Ein kurze Frage an alle Frauen, die seit längerer Zeit (10 Jahre und mehr) in einer Beziehung sind. Wie begnet Ihr dem Problem der Unlust, wenn vorhanden? Das Thema betrifft ja offensichtlich viele. Wie geht Ihr damit um ? Nehmt ihr es als gegeben hin und damit basta ? "Tut ihr was dagegen" bzw. versucht Ihr daran etwas zu ändern (aus eigenen Antrieb oder auf "Druck" des Partners ? Oder meint ihr, dass der Partner sich eben damit abfinden muss, ist alles halb so wild ? War es bei Euch nur eine Phase, die sich dann wieder gegeben hat ? Oder ist vielleicht sogar die Beziehung daran gescheitert ? Mich würden mal Euere Erfahrungen interessieren. Wie geht Ihr mit der Unlust um, die offensicchtlich ein verbreitetes Problem ist, das viele langjährige Beziehungen gefährdet.
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14.09.2006, 15:28
Unlust - der Killer einer Beziehung ???
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14.09.2006, 15:40Inaktiver User
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Zunächst mal: es gibt immer zwei Seiten. Meine Ehe ist an meiner eigenen damaligen Unlust (u.a.) gescheitert, meine letzte Beziehung beispielsweise u.a. an seiner (alkoholismus-bedingt).
Damals gewann ich meine Lust zurück, indem ich mich in einen anderen Mann verliebte; und obwohl mein (Ex-)Mann davon auch einen Gewinn gehabt hätte, ist es auf Dauer nicht gut gegangen. Ich denke heute, es hätte auch so kommen können, dass meine Lust für immer vergangen wäre.
Grundsätzlich sehe ich rings um mich her, dass Ehen oder Beziehungen kriseln, weil es auf einer Seite an der Lust fehlt. Und meistens ist nur mit Reden keine Abhilfe zu schaffen, und es läuft irgendwann auf eine außereheliche Beziehung hinaus.
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15.09.2006, 08:04Inaktiver User
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Hm, ich denke seit gestern darüber nach, was ich hier antworten könnte. Irgendwie nicht so leicht...
Ich bin seit 26 Jahren verheiratet, wir sind seit 32 Jahren zusammen. Irgendwann, ziemlich früh, ging bei mir die Lust verloren. Natürlich haben wir darüber gesprochen. Leider meist so, dass ich Vorwürfe zu hören bekam, die meine Lust auch nicht eben förderten. Wenn ich zu verstehen gab, dass ich mir manches beim Sex anders wünschte, kam sehr schnell: Dann lassen wir es eben ganz
. Eine tiefere Ursachenforschung hat es nie gegeben. Eine lange Zeit nahmen wir es dann als "gegeben" hin, waren aber beide unzufrieden. Ohne an das Thema zu rühren, weil es mittlerweile zu weh tat (ich fühlte mich permanent schuldig) und die Kommunikation darüber auch fast unmöglich war. Im übrigen gab es zu viel "Wichtigeres" zu tun. Der Beziehung hat das natürlich alles andere als gut getan.
Was mich zum Grübeln bringt, sind die tieferen Ursachen meiner Lustlosigkeit. Ich denke, es reicht nicht, nur über die entschwundene Lust des einen Partners zu reden, es müssen auch die Gründe dafür auf den Tisch kommen. Bei mir war das neben der Belastung durch Kinder und Beruf Ärger über bestimmte Verhaltensweisen meines Mannes und meine Unfähigkeit, auf den Tisch zu hauen und zu sagen: So nicht!!! Ich bin, nein war
, viel zu harmoniesüchtig. Ich hab bei Streitereien geheult und war zufrieden, wenn er sich entschuldigte - und er machte bei der nächsten Gelegenheit genau dasselbe. Das hat meine Lust gekillt. Und ich war unfähig, auf sachlichen Gesprächen zu bestehen. Auf die Idee, es mit einer Paarberatung zu versuchen, sind wir beide nicht gekommen. Wir haben das Thema meistens einfach verdrängt.
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15.09.2006, 11:00
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Und wie ist es jetzt ? Habt ihr das Problem gelöst ??
Ich bin seit 14 Jahren verheiratet und die mangelnde Lust meiner Frau wird für mich immer mehr zum Problem. Die X-maligen Zurückweisungen haben mich so verunsichert, dass ich schon gar keine Lust mehr habe den Anfang zu machen, d.h. es passiert dann auch nichts. Zudem zweifle ich immer mehr an meinen Fähigkeiten, was auch nicht wirklich förderlich ist. Die Strategie nichts zu machen und zu warten bis sie kommt, führte zu nichts bzw. zu 2 Monaten überhaupt keinen Sex. Die niedrige Frequenz (2 Mal im Monat) bringt ein weiteres Problem mit sich, dass dann zu hohe Erwartungen an den Sex gestellt werden. Wenn er nicht toll ist, ist es noch schlimmer für mich und wahrscheinlich auch für sie.
Durch die laufenden Zurückweisungen fehlt mir auch die emotionale Nähe, das Gefühl geliebt und begehrt zu werden. Es tut richtig weh, das ist schlimmer als der fehlende Sex. Ich bin verletzt und muss mich zusammenreissen, mir das nicht anmerkene zu lassen, was natürlich mit zunehmender Sexlosigkiet nicht mehr gelingt.
Natürlich haben wir über das Thema x-mal gesprochen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie versucht, etwas zu ändern bzw. mitarbeitet daran etwas zu ändern. Es gehören ja immer zwei dazu. Natürlich geht das nicht auf Konopfdruck, aber ich denke schon, dass man es wenigstens versuchen kann. So fühle ich mich nicht ernstgenommen.
Sie ist anscheinend zufrieden so wie es ist, zumindest beklagt sie sich nicht und greift Gesprächsversuche meinerseits auf. Ansonsten habe wir keine Probleme. Kinder sind prima, Geld ist da und auch mal Freiraum für sie alleine oder für uns als Paar. Wochenendtripps, Abendessen ohne Kinder.
Ich liebe meine Frau und will sie nicht betrügen, aber ich merke wie mit der Zeit langsam etwas kaputt geht. Die Unzufriedenheit wächst, vielleicht ist es auch die Midlifecrisis. Das Gefühl, dass es in Punkto Sex gewesen sein soll und alle hinter mir liegt, macht mir viele Gedanken. Ich bin 40 und will das nicht akzeptieren.
Was meint Ihr ?
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15.09.2006, 11:24Inaktiver User
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Du sagst, ihr habt x-mal drüber gesprochen. Hast du ihr auch all das gesagt, was du jetzt hier schreibst? Hast du sie gefragt, wie es ihr gehen würde, wenn du beschließt, dir anderswo zu holen was du brauchst? Hast du ihr klar gemacht, dass das irgendwann passieren könnte?
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15.09.2006, 11:30
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Hast du sie gefragt, wie es ihr gehen würde, wenn du beschließt, dir anderswo zu holen was du brauchst? Hast du ihr klar gemacht, dass das irgendwann passieren könnte?
SO geht das???
aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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15.09.2006, 11:36Inaktiver User
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
SO KANN es gehen, Kraaf. Hab ich gerade wieder im Freundeskreis erlebt. Die wenigsten Männer reden nämlich mit ihren Frauen Klartext; dabei könnte man(n) auf die Art ne ganze Menge anstoßen.
Zitat von Kraaf
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15.09.2006, 11:43
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
mehr oder weniger schon. Sie ist ja eine intelligente Frau und das Thema begleitet uns schon seit ein paar Jahren. Ich habe ihr schon klar gesagt, dass ich keine Lust habe morgen etwas mit der Sekrtärin oder ähnl. (Klassiker
) anzufangen.
Noch deutlicher à la entweder wir haben am Wochenende dreimal Sex und nicht nur im Bett in der Missonarsstellung oder ich gehe am Montag fremd, finde ich doch etwas unpassend smirksmile: oder ?
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15.09.2006, 11:43
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Naja, Klartext würde ich das nicht nennen.
Mit dem Spruch, "sonst woanders..." erntet man regelmässig ja wohl nur eine unverständlich-wütend-trotzige Reaktion: "dann mach es doch!"
Und dann ist zunächst Ende Gelände und man ist mit der neuen Verletzung keinen Schritt weiter gekommen.
Nur meine Meinung. Klar.
nettes Grüssle
Kraafaufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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15.09.2006, 11:48
AW: Unlust - der Killer einer Beziehung ???
Ich habe in meiner langjährigen Beziehung auch irgendwann nicht mehr so die rechte Lust gehabt.
Mein Partner hat mich eine Zeit gelassen und ist dann einfach auf mich zugekommen.
Kann es nicht sein, dass man erst etwas zum Problem macht, wenn man darüber redet? Verkrampft sich der andere nicht dann unwillkürlich beim "nächsten Mal"?
Er hat mich durch seine eigene Lust wieder angesteckt.
Er hat mit mir nicht diskutiert, nicht gross gefragt, mir keine Vorhaltungen gemacht.
Er kam einfach mit so einem animalischen Blick und einem Lächeln auf mich zu, der kein Aber "duldete" und hat mich mitgerissen.
Häufig wirkt auch gemeinsames Wegfahren, dass man wieder sexuell zueinander findet.
Denn der Alltag kann einen auch abturnen.
Wenn ich heute jemandem raten würde, dann wäre es, sich vorzunehmen, täglich Sex zu haben, bzw sich wenigstens sexuell zu berühren, oder heisse Küsse auszutauschen, oder den anderen im Vorbeigehen anzufassen.
Denn dauern die Pausen zwischen intimen Berührungen zu lange, wird einem der eigene Partner fremd und man distanziert sich.


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