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    Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Liebe Forumsbesucher/innen

    Ich verfolge die Beiträge in diesem Forum seit einiger Zeit mit Interesse und denke sie können auch mir helfen ein bisschen Ordnung in mein Gefühlschaos und Licht ins Dunkle zu bringen.

    Mein Mann und ich (Anfang 50, Ende 40) sind nun schon seit fast 20 Jahren zusammen. Wie man das so oft hier lesen kann, ist auch bei uns in den letzten Jahren das Liebesleben ziemlich ins Stocken geraten und teilweise zum Stillstand gekommen. Wir hatten einfach sehr viel Stress. Wegen familiärer Verpflichtungen (alte und kranke Eltern) hatten wir lange Zeit gar keine Wochenenden mehr. Bei unseren anspruchsvollen Jobs wären die aber sehr nötig gewesen. Wir waren irgendwann beide völlig ausgelaugt. Wenn man dann im Bett ist, fällt einem auf Anhieb ersteinmal nichts anderes ein, als den fehlenden Schlaf nachzuholen. Zudem wäre schlicht und einfach der Kopf nicht frei genug gewesen für erotische Stunden zu zweit. Da mein Mann diesbezüglich viel anfälliger ist als ich und er seit jeher auch weniger Lust hat, hatten wir irgendwann nur noch alle 2 – 3 Monate mal Sex. Wir lieben uns, und ja, ich begehre ihn genau deshalb nach so langer Zeit immer noch. Rückblickend muss ich sagen, dass da bei mir in unserer stressigen Zeit ständig das Gefühl schwelte: mir fehlt etwas. Das ist eines jener Gefühle, die man nicht so richtig fassen kann, dennoch war ich ziemlich unzufrieden und weiß heute, dass mir die sexuelle Befriedigung gefehlt hat- mit allem was dazu gehört.

    Als nun die langen Wochenenden im Mai und Juni kamen, war es ein bisschen entspannter und wir haben dann nach einer Abstinenzphase von etwa zwei Monaten mal wieder miteinander geschlafen. Ich stand zu diesem Zeitpunkt nicht nur wegen der langen Abstinenz, sondern auch hormonell bedingt (Zyklusmitte) ziemlich unter Strom. Die Art und Weise wie wir uns schließlich geliebt haben (ein altmodischer Ausdruck, aber hier genau treffend), wäre als Vorlage für einen Pornofilm glatt durchgefallen. Ich kann da natürlich nur von mir sprechen, aber ich hatte trotzdem das Gefühl die Luft brennt regelrecht. Die Situation war so hochgradig emotional. Sie endete schließlich in einer Explosion, die mich völlig umgehauen hat. Ich hatte hinterher das Gefühl, meine Einzelteile zusammensuchen zu müssen. Ich war noch am nächsten Tag wie berauscht von dieser Nacht, die objektiv so gänzlich unspektakulär war und gefühlsmäßig kaum spektakulärer hätte sein können.

    Da gibt es ein Lied in dem heißt es „Diese Prickeln im Bauch das man niemals vergisst, als ob da im Magen der Teufel los ist.“ Genau so fühlt es sich momentan an. Allen Ernstes, ich bin Ende vierzig, mit meinem Mann fast 20 Jahre zusammen, und es bricht seit ein paar Wochen regelmäßig ein Vulkan aus, wenn er mich berührt oder küsst. Der Sex ist so intensiv, dass ich manchmal in Tränen ausbreche und ewig brauche, bis ich danach wieder auf den Boden komme. Ihr könnt vielleicht verstehen, dass mich das ziemlich irritiert. Dennoch ist es wunderbar und ich könnte zuweilen vor Glück überschäumen.

    Wenn die Geschichte hier zu Ende wäre, würde ich sie nicht posten. Das Problem ist, dass seit der besagten Nacht meine Libido völlig verrücktspielt. Ich gehörte noch nie zu den Frauen, die unter Lustmangel zu leiden haben, aber wie jetzt der Turbo eingeschaltet ist, ist auch nicht mehr wirklich spaßig. Ich glaube ich hatte noch nie so viel und so oft Lust auf Sex wie im Moment. Wenn man einen Beruf hat, bei dem primär das Hirn gefragt ist, ist es nicht schön, wenn eben dieses derart mit anderen Dingen beschäftigt ist, dass es gelegentlich aussetzt. Die Spannung ist auch körperlich unangenehm – in den hormonell heißen Phasen ist sie kaum auszuhalten. Dann leide ich richtig.

