Hallo
wie einigen hier geht es auch mir in der Beziehung so das ich wesentlich mehr Lust habe als mein Partner. Wir haben vor 8 Monaten schonmal eine Phase gehabt wo das zu vermehrten Gesprächen geführt hat, aber irgendwie ohne Ergebniss. Seine Aussage war, er weiss nicht warum er keine lust hat. Danach kam das thema nicht mehr zur sprache, entweder weil wir anderweitig beschäftigt waren bzw. weil es eine zeit auch besser war. Ich hatte damals einen Schritt zurückgemacht und ihn in ruhe gelassen und da kam er dann wieder auf mich zu.
Wir geraten aber immer wieder in so eine art spirale , je weniger er mich anfasst/sex will um so mehr steigert sich mein wunsch danach.
Ich "leide" irgendwie sehr darunter, empfinde es als ablehnung und bin damit nicht glücklich. Mir fehlt der körperliche Kontalt, das Gefühl begehrt und geliebt zu werden durch den wenigen Sex - der dann leider auch oft dazu noch für mich unbefriedigend ist.
Weiss aber auch keinen Weg da raus. Ich weiß nicht ob ich dieses "ich lass dich in ruhe damit du auf mich zukommst spiel" noch kann, ich möchte schliesslich meine lust ausleben.
Diese empfindet er aber als Last und nicht als freude - zumindest sagt er er fühlt sich von mir unter Druck gesetzt. :-(
Ein Teil des Probems ist wohl, das er in früheren Beziehungen immer für seine begriffe zu wenig sex bekam und dadurch meinte als wir uns kennenlernten der wäre wichtig - jetzt aber damit nicht wirklich zurechtkommt, das ich quasi immer will und ihm das auch zeige.
Ich hab nicht wirklich vorstellungen wie wir langfristig eine lösung finden. Ich hab Angst davor, das entweder daran unsere Beziehung zerbricht oder ich immer unglücklicher werde, weil ich meine Bedürfnisse runterschlucken muss.
Jetzt hab ich ein paar Fragen:
1) Gibt es dann hier Erfahrungen, bei denen die Unlust des Mannes irgendwann tatsächlich wieder vorbei war und man sich gemeinsam als paar auf einer basis einpendelte mit der beide glücklich sind?
2) kann ich ihn bitten trotz seiner unlust darüber nachzudenken, ob er sich vorstellen kann mir trotzdem befriedigung zu "schenken" - dann eben nicht durch gv sondern eben anders?
3) sollte der fokus überhaupt auf meine befriedigung gelegt werden und ich verwöhne ihn erstmal gar nicht mehr?
4) ich bin gern bereit für eine gewisse zeit auch das thema ganz auszublenden und in wirklich in ruhe zu lassen, damit er sich und seine lust wieder wahrnehmen kann, aber welche formen einer vereinbarung dahingehend kann es geben, ohne das das vorgegebene zeitlimit sich als "drucktermin" vor ihm aufbaut?
5) bringen feste abende in denen man sich nur körperliche zärtlichkeiten austauscht (ohne gv) die lust wieder? bzw. wie empfindet ein mann der keine lust hat den wunsch seiner partnerin sie zu berühren ? ist das total absurd? oder wäre das ausdruck von geschenkter liebe?
hat jemand erfahrungen ob es tatsächlich vorbei geht ? - also innerhalb einer partnerschaft und nicht weil er dann eine neue hat
danke![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 146
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09.08.2011, 12:18
Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
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09.08.2011, 13:00Inaktiver User
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
Huhu unzufrieden,
also ich glaube da gibt es einige Stränge zu. Einer fällt mir sofort ein. 'Mein Mann schläft nicht mehr mit mir' Da stehen bestimmt einige Erfahrungen drinnen.
Hier:
BRIGITTE Dossier: Mein Mann schläft nicht mehr mit mir
Gruß pitti
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09.08.2011, 13:02
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
ich hab den strang angefangen zu lesen, finde da aber erstmal nur erfahrungen von anderen frauen denen es genauso geht, aber keine die es überwunden haben und danach wieder ein ausgefülltes sexleben haben
vll. ist ja jemand hier der anregungen zu meinen fragen hat?
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09.08.2011, 13:07
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
Liebe unzufrieden,
wie alt ist denn Dein Freund und leidet er ggf. unter Bluthochdruck oder Diabetes?
