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  1. Registriert seit
    01.08.2019
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Ganz wichtig ist die klare Anweisung an die Mitarbeiter maximal x Patienten pro Stunde plus zehn Minuten Puffer zu terminieren.
    Mein Zahnarzt und meine Gyn gehen so vor, es läuft gut, keine Wartezeiten und diese beiden Ärzte sind nicht total auf Anschlag.
    RIDENDO CORRIGO MORES

  2. Inaktiver User

    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Und „wenn - dann“ Sätze. (Wenn es an der Tür klingelt, setze ich meine Bose-Kopfhörer auf und höre Metallica. Wenn jemand nach einem Termin am Wochenende fragt, verweise ich ihn an Klinik A/Notdienst B ...)
    Bose-Kopfhörer, ich glaub, das ist ne gute Idee. Metallica eher nicht so, da würde mein Aggro-Level eher ansteigen
    Bis die innere Erlaubnis kommt, wird es dauern. Es reicht erstmal, das Richtige zu tun auch wenn es sich falsch anfühlt.

    Gefühle beobachten (da ist das schlechte Gewissen wieder. Es sitzt im Bauch. Es möchte, dass ich ... interessant)
    Hm, das fühlt sich wirklich falsch an, auch wenn ich das Klingeln tatsächlich meist ohne schlechtes Gewissen ignorieren kann. Heute war ich nur eh schon so auf Kante genäht, dass es mich mal wieder tierisch genervt hat. Dieses innere Vibrieren, das ist für mich mittlerweile ein Alarmsignal, dass es zuviel ist und irgendwas geändert werden muss.

    Spannend ist für mich der Ansatz mit den „wenn dann“-Sätzen. Also einen konkreten Plan zu haben. Das hab ich noch nicht ausprobiert, muss ich mal nachdenken... danke dafür

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    a hilft wirklich nur, mit sich selbst ins Gericht gehen und lernen, Grenzen zu setzen. Muss ja nicht harsch sein, das geht ja auch mit Augenzwinkern. Ich sag dann meist ‘Ich bin nicht Wonderwoman’.
    Das gefällt mir, kann ich auch schon recht gut, denke ich - also den Leuten ihre unrealistischen Vorstellungen nehmen. Nur bei mir selbst, da hab ich blöderweise immer noch den Anspruch, wonderwoman zu sein. Und weil ich es nicht bin, aber nur zu gern wäre, schaff ich das mit dem Nein-Sagen nicht so wirklich. Ich wäre gern wonderwoman... verdammt.

    An deiner Stelle wuerde ich ein Schild an der Tuer anbringen, zur Mittagspause. So sinngemaess ‘Bitte gedulden Sie sich bis zu der offiziellen Oeffnungszeit. Auch ein guter Arzt muss mal was essen.’ (Geht sicher noch lustiger... )
    Das gefällt mir Ich fürchte nur, dass die trotzdem klingeln werden... Ich kenne meine Pappenheimer.

    Zitat Zitat von Alma_Svensson Beitrag anzeigen
    Meine Chefin hat den Laden schon ewig und die Kundschaft gut erzogen.
    Danke Alma. Meine Stammkundschaft weiß das auch schon, zumindest die meisten, aber es gibt auch immer wieder neue Leute, die es nicht wissen... Das TEL. hat dank Internet-Telefonie eh schon fixe Klingelzeiten, die ich auch nur mit Riesenaufwand ändern könnte. Das passt. Und meine Handynummer ist so gut wie heilig. Die haben nur ganz ausgesuchte Patienten, von denen ich weiß, dass die nur dann anrufen, wenn es nicht anders geht.

    Zitat Zitat von Marie-Madeleine Beitrag anzeigen
    Noch was (falls Du's eh schon tust, umso besser, ist aber in Arztpraxen auch oft ein Knackpunkt): unbedingt auch für Dein Personal klare Regeln aufstellen, was die Terminvergabe (oder auch Nichtvergabe) betrifft, damit sie Dich entsprechend unterstützen. Dir selbst nützt ja alle Abgrenzung nix, wenn an der Anmeldung fröhlich alles reingelassen wird.
    Auch das funktioniert super. Es liegt tatsächlich an mir selbst, dass ich dann weich werde, wenn ein Kollege es ganz dringend macht - oder ich selbst es wichtig finde. Meine lieben Helferinnen sind super, was das betrifft. Bloß, dass sie zu oft versprechen, dass ich zurückrufe. Das versuche ich seit Jahren auszutreiben, irgendwie klappt es nicht so recht...

