Hallo,
ich mag mich mit einem Problem, das mich sehr belastet, an die Frauen hier wenden. Eigentlich sagt der Titel alles - meine Frau begehrt mich nicht. Das ist keine kurzfristige Erscheinung, sondern zieht sich durch unsere ganze Ehe.
Wir haben geheiratet, weil wir fanden, dass unser Lebensplan gut zueinander passt: Gemeinsames Hobby, Kinderwunsch, Haus bauen - all sowas. Ich bin - obwohl damals schon 24 Jshre alt - sexuell unerfahren in diese Beziehung gegangen. Ich frag mich oft, ob das auch ein Grund für ihre Entscheidung pro Prijon war. Na gut - ich war dann froh, endlich "eine abbekommen" zu haben.
Wir haben dann an unserem Lebensplan gearbeitet - 2 Kinder und ein Haus waren innerhalb von 20 Monaten "über die Bühne". Als das erledigt war, ging es ihr nicht gut, ich habe versucht, sie so viel wie möglich zu entlasten.
Sex fand nach dem 2. Kind im Monatsrhytmus statt - für sie war es ganz wichtig, dass wir "natürlich" verhüteten. Meinen Wunsch, mich sterilisieren zu lassen, hat sie viele Jahre lang zurückgewiesen. Sie sagt heute, dass sie sich damals unserer Beziehung nicht sicher gewesen sei, sie habe mir eine "Vaterchance" in einer zweiten Ehe nicht verbauen wollen.
Etwa zwei Jahre nach der Geburt des zweiten Kindes gab es ihr erste Affäre - zu einem Mann, der etwa halb so alt war wie sie, ein halbes Kind noch. Sie "badete" in dem Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben. Trotzdem blieb das platonisch. Danach war dann etwa zwei Jahre Ruhe (was aber nicht dazu führte, dass unser Sexleben sich belebte).
Vor etwa acht Jahren lernte sie einen Mann kennen, den sie als Seelenverwandten bezeichnete. Vier Jahre innige Gespräche, Spaziergänge, was weiß ich was alles. Dann hat sie angefangen, mich mit diesem Mann zu betrügen. Heute sagt sie: Das war Prostitution. Sie "musste" das tun, um ihn an sich zu binden, um die Freundschaft zu halten.
Erst als ich mich von ihr trennte, erfuhr ich, dass die Freundschaft längst eine Affäre war (etwa drei Jahre lang). Nach der Trennung sei ihr irgendwie klar geworden, dass sie sexuell mit diesem Mann genau das gleiche erleben würde wie mit mir, sagt sie. ER saqt (wir haben mal miteinander gesprochen) dass meine Frau im Bett "Schwerarbeit" sei.
Wir sind seit knapp zwei Jahren wieder zusammen (die Trennung dauerte vier Monate). Die sexuellen Probleme sind uns "treu" geblieben. Es gab eine Phase, ganz kurz, da ging das besser: Da konnte ICH nicht mehr, habe mich (nach "Ansage") nach außen orientiert und tatsächlich mit einer anderen Frau eine Nacht verbracht. Vorher und nachher war - ganz kurz, für wenige Wochen - unser Sexleben intensiver. Sie habe mich in dieser Situation "besitzen" wollen, sagt sie.
Inzwischen ist die Flaute wieder absolut frustrierend. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes "eng" - vielleicht auch eine Folge der Wechseljahre (sie ist 49, ich bin 45). Organisch ist alles i.O., ihr Frauenarzt hat ihr ein Gleitgel mitgegeben. Sie weigert sich, es zu benutzen.
Um nicht missverstanden zu werden: Unsere Beziehung ist trotz der Krisen zwischendurch sehr glücklich. Wir unternehmen viel miteinander, kommunizieren, kuscheln. Im Moment machen wir einen Tanzkurs, manchmal schmilzt sie schier dahin. Es gibt ganz viele Situationen, die schreien für mich förmlich nach "jetzt ab in die Kiste" - und nichts passiert. Sobald von mir auch nur ansatzweise der Wunsch signalisiert wird, fällt in neun von zehn Fällen die Klappe. Und ich bin weiß Gott nicht so gestrickt, dass ich nun täglich will.
Ich habe keine Lust mehr, als asexuelles Wesen durch die Gegend zu rennen. Ich habe selbstverständlich auch keine Lust, ständig Affären zu haben, um meine Frau "anzukurbeln". Ich habe auch überhaupt keine Lust, unsere Ehe deswegen zu beenden. Und alleine, womöglich ,mit Bildchen am PC? Na ja.....
Weil ich all das NICHT will, weiß ich mir im Moment überhaupt keinen Rat.
