Hallo Brigitten und Brigitter,
ich hab wohl eine etwas beknackte Frage, aber da meine Freundin gerade verreist ist und ich mir Gedanken mache, dachte ich vertreib mir die Zeit mal und stelle das hier ein
Vorweg, ich bin jemand der im Bett gerade das Wechselspiel zwischen aktiv und passiv sehr genießt. Ich bin gerne oben, nehme mir gerne was ich 'brauche', aber das Begehren und die Lust des anderen zu sehen und zu hören macht mich total an. Bei Beziehungen in denen ich der aktivere war (öfter die Initiative ergriffen habe zB) habe ich das Sexleben nach einer Weile oft als langweilig und unausgeglichen empfunden.
Nun habe ich momentan eine Beziehung zu einer Frau die die Kontrolle gerne abgibt, sagt sie. Ich merke es bisher gar nicht so sehr, aber sie sagt immer mal dass ich mir nehmen soll was ich brauche. Das kann ich bis zu einem bestimmten Grad auch ganz gut, aber mein Problem ist dass ich ehrlich gesagt nicht weiß ob das beinhaltet dass sie quasi leer ausgeht oder nicht
Jaja, ich werde sie fragen müssen, aber sie hat das erst vor zwei Tagen gesagt und jetzt sehen wir uns zwei Wochen lang nicht. (Sind auch erst ein paar Wochen zusammen.)
De facto merke ich dass ich ziemlich 'aufrechne' - wenn ich letztes Mal zwei Orgasmen hatte und sie keinen, fühle ich mich das nächste Mal verantwortlich mich selbst erstmal hintenan zu stellen, sozusagen. Das geht aber schlecht einher mit 'sich nehmen was man braucht'. Ganz ehrlich, wenn ich mir nehmen soll was ich brauche, wird es vermutlich darauf hinauslaufen dass ich jedesmal ein paarmal komme und sie gar nicht
Aber wenn sie zu passiv ist, verliere ich irgendwann auch etwas die Lust und die Konzentration, mich um sie zu kümmern. Versteht das jemand?
Nun ist sie alles andere als ein 'toter Fisch' und bisher hatte ich eigentlich den Eindruck dass wir ganz gut klarkommen. Nun hat sie aber also den Wunsch geäußert dass ich die Kontrolle übernehmen soll und ich mache mir so meine Gedanken.
Kann mir jemand der entweder ein aktiverer oder passiverer Part ist, dazu etwas sagen?
Beinhaltet der aktive Part dass man dem Partner quasi jeden Wunsch von den Lippen abliest und sie ihm erfüllt, auch wenn (bzw. weil) er/sie sich selbst nicht so sehr drum kümmern mag? Also, sie liegt auf dem Rücken, möchte dass ich die Kontrolle übernehme und will somit mir überlassen was passiert. Ist das an sich schon so ein Kick dass man/frau fast nichts mehr verkehrt machen kann? Oder woher soll ich wissen was sie jetzt am liebsten hätte? Ich kann mich da gar nicht reindenken. Sogesehen bin ich wohl tatsächlich eher aktiv, wenn ich wählen müsste. Aber am liebsten bin ich aktiv mit jemand AktivenDieses passive finde ich irgendwie abtörnend - sowohl am andern, und noch mehr an mir selbst.
Und was mache ich wenn ich das Begehren des Partners für meine eigene Lust brauche? Das Begehren in Form von aktiver Initiative?
Passt das einfach nicht zueinander?
Ratlos,
Tindra
Antworten
Ergebnis 1 bis 8 von 8
Thema: Kontrolle
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12.12.2011, 22:33
Kontrolle
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13.12.2011, 16:59
AW: Kontrolle
...hat niemand was zu sagen?!

Ist das ein dämliches Problem oder warum...?
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13.12.2011, 17:25
AW: Kontrolle
Naja, zu machst dir zu viel Kopfwurm. Du wirst durch eigenes Grübeln nicht heraus bekommen, was ihr in ihrem Kopf herum spukt.
Du wirst sie fragen müssen. Das schreibst du ja auch bereits selbst. Völlig richtig.
Das geht durchaus neckisch und undramatisch: Okeee, und was schwebt dir da so vor? Soll ich dich nachts in dunkle Hauseingänge drücken und vernaschen? Oder, oder, oder...?
Und ob es schlussendlich passt oder nicht, ist nicht durch Grübeln zu lösen, sondern kann man - ganz praktisch und mitunter ziemlich lustvoll - einfach herausfinden.aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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13.12.2011, 23:52
AW: Kontrolle
Hallo Tindra,
als ich Dein Posting gelesen hatte, wusste ich einfach nicht so recht, was ich dazu schreiben könnte.
