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    Kokurrenzdenken

    Liebe Selbständige unter euch und die, die es werden wollen!

    Ich habe ein Anliegen, das ich auch mit meiner Coucherin (privat) und meiner Supervisorin (dienstlich) besprechen werde. Dennoch interessiert es mich, ob ihr solche Erfahrungen kennt und wenn ja, wie ihr damit umgeht. Wenn nicht, wie würdet ihr damit umgehen?

    Ich habe ein Hochschulstudium und habe eine Weiterbildung abgeschlossen. In meinen Job lasse ich die Weiterqualifikation nicht einfließen, weil 1. meine Stelle dafür nicht konzipiert ist und 2. die zeitliche Kapazitat nicht vorhanden ist. In Absprache mit der Personalabteilung übe ich meine Weiterqualifikation an anderer Stelle in einem anderen Ort aus.

    Jetzt gibt es in meiner Arbeitsstadt eine Dame, die mich als Konkurrentin betrachtet. Rein von der Qualifikation her kann ich keine Konkurrentin sein. Sie hat dieselbe Weiterbildung wie ich, aber sie hat keinerlei Ausbildung. Sie erfüllte die Zugangsvoraussetzungen für die WB nicht, bei ihr hat man eine Ausnahme gemacht.

    Dennoch tritt sie auf, als könnte sie alleine mit der Weiterbildung dasselbe tun wie ich in meinem Hauptjob. In meinen Augen eine Anmaßung. Es gibt lediglich eine minimale Überschneidung.

    Ich könnte das Problem bei ihr lassen. Denn (potentielle) Kunden werden irgendwann schon die fehlende Professionalität merken. Aber, und da bin ich ehrlich, sonst würde es nix bringen, hier zu posten: Ich habe Angst davor, dass sie dem Ruf dieser Weiterbildung schadet. Und damit auch mir. Mein Kopf sagt: Quatsch. Mach deinen Nebenjob, aus dem Hauptjob bringst du die Grundlagen mit und du bist gut. Mein Bauch sagt: Aber ich will mit dieser Frau nicht in Verbindung gebracht werden.

    Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir uns privat schon länger kennen. Sprich: Theoretisch könnte ich ihr aus meinem Hauptjob heraus einen Bärendienst erweisen, was ich aber nicht tue, weil ich von ihrer Qualifikation absolut nicht überzeugt bin. Und sie merkt natürlich, dass ihr die private Bekanntschaft zu mir nichts nützt.

    Auch in der Weiterbildung sehe ich keine Konkurrenz, weil wir in völlig unterschiedlichen Städten arbeiten. Mir wurde sogar von einer WB-Kollegin empfohlen, meine Weiterbildung ja nicht in meiner Arbeitsstadt auszuüben, weil die andere Dame diesen Bereich für sich beanspruchen will.

    Ich will einfach meinen inneren Frieden haben, den ich haben könnte, wenn ich es mir selbst nicht schwer machen würde.

    Wie denkt ihr oder fühlt ihr?

    Viele Grüße, Ellinida

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    AW: Kokurrenzdenken

    Genau das: mach es dir selber nicht so schwer. Konkurrenz gibt es immer und irgendwann setzt sich Qualität durch. Du hast einen Job und eine NEbentätigkeit, also setz die Dame auf die Liste "na guck, es gibt noch jemanden" - und fertig.

    Was bringt es dir, dich deswegen narrisch zu machen? NIX! Ausser graue Haare und schlechten Schlaf und beides ist nicht förderlich für's Wohlbefinden. Also lass los.

    Je verkrampfter du darüber grübelst, desto eher passiert etwas, was dir schadet. Du kennst doch den Begriff "selffulfilling prophecy"? Man kann das eigene Verderben auch gezielt herbeidenken.
    Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.

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    AW: Kokurrenzdenken

    Genauso sehe ich es auch. Da gibt es jemanden, der die gleiche Weiterbildung wie Du absolviert hat und sich in ähnlichen Berufsfeldern wir Du tummelt. Na und?

    Ich kenne kaum ein Berufsfeld, wo es keine Konkurrenz gibt - und Du hast nun mal keinen Einfluss auf die Qualität Deiner Mitbewerber. Warum sollte Dir es etwas ausmachen, wenn Deine Konkurrenten es nicht bringen? Das kann Dir doch nur recht sein - denn Du bist besser!

    Du wirst Dich da schon durchsetzen - was andere Leute tun oder lassen kann Dir doch völlig wurscht sein. Und warum solltest Du nicht in Deiner Stadt arbeiten? Das hat sich mir nun nicht so wirklich erschlossen - nur, weil es da jemand anderen gibt? Oder bist Du in einem Bereich, wo sozusagen eine Art Ehrenkodex diesbezüglich gilt?

    Oder kann es sein, dass Du selbst ein bisschen Angst vor Deiner eigenen Courage hast und deshalb quasi einen Grund suchst, warum Du nebenberuflich ja gar nicht erfolgreich sein kannst?

    Nur so ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging, vielleicht liege ich auch völlig daneben. Habe ich aber bei sehr vielen, gerade bei nebenberuflichen Existenzgründerinnen erlebt...

