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  1. Inaktiver User

    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Ich bin ich vielen Punkten meiner Sexualität eher so ausgerichtet, wie man es typischerweise Männern nachsagt.
    Das kann ich unterschreiben. Vielen Dank für deine Offenheit hier!

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Generell ist mir Sex sehr wichtig, ist Sex für mich eine wichtige Form der Selbstbestätigung, komme ich mit sexuelle Zurückweisung schlecht zurecht und habe ich abartig schlechte Laune und werde richtiggehend aggressiv, wenn ich wirklich scharf bin und nicht zum "Vollzug" komme (das was man Männern gern als "Samenstau" nachsagt).
    Puh, das kann anstrengend für den Partner sein. Wenn mein Partner mal keine Lust hat, dann denke ich da eigentlich gar nicht drüber nach - es sei denn er hat wirklich immer weniger Lust als ich. Das habe ich aber erst 1 x erlebt und da war ich eher traurig als wütend. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Sex für mich Selbstbestätigung ist. Stressabbau wahrscheinlich schon, denn beim Sex kann ich mich fallen lassen/gehen lassen, alle Sorgen vergessen und im Idealfall ich selbst sein. Neben den ganzen guten Gefühlen.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Auch beim Sex an sich: Mir ist ein Orgasmus sehr wichtig, ich schließe mich dem typischen weiblichem Tenor, dass es darauf nicht ankommt nicht an.
    Ja, wer hat diesen Blödsinn in die Welt gesetzt? Ich bestehe zwar nicht auf meinen Orgasmus und muss auch nicht immer einen haben (schließlich bediene ich ihn auch gerne), aber wenn der O zu oft fehlt, dann werde ich schon grantig. Ich hatte mal einen Partner, der sich auch nach Aufforderung nur ganz selten "um mich gekümmert" hat. Ich muss wohl dazu sagen, dass ich beim reinen GV nur ganz selten komme.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Wenn ich beim Sex keinen Orgasmus habe, muss ich das umgehend im Anschluss selbst erledigen, aber selbst dann ist es nicht wirklich befriedigend. Ich komme nahezu ausschließlich durch Penetration - vaginal und anal - zum Orgasmus. Das jedoch recht problemlos. Während ich z.B. noch nie durch Cunniligus gekommen bin, obwohl mein Mann den gern und oft und auch für mich sehr angenehm/erregend betreibt.
    Du kommst anal? Wow! Und beim Lecken nicht? Ich staune.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Ich werde gern härter angefasst und ich will kein Nachspiel, noch nie.
    Nachspiel? Kenne ich auch nicht wirklich. Entweder Einstieg in die nächste Runde oder erstmal Ende oder Pause.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Wenn fertig, dann fertig. Nachdem ich gekommen bin (bzw, für mich klar ist, dass ich zum letzten mal für dies mal gekommen bin), soll er bitte auch zügig fertig machen. Da noch ewiges Rumgeeiere nervt mich.
    Er soll zügig fertig machen, klingt irgendwie fies. So richtig kenne ich das nicht. Falls ich aber doch an körperliche Grenzen stoße, die Nase voll habe oder überreizt bin, dann kann ich es ja für ihn zu Ende bringen sozusagen.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Überhaupt hab ichs eher mit animalischem Sex und muss dabei nicht schmusen, küssen u.Ä. Klar ist das auch nett, aber nicht zwingend.
    Ohne küssen geht es bei mir gar nicht bzw. ist sehr schwierig. Dafür kann küssen als Einstieg reichen.
    Ansonsten hätte ich gern beides. Einen Mann, der gern mal stundenlang zärtlich ist und mir aber auch die Kleider vom Leib reißen kann oder mir mal eben den Rock hochschiebt und sich nimmt, was er will. Wenn mir seine Art und Weise gefällt, dann nehme ich auch gern Befehle entgegen etc. Er sollte aber auch damit klarkommen, wenn ich über ihn herfalle. Gern zu eigentlich unpassenden Gelegenheiten oder an ungewöhnlichen Orten etc. Naja, das hatten wir ja schon bei anderen Themen. Auch verspielt habe ich es gern. Es sollte halt nicht langweilig werden. Ich weiß, dass ich mir zu viel erhoffe...

