.
Desweiteren würde ich vieles nicht tun, wenn die Emotio die Entscheidungsgewalt gehabt hätte. Ich würde weder studieren, noch lernen, nicht auf eine einigermaßen gesunder Ernährung achten usw.
Mir fällt nichts positives ein, wo die Emotio auch nur das kleinste Wort zu beigetragen hätte.
Ich vermute das ist jetzt auch geklärt.äh - was soll das bringen? Wozu hast du das gemacht?
Friedlich und gelassen bin ich auch wenn ich mich zu 100% rational verhalten, vieles ist gut für die Gesundtheit, was ich nicht mache und das Leben kann auch vernünftig und gut ablaufen ohne Heiterkeit, gute Laune und Spaß. M.E.n. sogar besser, weil man sich dann nicht mit irgentwas aufhält was eben dazu dienen soll, aber nichts nutzt. Daher die Gegenfrage: Gibt es einen sinnvollen Grund, erhalte ich dadurch etwas was ich für ein perfektes Leben brauche? Und was könnte fehlen? (Mein Leben ist nicht perfekt und das ist auch nicht mein Ziel. Kinder werde ich nie wollen, aufgrund hoher genetischer Vorbelastung.)Kinder zu bekommen ist nicht der einzige gute Grund für Sex. Sex stimmt friedlich, heiter, gelassen, macht gute Laune, ist gut für die Gesundheit, macht Spass. Ich sehe keinen einzigen sinnvollen Grund, darauf zu verzichten, bloss weil ich (jetzt gerade) keine Kinder will.
Wie oben geschrieben kann ich nichts sinnvolles daran finden."Ratio" bedeutet "Dinge zueinander in ein Verhältnis setzen". Was hast du womit in ein Verhältnis gesetzt, dass du zu diesem für mich doch sehr erstaunlichen Resultat gekommen bist?
Wie kann ich sicher sein, dass nichts schlimmes passiert, wenn die Emotio bei mir nie etwas sinnvolles mitgebracht hat, sondern Fehler, einen schlimmer als der Andere. Gerade früher habe ich nicht rational genug gedacht, habe mich oft aufgeregt und "Spaß gehabt" anstatt zu lernen. Mittlerweile habe ich das wesentlich besser im Griff, aber es muss noch deutlich verbessert werden. Lernen bis man fertig ist und wenn man fertig ist noch mal von vorne anfangen. Sich Gefühlen hingeben klingt für mich auch eher danach komplett hochzugehen, wo dann nur was kaputt geht oder komplett traurig zu werden und das Leben zu beenden. Alles weniger gute Aussichten, wobei letzteres mir emotional gesehen sehr gut gefällt.Hast du denn Grund zu dieser Annahme? Im üblichen mitteleuropäischen Menschen ist Ratio so fest und stark verdrahtet, die lässt sich nicht so leicht aus dem Sattel kippen. Nicht mal dann, wenn's an der Zeit wär, dass sie in den Hintergrund tritt. Es ist kein Weltuntergang, wenn ma sich mal seinen Gefühlen hingibt und fallen lässt - ganz im Gegenteil. Es passiert auch nichts Schlimmes. :-)
Sowas ist keine Option für mich. Dann denken die doch noch schlimmer über mich und halten mich für einen endgültig unnützen Menschen, der die Zeit die man zum Lernen oder Arbeiten gehen nutzen könnte mit irgentwas verbringt, was nichts bringt. Hier ist es einfach sehr hellhörig und bei mir war nie etwas zu hören, Fernseher und Computer stehen immer so leise, dass ich es nurnoch mit Mühe hören kann. Das einzige was zu hören war, war wenn ich mit dem Großvater telefonierte oder wenn ich herumgeflucht habe wenn ich in einem Game verloren habe, was auch schon schlimm genug ist, aber auch nur selten war.ich würde meinen, die necken dich doch nur liebevoll. Da würde ich geheimnisvoll gucken und raunen "die edle Lady geniesst und schweigt" und nochmals vielsagend gucken.
Das ist korrekt. Aber ich habe aber auch Freunde die ganz anderen Religionen bzw. keiner Religion angehören.Bist du zufälligerweise in einem christlich-freikirchlichen Umfeld aufgewachsen?
Ich finde die Aussage irgentwie unlogisch und ehrlich gesagt falsch. Wenn ich meinem Schulheft herumschmiere, wird es auch nicht richtiger was drin steht. Wenn ich in der Küche alles verklecker, schmeckt das Essen auch nicht besser. Man hat sich ordentlich, korrekt und sinnvoll zu Verhalten oder ist jetzt alles was ich bisher gelernt habe falsch?Wie heisst es doch so schön: wenn es nicht etwas schweinisch ist, ist es nicht richtig gemacht.
