+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 17

  1. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    1.096

    Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Hallo,

    kann mir jemand mit Erfahrungen dienen? Wie verhält es sich mit dem Existenzgründungszuschuss, wenn man selbst gekündigt hat?

    Was ich weiß/denke zu wissen:
    - Ich bekomme bei eigener Kündigung eine Sperre von drei Monaten.
    - Ich muss mindestens einen Tag Arbeitslosengeld bezogen haben, um den Gründungszuschuss beziehen zu können.
    - Ich habe keinerlei Anspruch auf den Gründungszuschuss, es ist die Entscheidung des Sachbearbeiters.

    Nächste Woche ist das erste Gespräch mit der Agentur für Arbeit anberaumt. Wie gehe ich nun am besten vor?

    Die Sperrzeit kann ich finanziell überbrücken. Erste Aufträge und somit eine tendenziell positive Prognose für die Zukunft sind auch schon vorhanden. Ich war, auch während ich angestellt gearbeitet habe, immer nebenberuflich selbständig. Je nach Bedarf kann ich die nun angestrebte Tätigkeit als eine Fortführung oder Erweiterung der nebenberuflichen Selbständigkeit oder aber als komplett neue Tätigkeit darstellen. (Aus Anonymitätsgründen kann ich leider nicht konkreter werden.). Was ist in der Logik der Agentur denn "richtiger"?

    Ich denke mir, dass im Weltbild der Agentur eine Eigenkündigung mit dem Ziel der Selbständigkeit relativ wenig Sinn ergibt und befürchte, deswegen keinen Zuschuss zu bekommen (bei einer ersten Recherche habe ich Berichte zu ähnlichen Fällen gelesen, daher meine Zweifel). In meinem Weltbild hingegen ist es sogar sehr sinnvoll und ein nötiger Schritt.

    LG und danke für Eure Erfahrungen und Hinweise!
    Tigerherz

  2. Avatar von sundays
    Registriert seit
    06.08.2014
    Beiträge
    4.654

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Es kommt auch darauf an, was du gemacht hast. Wenn angenommen wird, dass du in dem gelernten Beruf eher was bekommst, als dass du als Selbständige Erfolg hast, wird es schwierig.
    Leider - wie du schon selber sagst - ist es Ermessenssache.

    Und wieso hast du dort nicht gefragt, bevor du gekündigt hast, wenn du den Zuschuss brauchst?
    Wenn du wenig Zeit hast, nimm dir am Anfang viel davon (R. Cohn )


  3. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    1.096

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Danke.

    Die Chance, im gelernten Beruf etwas Entsprechendes zu bekommen, halte ich für geringer als die Chance auf Erfolg in der Selbständigkeit. Allerdings könnte ich mit meinen Kompetenzen sicher "irgendwohin" vermittelt werden.

    Wie meinst Du, "wenn ich den Zuschuss brauche"? Aus dem Stand heraus ähnlich zu verdienen wie in der Angestelltentätigkeit halte ich für nicht so einfach. Mittel- und langfristig wird es sich tragen. Daher würde ich den Zuschuss für die Anfangszeit gern in Anspruch nehmen bzw. ich sehe nicht, wieso ich mich nicht danach erkundigen sollte. Und wenn ich mich erkundige, dann so, dass die Erfolgsaussichten möglichst hoch sind.

  4. Avatar von sundays
    Registriert seit
    06.08.2014
    Beiträge
    4.654

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Tigerherz Beitrag anzeigen
    Danke.

    Die Chance, im gelernten Beruf etwas Entsprechendes zu bekommen, halte ich für geringer als die Chance auf Erfolg in der Selbständigkeit. Allerdings könnte ich mit meinen Kompetenzen sicher "irgendwohin" vermittelt werden.