    Außerdem hat Sex bei mir nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun. Natürlich ist es toll, wenn beides zusammen kommt. Aber ansonsten ist meine Lust auf Unbekanntes (leider) übermäßig stark ausgeprägt, fürchte ich.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Wenn ich mal Pornos gesehen habe, haben mich für Frauen gemachte meist ziemlich abgertörnt, ich mochte eher das was man für Männer so dreht.
    Sehe ich auch so. Vielleicht habe ich aber noch nicht das richtige gesehen? Hatte was von Andrew Blake gesehen, was grundsätzlich ganz nett war. Bloß zu lahm, zu viel Fetisch und zu wenig Männer.

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    Ich denke, so einfach ist es nicht.
    Einfach ist das wirklich nicht.

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Mir fällt kein einziger Punkt ein, wo ich sagen würde, dass das ausschließlich männlich bzw. weibilch ist also keine Schnittmenge gibt. Lediglich die Größe der Schnittmenge bzw. bestenfalls die Intensität/Extremität eines Verhaltens mag geschlechtbedingt verschieden sein.

    Um deine Beispiele aufzugreifen, alina, ich kann sie ehrlich gesagt nicht wirklich beantworten, denn ich bin zwar seit 18 Jahren sexuell aktiv, aber immer mit dem selben Mann, mit dem ich eben auch schon so lange zusammen bin. Ich muss also spekulieren, GLAUBE aber, dass ich sehr wohl ohne Liebe Sex haben könnte und dann selbstverständlich auch Orgasmen! Ich glaube also nicht dass vorhandene Liebe für mich Bedigung für guten Sex wäre. Ich BEFÜRCHTE jedoch - und das würde ich durchaus als "eher weiblich" einstufen, dass umgekehrt ein Schu draus würde: Nämlich dass ich sehr in Gefahr wäre mich nach gutem Sex dann auch automatisch zu verlieben. Aber wie gesagt: Alles Spekulation.

    Meiner eigenen Beobachtung nach kann man im GROBEN sagen, dass Frauen bei der Wahl ihrer Sexualpartner höhere Ansprüche haben als Männer. Dies ist auch evolutionär logisch und sinnvoll, das sie das Ergebnis ja auszutragen und zu versorgen haben, während der Mann sich vom Acker machen kann. Dieser höhere Anspruch muss sicher nicht "Liebe" sein, sondern kann auch im Gegenteil der sein, dass man sich mit "Alphamännchen" paart (hoher Testosteronspiegel), weil man da die besten Gene für den Nachwuchs erkennt. Wie auch immer man Anspruch definiert, meiner Beobachtung nach sind Männer IM SCHNITT wahlloser bei der Wahl der Sexualpartnerin als umgekehrt.
    Bei mir ist es z.B. so, dass ich in den knapp 20 Jahren meiner sexuellen Aktivität an 2 Händen abzählen kann wie viele Männer ich getroffen habe, bei denen ich dachte: "Ja also wenn ich solo wäre, würde ich ja auch mal gern..." Das ist alle 2 Jahre einer... Ich habe das meinem Mann manchmal gesagt, wen ich so ganz "nett" fänd und irgendwann sagte er mal irritiert, dass er nicht versteht, warum ich das so betone, denn wenn er solo wäre, würde er es eher erwähnenswert finden, wen er NICHT poppen würde
    Wir hatten deshalb sogar einmal einen ziemlich Knatsch. Wir schauten damals (peinlicherweise) täglich zusammen das Dschungelcamp. Und JEDEN Tag ließ sich mein Mann wirklich übelst über Giulia Siegel aus, wie blöd die ist, wie nervig, wie memmig, wie arrogant... (ich stimme ihm da zu, aber er zog wirklich über über sie her). Und irgendwie kam dann im Nebensatz aber mal raus, dass sie zum einmal Poppen aber doch ganz gut wäre Ich war da wirklich verstört und entsetzt und hab ihm das auch gesagt und er hat dann recht aggressiv reagiert, weil er sich da angeprangert fühlte und meinte, dass man doch unterscheiden müsse, ob man jemanden nur mal eben bumst weil man Druck hat oder ob man mit jemanden tiefgründige Gespräche führen oder gar eine Freundschaft/Beziehung haben will. Ich kann das theoretisch zwar auch unterscheiden, aber mich von jemandem anlangen lassen, der mir charakterlich so zuwider ist? Never! Fänd ih total abtörnend, auch Dummheit z.B. Und ich glaube mein Mann ist da eben auch eher "typisch Mann" und ich eher "typisch Frau".

