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  1. Inaktiver User

    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Hallo,
    ich kenne das Problem aus weiblicher Sicht. Mein damaliger Ehemann erkrankte an Prostatakrebs, trotz Beschwerden ging er nicht zum Arzt. Als er endlich ging, hatte er schon Metastasen. Er musste eine Hormonblockade beginnen, verweiblichte zusehends und verlor jegliches Interesse an Sex: kein Kuss mehr, keine Berührungen, alles erinnerte ihn zu sehr an die Zeit, als er noch gesund war. Ich fühlte mich nicht mehr als Frau an seiner Seite. Es war eine ganz schlimme Zeit. Drüber reden war auch nicht möglich, es kam nur immer der Satz: "Da muss du jetzt durch, ich kann es nicht ändern." Unsere Beziehung zerbrach, wobei viele mir die Schuld gaben und meinten, es sei meine Pflicht, auf jeden Fall bei meinem Mann zu bleiben und ihn zu unterstützen. Mittlerweile ist mein damaliger Mann verstorben, hat aber kurz vorher noch mal geheiratet.
    Ich habe dann einen neuen Mann kennen und liebengelernt. Bei uns stimmte einfach alles, es war das Gefühl endlich den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Aber - auch dieser Mann bekam Prostatakrebs, zwar lief alles glimpflicher ab, aber ich habe wieder die gleichen Probleme. Diesmal können wir drüber reden und ich glaube, dass wir auf jeden Fall zusammenbleiben. Auch ein bisschen viel für ein Leben!
    Hier gibt es Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige. Das war eine große Hilfe für mich. Hier konnte ich meine Probleme ansprechen und wurde verstanden. Allerdings bekommt man auch die anderen Kranheitsgeschichten mit, das kann belastend sein.
    Auch Frauen können in eine solche Situation geraten. Es hat viel Überwindung gekostet, das jetzt hier mal aufzuschreiben.

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Hallo VirginiaV,

    ich finde es toll, dass du den Mut gefunden hast, das zu schreiben. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist.

    Zu deinem Passus, mit der Pflicht, die man als Partner hat, kann ich nur sagen:Bullshit! Niemals sowas annehmen..ich weiss, es nagt unterschwellig doch.

    Wenn man sich diese Menschen mal anguckt, stellt man fest, dass sie nie in einer vergleichbaren Situation waren, aber ständig den Allwissenden rauskehren. Ich entgegne denen inzwischen nur mit dem Spruch von Dieter Nuhr: "Einfach mal die Fresse halten".

    Ich respektiere deine Entscheidung, deinen ersten Mann zu verlassen, ich könnte es für mich nicht (ehrlicher müsste ich sagen: wer weiss was kommt und wie entscheide ich dann??)

    Intressehalber: wie lange läuft die Behandlung bei Prostatakrebs und wird da auch mit Tabletten gearbeitet?
    Wie lange geht so etwas?

    Bleib weiter mutig!

    Liebe Grüße

    ruhrpott79
    Geändert von ruhrpott79 (06.02.2012 um 16:54 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler gehören mir!

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von cheetah2000 Beitrag anzeigen
    So ein Post finde ich unmöglich!!

    Kann man sich vielleicht vorstellen, dass es nicht nur den Patienten gibt? Das der Partner eigentlich gesund aber genauso betroffen ist? Sich sein Leben auch komplett ändert und eingeschränkt ist? Kann man das vielleicht auch mal nachvollziehen?????


    Hallo cheetah2000,
    nee, da ist bei manchen einfach Essig. Kurz überflogen den Post und dann mal eben niedertippen, was das
    Kleinhirn ohne das Großhirn ausgibt.

    In einer Ego-Gesellschaft ist das leider kein Einzelfall. Aber man sieht hier, dass es eben immer noch (Gott sei Dank!) andere gibt!

    Danke!

    ruhrpott79

  4. Inaktiver User

    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von cheetah2000 Beitrag anzeigen
    So ein Post finde ich unmöglich!!

    Kann man sich vielleicht vorstellen, dass es nicht nur den Patienten gibt? Das der Partner eigentlich gesund aber genauso betroffen ist? Sich sein Leben auch komplett ändert und eingeschränkt ist? Kann man das vielleicht auch mal nachvollziehen?????
    Das geht leider oftmals unter, das auch der Partner "mit drin hängt", ob er nun will oder nicht.