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen....bedeutet in meinem Fall: das, was mir so richtig Freude macht , dazu kommt es nicht mehr

    Weil...erst muß mal der Berg abgetragen werden, manches geht noch schnell und nebenbei
    Ja, genauso fühlt es sich an. Nur dass der Berg einfach nie verschwinden mag und ich in so Zeiten wie jetzt das Gefühl von Treibsand hab - je mehr ich strampele, umso aussichtsloser wird es...

    Hast Du auch Druck oder noch Freude?
    Freude hab ich schon auch. Wenn ich am WE draußen bin, Berg, Loipe, Sex (Blue ) Sport whatever... Noch geht es, aber ich befürchte, wenn ich so weiter mache, wird das immer weniger - und das will ich nicht!

    Zitat Zitat von Susisa Beitrag anzeigen
    Sicherungskasten -> Schalter für Klingel umlegen, damit in der Mittagspause kein Ton. Problem gelöst.
    Das ist der ultimative Tip für die Mittagspause - dankedankedanke! Ich schau gleich morgen, ob die Klingel einen eigenen Schalter hat

    Zitat Zitat von --martha-- Beitrag anzeigen
    Es ist schon schräg, die Leute vor der Tür stehen zu lassen und die Zeit nicht zu nutzen, sondern sich zu ärgern.
    Ja, ist es. Und immer ein Zeichen dafür, dass ich am Anschlag bin. Deshalb dieser Strang.

    Ich meine auch gelesen zu haben, dass Du Dich am Wochenende auf dem Sofa herum gelümmelt hast und ein schlechtes Gewissen hattest, keinen Bürokram zu machen. Streß macht Dein schlechtes Gewissen und das kommt nicht von dem Klingeln der Ignoranten - die kennen Deine Planung nicht und wollen sich vielleicht auch nur schon mal in Dein Wartezimmer setzen. Der Streß kommt, weil Du denkst, dass Du nicht genug machst und mehr machen könntest oder müßtest oder solltest.
    Hm, glaube ich auch. Es passt irgendwie nicht zu meinem Selbstbildnis. Ich bin einfach zu gern die Beste und Hilfreichste undüberhaupt. Wie kriegt man das weg? :grübel:

    Als ich noch nicht so ignorant war, wie ich das heute bin, bin ich in meiner Pause immer eine Runde gegangen. Lüftet das Hirn, ist gut für Körper und Seele. Das Handy habe ich armes schusseliges Ding doch tatsächlich jeden Tag vergessen . Das ist nicht viel Zeit, aber eben eine echte, richtige Pause und mich konnte niemand ansprechen, weil ich einfach nicht da war und das schlechte Gewissen habe ich mir abtrainiert und die halbe oder dreiviertel Stunde einfach genossen und gar nichts gedacht.
    Da muss ich mal drüber nachdenken, wo ich mir da die Beine vertreten könnte. Rundum wohnen sie ja, die Patienten... Paranoia lässt grüßen Hab das schon öfter gemacht, dass ich zum Supermarkt gestiefelt bin, um einzukaufen. War erholsam. Wenn es blöd läuft, stehen dann aber schon die nächsten vor der Tür und erwarten, dass ich sie dann einlasse Weshalb ich mich lieber verschanze oder bei schönem Wetter in der Sonne auf dem Balkon sitze und da meditiere (dort kann mich keiner sehen ). Ich will Frühling!!!