Ich selber liebe es nämlich sehr, wenn die Partnerin passiv sein mag und dann bei möglichst verhaltener und hinhaltender Aktion meinerseits abzischt wie eine Rakete. Ich habe sogar manchmal Angst, die von mir gestalteten "Verwöhn-Orgien" könnten eine Strapaze für sie sein. Nicht nur eine mentale (wegen ihres eventuellen "Aufrechnens"), sondern sogar eine körperliche. Orgasmen sind ja durchaus anstrengend und ich kann dann so schlecht aufhören... (Signalisiert sie jetzt ein ehrliches "Nein" oder rechnet sie nur gerade wieder?)
Nicht so prickelnd fände ich völlige Passivität bei der Penetration, da das für mich ein Akt in einem männlich-aggressiven Kontext ist. Zumindest gehören äußere Zeichen zur Verdeutlichung des Wunsches und zur "Vereindeutigung" der Situation dazu, damit sich das nicht falsch anfühlt und es mich möglichst auch kicken kann.
Ich bin kein Rollenspiel-Fan, aber zu Sonderwünschen gehören für mich immer stimmige Inszenierungen. Das muss garnicht viel sein, braucht nur Symbolcharakter zu haben. Im oberen Falle könnte sie zarte Tücher als Fesseln bereitlegen, in denen sie sich dann aber wenigstens lustvoll winden sollte. Bräuchte sie härteres Gear dazu, wäre das sicher auch ok. Sobald sie aber garnichts täte, wäre jede Szene gestorben...
Aber eine Frau, die Lust empfindet, tut doch eigentlich nicht nichts. Sie zeigt es doch. Sie tut vielleicht so wenig, dass man sie dabei quasi en detail studieren kann - die Reaktion auf jede kleinste Aktion, auf zarte Folter. So merkst Du ja auch, was ankommt bzw., was sie sich vielleicht gewünscht haben könnte...
"Sich nehmen, was man braucht" klingt allerdings fast nach Selbstbefriedigung. Da gehörte dann schon ein nicht ganz so simpler Plot dazu, das wäre sozusagen sehr erklärungsbedürftig.
Ich würde raten, gemeinsam für beide interessante Szenarien zu entwerfen. Vielleicht musst Du sie auch mal nach BDSM-Vorlieben aushorchen. Könnte ja schließlich sein, dass sie Dich dort so ganz vorsichtig um den heißen Brei herum heranführen will?Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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14.12.2011, 08:55
AW: Kontrolle
Danke euch beiden

Ja, ich war da wohl etwas in meinen Gedanken verstrickt in Ermangelung des betroffenen Partners
Mir ist das alles etwas fremd und dieser Satz hat bei mir nach ein paar Stunden mehr angestossen als mir zuerst klar war.
Cygnus, dein Posting klingt als würde die Passivität deiner Partnerin vor allem bedeuten dass du dich ihr widmest? Oder wie muss ich mir das vorstellen? Für wen sind die Orgasmen anstrengend? Also klar, für beide, aber wie meinst du das - was rechnet sie, auf dass sie oder du zu oft kommen könnte?)
Und ich weiss nicht obs deutlich war aus meinem Nick - ich bin eine Frau
Bi und mit genug Männererfahrung um zu wissen dass der Genuss der Männer meist auch der Genuss der Frauen ist (Penetration). (Was nicht heissen soll dass es nicht noch tausend andere Dinge gibt die auch Genuss bereiten!)
Deshalb stelle ich es mir als Hetero spontan etwas leichter vor wenn einer der Partner in eine passive Rolle schlüpft, weil der andere zumindest bei der Penetration auch ganz viel bekommt. Aber vielleicht liegt das nur an meiner mangelnden Erfahrung mit deutlicheren aktiv/passiv-Rollen.
Als Frau mit Frau habe ich das Gefühl dass das schwieriger ist, aber vielleicht stimmt das nicht. Wenn ich mich um sie kümmere geniesse ich das sehr, aber ich komme dadurch nicht - und andersrum.
Ist das verständlich?
Naja, ich werds einfach ausprobieren
Nicht zuviel Rumhirnen, schön isses sowieso.
Aber wer noch was sagen will, immer her damit
Geändert von Tindra (14.12.2011 um 09:20 Uhr)
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14.12.2011, 09:06Inaktiver User
AW: Kontrolle
Nähkästchen auf: nimm dir was du brauchst und glaub ner alten Frau, deine Freundin wird nicht leer ausgehen!!!
Es ist ja gerade das, was sie so anmacht - also keine Angst!!!
