Hallo...
ich schleppe ein Problem mit mir herum und möchte mal euren Rat dazu. Bin 53 Jahre und habe 2 Jahre mit einem 8 Jahre jüngeren Partner eine Beziehung gehabt, ohne Sex!! Wir haben einiges versucht, zuletzt Paartherapie aber, no chance. Er erwartete von mir, mich in sexy Dessous zu werfen, um ihn anzutörnen. Das konnte ich nicht, ich finde dazu gehört erstmal eine gewisse Form von Sex...Ich kriegte es nicht geregelt, mich irgendwie anzubieten....
Ist ja auch Schnee von gestern, die Beziehung ist zu Ende.
Mittlerweile habe ich mich im Internet auf einer Single-Plattform angemeldet und diverse Männer gedatet. Sobald mir einer der Herren zu nahe kommt, kriege ich die helle Panik. Ich wünsche mir eine Partnerschaft mit erfüllter Sexualität, habe aber Angst davor, fühle mich innerlich erkaltet, kann Nähe schwer ertragen. Selbst Umarmungen kann i ch schwer aushalten...Was ist los mit mir??
Ich freue mich auf Erfahrungsberichte und Ratschläge
Eure Annabel
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Ergebnis 1 bis 10 von 14
Thema: Angst vor Sexualität...
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08.12.2011, 15:25
Angst vor Sexualität...
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08.12.2011, 15:56
AW: Angst vor Sexualität...
Guten Tag,
durch die Vorgeschichte ist ja nun schon einiges an Verkrampfung entstanden.
Ich bezweifle, dass "Herren aus den Onlinebörsen" für Dich die richtigen sind, um eine "erfüllte Sexualität" zu erfahren.
Da es sehr vielen eher um den schnellen sexuellen Kontakt geht (ohne dieses abzuwerten), würde ich meine Partner eher an anderer Stelle suchen.
So wie ich Dich verstanden habe, möchtest Du erst einmal Vertrauen aufbauen, um dann vielleicht Nähe zulassen zu können.
Bist Du sicher, dass ein Mann der richtige Partner ist? Hast Du schon einmal an eine Frau gedacht?
Gruß
cpegWir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!
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08.12.2011, 16:08
AW: Angst vor Sexualität...
Hallo cpeg,
ja, du hast Recht, erst Vertrauen, dann Sex. Ist vielleicht sehr konservativ und verstaubt, aber so ticke ich nun mal..und das mit dem schnellen sexuellen Kontakt, ist sicher auch richtig...und nicht meins...
Hm, mit einer Frau war ich vor vielen Jahren fast 2 Jahre zusammen, aber heimlich, während meiner Ehe.
Ich weiß nicht, ob es möglich ist, "einfach" zu einer Frau zu wechseln. Es ist aber in der Tat total wurscht, ob man/frau sich in Männlein oder Weiblein verliebt, es geht doch um den Menschen und nicht nur um das Geschlecht.
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08.12.2011, 16:16
AW: Angst vor Sexualität...
Moin,
... und wie war da das Vertrauensverhältnis?Hm, mit einer Frau war ich vor vielen Jahren fast 2 Jahre zusammen, aber heimlich, während meiner Ehe.
Nein, das denke ich nicht. Wenn Vertrauen und Nähe erst einmal für Dich wichtig sind, das ist doch nachvollziehbar.Ist vielleicht sehr konservativ und verstaubt,
Nur denke ich immer noch, dass die Börsen wohl falsche Suchorte sind.
... aber wie und wo sonst?
Gruß
cpegWir sind die, vor denen unsere Eltern uns immer gewarnt haben!
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08.12.2011, 16:16Inaktiver User
AW: Angst vor Sexualität...
Ich glaube du solltest zuerst einmal heraus finden wieso du so tickst wie du tickst!
Durchaus auch mit Hilfe einer Therapie, denn selbst ein Mann der nicht aus der Singlebörse kommt will ja mal Sex...