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25.09.2014, 06:06
AW: Ratio vs. Emotio
Du gehst viel zu verkopft und zu verkrampft ans Leben heran. emotio versus rationem? Das Leben fließt wie das Blut durch deine Adern. Wenn du deine Gefühle unterdrückst, dann verkümmerst du seelisch.
Sex muss jeder Mensch erst lernen. Was magst du genau? Wo und wie möchtest du berührt werden? Wie bekommst du einen Orgasmus?
Sei dankbar, dass du einen Mann gefunden hast, der dir Zeit gibt und der dich entdecken möchte. Ihn zieht nicht nur dein Geist an, sondern auch dein Körper. Umfassend, wie das Begehren sein sollte.
Vielleicht hast du auch einfach Angst, dass nach dem ersten Sex dein mühsam errichteter Damm bricht und die Gefühle dein Leben bestimmen. Das kannst du nicht verhindern. Sonst bricht das später durch und zerstört noch mehr.
Hey, du bist 22 Jahre alt. Entdecke das Leben, genieße die Liebe, feiere Nächte durch und spüre die Leichtigkeit, die uns die Große Göttin geschenkt hat!
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25.09.2014, 07:15
AW: Ratio vs. Emotio
Stimmt. Doch auch wenn Wut anwesend ist, ist es immer noch an dir zu entscheiden, was du mit dieser Wut anstellst... du kannst die Energie zB nehmen, um rumzubrüllen und Geschirr kaputt zu hauen, oder du kannst die Energie nehmen, um deine Wohnung zu putzen. So können Ratio und Emotio zusammen arbeiten, im besten Fall.
Ein freundliches oder gar strahlendes Lächeln, wenn man eine geliebte Person trifft, ist doch sehr positiv. Es gibt kaum etwas, was ein Mensch nötiger braucht, als ein paar gute Freunde, aber mit emotionslosen Holzklötzen kann man fast nicht befreundet sein - mit Menschen, die sich emotional zeigen, aber durchaus.Mir fällt nichts positives ein, wo die Emotio auch nur das kleinste Wort zu beigetragen hätte.
Kann ich nicht beantworten, da ich nicht weisst, wie du ein "perfektes Leben" definierst.Daher die Gegenfrage: Gibt es einen sinnvollen Grund, erhalte ich dadurch etwas was ich für ein perfektes Leben brauche?
Sicher anders als ich, denn Freundschaft, Liebe, angenehme Berührungen (inklusive Sex), emotionale Verbundenheit sind alles Dinge, die für mich unbedingt zu einem perfekten oder auch nur angemessen guten Leben dazu gehören.
Meine Ratio sagte da: Lernen, bis ich es gut genug kann...Wenn das in einem Durchgang reicht, gut, wenn es mehrere braucht, dann in mehreren, und überhaupt, muss ich dies oder jenes können? Rational ist auch, den Mut zur Lücke zu haben, und zu wissen, wo man sich Lücken erlauben kann.Lernen bis man fertig ist und wenn man fertig ist noch mal von vorne anfangen.
Emotionen sind wie das Wetter - mal wolkig, mal sonnig, mal stürmisch, mal neblig...nein, das läuft nicht darauf hinaus, "komplett hochzugehen" oder sich gleich umzubringen.Sich Gefühlen hingeben klingt für mich auch eher danach komplett hochzugehen, wo dann nur was kaputt geht oder komplett traurig zu werden und das Leben zu beenden.
Emotionen wechseln relativ schnell, hier mal kurz Ärger, dann ein Lächeln mit jemandem geteilt, eine witzige Werbung auf einem Plakat gesehen... eben wie das Wetter.
Warum ist es dein Ziel, ein "nützlicher" Mensch zu sein und was gehört alles dazu?Dann denken die doch noch schlimmer über mich und halten mich für einen endgültig unnützen Menschen, der die Zeit die man zum Lernen oder Arbeiten gehen nutzen könnte mit irgentwas verbringt, was nichts bringt.
ach herjee. Mein Beileid. Eine freikirchliche Erziehung ist kein Zuckerschlecken. Ich hoffe, du wirst dieses Erbe irgendwann hinter dir lassen können.Das ist korrekt. Aber ich habe aber auch Freunde die ganz anderen Religionen bzw. keiner Religion angehören.
Das mit dem Schweinekram war ausschliesslich auf Sex bezogen. Was Kochen und Schulhefte betrifft, gebe ich dir recht, da hilft ein Minimum an Ordnung durchaus.Ich finde die Aussage irgentwie unlogisch und ehrlich gesagt falsch. Wenn ich meinem Schulheft herumschmiere, wird es auch nicht richtiger was drin steht. Wenn ich in der Küche alles verklecker, schmeckt das Essen auch nicht besser. Man hat sich ordentlich, korrekt und sinnvoll zu Verhalten oder ist jetzt alles was ich bisher gelernt habe falsch?
gruss, barbara
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25.09.2014, 07:24Inaktiver User
AW: Ratio vs. Emotio
Ich will auch nur kurz, muß ins Büro gleich.