    Das sieht man denke auch allein daran, wie unterschiedlich verteilt die Nutzung von käuflichem Sex ist. Wobei da sicher noch andere Dinge eine Rolle spielen als nur der Anspruch/die Wahllosigkeit, z.B. auch die Verfügbarkeit von nicht gekauftem Sex, die ja geschlechtsabhängig ist oder auch dass Männer sich schlicht öfter in Kontexten bewegen, wo es die Möglichkeit gibt bzw. das sogar angesehen ist, während es bei Frauen eher verpönt ist. Aber ich denke da spielt auch mit rein, dass für Männer eben oft reicht "hübsch" und für Frauen eben nicht.

    Wobei meine ehemals beste Freundin alles bumst was nicht bei 3 auf dem Baum ist, solange es jung und knackig ist (sie sucht das allein aufgrund von Fotos im Netz aus - undenbar für mich und sicher eher männlich!) und mein Bruder, der mir nach 4 Jahren ohne feste Beziehung durchaus öfter sein Leid über seinen sexlosen Zustand klagt, dennoch bisher jede im Bekanntenkreis oder via Internet offerierte ONS-Avance zurückwies, weil das nicht sein Ding sei. Gibt also auf beiden Seiten sonne und sonne - aber die Tendenz ist denke ich schon verschieden.

  3. Inaktiver User

    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Sagen wir mal so: Alles, was ich bisher an Lektuere ueber "Frauen" und ihre Sexualitaet genossen habe, war praktisch nutzlos. Ebenso musste ich als Mann bei jeder Frau wieder neu lernen, wie sie ihre Sexualitaet gestalten moechte.

    Vielleicht gibt es ja die Durchschittsfrau irgendwo. (Bielefeld?) Aber meiner Erfahrung nach sind die individuellen Unterschiede einfach zu gross, um aus dem "Durchschnitt" einen letztendlich einen Nutzen zu ziehen.

  4. Inaktiver User

    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, klar. Die Intimrasur ist ein schlechtes Beispiel. Da gibt es keine angeblich weiblich und männliche Sicht der Dinge, oder?
    Es war auch mehr ein Beispiel für den persönlichen Mix - will sagen, nur weil es derzeit scheinbar üblich ist, muß man es eben trotzdem nicht automatisch mitmachen (wollen) ob nun als Paar oder Frau/Mann allein.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun, ich hatte schon den Verdacht, dass du überrascht sein könntest, was alles in deiner Frau schlummert. Da könnte ich mich aber auch irren.
    Nun, die Überraschung käme aber auch erst dann, wenn ich etwas schlummerndes auch zu Gesicht bekommen würde. Wenn im Sinne von falls überhaupt. "Schlummern" kann ja potentiell vieles in einem...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sagen wir mal so: Alles, was ich bisher an Lektuere ueber "Frauen" und ihre Sexualitaet genossen habe, war praktisch nutzlos. Ebenso musste ich als Mann bei jeder Frau wieder neu lernen, wie sie ihre Sexualitaet gestalten moechte.
    Sexuell habe ich bisher nur eine Frau kennengelernt - allerdings vermute ich das es JEDES Mal so sein wird, das man neu lernen muß, WIE man das gemeinsam gestaltet.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht gibt es ja die Durchschittsfrau irgendwo. (Bielefeld?) Aber meiner Erfahrung nach sind die individuellen Unterschiede einfach zu gross, um aus dem "Durchschnitt" einen letztendlich einen Nutzen zu ziehen.
    Das sehe ich auch so, denn aus dem, was "die Allgemeinheit" als normal empfindet, darauf zu schliessen, was das vor einem stehende Individuum mag - ist auch ein wenig gewagt an sich. Ich denke, der das was die meisten als "Normal" empfinden (so würde ich hier Durchschnitt verstehen) ist nur eine generelle Richtschnur, mehr aber auch nicht.