    Zitat Zitat von Leny73 Beitrag anzeigen
    Mir hat der Gedanke geholfen, dass langfristig niemand etwas davon hat, wenn ich irgendwann erschöpft mit Burn out zusammen breche...dann kannst Du nämlich gar keinem Patienten mehr helfen- und Deine Mitarbeiter haben auch das Nachsehen...;)
    Ja, den Gedanken hab ich zuweilen auch „ich kann nicht die ganze Welt retten.“ Manchmal funktioniert der, um nein zu sagen - aber leider zu selten.


    Ihr Lieben, danke
    Das tut mir sehr gut hier mit euch.


  3. Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wer klingelt 20min vor der Öffnungszeit an Türen?
    I
    Mensch Mädl! Lass dir von der Dame an der Theke erklären, wie man die Klingel und den Öffner so einstellt, dass es nicht läutet.


  4. Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Mal ein Wochenende tiefenpsychologische Selbsterfahrung/Coaching, um mal wirklich zu schauen, warum dein Selbstbild so ist, dass Schwierigkeiten hast dich da so abzugrenzen?

    Ich meine es geht hier ja um sinnvolle und notwendige Abgrenzung, um gesund zu bleiben. Das ist ja einer Meinung nach (auch als Kollegin) sehr wichtig.

    Und du schreibst ja selbst, dass du die Tipps kennst und auch gern gibst und du das auch weißt und trotzdem ein schlechtes Gewissen hast, wenn du deine notwendige Pause nimmst.

  5. Avatar von kuhliebe
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Liebe TT!

    Vornweg ich finde es gut dass du so engagiert bist als Ärztin. (Ich hab ne Freundin die Allgemeinmedizinerin mit eigener Praxis. Ich lese vieles von ihr bei dir wieder. )

    Sie war auch oft am Limit. Schulmediziner neigen ja dazu zu meinen: krank werd ich nie nur meine Patienten. Ich finde es von diesem Aspekt her schon wahnsinnig weit von dir, deine eigene Situation zu erkennen. Und die fällt ja nur dann auf, wenn es kurz vorm brennen ist.

    Ich war schon mal am Brennen. Allerdings bin ich keine vom Fach.
    Du willst helfen und für deine Patienten immer da sein. Das ist super so. Aber wenn du übern Limit bist ist dies schwierig.

    Zu mir wurde mal gesagt: Ihren Umfeld, ihren Mitarbeitern und Kunden und das wichtigste ihrer Familie geht es nur gut wenn es ihnen gut geht.

    Was würde dir gut tun damit es dir besser geht und du deine Kraft schonst.

    Feste Zeiten und ein deutliches Nein. O.K. ich gehörte auch zu den Patienten die jederzeit ihren Leibartz anrufen konnte bis dieser in Rente ging. Das ist schon mega toll. Sollte sich aber auf eine Handvoll Patienten beschränken. Bei seinem Nachfolger gehöre ich nicht mehr dazu. Und ich lebe trotzdem.

    Die meisten die zu den Unzeiten anrufen tun dies aus reiner Bequemlichkeit oder weil sie jetzt gerade dran denken mal schnell an der Praxis zu halten. Toll die Frau Dr. ist ja da. Mach ich beim nächsen Mal wieder.

    Die Leute meinen es nicht böse. Du auch nicht wenn du es mit dir ernst meinst. Ich verspreche dir kein Patient wird dich deswegen verlassen.

    Halte dich an deine Praxiszeiten. Geh nicht dann einkaufen wenn es schnell passt und du aber dafür einen Patienten sehen könntest. Du bist es dir wert, dass du das kannst.

    Halte Deine Pausen ein. Meditiere, höre Musik, bereite dir dein Essen zu bring es mit. Schalt ab.
    AB und gut. Schild an die Tür mit deutlichen Sprechzeiten. Und Termin nach Vereinbarung.

    Ich weiss nicht welches Fachgebiet du hast. Aber wieviel kommen dir so ungelegen wesgen krankschreibung oder sonstiges was sie vorher schon hatten telefonisch anmelden können.

    Bekommst du in der Mittagspause schnell einen Termin bei deinem Friseur, Kosmetik, Bankberater usw.
    Wohl kaum.
    Aber du bist die gute Wursthaut und Frau Dr. im Dauereinsatz für die Nächsten.

