Lass mich dein Sig-Zitat fortführen: Sie ist bemüht auf zu stehen, nachdem sie hingefallen ist.
Mit dieser gänzlich veränderten Situation fertig zu werden, zumal man es ja anders kennt, ist alles andere als einfach.
Da schiessen einem tausend Gedanken durch den Kopf, man ist wütend, verletzt und was weiss ich nicht noch alles.
Man sieht dann andere Paare, drückt sich an lebbarer Sexualität erstmal die Nase platt und fragt sich wohl immer und immer wieder: Warum ausgerechnet ich... warum kommt da nichts mehr ...
Es ist die Hilflosigkeit, eine Art Ohnmacht mit dieser Situation zu leben, mit ihr überhaupt umgehen zu können. Da bleibt eigenes Engagement zwangsläufig erst einmal auf der Strecke und im Kopf dreht sich alles im Kreis.
Man fühlt sich dann nicht unbedingt noch als Frau, wenn man nicht mehr begehrt wird, wenn man da kein Flackern mehr sieht, wenn da keine Lust auf die Lust da ist.
Kommunikation ist hier, so meine Sicht, der erste Schritt, gefolgt von Umdenken in Richtung der Sexualität.
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Thema: Gewissensfrage:
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11.03.2009, 14:10
AW: Gewissensfrage:
Wen men lacht, sen ale - wen men wejnt, set kejner nit
Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie..
Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie
Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende
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11.03.2009, 14:14
AW: Gewissensfrage:
Ich weiß ziemlich viel. Wahrscheinlich sogar mehr als er selbst.
Er hatte keinen Herzinfakt sondern eine immer schlechter werdende Herzklappe. Sie schließt nicht mehr richtig und von Monat zu Monat auch schlechter. Die Zeit eilt, es wird eine neue Herzklappe geben müssen.
Aber:
Mein lieber Mann nimmt seine Medis und überlässt den Rest dem lieben Gott. Er müsste für die OP dringend mit dem Rauchen aufhören und Gewicht verlieren. Mindestens 25 - 30 kg weniger, leichter Ausdauersport dringend von Nöten. Der Kardiologe ist jedesmal auf neue entsetzt. Mit weniger Gewicht, ohne Nikotin und einer besseren sportlicheren Kondition könnte die OP ohne große Probleme durchgeführt werden.
Der jetzige Stand ist leider, dass es richtig schwierig werden wird.
Du siehst: Es gibt noch andere Problembaustellen. Ich motiviere und unterstütze meinen Mann so gut ich es vermag. Er nimmt aber nichts an. Und sobald dieses Thema zur Sprache kommt wird er sprachlos. Entzieht sich also komplett.
Wir reden hier von einem 52 jährigen, beruflich sehr erfolgreichen Mann. Ich staune immer wieder, wie sehr das dann im Gesundheitsbereich auseinander driften kann.
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11.03.2009, 14:18Inaktiver User
AW: Gewissensfrage:
Vorher hattet Ihr Zärtlichkeit etc.? Oder war er auch vorher kein so großer Kuschler?
Zärtlichkeit/Körperlichkeit hat ja nicht unbedingt was mit Sex zu tun, kann aber natürlich Sex einleiten. (ja, ich weiß, hier gibt es einige, bei denen das nicht so ist, das ist in diesem Fall aber egal...)
Ich wollte darauf hinaus, dass dein Mann vielleicht lieber gar keine Körperlichkeit mit dir hat, weil er Angst hat, wenn er damit anfängt, dass du dann Sex willst und er dann mit seinen Erektionsproblemen konfrontiert wird.
Vielleicht vermeidet er dann vorsichtshalber jegliche Art von Körperkontakt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Medis auch auf das "Zärtlichkeitsverlangen" schlagen...
Aber dir wäre ja anscheinend auch nicht damit geholfen, wenigstens Zärtlichkeit zu haben, wenn du ihm sagen würdest, dass daraus kein Sex folgen muss...tja, schwierig, du willst ja begehrt werden.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es für Euch keinen Weg geben soll, irgendeine Art von Sexualität zu leben.
Aber DAZU müsstet ihr mal offen reden.
Wer weiß, was er für (unberechtigte) Ängste hat.
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11.03.2009, 14:22
AW: Gewissensfrage:
Unser Sexleben früher war prima. Vielleicht fehlt es mir ja auch deshalb so.
Ganz offen kann ich sagen: Ich habe niemanden im Blick. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht mal, wie ich es anfangen sollte. Da fehlt mir die Übung (zum Glück). Würde ich mal genauer hinschaun, würden sich sicher Möglichkeiten ergeben. Eigentlich will ich das aber gar nicht.
Wir, also mein Mann und ich, müssen mehr miteinander sprechen. Da es kein einfaches Thema ist, habe ich mich - ehrlich gesagt - auch noch nie getraut, es so ganz offen auszusprechen. Immer nur angedeutet. Mehr so durch die Blume eben. ..
Auch, um ihn nicht zu verletzen.
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11.03.2009, 14:26Inaktiver User
AW: Gewissensfrage:
Dann rede! Aber betrüge nicht. Damit haust Du im dümmsten Fall ALLES in die Tonne.
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11.03.2009, 14:26
AW: Gewissensfrage:
So ähnlich ging mir das auch schon durch den Kopf.
Vielleicht will er lieber Situationen vermeiden um erst gar nicht .....
Und doch: Ich würde mich über Zärtlichkeiten rießig freuen. Das wäre wohl dem trockenen Schwamm ähnlich, der mit Wasser in Berührung kommt ... herrlich.
Und bestimmt hat er auch (unausgesprochene) Ängste.
Er war immer ein Kuschler. Es war ihm immer wichtig.
Es stimmt, mein Mann und ich müssen reden
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11.03.2009, 14:26
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11.03.2009, 14:27
AW: Gewissensfrage:
Hallo Gagimama,
ich verstehe sehr gut was Du meinst. Auch von der anderen Seite.
Ich habe Hashimoto. Eine echt komplexe Geschichte bei der die Hormone nicht so mitspielen. Es gab Phasen (in denen ich falsch oder gar nicht eingestellt war -mit Medikamenten), in denen ich gar keine Lust auf Sex oder irgendwelche Intimitäten hatte. Nichts. Mir fehlte auch nichts, ausser jegliches Gefühl für alles sexuelle.
Normalerweise liebe ich es meinen Freund zu verwöhnen und mit ihm zu schlafen, aber nicht in diesen Phasen, die teilweise über Wochen und Monate gingen. Diese Gedanken waren wie ausgelöscht aus meinem Hirn. Echt unheimlich.
keine Lust auf SB oder ähnliches und das war echt unverständlich, da ich normalerweise große Lust am verspüre.
Ich zweifelte an allem und jedem, bis ich mit einem Arzt darüber sprach und "noch" intensiver mit der Krankheit arbeitete. Mein Freund ich arbeiteten diverse Bücher über die Krankheit auf und wussten somit was auf uns zu kommt. Ich habe meine Medikamente umgestellt und und die Lust kam fast sofort wieder und ich konnte auch wieder seine Nähe genießen. Wenn ich einen Hormonschub habe, merke ich es sofort in dem die Nebenwirkungen schlimmer werden und auch die akute Sexunlust wieder zum Vorscheinkommt, aber das habe ich relativ gut in Griff.
Diesen Zustand damals so hinzunehmen und meinen Freund "auf dem Trockenen" sitzen zu lassen, wäre mir (auf Dauer) nie in den Sinn gekommen. Spätestens seit ich weiß, dass es an meiner Krankheit und den Medikamenten liegt...übernehme ich Verantwortung und kümmere mich.
Entweder ich kriege es in Griff, oder ich wäre meinem Freund in dem Fall entgegengekommen. Wir hätten auf jeden Fall eine gemeinsame Entscheidung getroffen.
Gott sei Dank haben wir es in griff bekommen und ich drücke Dir die Daumen, dass dein Freund evtl. nach Alternativen sucht.
Das das kein Dauerzustand sein kann, sollte ihm aber irgendwie klar sein.
Nur weil er etwas ablehnt, heisst es nicht das ihr nicht drüber reden könnt. Ihr müsst darüber reden.
Drück Dir die Daumen
LG Nena79Das Leben ist kein Ponyhof
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11.03.2009, 14:44Inaktiver User
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11.03.2009, 14:59Inaktiver User
AW: Gewissensfrage:
@ gagimama
die beschreibung von deinem mann liest sich für mich:
er hat sich selbst schon aufgegeben.



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