Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 18
  1. User Info Menu

    Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo liebe Community,

    ich bin 30 Jahre alt, habe letztes Jahr mein Studium in den Fächern Anglistik und Spanisch beendet und bin nun auf der Suche nach einer Tätigkeit in diesem Bereich. Hierzu habe ich ein paar Fragen und würde mich freuen, wenn ich Ratschläge bekommen könnte.

    Da ich bereits seit Beginn meines Studiums einem unbefristeten Teilzeitjob bei einer Fluggesellschaft nachgehe (in der 1. Monatshälfte), den ich auch nicht aufgeben möchte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, über die üblichen Jobportale einen Job zu finden, da dort hauptsächlich Vollzeitstellen angeboten werden.

    Aus diesem Grund möchte ich nun selbst eine Anzeige aufgeben. Gerne würde ich Auslandskorrespondenz und Kommunikation in englischer und spanischer Sprache übernehmen. Hat jemand von Euch Erfahrungen auf diesem Gebiet bzw. ist sogar selbst in diesem Bereich freiberuflich tätig? Wie erhaltet ihr Eure Aufträge? Wo würde es Sinn machen, eine Anzeige zu schalten? Wie hoch ist Euer Honorar bzw. Stundenlohn?

    Zudem würde ich noch gerne wissen, welche bürokratischen Dinge erledigt werden müssen. Ich habe mich beim Arbeitsamt informiert, wo man mir sagte, ich müsse einen steuerlichen Erfassungsbogen ausfüllen, sowie eine Umsatzsteuervoranmeldung vornehmen, wenn ich auf Rechnung arbeiten möchte. Kennt sich jemand damit aus?

    Ein zweites Konto würde ich mir auch gerne einrichten. Gibt es Banken, die ein kostenfreies Konto anbieten ohne Eingang fester monatlicher Zahlungen?

    Ich freue mich auf Eure Antworten.

    Vielen Dank im voraus!

    Grüße von Kati

  2. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo Kati,

    für den Tätigkeitsbereich "Übersetzen" kann ich Dir ein paar generelle Infos geben (Korrespondenz etc. nicht), denn ich bin schon seit mehr als zehn Jahren als freiberufliche Übersetzerin tätig, allerdings in ganz anderen Sprachen.

    Den größten Teil meiner Aufträge erhalte ich über Übersetzungsbüros, weit weniger von Firmen direkt, Privatkunden (bin ermächtigte Übersetzerin und darf daher Beglaubigungen vornehmen) und Behörden.
    Aus meiner Erfahrung ist die Akquise von direkten Firmenkunden eher schwierig, da diese häufig die Zusammenarbeit mit Übersetzungsagenturen bevorzugen: es ist immer jemand da, bzw. die Agentur kümmert sich um die Abwicklung, wenn der Einzelübersetzer vielleicht gerade überlastet, im Urlaub oder krank ist, die Agentur kann nicht nur zwei oder drei Sprachen abdecken, sondern quasi sämtliche Sprachen, die Haftung ist meist gesicherter (oder erscheint so) und so weiter...

    Aber auch für mich sehe ich die Agenturen positiv: ich muss nicht immer erreichbar sein ( ), ich habe einen Puffer zwischen mir und den Firmenkunden, der mir einen Teil der lästigeren Aufgaben (Erstellung von Standardangeboten etc.) abnimmt und auch (bei seriösen Büros) die Zahlung garantiert...

    Übersetzungsbüros gibt es wie Sand am Meer, viele verfügen inzwischen über online-Bewerbungsformulare für Freiberufler - da solltest Du Dich einfach mal umschauen und entsprechende Bewerbungen schicken. Wie der Bedarf an Deinen Sprachen ist, weiß ich aber gar nicht - ich arbeite, wie gesagt, in ganz anderen (selteneren) Sprachen.

    Empfehlenswert sind auch spezielle Übersetzerforen (das Bekannteste sicherlich: proz.com), einfach mal sehen, was die so bieten.

    Zur Steuer: Wichtig ist, dass Du als Freiberuflerin schon mal nicht gewerbesteuerpflichtig bist. Umsatzsteuerpflichtig wirst Du erst ab einem bestimmten Jahresumsatz, darunter kannst Du die so genannte "Kleinunternehmerregelung" in Anspruch nehmen und keine Umsatzsteuer abführen / auf Rechnungen ausweisen.

    Bedenke aber, dass Du, wenn Du überwiegend für gewerbliche Kunden arbeitest, bei freiwilliger Anmeldung zur Umsatzsteuerzahlung den Vorteil hast, die von Dir für Büromaterial, Telefonkosten, Büroausstattung u.a. gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer von Deinen zu leistenden Umsatzsteuerzahlungen abzuziehen - de facto kannst Du dadurch Geld sparen. Genauere Infos dazu kannst Du Dir leicht ergooglen - ich bin leider kein Steuerexpertin.

