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  1. Registriert seit
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    A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Huhu liebe Serienfans,

    schaut einer von euch?
    Mich hat's gepackt, es ist verstörend und spannend zu gleich. Ist die Romanvorlage ebenso packend?

    la Rossa

  2. Avatar von PhoeNixa
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Die Serie kenne ich nicht, habe aber vor vielen Jahren (ca. 25) das Buch gelesen und fand die Geschichte beeindruckend, der Stil war allerdings nicht so meiner, kühl und sachlich.
    Vielleicht würde ich das heute anders empfinden.
    Das hilft dir jetzt wohl nicht unbedingt weiter, aber was spricht denn dagegen, dass du das Buch einfach selbst liest und dir dein Bild machst?
    Auch Umwege erweitern unseren Horizont


  3. Registriert seit
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Habe gestern die beiden ersten Teile gesehen und fand es auch sehr verstörend und spannend.
    Ich frage mich, wo ist z.B. die Freundin geblieben, die sofort durch eine andere Magd ersetzt wurde ? Welche Rolle spielt
    Desfred's "Herr" bei der Revolution ? Eigentlich scheint er mir nicht so überzeugt von den Vorschriften zu sein...
    Wer ist das "Auge" im Haushalt ?Ich tippe auf die Ehefrau...
    Und was passiert mit den Mägden, wenn sie ihrer Pflicht nachgekommen sind und ein Kind geboren haben ? Direkt zum
    nächsten Haushalt ?
    Gut, dass ich schon im Vorfeld gelesen hatte, das man für die Serie nicht zimperlich sein darf... Die Szene als der junge Mann
    zu Tode geprügelt wurde, war schon schwer zu ertragen...

  4. Avatar von Mediterraneee
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Ich bin jetzt mit allen drei Staffeln durch (gucke bei Magenta-TV).

    Die Serie hat mit dem Buch nicht unbedingt viel zu tun. Die erste Staffel deckt sich mit der Handlung im Buch, wobei Margaret Atwood einige Dinge anders zeichnet.

    Die Staffeln zwei und drei sind aber nur noch auf dem Buch basierend, die Geschichten kommen im Buch nicht mehr vor.
    Gut finde ich sie trotzdem, wenn auch etwas widersprüchlich, was die Entwicklung der Charaktere angeht, die sind zum Teil alles andere als konsistent.

    Was mir gefällt: Die langsame Erzählweise, die sich viele Pausen gönnt, das mag ich viel lieber als Action. Sie bringt die unerträgliche Ödnis eines Lebens, in dem man nicht arbeiten, nicht lesen, sich nicht mit anderen unterhalten darf, gut rüber.

    Die Schauspieler sind wirklich gut, allen voran Elisabeth Moss, sie spielt fantastisch.

    In Atwoods Buch war Desfred nicht die Rebellin, die sie in der Serie ist, sondern eher durchschnittlich und sehr viel unsicherer. Das hat meiner Meinung nach Natasha Richardson in der Verfilmung von 1990 besser verkörpert.

    Was weder in der Verfilmung noch in der Serie vorkommt: Im Buch gibt es als eine Art letztes Kapitel den Abdruck eines Vortrages auf einem Symposium in einer Zeit, als der Staat Gilead längst untergegangen ist. Das fand ich eine extrem spannende Idee, diese theoretische und wissenschaftlich-distanzierte Rückschau auf die für die Beteiligten traumatisierenden Ereignisse, etwa so, wie Historiker heute auf den Holocaust blicken.

    Das Buch gehört seit seinem Erscheinen 1985 zu meinen Lieblingsbüchern, wie fast alles von Margaret Atwood.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



    Mein Avatar zeigt ein Gemälde von Ramón Lombarte.
    Geändert von Mediterraneee (21.10.2019 um 15:14 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Ich bin gespannt, ob und wann die beiden nächsten Staffeln bei Tele 5 gezeigt werden.
    Es läuft ja relativ spät abends, daher zeichne ich immer auf...

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Ich bin jetzt mit allen drei Staffeln durch (gucke bei Magenta-TV).

    Die Serie hat mit dem Buch nicht unbedingt viel zu tun. Die erste Staffel deckt sich mit der Handlung im Buch, wobei Margaret Atwood einige Dinge anders zeichnet.

    Die Staffeln zwei und drei sind aber nur noch auf dem Buch basierend, die Geschichten kommen im Buch nicht mehr vor.
    Gut finde ich sie trotzdem, wenn auch etwas widersprüchlich, was die Entwicklung der Charaktere angeht, die sind zum Teil alles andere als konsistent.

    Was mir gefällt: Die langsame Erzählweise, die sich viele Pausen gönnt, das mag ich viel lieber als Action. Sie bringt die unerträgliche Ödnis eines Lebens, in dem man nicht arbeiten, nicht lesen, sich nicht mit anderen unterhalten darf, gut rüber.

    Die Schauspieler sind wirklich gut, allen voran Elisabeth Moss, sie spielt fantastisch.

    In Atwoods Buch war Desfred nicht die Rebellin, die sie in der Serie ist, sondern eher durchschnittlich und sehr viel unsicherer. Das hat meiner Meinung nach Natasha Richardson in der Verfilmung von 1990 besser verkörpert.

