Es ist mir fast ein wenig unangenehm, zu fragen, weil man auch sagen könnte, dass die Antwort ja "klar" sein dürfte, aber der Weg da hin... Ich weiß auch nicht, ob ich hier im richtigen Bereich poste, aber da es ja hauptsächlich um Sex geht, stell ichs mal hier ein.
Habe dieser Tage meine Affaire zu einem vergebenen Mann beendet (dazu hatte ich hier auch einen Thread). Er hat mich in den letzten Tagen jeden Tag gefragt, ob wir uns treffen, weil er den Sex mit mir nicht aufgeben will. Habe ihm heute sehr deutlich gesagt, dass er mich in Ruhe lassen soll. Er weiß, dass ich in ihn verliebt bin und es daher nicht mehr weiterführen kann.
Das "Problem" ist, dass ich diesen Mann wie keinen anderen zuvor wirklich mit jeder Faser begehre und wir sexuell dermaßen auf einer Wellenlänge waren, was ich mit über 30 so vorher noch nie erlebt habe, obwohl ich auch kein Unschuldslamm bin und vorher auch schon ausreichend schöne sexuelle Erfahrungen gesammelt hatte. Diese Kombination - biochemisch mein Traummann (ich konnte auch noch nie einen Mann sooo gut riechen, dass mir direkt die Knie weich werden, ohne Parfum!) und sexuelles Supermatch, lässt mich ständig an ihn und Szenen mit ihm zurück denken. Unabhängig davon, dass ich mich bei all dem natürlich verliebt habe, fällt es mir alleine wegen der körperlichen Kompabilität bereits schon sehr schwer, von ihm zu lassen. Und ich habe einfach Angst, deswegen wieder rückfällig zu werden. Evtl meldet er sich nun nicht mehr, aber ich muss es ja auch schaffen, dass ich mich nicht mehr bei ihm melde. Denn er hat gesagt, wenn ich mich mit ihm zum Sex treffen will, könne ich mich jederzeit wieder melden. Was ich natürlich rational gesehen nicht vor habe. Ich habe auch Angst, wenn nur ein wenig Zeit verstreicht und ich von diesem Trip nicht runter komme und voller Sehnsucht bin, und er sich dann wieder meldet, ich wieder "einknicke".
Sexuelle Abhängigkeit ist evtl. zu hoch gegriffen, evtl. ist es nach ein paar Wochen "Nichtkontakt" ja auch schon besser, aber im Moment ist es eben schlimm. Als er sich heute über SMS bei mir meldete, dachte ich gerade ebenfalls an ihn und vermisste ihn körperlich, und es hat mich schon sehr viel Entschlossenheit gekostet, seinen Wunsch, mich zu treffen, zurück zu weisen. Ich habe das Gefühl, er müsste nur hartnäckig genug sein und ich würde mich wieder treffen. Oder wenn er vor meiner Tür stehen würde, könnte ich auch nicht widerstehen. Daher fühle ich mich ein wenig "hörig".
Darum meine Frage:
Wie habt ihr es geschafft, von einer solchen Sache loszukommen? Gerade wenn ihr dachtet, ihr werdet sowas nie mehr haben, diese Kombi, das wirklich ALLES stimmte?
Hilft da evtl., das Thema Sexualität mal für eine ganze Weile GANZ aus dem Leben zu verbannen? (Ich kenne sexuell abstinente Zeiten, da ich schon länger Single bin. Sporadisch gab es da Phasen, wo ich noch nicht mal großartig masturbiert habe, da evtl andere Lebensbereiche gerade wichtiger waren.) Im Moment mache ich es mir täglich selbst und denke an Szenen mit ihm. Und weil es ja kein Happyend mit ihm gibt, laufen mir manchmal nach dem Orgasmus Tränen oder ich fühle mich eben schlecht.
Oder das Gegenteil: Hilft es evtl, das "Abwechslungs-Programm" anzugehen, notfalls auch eben nur eine weitere Affaire, um die Szenen mit ihm zu vergessen bzw zu "überschreiben"? (Auch wenn mir im Moment gar nicht nach einem anderen Mann ist.)
Oder sonstige Tipps?
Ich hoffe, meine Frage ist nicht allzu albern, aber es fühlt sich eben wie eine Sucht an, die bekämpft werden muss.... und z.B. Frustessen kann zwar helfen, möchte ich aber keinesfalls als Kompensationsmethode wählen!