    Zum Konto gab's hier schon mal einen Strang (einfach mal die Forensuche befragen) - es ist aber nicht zwingend notwendig, ein separates Konto zu führen, besonders, wenn es sich am Anfang um eher überschaubare Einkünfte handelt....

    Soviel für den Moment, viel Glück für Dein Vorhaben wünscht
    wmfreundin06
    Geändert von Wmfreundin06 (16.10.2008 um 10:31 Uhr) Grund: Info ergänzt

  3. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo wmfreundin06,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde mich gleich mal im Netz auf die Suche nach Übersetzungsbüros machen.

    Darf ich Dich nochmal etwas zur Steur fragen? Bist Du kleingewerblich tätig? Der Berater den der Arbeitsagentur hat mir auch aus den gleichen Grund wie Du dazu geraten, die Umsatzsteuer auszuweisen, um eventuelle Ausgaben für Schreibmaterial, etc ersetzt zu bekommen. Ich weiß bloß nicht, in welchem Verhältnis die beiden Ausgaben zueinander stehen. Wenn ich nicht viel einnehme und auch erstmal keine großen Ausgaben habe, wäre ein Kleingerwerbe vielleicht schon sinnvoller.

    Darf ich noch fragen, wieviel Du pro Stunde verdienst? Legst Du den Stundenlohn selbst fest oder zahlen Dir die Übersetzungsbüros einen festen Preis? Arbeitest Du inzwischen für feste Auftraggeber oder suchst Du Dir immer wieder neue Agenturen?

    Vielen Dank nochmal für Deine Hilfe.

    Liebe Grüße,
    Kati

  4. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Der "Ratgeber Freie" ist hier der ultimative Tipp, den ich nicht müde werde zu nennen - ich habe seinerzeit fast all mein Wissen da rausgezogen, das Ding ist wirklich klasse und erklärt eigentlich alles total verständlich. www.ratgeber-freie.de Ich schlage da heute noch oft nach, wenn ich was nicht genau weiß. Als Übersetzerin fällst Du denke ich unter die Freiberufler und musst kein Gewerbe anmelden.

    Zum Thema "Konto": Die Cronbank bietet ein komplett kostenloses Geschäftskonto auf reiner Guthabenbasis ohne jegliche zusätzliche Bedingungen an. Ideal, um Rechungen darauf überweisen zu lassen (und sich dann Geld aufs private Konto transferieren zu lassen). Geschäftliche Umsätze sehen viele Banken nämlich auf privaten Konten nicht gern - ne, ne, da wollen sie teure Geschäftskonten abrechnen. Gut, wenn's nicht nötig ist...
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

  5. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Zitat Zitat von Kati1978
    Wenn ich nicht viel einnehme und auch erstmal keine großen Ausgaben habe, wäre ein Kleingerwerbe vielleicht schon sinnvoller.
    Auch dazu gibt's viel infos in dem Ratgeber.

    Ob Umsatzsteuer oder nicht - ich würde es machen. Es sei denn, Du wüsstest, dass Deine Kunden fast alle Privatkunden wären, für die Deine Leistung dann deutlich teurer wäre, weil die Mwst. ja immer zusätzlich auf Dein Honorar gerechnet wird. Du wirst meist eher Geschäftskunden haben - für die ist das egal, weil sie die bezahlte USt zurückkriegen vom Finanzamt. Für Dich hat es aber den Vorteil, dass jede Ausgabe, die Dun hast, für Dich günstiger (weil Mwst. gibt's zurück) kommt. Ich würde das immer machen - habe es auch schon gemacht, als ich noch so wenig Umsatz hatte, dass ich Kleinunternehmerin sein konnte. Habe aber schnell gemerkt, dass ich es anders besser finde.
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

  6. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo nochmal,

    bei mir ist es wie bei Eteterfon - inzwischen bin ich seit langem über der Grenze, aber ich hatte mich von Anfang an für die Umsatzsteuer entschieden.
    Zum einen deshalb, weil ich ganz zu Anfang einige Investitionen hatte (neuer PC u.a.) und dadurch im allerersten Quartal sogar eine Umsatzsteuerrückerstattung bekommen habe.
    Zum anderen, weil ich es auch für ein seriöses Auftreten besser finde, die U'Steuer auszuweisen. Sieht irgendwie geschäftsmäßiger aus als ein auf der Rechnung vermerkter Hinweis "Ich nehme die Kleinunternehmer-Regelung / § 19 Abs. 1 UStG) in Anspruch...."
    (Das klingt dann leicht nach "nette Nebenbeschäftigung für Hausfrau" o.ä.)