Wieso hast du "helle Panik" vor Sex? Gab es da mal ein Schlüsselerlebnis? Schlechte Erfahrung etc.??
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08.12.2011, 17:32
AW: Angst vor Sexualität...
Natürlich möchte ich auch Sex, ich frage mich nur, weshalb ich mich sofort unwohl fühle, wenn sich mir ein Mann nähert, sei es nur zum Händchenhalten?
Schlechte Erfahrungen habe ich nur in dem Fall gemacht, dass ich jahrelang abgewiesen wurde und mir suggeriert wurde, dass ich zwar attraktiv sei, aber für den Sex zu langweilig...interpretiere ich jetzt mal so.
Vielleicht ist es auch ganz simpel und die Typen, die ich bisher getroffen habe, waren auch langweilig..
Hier sollte der Smiley sein-Mist- Spaß beiseite....
Ich glaube auch nicht, dass die Singlebörsen das Richtige für mich sind. Aber ich frage mich auch, wo und wie??
Supermarkt, Waschsalon, Disco.....
Menno...
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09.12.2011, 10:06
AW: Angst vor Sexualität...
Irgendwie habe ich das Gefühl, du zäumst das Pferd von der falschen Seite auf. Gehört dein Begehr nicht eigentlich ins Forum Kennenlernen und solltest du dir nicht eigentlich erst einmal überlegen, was und wen du suchst?
Erst dann stellt sich aus meiner Sicht die Frage danach, wo man diesem Typen (oder auch meinetwegen auch einer derartigen Frau) ggfs. begegnen kann.
Und erst dann stellt sich die Frage, wie ist das beim Kennenlernen, wenn man selbst vielleicht ein Problem mit körperlicher Nähe und damit hat, sich sexuell im weitesten Sinne "hervorzutun".
In einer vertrauensvollen Atmosphäre mit "dem Richtrigen" muss das ja vielleicht gar kein echtes und gar dauerhaftes Problem sein, sondern ist ja vielleicht nur die Ausgangssituation.
Alternativen zu Singlebörsen gibt und bietet einem das jeweils eigene Realleben, die eigenen Neigungen und Interessen. Nennen wir es meinetwegen "aktiv Leben" im Gegensatz zum stillen Kämmerlein, in dem man hinter dem Rechner sitzt und sehnsuchtsvoll Singlebörsen durchblättert und durchträumt.
Ein guter Typ sind etwa Veranstaltungen, die man selbst so spannend und interessant oder unterhaltsam findet, das es garantiert auch dann kein verlorener Abend wird, wenn man dort nicht auf den Traumprinzen stolpert.
Als Beispiel, ganz spontan und einfach mal aus dem Ärmel geschüttelt, aber das hängt natürlich von dem jeweils eigenen Interessen ab: hier in Stuttgarter hat das Naturkundemuseum etwa derzeit eine große Sonderausstellung zur Sexualität im Tierreich mit Sonderveranstaltungen für Paare, Männer, Frauen und - Singles. Na, bingo. Oder Slam-Poetry, da sind sie auch, die sich nicht im Kämmerlein verkriechen, die das Ausgefallene und etwas Schräge zu goutieren wissen, sich amüsieren, gemeinsam lachen. In dieser Atmosphäre ist dann auch Kennenlernen ein Kinderspiel. Bingo. Und da gibt es so vieles Mehr.
Und grundsätzlich, wenn sich jemals die Ikeafrage - zu mir oder zu dir? - ergibt, ist es überhaupt kein Handicap, dem anderen, ganz undramatisch vorab auch wissen zu lassen, dass man sich selbst mit Nähe etwas schwer tut.
aufgewacht und umgezogen: befriendsonline.net

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10.12.2011, 11:14
AW: Angst vor Sexualität...
Annabel, ach Annabel,
Du bist so herrlich unkonventionell... (Reinhard Mey)
Attraktiv, aber für den Sex zu langweilig.