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Zu den Postings #9 ff.:

    Es ist halt so, dass bei einer großen Zahl von psychologischen Untersuchungen die Ergebnisse anhand der erhobenen Daten nicht so wirklich ins Auge stechen. Man muss sie schon nach anerkannten Standards herausarbeiten, mit ausführlicher Diskussion des Ansatzes, der Methoden und möglicher Ungenauigkeiten sowie Verweisen auf ähnliche Arbeiten und Ergebnisse anderer, damit sie überhaupt - oft genug wiederum als noch durch weitere Arbeiten zu erhärtende Tendenzen denn schon als Fakten - ernst genommen werden.

    Und im Überfliegen dessen "destilliert" dann die schreibwütige Journaille eine doch sooo einleuchtende Gewissheit heraus - hier also z. B. einen gefälligen Unterschied zwischen Weiblein und Männlein, der sie um Planetendistanzen voneinander entfernt sieht, vornehmlich auf Venus und Mars angesiedelt, nach dem Motto: "Wir haben es doch schon immer irgendwie geahnt!" Dann allerdings lägen die jeweils weiblichen oder männlichen Extreme maßstabsgetreu für sich selbst wohl um ganze Sonnensysteme auseinander - wenn nicht um Galaxien...

    Will sagen: Da wird eine Mücke zum Elefanten gemacht, weil Mücken in fünf Sätzen nicht spektakulär genug "rüberkommen", beziehungsweise ein eher schlichtes, Vorurteile und Klischees liebendes Publikum wird anhand einer durch die Untersuchung tatsächlich nur nachgewiesenen unzureichenden Datenlage tendenziös weiterver-Bild-et. Das ist natürlich ganz nützlich für lustige TV-Unterhaltung und für Bestseller im Bereich der Balsam-Literatur, hat aber viel zu wenig mit den wirklichen Erkenntnissen zu tun.
    _____

    Das Halten der Klappe (in #12) fällt psychologisch gesehen unter die Gruppendynamiken, die Normsetzungen durch Gruppen, den Konformitätsdruck - einen schon für sich alleine sehr interessanten und - da bin ich mir ganz sicher - für den Alltag viel maßgeblicheren Bereich der normalen menschlichen Psyche, als allgemeine w/m-Differenzen.

    Auch mit der "gesellschaftlich-politischen Angleichung der Geschlechter" spielte ich darauf an, dass (m)eine nicht so stark geschlechtsspezifische Orientierung garkein Zeichen besonderer Individualität oder speziellen Wissens sein muss, sondern ebensogut oder immerhin zu großen Teilen auch das Ergebnis einer Beeinflussung durch kommerzielle und politische Interessen sein kann, die den Feminismus und die Emanzipation doch längst und weitreichend für ihre Zwecke (um)instrumentiert haben.
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    Zu #21und #22 kann ich auch ein paar "Bekenntnisse" hinzufügen:

    Als typisch "männlich-und-nicht-weiblich" wurden in den Kreisen meiner erweiterten Umtriebigkeit im Internet immer Fetische angesehen. Da gebe es einen überdeutlichen "Frauenmangel". Ich hatte stattdessen schnell den Eindruck, dass die betreffenden bzw. betroffenen Männer ihre Neosexualitäten (auch) aufgrund von Kontaktproblemen mit Frauen entwickelt bzw. schon so sehr - und eng! - weiterentwickelt hatten, dass es immer schwieriger wurde, eine dem zugeneigte Partnerin zu finden.

    Frauen, die vergleichbar angefixt oder weit vorgedrungen waren, hatten nämlich ganz ähnliche Probleme, hängten es aber lieber nicht so heraus, denn komischerweise waren sie trotz des angeblichen Frauenmangels in der besagten Klientel sozusagen nicht vermittelbar, schon rein virtuell nicht. Sie wurden fast ausschließlich von den üblichen, sich selbst überschätzenden Unsympathen angeschrieben. Da kann ja wohl irgendetwas an den männlichen "Mangelerklärungen" nur ein Erklärungsmangel gewesen sein...

    Dagegen hatte ich von BDSM immer den Eindruck, dass das mehr ein Frauensport sei, nur die Männer sich mittels Extremen mehr hervortaten, also größeres Aufsehen erregten. Im Endeffekt kann man aber aus der "Öffentlichkeit", die irgendetwas derartiges irgendwo erreicht, eben nicht auf die Geschlechtsspezifik dessen selbst zurückschließen, sondern mindestens genauso gut (bzw. schlecht) auf die Geschlechtsspezifik der jeweiligen "Öffentlichkeitsarbeit". Und das gilt wohl für jeden Bereich der Sexualität, der nicht ohnehin nur von Klischees (besonders auch in den Medien) beherrscht wird.

    Außerdem hieße selbst eine psychologischen Untersuchungsstandards standhaltende Feststellung von Geschlechterdifferenzen noch lange nicht, dass sie natürlich wären. Für eine deutliche Skepsis in dieser Richtung muss man sich bloß einmal mit Pinkstinks - Kampagne gegen die "Pinkifizierung" von Mädchen durch Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien beschäftigen.
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    Apropos "spekulative Bekenntnisse": Ich glaube auch, dass bei mir auf tollen Sex das Verlieben geradezu unausweichlich folgte, habe allerdings das Problem. dass mir Sex ohne wenigstens spekulativ denkbares Verlieben eher peinlich wäre. Also, was da jetzt zuerst ist und was zu zweit folgt...

    ...ist wohl nicht immer ganz eindeutig festzulegen - egal, wie eindeutig zweideutig es auch (gewesen) sein mag. Und es ist wohl auch nicht so eindeutig weiblich oder männlich besetzt.
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    Haben Frauen wirklich höhere Ansprüche bei der Wahl des Partners? Naja, wenn ich mir so manche ihrer Männchen angucke, zweifele ich an der Allgemeingültigkeit auch dieser Aussage und setze beispielsweise "Frauen fallen besonders schnell auf Blender und Psychopathen herein." dagegen. Evolutionsbiologische Erklärungen mögen ja besonders griffig sein, tragfähig sind sie auf dieser Ebene längst nicht mehr. Sie können allenfalls als Denkhilfe hinsichtlich archaischer "Mechanismen" herhalten, die tatsächlich immer noch eine Rolle spielen - aber ganz tief unten, wie das Pheromonsystem.

    Und: Mit den allerwenigsten Frauen, denen ich mit einem gewissen Anflug von Wollust hinterherschauen mag, würde ich nur Sekunden später noch real Lust haben wollen. Unsere Sinne funktionieren nun mal konstruktivistisch und orientieren sich zuerst an irgendwarum bevorzugten Details. Aber dann ebenso an "bevorzugt" abschreckenden. Auch darin sehe ich mehr Erfahrungs- und Erkenntnisbasiertes, als Geschlechtstypisches. Erfahrungs- und Erkenntnisverweigerung sind m. E. ebensowenig geschlechtstypisch.

    Ich könnte jetzt eine recht lange Abhandlung über den erwähnten Konstruktivismus der Sinne und seine erotischen Konsequenzen verfassen - andere sagen halt nur: "Für einmal Poppen würd's doch reichen..." und meinen im Prinzip dasselbe. Der Unterschied liegt womöglich nur darin, dass sich mit langen Abhandlungen im Kopf sowieso nicht poppen lässt, aber besser begründen. Das erspart Diskussionen über die eigenen moralischen Standards und das Selbstwertgefühl...
    _____

    Über die Geschichte mit dem käuflichen Sex würde ich gerne mehr wissen. Da ist meine Datenlage äußerst schwach - ich neige aber dazu, es heute, bei den recht sicheren Verhütungsmöglichkeiten, als rein gesellschaftlich bedingt anzusehen. Aber dreht die Sache mal gedanklich um: "Frauen neigen eher dazu, sich für Sex in irgendeiner Form belohnen zu lassen..." (oder Sex als Belohnung einzusetzen?). Diese Variante habe ich von Männern schon in einer Form gehört, für die ich ihnen wünschte, den Rest ihres Lebens Kastrationsalbträume zu haben...

    Viele solcher Aussagen sind einfach nur völlig belanglos - zumindest für den Einzelnen bzw. ein einander zugeneigtes Paar - oder im Konfliktfall zwar "passend", aber haltlos zusammengereimt...
    Geändert von Cygnus (27.05.2013 um 14:02 Uhr)
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Zitat Zitat von Milfy Beitrag anzeigen
    I

    Wenn man davon ausgeht, dass männliche Sexualität sich auf einem Kontinuum zwischen a und b bewegt (weil jeder Mann anders ist und auch alle Männer verschieden ticken) und weibliche sexualität auf eiem Kontinuum zwischen c und d, dann ist die Differenz zwischen a und b (also den beiden Extrempolen männlicher sexualität) bzw. c und d (also den beiden Extrempolen weiblicher Sexualität) größer als die Abweichung der beiden Durchschnittswerte (männlich vs. weiblich) voneinander.

    Oder Männer (und auch FRauen) untereinander emfinden so verschiedenen, dass die entsprechenden Extrempole weiter auseinander liegen als die Abweichungen zwischen den Geschlechtern.
    Man sollte aus dieser Aussage aber keine zu weit reichenden Schlüsse ziehen.
    Das Wesentliche ist nicht die Breite zwischen a und b bzw. c und d, sondern die Form der Verteilung auf diesem Kontinuum.

    Betrachten wir z.B. die Körpergröße. Diese differiert bei Männern zwischen 1,50 und 2.10 (die Extreme mal weggelassen), bei Frauen zwischen 1,40 und 1,90. Der Mittelwert liegt bei Männern in D bei etwa 1,75, bei Frauen bei 1,65. Die Verteilung der Individuen auf diesem Kontinuum ist ungefähr eine Normalverteilung, d.h. es gibt eine starke Häufung um den Mittelwert. Obwohl die Breite des Kontiuums bei beiden Geschlechtern deutlich größer ist als der Abstand der Mittelwerte (60 bzw. 50 cm zu 10 cm), gibt es eine deutliche Korrelation von Körpergröße und Geschlecht. 1,80 ist eine typisch männliche Körpergröße, 1,60m eine typisch weibliche (d.h. es gibt wesentlich mehr Männer, die 1,80m groß sind als Frauen).

    Liegt eine binäre Verteilung vor, ist das Kontiuum null, der Abstand unendlich. Damit ist die Zuordnung männlich/weiblich trivial (z.B. bei der Existenz primärer Geschlechtsorgane).

    Bei einer Gleichverteilung (z.B. die Haarfarbe der Menschen in Süddeutschland), gibt es keine Häufung irgendwo im Kontinuum und damit keine Zuordnung dieser Eigenschaft zur Kategorie männlich/weiblich.

    Fände man also z.B. bei überdeckenden Kontinua und annähernden Normalverteilungen unterschiedliche Mittelwerte (und unterschiedliche Breite der Gauß-Kurve), dann kann man in erster Näherung von typisch weiblichen und typsich männlichen Eigenschaften/Verhaltensweisen sprechen. Im rein statistischen und rein empirischen Sinne.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Äh, ja Hans, sehr ausführlich erklärt - nur wo ist da der Widerspruch zu Milfy's Darstellung?

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Zitat Zitat von Diplomat Beitrag anzeigen
    Äh, ja Hans, sehr ausführlich erklärt - nur wo ist da der Widerspruch zu Milfy's Darstellung?
    An sich ist da keiner. Sie beschreibt ja selber Verhaltensweisen, die sie typisch männlich bzw. typisch weiblich findet.

    Mir ging es nur darum, die Einseitigkeit des häufig zu hörenden Arguments, wenn die Breite des Kontinuums größer als der Abstand der Mittelwerte ist, daß dann keine sinnvollen Aussagen zu typischen Verhaltensweisen möglich sind, aufzuzeigen. Das ist z.B. ein Standard-Argument gegenüber der evolutionären Psychologie und geht meiner Meinung nach fehl, da hier individuelle und statistische Aussagen gemischt werden.

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

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    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    Hans - Chapeau! Ich komm grade aus ner Statistikvorlesung und du hast mir ein ordentliches Flashback verschafft...
    Du bist ein lebender Mensch, eine Frau, und kannst irren und zweifeln und gut sein. (Erich Fried)

  10. Inaktiver User

    AW: Unterscheidet sich die männliche Sexualität wirklich so sehr von der weiblichen?

    In der Tat, sehr schön erklärt, Hans. Doch ich fürchte, die meisten Nicht-Mathematiker dürften Probleme mit dem Verständnis haben.

    Wie der Amerikaner sagen könnte: "That was a waste of a perfectly good explanation".

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