    Was übrigens, am Rande bemerkt, auch bei Pflegefällen im Alter ebenso gilt - auch für etwaige pflegende Angehörige! Selbst wenn es nach Aussen hin nicht den Anschein hat - man beginnt leicht sich zu verstellen...Es gibt IMMER mehrere Parteien.... bei solchen Dingen.

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    @Rosa_Roth
    gedacht daran habe ich schon, nur stell ich das immer wieder zurück,da die täglichen Anforderungen mich oft überrollen oder ich mich überrollen lasse.
    Ich nehm mir das jetzt mal zu Herzen und geh nächste Woche zum Hausarzt!

    ruhrpott79

  6. Inaktiver User

    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von ruhrpott79 Beitrag anzeigen
    @Rosa_Roth
    gedacht daran habe ich schon, nur stell ich das immer wieder zurück,da die täglichen Anforderungen mich oft überrollen oder ich mich überrollen lasse.
    Ich nehm mir das jetzt mal zu Herzen und geh nächste Woche zum Hausarzt!

    ruhrpott79
    Finde ich eine gute Entscheidung... denn "passieren lassen" funktioniert leider nicht, denn das zieht einfach noch mehr Kraft, als wenn man sich damit auseinandersetzen kann.

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das geht leider oftmals unter, das auch der Partner "mit drin hängt", ob er nun will oder nicht.

    Was übrigens, am Rande bemerkt, auch bei Pflegefällen im Alter ebenso gilt - auch für etwaige pflegende Angehörige! Selbst wenn es nach Aussen hin nicht den Anschein hat - man beginnt leicht sich zu verstellen...Es gibt IMMER mehrere Parteien.... bei solchen Dingen.
    genau das trifft zu. Von außen wird erwartet, dass der Partner pflegt, sich kümmert und sich natürlich selbstverständlich aufgibt. Ich glaube, das ist in Deutschland so, weil jeder Angst hat, er könnte mal als Verwandter, Freund etc. in die Pflicht genommen werden, sich auch mal um den Kranken/Pflegebedürftigen zu kümmern.

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Ruhrpott, mal aus der Sicht einer zeitweise lustlosen Frau: ich konnte auch keine zärtlichen Berührungen oder Kuscheleien zulassen, weil ich immer Angst hatte, er könnte "mehr" wollen.

    Da können ganz klare Absprachen helfen, zum Beispiel "Sex nur, wenn sie will" oder "Sex nach Kalender" oder tatsächlich abgesprochen "die nächsten vier Wochen auf keinen Fall Sex". Heute weiß ich, wenn wir darüber geredet hätten, wären wir besser und vermutlich auch schneller damit zurande gekommen.
    Bis auf Weiteres a.D.

  9. Inaktiver User

    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von ruhrpott79 Beitrag anzeigen
    genau das trifft zu. Von außen wird erwartet, dass der Partner pflegt, sich kümmert und sich natürlich selbstverständlich aufgibt. Ich glaube, das ist in Deutschland so, weil jeder Angst hat, er könnte mal als Verwandter, Freund etc. in die Pflicht genommen werden, sich auch mal um den Kranken/Pflegebedürftigen zu kümmern.
    Na, ob das eine rein Deutsche Angelegenheit ist, wage ich mal zu bezweifeln, doch gibts jedenfalls Kulturen, in denen das anders läuft, definitv.

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    AW: Kein Sex mehr nach Brustkrebserkrankung...erwarte ich zuviel ?

    Zitat Zitat von ruhrpott79 Beitrag anzeigen
    @berkel
    danke für den Link, ist schon hilfreich. Nachfolgendes ist auch für dein Post gedacht.

    @tabea
    Danke für deine Unterstützung und auch Anerkennung.