    Ich will aber auf jeden Fall vermeiden, dass sich mein Mann unter Druck gesetzt fühlt. Wir haben jetzt ein bis zwei Mal in der Woche Sex. Manchmal kommt er mir da entgegen, weil er merkt, dass ich mal wieder fast platze. Auch wenn er anfangs nicht immer Lust hat, schlagen am Ende doch richtig die Funken und wir sind danach beide sehr befriedigt und schlafen selig ineinander verschlungen ein. Die Häufigkeit ist für ihn echt ungewöhnlich und für mich im Vergleich zu vorher –einmal in drei Monaten- wirklich wunderbar. Dennoch, wenn man unter Dauerstrom steht, ist auch zweimal die Woche nicht so viel. Ich versuche mich da zurück zu nehmen, aber mein Körper spielt einfach nicht mit. Mein Mann ist sehr zärtlich und liebevoll, daran hat es auch in sexuellen Durstphasen nie gemangelt. Ich möchte ihm Zärtlichkeit geben, ohne, dass er denkt es müsste gleich zum Äußersten kommen. Ich stehe aber dabei momentan immer gleich in Flammen oder besser gesagt unter Wasser und weiß nicht, wie ich das verbergen kann. Ich versuche das, aber manchmal kann ich dann ewig nicht einschlafen, weil ich einfach zu erregt bin. Das ist echt schrecklich.

    Ich glaube, dass das ganze etwas Hormonelles ist und mit den Wechseljahren zu tun hat. Hat jemand von Euch damit Erfahrung? Wie geht man/frau damit um und vor allem, wie lange dauert das?
    Sorry für den langen post. Ich hoffe ich habe nicht nur verworrenen Blödsinn geschieben. Ich musste das mal loswerden.

  2. gesperrt

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Ich würde sagen, suche deine Gynäkologin auf und schildere offen und ehrlich dein Befinden.
    Kann auch sein, das etwas krankhaftes hinter deinem begehren steht.

    Laß es abklären.

    Grüße
    Luftpost

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Selbstbefriedigung zwischen den Sextagen mit Deinem Mann wären keine Option?
    Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
    Christian Fürchtegott Gellert (1715-69)

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Wenn Du Deinen Mann aber eher einbinden willst, wie wäre es denn mit für ihn lustfördernden Dingen wie schönen Dessous? Spiel den Vamp? Rollenspielen?

    Bei ev. Problemen hilft auf jeden Fall reden.

  5. gesperrt

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Das Polyzystische Ovarialsyndrom kann zu einer deutlich gesteigerten Libido führen.

    Grüße
    Luftpost

  6. Inaktiver User

    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Ich war 50, als es bei mir losging. Sooo viel Lust. Es war schön und schlimm. Bei mir hing es eindeutig mit den Wechseljahren zusammen.
    Jetzt mit 54 ist es besser, aber immer noch lustvoller als in jungen Jahren .
    Geniesse es, würde ich sagen. Du hast einen verständnisvollen Mann. Das solltet ihr also "durchstehen".

  7. Inaktiver User

    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    ich würde auch sagen, genieß es!
    mitte/ende 40 ist ein tolles alter!

    wenn es deinem mann zu viel ist, hilf dir halt selbst zwischendurch...

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Hallo und vielen Dank erstmal für Eure Beiträge,
    ich finde sie hilfreich und hoffe auf weiteren Input. Ich bin selbst im medizinisch-psychologischen Bereich tätig und weiss wie Kolleginnen und Kollegen auf meinen Post antworten würden. Ich brauche aber gerade den ganz unverstellten, von mir aus auch irrational-emotionalen Blick von Geschlechts- und Altersgenossinnen auf die Dinge. Gern auch aus der Sicht des anderen Geschlechts. Bei mir dreht sich momentan alles und ich habe gar keine Lust das professionell-analytisch anzugehen.
    Hier sind meine Antworten auf Eure Beiträge

    @Luftpost
    Danke für den Hinweis. Ja ich sollte vor allem mal meinen Hormonstatus checken lassen. Ich schreib das auf meine „To Do“ Liste. Ich habe einen erhöhten Androgenspiegel im Verdacht. Im Moment schieb ich das, weil ich keine Zeit habe, aber mich interessiert das selbst auch.

    @rebellin
    Die Frage nach der Selbstbefriedigung liegt natürlich nahe. Nein, das ist leider nicht wirklich eine Option. Hab ich ausprobiert, weil ich dachte es hilft Druck abzubauen. Tut es in dieser Situation nur kurzfristig, macht es langfristig aber schlimmer. Damit will ich sagen, dass es nur kurz danach besser ist, um dann mit voller Wucht wieder da zu sein. Ich habe gemerkt, dass es letztlich nicht um die rein körperliche Befriedigung geht. Es ist die emotional aufgeladene Spannung, die mich momentan so unter Strom setzt. Ich habe nicht nur einfach unspezifisch Lust. Der Gedanke an andere Männer macht mich auch so gar nicht an. Ich wage kaum das auszusprechen, aber ich glaube ich bin momentan wahnsinnig verliebt in meinen Mann, vielleicht mehr als zu Beginn unserer Beziehung. Klingt komisch und ich kann gar nicht glauben, dass ich das jetzt gesagt habe, aber wie soll ich meine Reaktionen anders interpretieren. Er bringt mich so durcheinander, dass der Magen Aufzug und der Kopf Karussell fährt. Wenn wir miteinander geschlafen haben, überfallen mich manchmal noch am nächsten Tag regelrechte Schauer, wenn ich nur daran denke. Ich glaube, dass das auch die explosive Mischung ausmacht. Dieses schwindelerregende Gefühl, das man hat, wenn man verliebt ist, trifft auf eine jahrelang gewachsene Vertrautheit, durch die man sich im wahrsten Sinne bedingungslos hingeben kann. In der Regel hat man erst das eine und dann das andere und hier trifft nun beides zusammen.

    @Wunschfee
    Dein Beitrag hat mich irgendwie erleichtert. Ich habe ganz viele Fragen dazu, gern auch per PN, wenn Du nicht hier antworten willst. Hat diese Luststeigerung bei Dir plötzlich oder schleichend eingesetzt? War das vor oder in den Wechseljahren? Woher weisst Du so eindeutig, dass es damit zusammenhing. Ich habe das bei mir nur vermutet, weil es vom Alter her passt, Beschwerden habe ich eigentlich noch nicht. Es ist nur so, dass kurz nachdem es zu dieser Libidosteigerung kam, mein Zyklusdauer anfing zu schwanken. Du schreibst, dass die Lust mittlerweile weniger geworden, aber immer noch stärker als früher ist. Kam es dann bei Dir nicht zu der legendären Lustlosigkeit in den WJ. Ich kann mir das bei mir auch momentan gar nicht vorstellen. Ich habe durch meinen Job Zugang zu medizinischen Fachzeitschriften und da mal international recherchiert. Es gibt hunderte Artikel über seriöse Studien zu Lustlosigkeit in den WJ. Zur Libidosteigerung habe ich hingegen so gut wie nichts gefunden. Das Wort taucht fast nur in Experimenten mit Ratten oder Mäusen auf ;>. Mich hat das etwas überrascht, weil im Netz in entsprechenden Foren Frauen gar nicht so selten darüber berichten.

    @ambiva
    Ja, Ihr habt Recht. Ich sollte es genießen. Macht mir aber Probleme, davon so dominiert zu werden. Wenn ich es zulassen kann, ist es grandios. Bin grad froh, dass wir ein freistehendes Haus haben und uns um hellhörige Wände keine Gedanken machen müssen. Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich das bin.
    T-Rose

  9. gesperrt

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    AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Es gibt hunderte Artikel über seriöse Studien zu Lustlosigkeit in den WJ. Zur Libidosteigerung habe ich hingegen so gut wie nichts gefunden. Das Wort taucht fast nur in Experimenten mit Ratten oder Mäusen auf ;>. Mich hat das etwas überrascht, weil im Netz in entsprechenden Foren Frauen gar nicht so selten darüber berichten.
    Liebe T-Rose

    wusste gar nicht das Ratten und Mäuse in die Wechseljahre (-monate ?) kommen.

    Ich vermute, das Frauen diese Thema nicht mit ihrem Gyn. besprechen, da sie es nicht als krankhaft erleben neuerdings mehrmals die Woche Sex zu haben oder sich in reifem alter in den eigenen Mann neu zu verlieben.
    Somit erfährt die Fachwelt nicht unbedingt was davon.

    Ich würde auch sagen, genieße es. Und laß die gynäkologische Seite trotzdem abklären, sicherheitshalber.

    Grüße
    Luftpost

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    smirk AW: Gefühlschaos: Nach 20 Jahren Beziehung haut er/es mich plötzlich völlig um

    Doch doch, die weibliche Ratten neigen in den Wechseljahren besonders dazu ihren Männern Migräne vorzutäuschen -lach.
    Nein, ich hab nach dem Wort Libidosteigerung recherchiert und bin da auf Experimente mit Ratten gestossen, denen man Sexualhormone verabreicht und dann das Sexualverhalten beobachtet hat. Die Ergebnisse waren durchaus interessant.
    In den Studien mit Menschen , wurden diese über ihr Sexualverhalten befragt und man hat deren Hormonstatus und Lebenstil usw. untersucht.
    Du hast wohl recht, es wird diesbezüglich eher das untersucht, was als Problem angesehen wird. Die paar Studien, die ich zur Lussteigerung gefunden habe, drehten sich um krankhaft erhöhte Hormonwerte, bei irgendwelchen Hypophysen- oder Schildrüsentumoren. Von sowas gehe ich jetzt bei mir nicht aus, aber irgendwas Hormonelles wird da schon im Spiel sein. Was mir nämlich verdächtig vorkommt, ist dass manchmal (nicht immer) nach dem Orgasmus die Erregung nicht oder nicht in ausreichendem Maße zurückgeht.
    Aus psychologicher Sicht ist das mit der deutlich gesteigerten Libido übrigens gar nicht unerheblich. Offenbar gibt es Frauen, die dabei Kopf und Kragen riskieren. Da sich das bei mir auf den eigenen Mann bezieht, besteht höchstens die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft oder der vorübergehenden Unzurechnungsfähigkeit, wegen Schwelgens in erotischen Phantasien

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