Bin für jeden kleinen Tipp dankbar!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
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16.10.2011, 23:04
Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
Geändert von Ariaa (16.10.2011 um 23:18 Uhr)
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16.10.2011, 23:49Inaktiver User
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
Ja, aus dem oben genannten Grund wäre ein netter Abwechslungsflirt sehr gut. Es ist sonst eine ungute Kombi aus Herzschmerz und Sex die sich verselbständigt. Oder kannst du gezielt an einen füheren Mann denken? Sonst hängt dir dein Kopfkino bei der Selbstbefriedigung ewig nach.
Kopf hoch, es wird besser, andere Mütter haben auch schöne Söhne
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17.10.2011, 00:15
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
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17.10.2011, 16:00
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
Wie wär's, wenn Du Dir stattdessen eine Fetisch-Fantasie zulegen würdest? Im weitesten Sinne jedenfalls - ein Szenario, das möglichst ohne Männer auskommt oder in dem sie wenigstens "gesichtslos" oder austauschbar sind, als dienstbare Geister meinetwegen (oder Playm.. *insider joke*)
Als Frau in Deiner Situation - verzeih meine Ahnungslosigkeit, wenn ich mir das zu einfach denke * - würde ich mir also erotische und sexuelle Momente mit anderen Frauen vorstellen, um sie noch deutlicher von dem zu Verdrängenden abzugrenzen. Ernsthaftere erotische Literatur könnte förderliche Ablenkung und Anstöße dazu geben, es sollten mithin aber nicht gerade Lesbenpornos nach "Gutsherrenart" sein (falls es sowas als Buch überhaupt gibt).
Vielleicht reichen auch eigene Geschichten - werde in Deinen SB-Phantasien zur Amazonenkönigin oder breche in einer Mission mit anderen Frauen auf zur Besiedlung fremder Planeten, wobei Euch Männer nur in ihrer unproblematischsten Form begleiten können, als eingefrorenes Sperma - ansonsten sind sie biologisch ja nutzlos und allein für Sex viel zu Ressourcen-fressend auf solch einer langen Reise... *lol*
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*) Als Mann muss ich zugeben, dass ich an anderen Männern so garnichts tröstliches finden könnte, mir die Option der Homoerotik als Ablenkung also nicht zur Verfügung stünde. Dafür haben es Männer offenbar einfacher mit dinglichen (beziehungslosen?) Fetischen, während Frauen eher auf (Soft-) BDSM-Szenarien abzufahren scheinen, vielleicht wegen des dort konstruierbaren Beziehungsgefälles bzw. der möglichen Distanziertheit - aber eben immerhin "in einer Beziehung"?
Das ist allerdings nur meine wenig fundierte Interpretation. Nach einigem Gedankenaustausch mit ganz verschieden veranlagten Frauen könnte das aber auch bloß ein Phänomen weiter wirkender gesellschaftlicher Rollen und daher stark in Angleichung begriffen sein - Fetisch-Klamotten gibt es jedenfalls schon in erheblich größerer Auswahl für Frauen, ebenso, wie Klamotten-Fetische *grins*.
Ok, mit einem bloßen Schuh-Tick wirst Du Deinen Superman kaum aus dem Kopf kriegen, aber ich hatte längere Zeit Kontakt zu einer Frau, in deren Stiletto- und Stiefelphantasien ständig ihre Nachbarin herumgeisterte, die sie damit (und auch sonst "irgendwie unpassend" gekleidet) über Kopfsteinpflaster schicken und in andere verfängliche Situationen bringen wollte. Dagegen hatte ich logischerweise nicht den Hauch einer Chance, ich musste anders punkten (jetzt nicht als Mann, sondern mit dem passenden Kombinieren und Erweitern unserer zum Teil doch gemeinsamen Obsessionen). Ich glaube, sie hatte in der Zeit auch gerade ein "reales" Mann-Problem...
Wie dem auch sei: Alles Gute und keine Rückfälle bitte
Cygnus/AlbireoVa', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia
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17.10.2011, 16:19Inaktiver User
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
"Sexsüchtige verlieren die Kontrolle über sexuelle Handlungen, müssen z.B. etwa zwanghaft onanieren (20 bis 30 x) täglich oder suchen permanent neue Sexualpartner. Nach dem Orgasmus, der meist extrem quälend und schmerzhaft ist,
verschärft sich das Gefühl innerer Leere ins Unterträgliche und treibt zur erneuten sexuellen Betätigung. Sie erleben einen Verfall ihrer Persönlichkeit, mit allen negativen sozialen Folgen. Betroffene sind in der Regel auch von Alkohol oder Drogen abhängig.Im Moment mache ich es mir täglich selbst und denke an Szenen mit ihm. Und weil es ja kein Happyend mit ihm gibt, laufen mir manchmal nach dem Orgasmus Tränen oder ich fühle mich eben schlecht.