    Du musst Deinen Weg gehen und das unabhängig von der Meinung anderer. Dann klappt das auch :-)

    Ich wünsche Dir viel Erfolg!
    Liebe Grüße, Optimistin68

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    AW: Kokurrenzdenken

    Hallo ihr beiden,

    danke für eure Statements. Ihr habt vollkommen Recht. Ich habe in der Tat etwas Angst vor meiner eigenen Courage. Aber ich arbeite dran. Mir war nämlich sehr lange nicht bewusst, welche Potenziale ich habe. Zusammen mit meinem persönlichen Background, dem Studium, dem Hauptjob und jetzt der Weiterbildung habe ich etwas anzubieten, was es in Deutschland grad mal eine Handvoll gibt. Heute bekam ich wieder eine Antwortmail auf eine detaillierte Frage zu einer Fortbildung und da war großes Interesse an mir. Vor einiger Zeit hatte ich eine spezielle Frage zu einem Gebiet, das meine Aufgaben im Hauptjob tangiert. Ich hatte dann eine sehr nette Besprechung mit der Fachfrau in meiner Firma, und so nebenbei ergab sich das mit der WB. Sie meinte, mit meiner Qualifikation sei ich ein Juwel und schlug mir gleich vor, wie ich das in die Firma einbringen kann.

    Also, ich muss noch lernen, damit umzugehen. Wenn ich das tatsächlich in meiner Firma anbiete als Honorarkraft, dann wird nicht der übliche Kundenkreis der WB angesprochen. Sondern wichtige Entscheidungsträger.

    Auf der einen Seite will ich noch einiges erreichen, auf der anderen Seite diese blöden Denkblockaden.

    Aber ich glaube, ich kann die Sache jetzt schon abschließen, denn ich glaube jetzt zu wissen, was mich daran gehindert hat, darüberzustehen. Ich hatte heute ein Gespräch mit einer Kollegin einer anderen Firma (es gibt da einen Berufsverband) und wurde hellhörig, als bestimmte Begriffe fallen, die ich in Verbindung mit der anderen Dame brachte. Dann meinte ich mich verteidigen zu müssen und betonte, dass es keinerlei Zusammenarbeit zwischen mir und der anderen gibt. Ich habe das wohl etwas zu heftig gemacht und im Verlaufe des Gesprächs kam ich nochmal drauf zu sprechen. Dann kriegte ich zu hören: Wir sind erwachsen. Du kannst davon ausgehen, dass wir schon selbst merken, wenn eine Sache nicht so richtig rund ist. Wir sind für uns selbst verantwortlich.

    Das saß. Mir war das so unangenehm, aber es war heilsam. Das war es. Ich war so überheblich und dachte, die anderen sind zu doof um zu merken, dass diese Dame nicht professionell ist.

    Noch zu der Frage, warum ich nicht in meiner Arbeitsstadt meine Dienste aus der WB anbiete: Wer die WB ausübt, ist auf Kontakte zu Leuten angewiesen, die das machen, was ich als Hauptjob mache. Und ich will mir nicht nachsagen lassen, dass ich meine Kundschaft aus meinem Hauptjob heraus rekrutiere. Das wäre in meiner Branche äußerst unsauber.

    Deshalb mache ich das woanders, denn mein Hauptjob ist aus politischen Gründen regional begrenzt, so dass mir in der anderen Stadt gar nix passieren kann. In meiner Stadt würde ich die WB nur anbieten auf völlig anderer Ebene (untypisch für das Konzept, aber aus meiner Sicht sehr innovativ) und das wäre auch sauber.

    Jetzt bin ich noch gespannt was meine Coacherin und meine Supervisorin sagen.

    Ich danke euch!
    Viele Grüße, Ellinida

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    AW: Kokurrenzdenken

    Du kannst übrigens deiner Firma nichts als Zusatztätigkeit anbieten, wenn du das auf Honorarbasis machen wolltest. Das ist alles sozialversicherungspflichtig zum Hauptjob. Nebenbei geht nur bei externen Firmen. Oder deine jetzige Firma spendiert dir dafür etwas anderes, das von Vorteil wäre.
    Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.

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    AW: Kokurrenzdenken

    Hallo akademikerin,

    das wusste ich jetzt nicht. Also Hauptjob und Nebenjob bei der gleichen Firma geht nicht. Danke für die Info.

    Das, was ich mir selbst gedacht habe, und darüber gab es auch schon ein Gespräch mit dem fachlich Verantwortlichen, war folgendes: Ich biete Seminare an im Themengebiet der WB nicht für meine Firma direkt, sondern für Unternehmen, bei denen meine Firma so eine Art Dachorganisation ist. Die buchen mich und ich kriege mein Geld von denen.

    Grüße, Ellinida

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    AW: Kokurrenzdenken

    Geh Deinen Weg und lass Dich von Mitstolpernden nicht beirren! Es gibt Zuschauer, die können von Anfang an differenzieren zwischen guter und solala Arbeit, andere müssen den Unterschied erst erkennen.

    Als ich eine anspruchsvolle und teure Weiterbildung begann und dies meiner Mutter erzählte, war ihre erste Reaktion: Das hat die Monika auch gelernt und die ist durchgefallen! Ich gab zur Antwort: Mama, ich bin nicht die Monika.

    Weiterbildung beendet und bestanden, Monika sitzt bei mir auf der Couch: Sag mal Hedwiga, hat die Schulung Dir im Job was gebracht? Ich musste kleinlaut zugeben: Nein.

    Mittlerweile habe ich den Job, den ich immer wollte und alles ist, wie ich es mir ausgemalt habe. Na gut, hab ein Jahr lang suchen müssen, aber was solls, es hat sich gelohnt.

    Was lernen wir daraus? Nicht beirren lassen.

    Gruß,

    H.

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