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  1. Inaktiver User

    Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Liebe Community,

    der Titel sagt schon alles. Ich las heute morgen dieses Wort „Selbstfürsorge“ und fühlte plötzlich einen enormen Druck auf mir.

    Ich sorge mich berufsbedingt und aus Leidenschaft ständig um andere Leute. Ich liebe meinen Job, er erfüllt mich wie kaum etwas anderes. Aber: es ist zuviel! Oft 5 Tage die Woche für mindestens 10 Stunden am Tag und gern am Wochenende Büro oder wahlweise ein übel schlechtes Gewissen, weil ich vollkommen erschöpft auf der Couch liege und nix mehr schaffe außer vielleicht in der BriCom zu surfen. Klar, Sport und Ernährung und Meditation ... läuft gut. Aber das reicht nicht. Ich arbeite zu viel. Wie lenkt Ihr das als Selbständige? Was tun? Ich würde gern noch mindestens 20 Jahre durchhalten.

    Danke für Eure Anregungen


  2. Registriert seit
    02.02.2020
    Beiträge
    675

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    aus meiner sicht ist es eigentlich ganz simpel: man muss weniger arbeiten, wenn es nicht so stressig sein soll.

    die frage, ist also: was hält dich davon ab, weniger zu arbeiten?

    das geld?
    oder bricht dein laden dann zusammen?

    oder hast du ein persönliches problem damit zu delegieren?

  3. Avatar von Daphnia
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    913

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Hallo TT,
    könntest du für 1 Nachmittag jmd.einstellen-oder ist der Arbeitsmarkt so leergefegt?
    Ansonst: an einem Tag statt 10 nur 6h. Mit ankündigung: x Nachmittag ab 14 Uhr künftig geschlossen.
    Und diese gewonnene Zeit nicht gleich wieder verplanen. Ich denke das ist wichtig. Aus dem Getakteten wenigst kurzfristig mal rauskommen.
    Daphnia

  4. VIP Avatar von xanidae
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    Beiträge
    18.099

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Ich würde auch dazu tendieren zu delegieren an deiner Stelle. So, dass es für dich spürbar Entlastung bringt.

    Also: Bürokram auslagern an spezielle Dienste? Damit die Wochenenden Wochenenden zur Erholung sind. Ein Tag in der Woche frei machen. Komplett schließen, wenn es finanziell passt oder jemanden einstellen.

    Längere Mittagspause? Ist das für dich erholsam? Eine Bekannte hat einen „Tante Emma Laden“ mit Paketshop. Sie macht konsequent 3 Stunden über Mittag zu - für sie in ihrer familiären Situation die entspannteste Lösung. . Sie hat für morgens jemanden eingestellt und macht abends lieber länger auf.

    Ich war lange freiberuflich tätig und habe für mich früh entschieden, dass dies keine Arbeit für „Vollzeit“ ist. Dafür habe ich auf Geld verzichtet.

    Mein Mann ist selbständig und er hat nun endlich einen Mitarbeiter einstellen können. Auftragslage und Fähigkeiten des MA ermöglichen dies. Er hat nun zwei Tage Homeoffice für Büro und Firmenführung und drei Tage ist er vor Ort beim Kunden. Wenn er am Wochenende arbeiten muss, nimmt er konsequent einen Tag frei in der kommenden Woche.
    „We know how to bring the economy back to life.
    What we don‘t know ist how to bring people back to life“
    President Akufo-Addo


  5. Registriert seit
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    300

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    das kenne ich aus eigener leidvoller Erfahrung...

    gute Tipps gabs ja hier schon.-....


    mit kleinen Schrittten beginnen- Zeiten für sich in den Kalender eintragen- das ist dann ein Termin wie jeder Termin- er muss ernstgenommen und eingehalten werden-


    zB. "30 Minuten spazierengehen" oder "Kaffee trinken" oder mit "Freundin telefonieren" oder einfach nru blocken für das, was sich ergeben wird- zB "aufs Sofa legen" "powernap"

    Fragt mich ein Kunde und ich sehe nach im Kalender:" tut mir leid, den Termin habe ich bereits vergeben"
    (an mich- geht aber niemanden etwas an, schließlich willl ich nicht mit burnout zusammenklappen, sondern meine Leistungsfähigkeit behalten....deshalb ist das notwendig...