    So ähnlich hab ich meiner Freundin nach meinem "Ausfall" und kurz vor ihrem "Ausfall" die Ansage gemacht.

    Und nichts ist schlimmer wie ein kranker Arzt. Da sagen dann die Mittagspausenklingler: tja der hätte es ja wissen müssen.

    Mein Post mag hart klingen. Aber ich meins ehrlich. Pass auf dich auf und zieh deine Grenzen. Probier es mal für drei Monate und dann schau was schlimmer ist.

  6. Avatar von kuhliebe
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    bin nochmal da.

    Und komuniziere an deine Helferinnen: Pause ist Pause. Organisiert das. Vom AB bis Schild. Den mir ist meine Pause heilig. Und eure auch.


  7. Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Wenn Dir die Patienten an einem Tag ganz besonders zB die Mittagspause einrennen, könntest Du eine Mittagspausensprechzeit pro Woche anbieten und statt dessen früher schließen.
    RIDENDO CORRIGO MORES


  8. Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Also, über Einbestellungen und Termin-Orga erzähl ich dir nix, weil das weißt du eh.

    Aber.... ich lese eine milde Form von Helfersyndrom? Ich beziehe mich auf die Stellen, wo du schilderst, dass du es unangenehm findest, wenn dir beim einkaufen oder Kaffee trinken in der Pause im Grätzl schon wieder die 14.00 bis 19.00 h Patienten über den Weg laufen.
    Das las sich so, als ob du dann irgendwie ein schlechtes Gewissen hast? Wie wenn die dich beim "schwänzen" erwischen würden?

    Da solltest mal drüber schlafen. Über dieser Einstellung...
    Das ist nämlich totaler Schmarrn! Das klingt wie so ein Glaubenssatz-Murks aus "Unabkömmlich+Weltenretterin+Dauerdienstpflich t = guter Mensch/guter Arzt"

    Näh!

    Wem schnallt mal als erstes die Sauerstoffmaske an? (auch als Mama mit Kind dabei!)
    SICH SELBER. Weil das Kind garantiert erstickt, wenn die Mama vorher erstickt ist.

    Es kann wirklich viel entzerren, wenn man pro Stunde einen Patienten weniger terminiert. Das ruiniert dich nicht, aber durch drehst nicht so am Rad, wenn die Notfälle etc. dazukommen.

    Aber ich finde, dein Hauptthema ist, dass du dich traust und dir zugestehst, dass du mal frei hast.
    Mich hat echt geschockt, dass du nicht selber auf die Idee gekommen bist, die Klingel lahmzulegen. Ich kenne das noch, dass man einen Papperdeckel reinklemmt - war also immer schon Usus

    Und dass Heerscharen am Gang warten - du, mach dir da nicht so einen Kopf. Wir alle warten wo. Du brauchst da kein schlechtes Gewissen haben!


  9. Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Zitat Zitat von Alma_Svensson Beitrag anzeigen
    Wenn Dir die Patienten an einem Tag ganz besonders zB die Mittagspause einrennen, könntest Du eine Mittagspausensprechzeit pro Woche anbieten und statt dessen früher schließen.
    klingt gut - aber früher schließen, wenn die Bude noch voll ist, geht halt auch nicht. Wir sind ja nicht die Deutsche Bahn, die den Schalter schließt, wenn man grad dran wäre und sagt "ich hab jetzt Feierabend"

  10. Avatar von twix25
    Registriert seit
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    AW: Selbstfürsorge - selbst & ständig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Freude hab ich schon auch. Wenn ich am WE draußen bin, Berg, Loipe, Sex (Blue ) Sport whatever... Noch geht es, aber ich befürchte, wenn ich so weiter mache, wird das immer weniger - und das will ich nicht!
    .
    die Frage : hast du viel Druck oder hast noch Freude, bezog sich rein auf den Arbeitsbereich

    Wie ich schrieb, ich liebte das, was ich tat und das gab mir die Energie

    Den Zeitpunkt, wo das kippte, hab ich erst nach einem Jahr wahrgenommen und da war mir nach Flucht
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

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