Gruß,
Prijon
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 211
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30.10.2005, 20:00
Meine Frau begehrt mich nicht...
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30.10.2005, 20:07
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Wie wär's mit Eheberatung?
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30.10.2005, 20:11
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Danke für den Rat,
das haben wir hinter uns. Erfolgreich. Unsere Ehe ist absolut in Ordnung. Nur ergibt sich daraus kein Sex.
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30.10.2005, 20:22
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
hallo prijon,
kein rat, sondern eine frage: wie hast du es geschafft, deiner frau ihre eskapaden zu verzeihen?
und vielleicht doch ein rat: berühre sie, guck ihr in die augen, tanze viel mit ihr, auch zuhause, spontan, massiere sie, streichel sie und nimm sie in die arme, mehr nicht. vielleicht kommt sie doch auf dich zu? wünsch euch alles gute.
grüssle valentine
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30.10.2005, 21:05
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Hallo Valentine,
ich habe mir das echt vorgenommen, was Du mir rätst. Liebevoll zu ihr zu sein, aber nichts zu "fordern". Das Problemm ist: Das geht seit 20 Jahren so. Ich fühle mich als Mann einfach irgendwo nicht ernst genommen. Aber versprochen: Diesmal warte ich. Und wenn es Monate dauert. ICH mache nicht mehr den ersten Schritt.
Du fragst nach dem Verzeihen. Das war Thema unserer Therapie. Das war auch Thema vieler, vieler Gespräche. Ich habe ihr verziehen. Ich vertraue ihr auch, ohne Einschränkung. Was nagt ist nach wie vor die Vorstellung, dass sie mit dem anderen ja nun mal im Bett war und es ANFANGS (als es eine Affäre war) die Probleme SO nicht gab(da gab es andere, Schuldgefühl, Selbstekel und so). Die kamen (auch mit dem anderen) erst später. Es gibt da so ein Zitat, das inzwischen unerschiedlich interpretiert wird. Ich habe gehört "Sex mit D. war einfach besser". Sie will gesagt haben "Sex mit D. war einfach anders".
Auch deswegen war meine "angesagte" Affäre wichtig für mich - dass ich keine absolute Niete im Bett bin, das weiß ich nun.
Prijon
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30.10.2005, 21:27
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Hallo Prijon,
wenn ihr Körper sich auf diese Art und Weise verweigert und organisch alles i. O. ist, dann ist das Problem nicht selten in der Beziehung zu suchen, evtl. auf unbewußter Ebene.
Mal ein paar Verständnisfragen:
Heißt das, Du hast zu ihr gesagt, heute nacht schlafe ich mit einer anderen?Da konnte ICH nicht mehr, habe mich (nach "Ansage") nach außen orientiert und tatsächlich mit einer anderen Frau eine Nacht verbracht.
Hat sie noch Kontakt zu ihrem Liebhaber? Hast Du noch Kontakt zu Deinem ONS? Falls ja: belastet dies eure Beziehung?
Gruß
Deirdre
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30.10.2005, 21:53
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Hallo Deirdre
Das ist mir sehr bewusst. Aber weil "das Problem" sich durch ihr Leben zieht habe ich das Gefühl, dass das mit unserer Beziehung eher nicht viel zu tun hat.dann ist das Problem nicht selten in der Beziehung zu suchen, evtl. auf unbewußter Ebene.
Zu Deinen Verständnisfragen:
Ja, so war das. Ich habe mir geschworen: Niemals diese Heimlichkeiten. Und denke auch darüber nach, ob ich damit nicht insgeheim demonstriert habe: Schau her, ich kann das besser. Geschehen ist es aber aus einer echten Seelennot heraus. Ich wollte einmal im Leben dieses Gefühl haben, das mich eine Frau verführt, wirklich haben will.Heißt das, Du hast zu ihr gesagt, heute nacht schlafe ich mit einer anderen?.
Und:
Es gibt diese Kontake. Sie zu ihrem Liebhaber, ich zu meinem ONS (was ich als Bezeichnung ablehnen würde, das war irgendwie was anderes).
Ich kann mit ihren (leibhaftigen und sporadischen) Kontakten gut umgehen - hab ihn gezwungen, mir in die Augen zu schauen. Irgendwie ist das auch ein sehr befangener Kontakt zwischen den beiden.
Mit meinem "ONS" maile ich regelmäßig, sie hat sich danach von ihrem Mann getrennt - was mit der NAcht absolut nichts zu tun hatte - und sucht eine neue Beziehung (im Moment scheint sie eine zu haben) . Sie weiß und akzeptiert, dass ich dafür nicht zur Verfügung stehe. Meine Frau weiß davon. Ich habe nicht das Gefühl, dass sie das stört. Stören könnte sie, das die andere Psychologin ist, sogar Sexualtherapeutin (verrückt, oder?!) und ich natürlich die ein oder andere Frageb stelle.