Die Sexsucht sollte daher im Rahmen einer stationären Entwöhungsbehandlung erfolgen"
(aus Sucht - Hintergründe und Heilung)
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17.10.2011, 16:33
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
War das jetzt als Relativierung gedacht oder etwa als Ratschlag?
Meine Güte, ich hatte auch schon mal das Gefühl, ich entwickele eine Sucht nach Cashew-Nüssen. Wirklich Süchtige konfabulieren ihre Sucht weg und erwähnen sie nicht auch noch als Gefühl...
Sorry, aber ich fand's leicht misszuverstehen.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
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17.10.2011, 16:39Inaktiver User
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17.10.2011, 22:25
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
Hi shadow...,
ich weiß, ich bin ein Hobby-Kryptologe. Aber hier fürchtete ich, Ariaa könnte geradezu um Fassung ringen, wenn selbst mir das im ersten Moment so ging. Das Sahnehäubchen dazu war die fette "stationäre Entwöhnung"...
Man sieht mal wieder, wie schwer treffsichere Kommunikation in Foren sein kann - wenn Ariaa von zu bekämpfender "Sehnsucht" geschrieben hätte, hätte sie Dich empathisch bestimmt völlig anders getriggert.
B & A
Cygnus/Albireo
P.S.: Dir ist da übrigens noch ein niedlicher Lapsus passiert (?), der sowieso alles wieder gut macht (oder mich zum Idioten*):
Also, Ariaa, es war in Wirklichkeit ein Lesfehler meinerseits - shadow rät zur Entwöhnung mittels stationärer Sexsucht - bei 20 bis 30 Mal am Tag kann ich mir das durchaus als Turbo-Sehnsuchts-Bekämpfung vorstellen...
(Nun kann ich nur Hoffen, dass Lachen wirklich auch eine gute Therapie ist - fühl' Dich bitte entsprechend verstanden.)
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*) ich hab' natürlich eine neurowissenschaftliche ErklärungGeändert von Cygnus (17.10.2011 um 22:48 Uhr)
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
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17.10.2011, 22:47
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
So viel Sport täglich dass Dir die Puste ausgeht, wenig bis gar nicht mehr onanieren (und schon gar nicht mit Gedanken an ihn) und viel Geduld. Fällt mir so ein, ist bestimmt kein leichtes Unternehmen. Mach Dir ständig klar warum Du dich von ihm getrennt hast, denk an möglichem Leiden seiner Frau etc. etc. Viel Glück!
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18.10.2011, 14:47
AW: Was hilft gegen sexuelle Abhängigkeit?
Ich hab' mich gestern abend (wegen meines eventuellen Lapsus) mal durch den ganzen Vor-Strang gewühlt und frage mich nun ganz ehrlich: Wie kann frau einem solchen Arxxx so lange hinterherlaufen? Das hat ja tatsächlich mehr Suchttendenz, als ich es hier herausgelesen habe. Allerdings vielleicht auch bei ihm.
Aber nützt es wirklich etwas, sich dagegen abzusporteln, abzuarbeiten oder "abzubefriedigen"? Wenn doch die eigentliche Sehnsucht eine ganz andere ist...
Da wird trotzdem immer wieder (immer noch?) das gleiche Engramm im Hirn aufgerufen und verstärkt: So toller Sex geht doch garnicht ohne echte Partnerschaft und Liebe... und es entsteht der Wunsch nach selbsterfüllender Prophezeihung.
Eine Drehtür - und der Typ ging ein und aus, ins Leben und ins Hotel, und ließ "seine" Ariaa nach Belieben in der Enge rotieren und herumstolpern... Und sie glaubte auch noch, ein paar Leer-Drehungen zusätzlich bewiesen ihre Unabhängigkeit. Ob das überhaupt seine einzige Drehtür ist?
Aber die Abhängigkeit entsteht in einem selbst, durch ersatzweise Verlagerung auf bestimmte Details - eigentlich ganz ähnlich, wie bei einem (echten) Fetisch. So gesehen war der Typ selbst wahrscheinlich noch nicht mal "gemeint".
Trotzdem ein Arxxx...Geändert von Cygnus (18.10.2011 um 14:53 Uhr) Grund: Typo
Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
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