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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09.08.2011, 13:38
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
wir sind mitte und ende 30, beide kerngesund, er nimmt keine medikamente, er hat auch selten mit sich selber sex, schaut selten pornos usw.
wir haben darüber gesprochen und er meinte wenn er denn mal lust hat, ist er froh wenn ich da bin, und wenn er richtig lust hat, dann kann/ mag er unter umständen auch 2 x am tag ...
aber das kommt allerhöchstens 3 mal im jahr vor :-(
er sagt von sich, das er früher mehr lust hatte - aber eben dann mit der einschränkung das seine jeweiligen partnerinen nicht so oft wollten wie er... und das er da immer den anfang machen musste ...
bei mir ist das von anfang an anders gewesen, ich bin jemand der gern und gern auch viel sex hat - das hat ihm am anfang auch sehr gefallen - war es doch in seinen augen endlich das was er in der letzten beziehung vermisst hat ... aber irgendwie überfordert ihn das grad...
ich ziehe aus der körperlichen nähe beim sex und aus den berührungen sehr viel für mich an "inneren Sonnenstrahlen" und energie ... und auch bestätigung das er mich als partnerin noch gut findet ... je weniger ich davon bekomme umso mehr sacke ich innerlich in mir zusammen und hab das gefühl ich werde immer kleiner ... klar kann ich mir einen teil dieses gefühls durch aussenaktivitäten holen (hobby beruf usw.)- tue ich auch, aber der teil der eben nur mit/durch meinen partner geht, der bleibt immer irgendwie auf halbmast :-(
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09.08.2011, 13:45
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
Liebe Unzufrieden,
nach Lage der Dinge glaube ich, dass sich Dein Partner nicht ändern wird.
Vermutlich wirst Du immer unzufriedener werden.
Deshalb halte ich es mittelfristig für besser, Du suchst Dir einen Partner, der sex-mäßig besser zu Dir paßt.
Was meinst Du?
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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09.08.2011, 14:09
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
... eigentlich erstmal gar nix :-(
ich liebe diesen mann über alles, hab immer noch herzklopfen
, wir passen in den allermeisten anderen sachen nahezu perfekt zusammen - also zumindest so das wir darüber nicht streiten bzw. den anderen so annehmen können wie er ist, können "eigentlich" gut miteinander reden, haben gleiche wünsche was die zukunft angeht usw., ich reagiere sehr stark auf ihn was ich so noch nie hatte, wir fühlen uns sehr wohl in der gegenwart des anderen.... alles zusammen empfinde ich ihn als so wichtig und wertvoll für mich, das ich mir ohne da nicht alles versucht zu haben keine ernsthaften gedanken bezüglich einer trennung machen will
er sagt ihm ist bewusst daß das problem eins werden kann was am ende zu einer trennung führen kann und das er das nicht will ...
ich hab noch nie einen mann so "angehimmelt" wie ihn - was vermutlich auf seiner seite ein teil des problems ist
und auf meiner seite mich ein wenig "hilflos" mir selbst gegenüber macht, weil ich das so von mir nicht kenne - ich war sonst immer diejenige die "angehimmerlt" wurde in einer beziehung
ein weiterer grund das ich jetzt erstmal nicht über trennung nachdenken will ist das ich schon 2 beziehungen hinter mir habe die aus ähnlichem grund (lust/unlust) gescheitert sind
ich kann mir im kopf und im herzen absolut nicht vorstellen, daß es einen mann auf der welt gibt der besser zu mir passt als er - auch wenn wir jetzt was unser sexleben angeht unterschiedlich sind
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09.08.2011, 17:26
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
mir ist der letzte satz nochmal durch den kopf gegangen ...
wir sind was den sex angeht (in der häufigkeit) unterschiedlich ... ok das war bis zu seiner ersten unlustphase nicht so aufgefallen ... weil der sex dann als solches auch "besser" war
im moment hab ich das gefühl kommen wir aber gar nicht mehr aus dieser spirale raus um da ganz unbefangen mit dem thema umzugehen ... da sind wünsche auf der einen seite und druckempfinden auf der anderen ... selbst völlig harmloser körperkontakt wird schon als "in die sexuelle schiene" geschoben
er versichert das es nicht an mir liegt, hat aber keine vorstellungen was sich verändert hat bzw. woran es liegt und ich hab das gefühl ich komme einfach nicht mehr "runter" um das ganze etwas entspannter zu sehen und das thema auch mal locker zu lassen ... vermutlich aus den gemachten erfahrungen der vergangenen beziehungen heraus
also nochmal meine frage: hat jemand erfahrungen innerhalb einer partnerschaft wo die lust beim mann wiederkam?
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10.08.2011, 14:38
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
Ja, ich habe diese (positiven) Erfahrungen gemacht.
Aber zunächst mal folgendes: ER hat ja eine Affäre/OnS gehabt, wenn ich das richtig gelesen habe. Offensichtlich hat er also schon Lust auf Sex aber nicht mit dir, so muss man es wohl sagen, auch wenn es hart klingt.
Und bis zum April gab es ja Sex, wie ich ebenso gelesen habe. Das war aber eher ziemlich lieblos von ihm.
Da spricht natürlich viel dafür, dass er dich nicht (mehr) begehrt als Frau. Und dafür gibt es einen oder mehrere Gründe. Das verschweigt er dir aber offensichtlich.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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10.08.2011, 15:29
AW: Unlust beim Mann - positive Erfahrungen ob das vorbei geht?
Hallo Unzufrieden,
ich persönlich empfinde die Lust auch als manchmal nur sehr zartes Pflänzchen. Irgendwelche verwobenen Gedankenstürme können mich oft deutlich mehr und länger faszinieren und von jeder körperlichen Lust abhalten, selbst einer eben noch aufkeimen Wollenden. Trübe Gedanken und Musts will ich garnicht groß erwähnen...
Eigentlich hilft dann außer zufälliger Spontaneität (die natürlich auch öfters wieder nicht passt) nur, sich intensiv mit Erotik zu befassen. Da ich Pornos nicht abkann, kann das dann nur Kopfkino von zurückliegenden "Ereignissen" sein oder Szenarien, die z. B. vergangenen Urlauben oder der Fantasie entspringen. Dazu gehören nette oder sehr spezielle Requisiten (z. B. auch Klamotten oder Schmuck) und Settings. Manchmal reichen auch ein paar Detailvorstellungen oder ein inneres Bild - durchaus auch angeregt durch ein "äußeres" oder durch Kunst. Vielleicht muss auch Spritz oder Prosecco etc. bereit stehen?
Es ist auf jeden Fall gut, wenn man auf ein paar besonders ausgefeilte oder in sich selbst sehr stimmige ältere "Filmchen" zurückgreifen kann. Ich lese manchmal auch meine alten Forums-Gedanken zu Partnerschaft, Erotik, Sex und... wieder durch. Oder entsprechende Korrespondenz. Das evoziert dann alte Potentiale
Will sagen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lust auch so etwas wie ganz bewusste Überwindung (von Hemmnissen und Bequemlichkeit) bedeuten bzw. erfordern kann. Ein bisschen, wie ins Sportstudio gehen. Sobald man mal da ist und losgelegt hat, wird's auch gut und man fühlt sich besser.
Und: Man kann unheimlich vieles erotisieren, dass heißt, mit einer symbolischen Bedeutung aufladen. Dafür muss man halt sein Bewusstsein anstrengen und lenken. Und sich auch schöne Riten schaffen. Für sich selbst, zur Einstimmung, aber natürlich auch Paar-Riten. "Schaffen" heißt dann, nach dem Ersinnen auch Ausprobieren und durch Wiederholung und Verfeinerung einstudieren, immer weiter aufladen...
Ein paar spontane Gedankenblitze:
Männer sollten ihren Frauen zumindest ab und an die Schuhe pflegen und das perfekt! Sie ihnen auch anziehen, wie der legendäre Verkäufer im Schuhgeschäft. Natürlich jetzt nicht gerade die Ausgetretenen, die Alltäglichen, eher die High Heels, die Stiefel, die Riemchensandalen. Sie hat doch extra gepflegte Füße!
Frauen sollten ihre Männer mitnehmen, wenn sie Schmuck, Accessoires und Dessous kaufen wollen, aber auch, wenn das Anprobieren und Ausprobieren etwas gewagterer Kleidung auf dem Programm steht. Und sich dazu möglicherweise vom Friseur abholen lassen? Im Gegensatz zum Kino können dabei beide für's selbe Geld (oder sogar ohne) gemeinsam Spaß haben.
(Wenn das noch nicht prickelnd genug sein sollte, stelle man sich vor, der andere sei einem völlig unbekannt, gerade eben erst angequatscht worden. Man muss das garnicht "rollenspielen", nur sich vorstellen.)
Und: Wenn man's richtig und öfter macht, lässt sowas den Beginn jeder gedanklich-erotischen und körperlichen Annäherung alltäglicher werden. Meines Erachtens führt das nicht zu Langeweile und schnöder Gewöhnung, sondern zum Abbau von Hemmungen - weil es ja zwangsläufig im Alltag nicht immer zu mehr kommen kann, also auch nicht muss.
Ein Paar sollte nie zusammen in ein Cafe, ein Museum, einen Park etc. gehen, ohne dass sich jeder so seine Gedanken über erotische Zwischenfälle und Gelegenheiten macht. Kann man sogar zum gemeinsamen Spiel erheben. Wenn die Fantasie fehlt, sich einfach Harry und Sally vorstellen, vielleicht auch am Nachbartisch. Selbst wenn man dann lachen muss - der andere weiß warum!
Wenn man(n) sich zu solchen, zugegebenermaßen stinklangweiligen Plots
nicht überwinden kann - bloß weil sie vorher nie oder nie im richtigen Film-Genre inszeniert wurden - dann sitzt m. E. die Lustlosigkeit viel tiefer oder die Wertschätzung tendiert zu sehr in Richtung bloßer Gewohnheit und Bequemlichkeit...
"Bewusste Wertschätzung" ist eventuell das Kernthema überhaupt. Und wem die Gedankenblitze ein "G'schmäckle" zu haben scheinen, für den zitiere ich Volkmar Sigusch aus "Neosexualitäten":
Das Geheimnis jener Paare, die viele Jahre immer wieder erregend miteinander sexuell verkehren, liegt offenbar darin, dass sie durch eine milde perverse Inszenierung wirksam aufeinander bezogen und miteinander verbunden sind, am besten ohne es zu wissen.Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia




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