Nur eins: sei so verkopft und rational wie du willst - mit dem ersten Mal Sex, dem ersten Orgasmus beim Sex hört das auf. Und dann ist der "Prozeß" auch nicht mehr nur zur Reproduktion gut...*fg* glaub mir.
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25.09.2014, 09:42
AW: Ratio vs. Emotio
Eigentlich wollte ich nur mal ganz kurz reinscannen, weil "Ratio vs. Emotio" zum großen Themenkreis Neurowissenschaften zu passen schien, den ich seit geraumer Zeit sehr intensiv verinnerliche - für mich selbst erstaunlich: Nicht nur rational, sogar zunehmend eher emotional. Aber von einigen Deiner Aussagen bin ich nun geradezu erschüttert und lasse trotz Zeitmangel quasi eine Einladung da:
Das hast Du falsch verstanden weil es nicht korrekt wiedergegeben war - es geht beim satirischen Original von Woody Allen ("Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten" aus dem Jahr 1972) ausschließlich um Sex: "Ist Sex schmutzig?" - "Nur, wenn er richtig gemacht wird!"
Bleibt die Frage - wenn man die Satire wörtlich nimmt - was denn wohl alles schmutziger Sex sein könnte und warum sauberer (?) Sex nicht richtig gemachter Sex sein soll. (Man beachte aber den zeitlichen Kontext!) Ich z. B. halte "sauberen Sex" für viel komplizierter "richtig" zu machen, er ist mir aber nach meinem Verständnis davon viel lieber. (Nur sagt das jetzt wohl niemandem nichts, aber jedem etwas anderes.)
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Eigentlich bewegt mich jedoch die Frage, ob Du Deine Ratio mal in die Richtung gelenkt hast, dass Dein Anders-Sein (als der Durchschnitt) im autistischen Spektrum liegen könnte.
Als ersten Teaser möchte ich Dir "Nicole Schuster" als Suchpattern vorschlagen, insbesondere auch bei YouTube. Ich denke, jeder Mensch kann autistische Züge in sich haben, ggf. auch nur in Teilaspekten des Lebens.
Als Zweites möchte ich vorschlagen, die Begrifflichkeiten zu erweitern. "Ratio vs. Emotio" ist mir zu schwarz-weiss. Man sollte sich dazu (Bri-typisch?) zuerst einmal mit dem sogenannten Bauchgefühl vertraut machen. Dazu gibt es wissenschaftlich fundierte Bücher (also jenseits von Esoterik, Lebenshilfe, "Training" und Coaching) von Gerd Gigerenzer, Ap Dijksterhuis und anderen.
Das Dritte könnte dann die Beschäftigung mit unserem Gedächtnis sein, bei großem Interesse bis in die molekularen, physiologischen Grundlagen hinein - da dürfte dann plötzlich klar werden, dass ganz ohne Emotionen z. B. ein wichtiger Index auf die Datenbank fehlt. Aber auch, dass die Ratio (was ist das eigentlich außerhalb philosophischer Betrachtung?) den Körper und sogar (epi)genetische Abläufe beeinflusst. Hier kann ich so aus dem Ärmel aus Zeitmangel gerade keinen Autor vorschlagen, die Aspekte sind zu umfassend.
Viertens erscheint mir eine Randbeschäftigung mit Psychopathie ganz interessant - das Aufrollen der Thematik von einer extremen Seite her. Da ist mir Kevin Dutton in guter Erinnerung geblieben, "Gehirnflüsterer" ist eine breite Einführung, die einem auch hilft, psychopathische Züge in "normalen" Menschen zu entdecken, die sogar auf Teilgebieten sehr nützlich sind.
Bei mir hat all das z. B. den Blick auf viele Menschen, sogar Freunde erweitert. Ich rege mich weniger auf, zumal ich auch besser parieren kann.
Zu guter Letzt fällt mir ein, dass man sich als rationaler Mensch gerade in jungem Alter dann ja eigentlich auch frühzeitig mit dem menschlichen (allgemein) und seinem eigenen (inhaltlich) Selbstmodell auseinandersetzen könnte. Da würde ich aktuell mit Thoams Metzinger anfangen - die daraus resultierende weiter- und zurückführende Literatur kann in alle Richtungen gehen, denen man heute so gerne ein "Neuro" vorsetzt.
Hiermit kann man sehr bewusst die Fesseln jeglicher religiösen Erziehung sprengen, muss aber trotzdem nicht areligiös oder antireligiös werden - hat aber endlich die Freiheit dazu.
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Mir fällt gerade noch Martin Urban als Publizist und Autor ein. Er hat gute verständliche Einführungen geschrieben, ruderte aber für meinen Geschmack mit zunehmendem Alter wieder zu weit zurück. (Ich halte nicht viel von Esoterik, Religion und Spiritualität - das "Geheimnis" ist viel zu groß für solche Kleinlichkeiten.)Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia


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