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14.12.2011, 09:45Inaktiver User
AW: Kontrolle
Wie hätte man nur durch den Nick drauf kommen sollen, dass Du eine Frau bist?
Das spielt hier schon eine Rolle.
Dein Post macht auf mich einen seltsam ambivalenten Eindruck, so, als wärst Du Dir über Deine eigenen Wünsche gar nicht klar oder versuchst sie irgendwie "festzuzurren" - oder einzuordnen, um sie im Griff zu behalten.
Ist aber nur so eine Intuition.
Vielleicht wäre es gut, die Eigenwahrnehmung ein wenig auszubauen, und zwar die momentbezogene:
Wie geht es mir gerade heute und jetzt und hier und wonach ist mir gerade in diesem Augenblick?
Und dann die Wahrnehmung auf die momentane Verfassung der Partnerin lenken: Wie ist es bei ihr?
Ich denke, jeder Mensch möchte hin und wieder (!) mal passiv sein, nicht immer verantwortlich sein, ständig Entscheidungen treffen. Es ist ein Geschenk, das man dem Partner machen kann.
Und dann geht´s wieder etwas wilder zu- gegenseitig.
Ich halte jede Fixierung auf bestimmte Abläufe (wie etwas zu sein hat) für ungesund. Übrigens auch dei Fixierung auf ständig stattfinden müssende Abwechslung. Manchmal ist es dann eben auch mal etwas langweilig, ohne einen Hauch von Langeweile gäbe es keine Sternstunden!
Im Gespräch miteinander zu sein darüber ist sicher ganz richtig, aber ein analytisches Zerlegen mE eher weniger hilfreich. Das ist wie mit dem Tausendfüßler, der plötzlich anfängt, über seine Beine nachzudenken und nicht mehr laufen kann.
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14.12.2011, 11:26
AW: Kontrolle
Hallo Tindra,
ja, richtig. Es geht (mir) darum, dass ich mich ihr, sozusagen bei (meinem) vollem Bewusstsein, ausgiebigst widmen kann - wenn Du so willst, mit ihr spielen. Ich empfinde das jedesmal als langsame, höchst genussvolle Eskalade und muss irgendwann eben sehr aufpassen, dass ich das Burgfräulein nur auf dem Donjon in die Enge treibe und sie bloß nicht herunterfällt... Sie soll ja nach einer Wiederholung trachten und nicht etwa verletzt werden.
Um es ganz offen zu sagen: Es geht dabei nur um ihre Orgasmen. Dass das auch für mich schon mal anstrengend werden kann ist klar, aber meistens achte ich darauf, sie mit möglichst ruhiger bzw. zarter Zuwendung zu erstürmen. Insofern gibt es vielleicht eine Gemeinsamkeit: Das geht am besten oral.
Meine Erregung kann ich dabei gleichzeitig wunderbar auf den Mauern und Zinnen spazieren gehen lassen, eben ohne große Gefahr abzustürzen. Denn dieses Gefühl stellt sich bei mir nach dem Orgasmus schnell ein und lässt dann den ganzen "Aufwand" dafür übertrieben erscheinen (das wäre letztlich einfacher gegangen). So gesehen sind meine Motive geradezu egoistisch: Ich will etwas davon haben, sogar möglichst viel und möglichst lange!
Damit kommen wir zum "Aufrechnen", dass ich im Prinzip genauso meinte, wie Du. Es erscheint offenbar wenig plausibel, dass ein Mann mit nur einem oder sogar garkeinem bzw. keinem "lauten" Orgasmus höchst befriedigt sein kann - ihn im "schlimmsten Fall" eigentlich nur noch zum Abbau der Anspannung braucht, als eine Art Aus-Schalter. Daher rühren die Schwierigkeiten, sicher festzustellen, ob "Sie" sich nicht bloß wieder schämt oder fürchtet, unersättlich zu sein (also gerade "Aufrechnet"), oder ob sie wirklich körperlich nicht mehr genießen kann.
Irgendwie habe ich wohl die falsche Vorstellung, Frauen können eigentlich immer... *grins*
Wahrscheinlich sind auch meine weiblichen Anteile etwas "verzerrend" hoch - so bin ich garnicht versessen auf Penetration und wenn, dann am ehesten "tantrisch". Bei einer Wiedergeburt käme ich am liebsten als lesbische Frau zur Welt. Was nicht heißt, dass ich mich jetzt im falschen Körper fühle - es ist nur so ein Spiel mit meiner Anima und Männer als Sexualpartner fände ich eben nicht prickelnd. Aber das ist eine andere Story...
Hoffentlich hat das nun ein wenig zur Klärung beigetragen.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia



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