Wie muss man(n) sich diesen Widerspruch, diese Unstimmigkeit vorstellen? Äußerlich anziehend gestyled, im Kontakt dagegen distanziert? Sexy Figur, aber immer uninteressant "verpackt" oder total gegenteilige Ausstrahlung? Keine Bedürfnisse und keine Phantasien? Oder doch erst beim Näherkommen auf irgendeiner Stufe in Schreckstarre verfallend? (Wie Du es ja als Jetzt-Zustand andeutest.)
Beschreib' das doch einmal ein wenig näher, wenn Du magst. Es ist sonst so schwierig, Tröstliches oder Hilfreiches dazu zu sagen. (Dein Eingangspost liest sich so, als hättest Du fast garkeine Paar-Erfahrung.)
Und nimm es mit einer gewissen Portion Selbstironie nicht so ernst und vor allem: Nicht als unabänderlich gegeben. Da draußen läuft bestimmt nicht nur einer rum, der froh wäre, Dich zu finden. Aber das Finden ist oft eben blödsinnig schwer, denn erst einmal muss man sich begegnen und dann senden Menschen - mangels Übung und aus Unsicherheit - auch noch oft die falschen Signale aus, fürchten oder haben falsche Erwartungen oder reagieren einfach blöd. Ja, Soziopathen gibts allerdings auch...
Und wenn Du eh schon darüber reflektierst - wie sieht es denn tatsächlich mit Deiner Erotik aus? Hast Du Phantasien und daraus resultierend einigermaßen klare sexuelle Bedürfnisse? Hast Du Deiner Meinung nach genügend Erfahrung und vor allem Solo-Erfahrungen mit Deinem Körper und Deiner Phantasie? Oder müsstest Du alles sozusagen vorgesetzt bekommen und dann ohne wirkliche Vergleichsmöglichkeiten entscheiden, was davon Du mögen könntest und was eher nicht?
"Sich nicht anbieten zu können" kann ich gut verstehen. Das ist aber kein Schnee von gestern, das bist Du. Und das solltest Du annehmen und das muss Dein Partner dann wohl annehmen - das erotische Knistern muss also (derzeit zumindest) anders entstehen. Müsste es bei mir - Dein Beispiel betreffend - auch. Ich finde die meisten Dessous furchtbar, erst recht die aus dem sogenannten Erotik-Shop. Da würde ich fürchten, mich total in der Frau getäuscht zu haben (aber hoffen, sie guckt glücklich, wenn ich ihr das vorsichtig mitteile).
Eine grundsätzliche Angst vor Sex würde ich versuchen, durch "Sicherheitstraining" loszuwerden - Sicherheit, was ich selbst mag und möchte. Und halt erst einmal für mich alleine. Hilfreich könnten auch vorsichtige Dialoge (Chat/Email) mit Unbekannten und "vorsätzlich" Unbekannt-Bleibenden bringen; ich fürchte nur, solche sind schwer zu finden, bei denen das nicht in wenig einfühlsamen Dirty-Talk mündet. Außerdem braucht man dazu einen "Aufhänger", ein erotisch besetzbares Thema, z. B. Mode. Aber es kann auch der Karneval in Venedig sein, Kunst, Tanz, manche Sportarten...
Und man kann sich auch alleine über die Literatur und die Kunst einen breiteren Horizont verschaffen.
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Mein Gedankenansatz ist seit längerer Zeit halt der, dass generell irgendetwas falsch läuft. Man lernt sich offenbar nicht mehr unverbindlich genug kennen, um sich überhaupt erst einmal genug kennen zu lernen. Um überhaupt das Kennenlernen (kennen) zu lernen.
Wie Kraaf es sagt, nur noch genereller: Wir zäumen das Pferd von hinten auf. Anstatt Leute zu treffen, gegenseitig abzuchecken, was denn mit dem oder dem laufen könnte, dadurch weiteres Entdeckungs- und Entwicklungspotenzial gleich an mehreren Stellen zuzulassen, haben wir ein zu fest gefügtes Bild im Kopf und suchen die Puzzleteile dazu. Und wenn eines nicht dazu passt, konfabulieren wir Erklärungen oder beschwören die Götzen der Normalitäten und der Lifestyles und die angeblich unendlichen Möglichkeiten des Internet.
Kraafs Sonderausstellung SEX erscheint mir da eine im Ansatz interessante Ausnahme, mal aus solchen Schemata auszubrechen - hätte ich den Stuttgartern garnicht zugetraut: Begleitprogramm
Manchmal kommt es mir wirklich ein bisschen so vor, als bräuchten wir fast alle ein Weiterbildungsprogramm "Partnerschaften, Erotik und Sexualität zu Beginn des 21. Jahrhunderts" Zumindest, um Menschen zusammenzubringen (im Geiste oder auch real), die nicht diesem heutigen hypersexualisierten, computer-perfektionierten Entzauberungs-Kommerz folgen wollen.
Erotik lebt außerdem auch von Gegensätzen - jedenfalls viel mehr als von Gleichmacherei. Erotik lebt davon, gespannt und neugierig zu sein und sich dabei und damit wohlzufühlen und ihre Intensität und Nähe für das Wohlfühlen im Moment nicht zu überschreiten. Bestimmt nicht für irgendeine Normalität. Und dann braucht man auch keine Angst zu haben, höchstens ab und an eine Gänsehaut... (m. E. eine der schönsten zarteren Folgen erotischer Berührtheit).
Cygnus
P.S.: Obwohl ich das Hygiene-Museum in Dresden sowas von unerotisch finde: Die Sonderausstellung "DIE LEIDENSCHAFTEN - EIN DRAMA IN FÜNF AKTEN" nächstes Jahr könnte auch interessant sein. Die Dauerausstellung "SEXUALITÄT" hat allerdings eher den Charme eines Sexualkunde-Atlanten und einer seltsamen Ostalgie. Aber dadurch kann man sich über das Thema auch ein wenig lustig machen, also innerlich lockern...Geändert von Cygnus (10.12.2011 um 11:43 Uhr)
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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10.12.2011, 19:39Inaktiver User
AW: Angst vor Sexualität...

Da täusch´ Dich mal nicht, stille Wasser sind tief...bzw. die Stuttgarter habens´ faustdick hinter den Ohren....Kraafs Sonderausstellung SEX erscheint mir da eine im Ansatz interessante Ausnahme, mal aus solchen Schemata auszubrechen - hätte ich den Stuttgartern garnicht zugetraut: Begleitprogramm
was denkst Du denn??? :zwinkre:
Annabel
was mit Dir los ist, kannst Du nur für Dich selbst klären..
Ich wünsche mir eine Partnerschaft mit erfüllter Sexualität, habe aber Angst davor, fühle mich innerlich erkaltet, kann Nähe schwer ertragen. Selbst Umarmungen kann i ch schwer aushalten...wobei ich hier bereits eine Erklärung finde. Jahrelange Abweisung, hört sich so gar nicht schön an und ich meine das geht an die Substanz..So etwas ist ohne Schaden kaum auszuhalten, das sitzt tief...ich meine da musst Du ansetzen..Schlechte Erfahrungen habe ich nur in dem Fall gemacht, dass ich jahrelang abgewiesen wurde
Außerdem verstehe ich nicht so ganz, Du hattest eine zweijährige Beziehung in der es keinen Sex gab. Okay, aber was war mit kuscheln, streicheln, in etwa so wie Cygnus beschrieb? Es hieße dann auch Dein Ex-Freund konnte Dir Deine Ängste nicht nehmen. Was denkst Du, warum nicht?
Alles Gute
SeidenfadenGeändert von Inaktiver User (10.12.2011 um 20:41 Uhr)
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10.12.2011, 23:49
AW: Angst vor Sexualität...
Bei Schduagert denk i emmr direkd an Häberle ond Pfleiderer... *Jaaa - jaaa! Sooo - sooo!*
Hocherodisch...
Geändert von Cygnus (10.12.2011 um 23:53 Uhr) Grund: Link für Unwissende
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia


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