Gruß,
Prijon
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31.10.2005, 09:16Inaktiver User
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Danke für den Rat,
das haben wir hinter uns. Erfolgreich. Unsere Ehe ist absolut in Ordnung. Nur ergibt sich daraus kein Sex.
Dann war die Eheberatung auf gar keinen Fall erfolgreich. Die war miserabel.
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31.10.2005, 09:50
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Hallo Nienna,
man muss das - glaube ich - differenzieren. Immerhin haben die Therapeuten uns den Weg auf einer sehr existenziellen Krise gezeigt. Ohne sie wären wir heute nicht mehr verheiratet. Sie haben das ganze Spektrum, das solche Affären nun mal mit sich bringen, mit uns erfolgreich „abgearbeitet“. Deshalb bleibe ich dabei, dass die Therapie gut war.
Bei meiner Frau wurde anschließend ein weiterer, individueller Therapiebedarf festgestellt - sie hatte vorher schon eine sehr lange Therapie hinter sich (in meinen Augen war DIE miserabel). Weil ich wusste, dass sie sehr unter dem Gefühl leidet, „nicht zu funktionieren“, habe ich damals darauf gedrungen, dass nicht nur sie „Einzelstunden“ erhält, sondern auch ich. Das hatte für mich was mit gleicher Augenhöhe zu tun. Außerdem hat es mir gut getan.
Die Therapeutin schein damals „ganz nah dran“ gewesen zu sein - meine Frau hat sich jedenfalls in einer Therapiestunde so unwohl gefühlt, dass sie sich „wie gewürgt“ gefühlt hat. Mehr weiß ich nicht darüber, ich halte das auch für „ihre Sache“ und mag da nicht weiter fragen. Sie hat die Therapie dann abgebrochen.
Nun könnte ich es mir einfach machen und sagen: Soll sie halt weiter zur Therapie gehen. Nur: Erzwingen kann ich das nicht. Will ich auch gar nicht. Ich weiß (weil wir viel darüber reden), dass es für sie ein Problem ist, nicht „normal“ zu sein und meinen „Ansprüchen nicht zu genügen“. Ich weiß auch, dass sie sich intensiv mit dem Zustand beschäftigt und versucht, da Dinge - auf ihre Art - aufzulösen.
Nur: Das dauert. Passiert sehr stark in Phasen. Und dann kommt mein Part, eindeutig. Ich habe gekämpft um diese Ehe. Ich habe in diesem Kampf auch die Dinge definiert, die ich ganz eindeutig nicht mehr leben will. Die kennt sie auch. Zu diesen Dingen gehört eindeutig „alle Monate mal Pflichtsex“. Und ich bin mir auch im klaren darüber, dass da bei mir so eine „Denke“ stattfindet wie „wenn sie mit dem hat, dann kann sie gefälligst auch mit mir“. Nicht schön, aber menschlich, denke ich.
Mich beschäftigt manchmal ihre Sicht auf das, was sexuell in der zweiten Affäre gelaufen ist. Diese Sache mit der Prostition. Mit Schuldgefühlen und Selbstekel (sie hat mir erzählt, dass sie nach dem ersten Mal mit dem anderen aus dem Bett gehüpft ist und eine Stunde lang geduscht hat). Manchmal habe ich Angst, dass sie sich da etwas angetan hat, was jetzt unsere Beziehung ganz schön trübt.
Gruß,
Prijon
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31.10.2005, 11:31Inaktiver User
Re: Meine Frau begehrt mich nicht...
Erzwingen könnte man das auch gar nicht Prijon, niemand kann zwanghaft therapiert werden. Man muß immer selber wollen.
Mich macht sehr stutzig, das sie körperlich so reagiert. Ich meine das "eng" sein. Sie weiß vielleicht selber nicht warum. Ihr UNterbewußtsein spielt da ne große Rolle. Ich fürchte aber, das kann sie nur auf dem Weg der Therapie rausfinden, aber das ist alleine ihre Entscheidung.
Was Dich angeht, so kann ich Dir leider nur sagen, ganz direkt: Überlege, ob Du damit leben kanst, solte es so bleiben (denn es ist nciht gesagt, das sich je was ändert und wenn dann nur mit irre viel Arbeit), oder ob Du Dir für Dein Leben was anderes vorstellst. Es ist nunmal so, jeder und jede sollte die Freiheit haben seine/ihre Entscheidungen zu überprüfen. Es kommt da eigentlich auf die Stärke Deiner Liebe zu ihr an.


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