    Über das Honorar kann man so allgemein nichts sagen. Für Übersetzungen wird man üblicherweise nicht nach Stunden bezahlt, sondern nach Normzeilen oder Wörtern. Häufig wird aber auch vorab ein Pauschalpreis für ein komplettes Dokument vereinbart. Du musst schon für Dich selbst kalkulieren, wie viel Du pro Stunde verdienen musst, damit sich die freie Arbeit lohnt.

    Berücksichtige bei der Kalkulation, dass Dir niemand Urlaubstage, Weihnachtsgeld, KV-Anteil und ähnliche Sonderleistungen zahlt.

    Berücksichtige auch, dass die Arbeitszeit für Akquise, Buchführung, Angebotserstellung usw. niemandem in Rechnung gestellt werden kann - d.h. Dein Stundensatz sollte das alles abdecken.

    Die Honorare, die man erzielen kann, schwanken dabei sehr: wenn ich da jetzt irgendeine Zahl in den Raum stelle, die ich erreiche, ist Dir nicht wirklich geholfen, zumal es auch sehr davon abhängt, wie Du Dich selbst einordnest und wie gefragt Deine Leistung ist.

    cu
    wmfreundin06

  7. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo Eteterfon und wmfreundin06,

    ich danke Euch für Eure Auskünfte

    Ich habe schon einen Blick auf die Internetseite ratgeber-freie geworfen. Sie ist sehr informativ. Ich denke, ich werde dann kein Kleingewerbe anmelden, sondern auch die Umsatzsteuer ausweisen, auch wenn ich zu Anfang wohl noch keine größeren Einnahmen haben werde.

    Hierzu wollte ich noch fragen, ob ich generell beim Finanzamt die Anmeldung des steuerlichen Erfassungsbogens vornehmen muss, bevor ich einen Auftrag annehmen darf? Wird die Umsatzsteuervoranmeldung quartalsweise oder monatlich durchgeführt?

    Noch eine Frage zum kostenlosen Konto: Wäre das Konto bei der Cronbank ein Online-Konto?

    Ich habe gestern einige Seiten von Übersetzungsbüros angesehen und mir auch deren Online-Bewerbungsformulare betrachtet. Gibt es bei der Auswahl eines potentiellen Auftraggebers etwas zu beachten, d. h. gibt es auch unseriöse Firmen, bzw. kann ich einsehen, bei welchen Firmen garantiert ist, dass ich auch mein Honorar bekomme?

    Vielen Dank für Eure Hilfe.

    Liebe Grüße
    Kati

  8. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Zitat Zitat von Kati1978
    Wird die Umsatzsteuervoranmeldung quartalsweise oder monatlich durchgeführt?
    Im ersten Jahr leider auf jeden Fall monatlich, später dann nur noch quartalsweise (kommt auf die Umsätze an, aber monatlich muss erst bei 50.000/Jahr bleiben, glaub ich). Das teilen die Dir dann aber mit. Bei mir haben sie sich damals recht schnell (so nach 4-5 Monaten) gemeldet, dass ich künftig nur noch quartalsweise abgeben müsse, da meine Umsätze ja nicht sooo riesig seien...

    Noch eine Frage zum kostenlosen Konto: Wäre das Konto bei der Cronbank ein Online-Konto?
    Ja, ist ein reines Online-Konto. Ich hab dafür nichtmal ne Karte (die gäbe es schon, kostet ein paar Euro/Jahr, muss man extra beantragen). Man kann natürlich auch beleghafte Sachen hinschicken - aber wer braucht das heute noch? Fast keiner. Da verlangen sie dann 50 Cent/Beleg (z. B. Scheck). Ich lasse mir meine Rechungen da hin überweisen und schicke das Geld dann von da direkt weiter aufs private Konto bzw. Tagesgeldkonto. Achja - süße 0.5% Guthabenszins gibt bei der Cronbank auch... ;-)
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

  9. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Hallo Eteterfon,

    danke für Deine Auskunft.

    Ich habe gestern noch sehr lange den ratgeber-freie angesehen. Das ist wirklich eine sehr hilfreiche Seite. Vielen Dank nochmal. Da steht ja auch alles über Steuer, Finanzamt usw. drin. Die wichtigsten Seiten werde ich mir ausdrucken.

    Was ich mir etwas schwer vorstelle, ist an die Aufträge zu kommen. Ich gehe davon aus, dass es zu Anfang nicht viele sein werden. Es gibt sicher auch viele unseriöse Angebote im Internet. Kennst Du Dich da aus bzw. weißt Du worauf man achten sollte, wenn man sich einen Auftraggeber aussucht und sich bei ihm online bewirbt?

    Danke und liebe Grüße

    Kati

  10. User Info Menu

    AW: Übersetzungstätigkeiten auf Honorarbasis - Was muss ich beachten?

    Nee, keine Ahnung - ich bin ja nicht in Deiner Branche unterwegs. Netzwerke sind da denke ich zu empfehlen - ob es da spezielle für Übersetzer gibt, weiß ich aber nicht.
    “Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •