Hallo Ich 1969,
es tut mir wirklich leid, dass Du hier von den anderen Frauen wenig Verständnis bekommst und sie allessamt die Probleme in Deiner Psyche oder veränderten Lebenssituation suchen.
Ich kann Dir jedoch eindeutig bestätigen, dass Dein verändertes Orgasmusempfinden "nur" und einzig von Deiner GM-Entfernung her kommt. Leider sind diese TATSACHEN in Deutschland weitgehend immer noch unbekannt und werden auch von Ärzten verschwiegen.
Du solltest wissen, dass eine Gebärmutterentfernung eine verstümmelnde Operation ist und mit der Entfernung eines so wichtigen Sexualorgans auch wichtige Funktionen verloren gehen!! Vergleichsweise würde man auch nicht sagen, "wenn man Dir das Bein abschneitet, dann kannst Du schneller laufen!"
Man muss sich erstmal vorstellen von wievielen Nervenbahnen die Gebärmutter umgeben ist, die alle bei der Operation durchdrennt werden wenn das Organ entfernt wird. Dann werden überdies noch zwei wichtige Blutversorgungen abgeschnitten, die aufs Herz bezogen, einen Infarkt gleichen würden!! Und zu guter Letzt ist es so, dass jede Frau ein anderes Orgasmusemfinden hat und es auch verschiedene Orgasmen gibt, nämlich den klituralen und den uterinen. So und nun ist es einfach so, dass Frauen die schon immer einen Uterinen Orgasmus hatten - wo die Gebärmutter mit kontrahiert - die werden nach einer Gebärmutterentfernung fürchterlich was vermissen. Außerdem können die Wechseljahre schneller eintreten, die auch die Blutzufuhr zu den Eierstöcken durchdrennt wird. Und weil Du sagst, wenn es Wechseljahrserscheinúngen gewesen wären, dann hättest Du Hormone genommen! Stell Dir das blos nicht so einfach vor, Hormone sind hochpotente Substanzen, die in den Stoffwechel eingreifen und weitgehend noch unerforscht sind - nein, nein meine Liebe, das sind keine Hustenbonbons!! Vorsicht - ich auch viele schlechte Erfahrungen gemacht!
Liebe 1969, wenn Du mehr wissen willst, dann komm in unser Forum Femica :: Index
hier wirst Du auch Frauen finden, die Gleiches erlebten wie Du! Und viel Infos auf unserere Website finden, die in Deutschland noch nicht mal bekannt sind.
Frauen, die noch stolz auf ihre Gebärmutterentfernung sind, leben in einer anderen Welt und sollen auch dort bleiben!
Ich freu mich auf Dich.
Lieben Gruß
bruni
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21.12.2010, 09:21
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
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21.12.2010, 11:38
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Hallo Bruni!
Irgendwie driftet mein Faden jetzt gerade in eine ganz andere Richtung.
Aber egal.
Ich möchte zu deinem Beitrag Stellung nehmen, auch wenn du jemand anderen angesprochen hast.
Ich gebe dir Recht, dass es wichtig ist, zu beachten welche Art Orgasmus man vor der OP hatte. Das ist aber auch der einzige Punkt in dem ich dir zustimme.
Ich finde deinen Beitrag echt unglaublich.
Ich glaube nicht, dass hier irgendeine Frau stolz ist, dass ihr die Gebärmutter entfernt wurde und hier hat sich auch keine "aus Spass" auf den OP-Tisch gelegt.Frauen, die noch stolz auf ihre Gebärmutterentfernung sind, leben in einer anderen Welt und sollen auch dort bleiben!
Es war immer, oder zumindest kann ich da von mir sprechen, medizinisch begründet.
Meinst du nicht, dass Frauen sich diesen Schritt sehr gut überlegen?
Mich macht dein Beitrag echt wütend!
Blödsinn! Wie kommst du bitte darauf? Frauen, bei denen "nur" die Gebärmutter (mit oder ohne Hals) entfernt wurde, die Eierstöcke aber erhalten bleiben (was in den häufigsten Fällen so ist) trieten nachweislich die Wechseljahre NICHT schneller ein. Es ist sogar zu beobachten, dass die Wechseljahre "milder" verlaufen. Allerdings ist das auch nicht so fundiert, da man ja nicht weiss, wie sie verlaufen wären, wenn die besagten Frauen ihre Gebärmutter noch behalten hätten.Außerdem können die Wechseljahre schneller eintreten, die auch die Blutzufuhr zu den Eierstöcken durchdrennt wird.
Und DU solltest wissen, dass diese Operation für viele Frauen die einzige Möglichkeit ist wieder ein normales Leben zu führen ... und ich spreche jetzt von Frauen mit Problemen, die ich hatte ... ganz zu schweigen von den Frauen, denen das Organ wegen Krebs entfernt wurde ....Du solltest wissen, dass eine Gebärmutterentfernung eine verstümmelnde Operation ist
Wie gesagt ... manchmal ist es clever vor dem Schreiben zu denken ... und sich zu überlegen, ob man mit Aussagen nicht ein bisschen in eine falsche Richtung "schiesst".
So long.
Verena
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21.12.2010, 13:00
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Liebe Vivi2802,
Ich möchte zum posting von bruni Folgendes anmerken:
Die Frauen, die tatsächlich teils schwere Probleme- gesundheitlich, psychisch und sexuell- nach der Gebärmuterentfernung haben -die GIBT es! Nur werden ihre Probleme und ihre ANliegen einfach IGNORIERT- und es herrscht überhaupt KEINE Aufklärung darüber.
Bei ALLEN anderen Erkrankungen, Operationen etc... weiß jedes Kind, dass es gute und schlechte Erfahrungen gibt- und NIEMAND würde daran zweifeln.
Aber bei den Frauen, die sich nach der Gebärmutterentfernung schlecht fühlen oder oft noch viel schlimmer nach der Eierstockentfernung, wird so getan, als ob es das nicht geben würde!
Und da stimme ich Bruni zu- es ist dies SYMPTOMATISCH für den deutschen Sprachraum.
Wenig Wissen ist bei uns zur Funktion der Gebärmutter und der Eierstöcke in der Öffentlichkeit vorhanden (die Blutzufuhr zu den Eierstöcken WIRD BEEINFLUSST- bei der Hysterektomie- Das kannn man in JEDER guten Fachliteratur und auf JEDEM ANatomieplan, wo eine Hysterktomie graphisch dargestellt wird, nachlesen!
Über die möglichen Langzeitfolgen wird aber KAUM gesprochen.
WENIG WISSEN bei uns zu den Hormonen und den vielfältigen AUfgaben dieser- Frauen, die Hormone brauchen, können vom Nichtwissen in der Endokrinologie vielerorts leider ein Lied singen ...
Wenig WIssen und gleich noch weniger Info für die Öffentlichkeit punkto Sexualmedizin!
Das kommt auch leider daher, dass sich die Sexualmedizin bei uns fast nicht entwicklen konnte, das hat bei uns mit dem unseligen Zweiten Weltkrieg zu tun - leider.
Und wenn man gute sexualmedizinische Fachliteratur liest, so weiß man, dass der Uterus beim Orgasmus mitschwingt- viele Frauen sind eher klitorell, aber es gibt auch viele Frauen, die ihren ORgasmus eher vom Uterus aus spüren- na und wenn die Gebärmutter dann weg ist- dann ist für diese Frauen natürlich eine große Leere da!
Im kleinen Becken verlaufen sehr viele wichtige Nervenbahnen- und wenn da bei der Hysterektomie was passiert- na dann leitet der Nerv nicht mehr- und dann spürt die Frau dementsprechend weniger bis gar nichts!
All das IST bekannt- es wird nur so gut wie gar nicht darüber gesprochen und aufgeklärt.
Daher auch die verständliche Reaktion von Bruni, die zu den Frauen gehört, wo bei der OP einiges passiert ist ...
Und es ist schlimm, wenn immer wieder den Frauen, die unter den FOlgen der OP, die im Ausland (ich habe genügend Erfahrung mit Frankreich) hinzulänglich bekannt sind- bei uns aber Nichtwissen und Unverständnis entgegenschlägt - und das obwohl auch ausreichend Infos in der Endokrinologie und Sexualmedizin dazu im westlichen Nachbarland und international dazu gibt. In den romanischen Ländern - und dort gilt die Hysterektomie als VERSTÜMMELNDE Operation-. was sie ja auch ist- das ist LEHRMEINUNG- denn wenn ich ein Organ entferne, dann MUTILLIERE ich den Körper- egal ob notwenig oder unnotwendig! Und auch im Norden Europas weiß man, wie sensibel viele Frauen auf die Hysterektomie reagieren- und das IST bekannt. Hier bei uns trotz des Computerzeitalters, wo man sich eh jegliche Fachliteratur auf englisch und französisch runterladen kann- noch immer vielerorts nicht.
Und dann tut es in der Tat weh, wenn man lesen muss, wie wenig den Betroffenen hier bei uns geglaubt und wie wenig Zuspruch, Verständnis, geschweige denn Unterstützung sie bekommen.
Gleichwohl gibt es die Frauen, wo die Hysterektomie notwendig war und die Lebensqualität entscheidend verbessert hat- aber es gibt auch die anderen- und mehr wollte Bruni wohl nicht sagen.
Denn es hilft der Betroffenen aber überhaupt nicht, wenn man ihr sagt: "Mir geht es aber gut! - Warum denn Dir nicht, ich verstehs nicht!"
Aber ich gebe zu, dass es hauptsächlich am Mangel der Information und der Aufklärung bei uns liegt. Und wohl auch am geringen Wert der Gebärmutter und der Eierstöcke bei uns im Gegensatz zum romanischen Sprachraum.
Und es ist wohl traurig, wenn sich Frauen untereinander bei uns nicht solidarisch sehen- sowohl die, denen es gut geht nach der Gebärmutterentfernung aber auch die, denen es schlecht geht.
lg
rosaluxemburgGeändert von rosaluxemburg (21.12.2010 um 13:21 Uhr)
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21.12.2010, 13:14
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Liebe Rosaluxemburg,
vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.
Ich fand ehrlich gesagt nicht, dass Ich1969 hier kein Verständnis bzw. Aufmerksamkeit zuteil wurde. Eher im Gegenteil.
Ich hatte und habe das Gefühl, dass man ihr helfen will bzw. wollte.
Von meiner Seite aus war bzw. ist das jedenfalls so.
Ich glaube auch, dass jeder so seine eigene Geschichte und seine eigenen Ängste hat.
Ich stimme dir auch vollkommen zu, dass das Thema oft beschönigt wird und man sich wirklich selbst durch Fachliteratur durchwühlen muss.
Ich war nur so geschockt über den einen Satz, den Bruni schrieb, denn ich glaube wirklich, dass KEINE Frau STOLZ auf die Entfernung der Gebärmutter ist, sondern dass es für JEDE Frau ein harter Schritt und sehr harter Einschnitt ist.
Zu meinem Fall: Ich habe mir die Gebärmutter wegen immer wiederkehrender, unstillbarer Blutungen entfernen lassen. Ich habe FÜNF Jahre den Horror durchgemacht. In der Zeit hatte ich auch zwei Ausschabungen. Hinzu kommt, dass ich in der Zeit auch mit allen möglichen Hormonen vollgepumpt wurde.
Zu der ganzen Sache möchte ich auch noch anmerken, dass es wirklich auch ein Glücksfall ist an den richtigen Gyn, den richtigen Endokrinologen und nicht zuletzt auch an den richtigen Chirurgen zu geraten.
Ausserdem ist alles von Fall zu fall verschieden.
Ich bedauere wirklich sehr, wenn Frauen durch den Verlust ihrer Gebärmutter auch den Verlust des Orgasmus mittragen müssen. Aber du hast auch Recht, ich kann das nicht nachvollziehen, weil es mir so nicht passiert ist. Ich kann nur versuchen zu helfen. Ich möchte die Tragweite auch nicht schmälern. Ganz im Gegenteil.
Weisst du, ich habe mir meinen Schritt sehr, sehr gut überlegt. Ich bin 34, kinderlos. Einer meiner grössten Wünsche war es immer eine Familie zu haben. Für mich war das alles sehr, sehr schwer.
Wie du vielleicht weisst, ist eine Adoption in Deutschland fast nicht möglich, im Ausland sehr schwierig und langwierig.
Von daher denke ich, dass jeder nach der OP "sein Päckchen zu tragen" hat.
Siehst du das anders?
Und ich gebe dir vollkommen Recht, an Aufklärung mangelt es. Es wird auch ganz, ganz oft auf die leichte Schulter genommen.
Und hierstimme ich dir absolut zu!!!Und es ist wohl traurig, wenn sich Frauen untereinander bei uns nicht solidarisch sehen- sowohl die, denen es gut geht nach der Gebärmutterentfernung aber auch denen, denen es schlecht geht.
LG
ViVi
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21.12.2010, 14:43
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Hallo Verena,
dass ich gleich Wut bei Dir erzeugt habe, dass wollte ich aber nicht!!
Im Schluss Deines Textes greifst Du die Erkrankung "KREBS" auf, um die geht es hier nicht!! Es geht um Gebärmutterentfernungen bei gutartigen Erkrankungen!
Es mag schon sein, dass manche Frauen nach einer Hysterektomie wieder ein "normale Leben" führen können, so wie DU das beschreibst, doch ich kenne so einige Frauen, die würden lieber wieder mit ihrem Myom oder Sonstigem weiterleben, als dass sie durch einen HE ihre kpl. Sexualität - und das dauerhaft!! - verlieren hätten wollen.
Der springende Punikt ist doch für mich der, dass die Negativfolgen einfach immer verdrängt und nicht beim Namen genannt werden. Wäre jede Frau auch darüber informiert, dann gabe es solche Fälle wie "ich 1969" nicht!
Ich bin froh, dass sich rosaluxemburg hier zwischengeschaltet hat, denn scheinbar gehört sie auch zu denjenigen, die die Fachliteratur kennen und etwas mehr weiß, als die Allgemeinheit.
Nur nebenbei sei erwähnt, dass die "medizinische Indikation" ein weit dehnbarer Begriff ist und bei manchem Arzt schon damit anfängt, dass eine Gebörmutterentfernung bei Verhütungsproblematik vorgeschlagen wird.
Außderdem ist auch hinreichend gekannt, dass Frauen ohne GEbärmutter später häufiger unter Inkontinenz oder unter Problemen mit dem unteren Halteapparat leiden können, weil alle Haltebänder bei der OP durchtrennt werden.
Ich wollte hier niemanden zunahe treten oder gar Wut auslösen, doch eines steht sicher fest, dass Ärzte Frauen nicht auf mögliche Komplikationen hinweisen und wenn doch welche auftreten, dann wird es meistens auf die Psyche der Frau geschoben - so wie einige von euch das ja auch bei "1969" getan haben und das es eben nicht die Psyche, sondern eindeutige Folgen der Operation- das will immer keiner wahrhaben.
Liebe Verena, dass Du mit 34 Deine Gebärmutter verloren hast, tut mir sehr leid, aber hätte Dir vielleicht ein kompetenter Arzt vorgeschlagen, dass es auch die Endometriumsablation bei starken Blutungen gibt, wo Du nicht Deine GEbärmutter und somit die Möglickeit einer FAmilie opfern hättest müssen, dann würde die Welt heute auch anders aussehen für Dich. Auch wenn Du es so siehst, dass dieser SChritt für Dich sein hat müssen, steht dem immer noch entgegen, dass viele Frauen nicht über Alternativen aufgeklärt werden.
Ich möchte mir bei Dir entschuldigen, wollte auch nicht, dass Du diesen Satz von mir persönlich nimmst, aber es gibt auch solche Frauen - und das ist die Wahrheit das kannst Du mir glauben.
Alles Gute
bruni
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21.12.2010, 14:44
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Liebe ViVi,
Ich stimme Dir voll zu - ich wollte das posting von Bruni auch "erklärend" erläutern- ist ein wenig lang ausgefallen
Ich habe viel mit den Frauen, die nach der OP schwere Probleme haben, durch die Selbsthilfe FEMICA (Frauen vor und nach Entfernung der Gebärmutter und/oder Eierstöcke) zu tun, und daher weiß ich, wie verletzlich diese Frauen sind, weil ihnen so oft Ignoranz entgegengebracht wird.
Bruni hat es sicher nicht bös gemeint- sie wollte niemanden angreifen, der eine Hysterektomie notwendigerweise durchführen musste- und dem es dann GOTT SEI DANK gut geht!
Es ist richtig, es hat ein jeder so sein "Päckchen" zu tragen, und sobald man den anderen versteht- das hat auch viel mit umfangreichem Wissen zu tun- in alle Richtungen- dann wären viele Missverständnisse nicht notwendig. Schließlich meinen es die meisten Frauen ja gut - und ich denke das ist das WICHTIGSTE:
Die Frauen untereinander müssen sich gegenseitig vertrauen und informieren- und wenn man sachlich versucht zu argumentieren, dann klappt es meist
Aber dieses Thema ist ein "heikles" und "sensibles" - aber wie es so schön heißt: "Wo gehobelt wird, da fällen Späne..."
Alles Gute Dir - und auch ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2011!"
PS: Ach ja- und punkto Adoption- da kann ich Dir nur raten am "Ball zu bleiben"- wenn es geht. Lass Dich nicht von der Bürokratie unterkriegen. EIn Adoptivkind ist wie ein eigenes! Bis auf die Geburt- und die Zeugung natürlich. Aber wenn man das Kind in Händen hat- dann ist das alles unwichtig!Geändert von rosaluxemburg (21.12.2010 um 14:48 Uhr)
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21.12.2010, 16:38
AW: Mastrubation nach Gebärmutterentfernung?!
Liebe Bruni,
Liebe Rosaluxemburg (cooler Nick, by the way),
vielen Dank für eure Postings.
Ich habe vielleicht auch einfach ein wenig emotional reagiert. Sorry, wenn mein Statement auch etwas härter ausgefallen ist als es sollte.
Ich glaube, dass es wahnsinnig wichtig ist, dass man sich selbst vor einer OP weitreichend informiert und das Für und Wider abwägt. Denn das ist doch, da gebt ihr mir hoffentlich Recht, auch von Fall zu Fall unterschiedlich.
Ich glaube auch, dass es durchaus Operateure gibt, die "ihren Kalender noch voll kriegen müssen" und dann dazu geneigt sind schon mal eher zu operieren als nötig.
Meine damalige Frauenärztin hat mir von einer OP abgeraten und wollte noch diverse andere Dinge mit mir ausprobieren, was ich aber einfach nicht mehr wollte.
Mein neuer Gyn, der, der mich auch operiert hat, hat mir die Entscheidung überlassen. Und das, meine Lieben, finde ich, ist ein ganz entscheidender Punkt. Ich finde generell, dass Ärzte in erster Linie beratend und Hilfe stellend tätig sein sollten und einem nicht die Entscheidung für oder gegen eine OP abnehmen sollten. Sie sind es ja nicht, die hinterher mit den Konsequenzen leben müssen! Das finde ich extrem wichtig.
Ich habe mich von niemandem drängen lassen, sondern habe meine Entscheidung still für mich in meinem "Kämmerlein" gefällt. Daher stehe ich auch voll hinter meiner Entscheidung auch wenn ich weiss, was es für mögliche weitere Konsequenzen für mich hat oder haben kann.
Mein Gyn hat mich über ALLE Konsequenzen aufgeklärt; er war da auch eher hart, aber ich finde das besser, als jemand, der alles beschönigt. Er hat die Fakten auf den Tisch gepackt und dann gesagt, dass ich mir in Ruhe Gedanken machen sollte, wie ich mich entscheide.
Er hätte mit mir auch noch "eine Schwangerschaft durchgezogen".
Dadurch, dass er mich einfach nur mit Wissen und Fakten versorgt hat, konnte ich ganz alleine die Entscheidung treffen und das hat mir geholfen. Er hat mich in keine Richtung "geschubbst".
Ich glaube auch, dass es vielen Frauen leider nicht so geht, dass oftmals auch keine zweite Meinung eingeholt wird, aus Scham oder was weiss ich für welchen Gründen.
Aber man muss sich, meiner Meinung nach, mal von dem Gedanken des "allwissenden Halbgotts in Weiss" lösen und auf seine innere Stimme vertrauen, sich umhören, Meinungen einholen.
Deshalb finde ich auch solch ein Forum wie das hier so wichtig.
Mir hat es bisher sehr geholfen, denn ich war doch sehr unsicher nach der OP.
Übrigens habe ich, obwohl ich nie mit Senkungsproblemen zu tun hatte, schon im Krankenhaus mit einer vernünftigen Beckenbodengymnastik angefangen (die ich anfangs als recht lächerlich empfand, ich gebe es zu) und ich versuche diese auch fortzuführen.
Das hat mir mein Arzt auch geraten. Aber er hat auch gesagt, dass er kein Hellseher ist und nicht weiss, ob ich irgendwann mal Probleme mit Inkontinenz o.ä. bekommen werde.
Kurzum ... ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass MIR das Problem von Ich1969 schon wichtig war und ich es keinesfalls einfach auf die Psyche "abwälzen" wollte.
Und Bruni, ich kann sehr gut verstehen, dass es auch sauer macht, wenn man Frauen erlebt, die diese OP als "Spaziergang" sehen.
Aber Berichte von erfolgreichen OPs machen auch Mut, finde ich.
Ich kann auch verstehen, dass eine "missglückte OP" bzw. ein Leben danach ohne Orgasmus für viele Frauen ganz fürchterlich ist. Und diese Frauen haben wirklich von Herzen mein tiefstes Mitgefühl. Und ich will einfach glauben, dass alle Frauen so denken.
Wir müssen doch zusammenhalten!!!
Ich wünsche euch von Herzen einen schönen Heiligen Abend, frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2011.
LG
ViVi


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