  6. Avatar von agathe13
    Registriert seit
    26.08.2007
    Beiträge
    3.602

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Ich kann nur sagen, wie ich es während meiner Selbständigkeit mehr oder minder erfolgreich gemacht habe:

    • einige wenige feste Regeln zur Arbeitszeit - bei mir: keine Arbeit mit Kundenkontakt am Wochenende
    • delegieren, wo immer es möglich ist und sich rechnet - bei mir: Sekretärin statt selbst schreiben, Steuerberaterin statt selbst Steuererklärungen machen
    • getroffene Verabredungen mit Freunden oder allgemein zu Freizeitaktivitäte niemals absagen
    • generell weniger in und mehr an der Firma arbeiten. Also eher gestalten als abarbeiten.
    • von toten Pferden absteigen, also gezielt nervige Kunden und wenig ertragreiche Aufträge ablehnen
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“


  7. Registriert seit
    21.12.2008
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    6.210

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Brauchst du denn praktischen oder emotionalen Rat?
    Also hast du eher ein Problem mit der Organisation oder eher ein Problem mit der inneren Erlaubnis?
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

  8. Avatar von Blue2012
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    Beiträge
    12.051

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Eine Bekannte hat einen „Tante Emma Laden“ mit Paketshop. Sie macht konsequent 3 Stunden über Mittag zu
    TT ist Ärztin... und trägt daher sicher einige Belastung zusätzlich.

    Da ich dich, TT, öfter lese und ich weiß, wie sehr du auch Feuer und Flamme für deinen Beruf bist, fiel mir spontan als Rat ein: Mehr Sex!
    Vielleicht hast du da gar kein "zu viel Job"-Thema, sondern eher ein "zu wenig Privatleben"-Thema?

    Ich kenne das von den Ärzten in dem Klinikum, in dem ich damals war: Viele lebten quasi in der Klinik, viele gingen nur für ein paar Stunden nach Hause oder wirklich nur zum 7-h-Runterschlafen. Daher war hier A und O seitens des Vorstands immer wieder bei Neueinstellungen z.B. von Chefärzten der Aspekt: "Hat dieser Mensch Familie?". Sprich: Diese Führungskräfte sollten ein familiäres Leben haben, damit dieser Wahnsinnsjob ausgeglichen werden konnte.

    Also: Inwiefern findet dein Privatleben auch unter der Woche statt? Wann, wo, genug davon?
    Also so Dinge wie: Mit einer Freundin nach der Praxis ins Kino gehen, einen Absacker trinken mit einer Kollegin, deinen Herzensmann treffen, Essen gehen, zusammen einen Film schauen zuhause, dabei Pizza essen. Keine Ahnung oder mal alleine durch die City bummeln, ins Solarium hüpfen...

    Ich bin sicher, dass du alle Äußerlichkeiten sehr gut zu steuern weißt.

    Wo aber ist dein Ruhepol?
    Be a voice not an echo.

  9. Inaktiver User

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Dankeschön für die Anregungen

    Ich glaube, ambiva2 und ministrel haben schon die richtigen Fragen gestellt. Die ganzen Tips zu work-life-balance, delegieren, Termine mit sich selbst etc. kenn ich gut, gebe ich auch gern, aber die Umsetzung scheitert. Und zwar so sehr, dass ich von mir aus am Privatleben kürze, damit ich der Arbeit hinterherkomme. Die, je mehr ich arbeite, gefühlt immer mehr wird. Und dann rufen die Leute wegen Notfällen an und ich mach es dann doch noch möglich - auf Kosten meiner Freizeit.

    Wie schaff ich es „nein“ zu sagen? Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer.

    Jetzt hab ich z.B. Mittagspause bis 14.00, der letzte ist vor einer Dreiviertelstunde raus und schon klingeln die Leute wieder! Ich meine, was soll das? Ich könnte rückwärts frühstücken! Wer klingelt 20min vor der Öffnungszeit an Türen?
    Ich hab es mittlerweile geschafft, dann nicht auf zu machen - sollen sie halt im Regen stehen (die kommen eh alle mit dem Auto...) - aber es nervt mich ungeheuerlich. Und dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich meine kurze Mittagspause für mich brauche - das ist doch nicht in Ordnung.

    Also wie geht „Nein“ sagen? Wieso ist das so schwer? Weil es schön ist, hilfreich und gut zu sein, weil es toll ist, die Größte zu sein.

    Die klingeln schon wieder

  10. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
    Registriert seit
    01.04.2010
    Beiträge
    23.845

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Das ist echt nervtötend, aber DU bist im Recht, wenn die außerhalb der Öffnungszeiten klingeln, nicht diese Merkbefreiten. Das zu verinnerlichen und konsequent eben nicht aufzumachen ist vielleicht schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Schließlich brauchst Du Deine Pausen, um dann wieder 100% für Deine Klientel geben zu können. Notfalls sag das denen auch, wenn sie meckern.

    Generell: Nein sagen im rechten Moment ist richtig, gut und wichtig! Ich weiß, dass das schwer ist, und übe selber noch. Aber es ist weder Dir noch den Patienten gedient, wenn's Dich irgendwann stressbedingt aus den Latschen haut. Ergo, nieder mit dem schlechten Gewissen.

    Wenn jemand kurz vor Praxisschluss wegen Notfall anruft, an den Bereitschaftsdienst verweisen. Dafür gibt's ihn ja.

    In der Freizeit einfach nicht ans Telefon gehen. Überleg vielleicht auch mal, ein Diensthandy und ein Privathandy zu haben. Das Diensthandy bleibt ausgeschaltet, wenn Du nicht arbeitest.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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