    Ich denke zum Verständnis der Gesamtsituation (Patchworkfamily mit 4 Kindern je 2 und 2) muß ich doch ins nicht vollständige Detail gehen, den seit ca. 2003 gibt es jährlich "was auf die Fresse" (Dieter Nuhr).
    Erst zog unsere erwachsene Tochter, die psychisch seit der Jugend instabil ist (Transgender) Hals über Kopf bei uns wieder ein und das führte uns schon an die Grenze auch vom Verständnis her.
    Ein Jahr später starb die Schwiegermutter nach 12 jährigem Kampf gegen Krebs, was meine Frau natürlich schwer belastete, zumal es in der Familie zu unsäglichen Vorkommnissen im Zuge der Beerdigung/Nachlass kam. Zeitgleich machte die Firma meiner Frau bankrott, auf das Geld warten wir bis heute. Also Selbständigkeit für sie, da laut Arbeitsamt eigentlich zu alt.
    Neues Jahr, neues Unglück: die Tochter beschloß nun mal wieder lesbisch zu sein und zog mit einer Freundin zusammen..auf unsere Kosten, da selbst nie gearbeitet. Der älteste Sohn kam von der Bundeswehr und damit kam das Drogenproblem..seit Jahren latent da, aber nun in all seiner "Schönheit". Arbeitsplatz futsch, diverse Krankenhausaufenthalte, orientierungslos auf BAB rumgelatscht, schließlich Zwangseinweisung, Entmündigung, Therapie.
    Wieder neues Jahr und...genau: sich um den Sohn kümmern, Wohnung, Arbeitsplatz suchen, alles einrichten, da ja kein Geld da ist. Meine Frau übernahm ein Geschäft, was auch mit viel Arbeit verbunden war. Und das war dann für mich zuviel: Herzinfarkt und aus die Maus. Drei Monate Ruhe, aber keine vor Problemen. Frau natürlich an der Grenze der Belastbarkeit, Kinder, die machen was sie wollen, obwohl erwachsen. Ärztlicher Rat: wenn Sie so weitermachen beruflich (12 Stunden Tag mit täglich 200 km Fahrt zur Arbeit hin/zurück), steh ich in drei Jahren an ihrem Grab. Also leitende gut dotierte Position gekündigt und damit waren wir im nächsten Jahr
    ...und das Pech bleibt uns treu: Krebsdiagnose bei meiner Frau, kurzfristig mußte Geschäft geschlossen werden, da mit Angestellten nicht rentabel. Eigene Selbständigkeit aufbauen, OPs und und..das Jahr vergeht
    und ein weiteres kommt: Umzug, da Wohnung nicht zu halten, die Kinder machen Probleme, Verwandte lassen tolle Sprüche ab wie: "dein Krebs ist nur, weil Du den falschen Mann hast!" und natürlich OPs, Ärzte, Krankenhäuser, natürlich Ärger mit der Krankenkasse (nur tote Kunden sind gute Kunden) etc etc.

    und so geht es weiter und weiter...

    wenn es nicht so traurig wäre, müßte man lachen!

    Ist nicht vollständig, es gab noch mehr (kann noch streitsüchtige Exfrau, nicht gewollte Schwangerschaft einer Freundin eines Sohnes mit interkulturellen Auseinandersetzungen, ein und ausziehenden Sohn Nr.4, Studienabbruch Sohn3 etc. anbieten)

    Vielleicht versteht ihr, warum ich sage:

    ICH HABE FERTIG!

    Optimistische Grüße

    ruhrpott79

    P.S: Ich habe mir das alles noch mal durchgelesen, ich glaub ich mach da ein Drehbuch draus. Fällt mir erst beim Schreiben auf, was so alles passiert ist.
    Mmhh,
    klingt für mich so, als hättest du die BriCom einmal vorwärts und rückwärts zitiert. Ein Parforce-Ritt querbeet durch verschiedene Foren!
    Wirklich viel für ein Leben.

    Sorry, aber ich muss Dharma09 uneingeschränkt zustimmen:
    Hast du nur einmal an Deine erkrankte Frau gedacht?

    Und seine eigenen, erwachsenen Kinder als "lebensuntüchtig" zu bezeichnen, und sich zu beschweren, dass sie machen, was sie wollen, obwohl sie erwachsen sind??

    Ja, das ist doch ihr gutes (Menschen-)Recht! Jeden Tag, jede Stunde!
    Nennt sich Leben.
    Viele Grüße

    "Nichts schenkt mir mehr Frieden als mein schlafender Hund" (Nina Sandmann)

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