    Was weder in der Verfilmung noch in der Serie vorkommt: Im Buch gibt es als eine Art letztes Kapitel den Abdruck eines Vortrages auf einem Symposium in einer Zeit, als der Staat Gilead längst untergegangen ist. Das fand ich eine extrem spannende Idee, diese theoretische und wissenschaftlich-distanzierte Rückschau auf die für die Beteiligten traumatisierenden Ereignisse, etwa so, wie Historiker heute auf den Holocaust blicken.

    Das Buch gehört seit seinem Erscheinen 1985 zu meinen Lieblingsbüchern, wie fast alles von Margaret Atwood.

  6. Avatar von bunte-Kuh
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    … Was weder in der Verfilmung noch in der Serie vorkommt: Im Buch gibt es als eine Art letztes Kapitel den Abdruck eines Vortrages auf einem Symposium in einer Zeit, als der Staat Gilead längst untergegangen ist. Das fand ich eine extrem spannende Idee, diese theoretische und wissenschaftlich-distanzierte Rückschau auf die für die Beteiligten traumatisierenden Ereignisse, etwa so, wie Historiker heute auf den Holocaust blicken. ...
    Das hat mir beim Lesen auch sehr gut gefallen - das "Was wäre, wenn...?" in Verbindung mit dem relativ offenen Ende.

    Darum habe ich vorhin die Aufnahmen der neuen Serienverfilmung gelöscht (die erste Staffel hab ich vor einer Weile schon gesehen). Ich mag es nicht, wenn eine gute Geschichte zu weit auserzählt wird; ich denke mir lieber meinen eigenen Teil.

    Vielleicht schau ich mir irgendwann mal die alte Verfilmung der "Magd" an, aber das ist ein Film und keine ewig weiter ausgesponnene und künstlich in die Länge gezogene Serie.
    Avaktuell: zum Geburtstag von +Michael Ende

  7. Avatar von Mediterraneee
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Betsi, die Serie ist aber schon äußerst sehenswert. Künstlich in die Länge gezogen ist nicht falsch, aber dabei eben gut gemacht.

    Trotzdem: die alte Verfilmung ist viel näher am Buch und in meinen Augen die bessere Alternative. Robert Duvall ist als Kommandant weit überzeugender als Joseph Fiennes.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



    Mein Avatar zeigt ein Gemälde von Ramón Lombarte.

  8. Avatar von bunte-Kuh
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Betsi, die Serie ist aber schon äußerst sehenswert. Künstlich in die Länge gezogen ist nicht falsch, aber dabei eben gut gemacht. ...
    Das weiß ich, ich hab die erste Staffel schon vor einer Weile genetflixt.

    Aber für mich ist die Geschichte dann irgendwann zu Ende. Offen, aber ich bin damit "fertig".

    (Darum hab ich mich bis jetzt auch nicht mit dem Ende von "Game of Thrones" befasst - für mich hört die Geschichte da auf, wo die Bücher enden...)
    Avaktuell: zum Geburtstag von +Michael Ende

  9. Avatar von bunte-Kuh
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    A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Was ich an der Serie (gut, am Buch auch) nicht so ganz nachvollziehen kann, ist die Geschwindigkeit, mit der dieser Umbruch in der Gesellschaft passiert.

    Da sind die Frauen eben noch am Demonstrieren - und schon sind sie im "roten Zentrum" mit ihren Häubchen und es sieht so aus, als wäre das eine Institution, die es schon seit hundert Jahren gibt.

    Dabei sind doch auch die "Tanten" vor ein paar Jahren noch ganz normale Frauen gewesen...

    Das beunruhigt mich ein bißchen. Könnte es wirklich so schnell gehen?
    Avaktuell: zum Geburtstag von +Michael Ende

  10. Avatar von Mediterraneee
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    AW: A handmaids tale / Der Report der Magd - Tele 5

    Ich habe es so verstanden (sowohl im Buch, als auch in Film und Serie), dass zwischen den Rückblenden und der Jetzt-Zeit etwa zwei bis drei Jahre liegen (was man auch am Alter der beteiligten Kinder sieht). Die "Söhne Jakobs" hatten geputscht und im Vorfeld bereits eine Infrastruktur aufgebaut, um ihre Weltanschauung umzusetzen. Im Buch und in Film und Serie nutzen sie vorhandene Strukturen für ihr Tun, bspw. sind die roten Zentren in alten Turnhallen und Schulen untergebracht etc.
    Ich denke schon, dass ein gut geplanter Putsch mit der entsprechenden Manpower (genug Helfer, die die Bevölkerung in Schach halten) so umgesetzt werden könnte.
    Und offenbar hatte die Gesellschaft sich ja bereits zur Zeit der Demonstrationen ein ganzes Stück in Richtung fundamentalistisches Christentum verschoben (z.B. muss sich June rechtfertigen, warum sie als junge Mutter überhaupt berufstätig ist).

    Margaret Atwood hat einmal über ihr Buch gesagt (und das war in den Achtzigern), dass nichts darin nicht schon mal irgendwo auf der Welt wirklich passiert wäre (Militärputsche, Unterdrückung von Frauen z.B. in Saudi-Arabien etc.).

    Sie scheint - und das spricht für die Serie - mit der Produktion zumindest einverstanden gewesen zu sein, sonst hätte sie sicher nicht einem Cameo-Auftritt zugestimmt und sich sogar selbst ausgesucht, als "Tante" aufzutreten.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



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    Geändert von Mediterraneee (21.10.2019 um 16:46 Uhr)

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