    Wie meinst Du, "wenn ich den Zuschuss brauche"? Aus dem Stand heraus ähnlich zu verdienen wie in der Angestelltentätigkeit halte ich für nicht so einfach. Mittel- und langfristig wird es sich tragen. Daher würde ich den Zuschuss für die Anfangszeit gern in Anspruch nehmen bzw. ich sehe nicht, wieso ich mich nicht danach erkundigen sollte. Und wenn ich mich erkundige, dann so, dass die Erfolgsaussichten möglichst hoch sind.
    Das sollte nicht das Ziel der Vermittlerin sein, dich "irgendwohin" zu vermitteln. Zumal du das nicht willst.
    Ich hab da mal gearbeitet und war in entsprechenden Schulungen. Wenn es gut gemacht wird, schauen die auch nach Konkurrenz in deiner Selbstständigkeit. D.h. wenn du einen Cateringdienst aufmachen willst in einem Ort, in dem es schon fünf davon gibt, wird es schwierig. Wenn ich mich recht entsinne, braucht es auch einen richtigen Businessplan, auch Existenzgründerkurse gibt es.
    Das hier kennst du ja sicher:
    Existenzgrundung - Bundesagentur fur Arbeit

    Ich hab mich nur gewundert, dass du nicht vor deiner Kündigung mit jemandem dort gesprochen hast. Man muss nicht arbeitslos sein, um dort beraten zu werden.
    Wenn du wenig Zeit hast, nimm dir am Anfang viel davon (R. Cohn )


  5. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    1.096

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Oh, das ist ja interessant. Danke für den Einblick.

    Den Businessplan muss ich noch schreiben. Noch bin ich ja auch angestellt und investiere den Hauptteil meiner Zeit in diesen Job.. Es muss sich danach erst alles finden. Ja, vielleicht hätte ich mich schon vor der Kündigung beraten lassen können/sollen. Da gab es allerdings äußere und innere Gründe, die Kündigung schnell durchzuziehen.

  6. Avatar von sundays
    Registriert seit
    06.08.2014
    Beiträge
    4.654

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Ja, das glaube ich dir. Hier so schriftlich wird schnell was als Vorwurf gelesen, was lediglich wirklich eine interessierte Nachfrage ist.
    Pass auf jeden Fall auf die Fristen auf. Ein Tag weniger als die 150 Tage (siehe Link) und die Vermittlerin kann nichts mehr machen. Der Tag, an dem du dein Nebengewerbe auf Hauptgewerbe umstellst, ist dann wichtig.
    Wenn du wenig Zeit hast, nimm dir am Anfang viel davon (R. Cohn )


  7. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    1.096

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Früher hätte ich das sicher als Vorwurf verstanden. Mittlerweile bin ich da zum Glück etwas gelassener :)

    Die Frist ist mir bewusst. Bis dahin sind es noch ein paar Tage, zum Glück. Denn wie gesagt, ich bin noch lange nicht so weit, von Neben- auf Haupttätigkeit umzustellen!

  8. Avatar von sundays
    Registriert seit
    06.08.2014
    Beiträge
    4.654

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Tigerherz Beitrag anzeigen
    Früher hätte ich das sicher als Vorwurf verstanden. Mittlerweile bin ich da zum Glück etwas gelassener :)

    Die Frist ist mir bewusst. Bis dahin sind es noch ein paar Tage, zum Glück. Denn wie gesagt, ich bin noch lange nicht so weit, von Neben- auf Haupttätigkeit umzustellen!
    Wenn du einen ALG I Anspruch für ein ganzes Jahr hast, hast du ja Luft. Wenn es nur ein halbes Jahr ist, ist es kaum möglich. Viel Erfolg und wenn du magst, berichte mal weiter.
    Wenn du wenig Zeit hast, nimm dir am Anfang viel davon (R. Cohn )


  9. Registriert seit
    11.07.2018
    Beiträge
    18

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Liebe Tigerherz,
    es hängt natürlich auch vom Kündigungsgrund ab, wenn Du nachweisen kannst, dass es einen triftigen Grund oder mehrere schwerwiegende Gründe gab, weshalb Du selbst gekündigt hast, könntest Du Glück haben. Bei mir war es so, dass ich damals die Kündigung bekommen habe, allerdings ohnehin vorhatte, selbst zu kündigen. Es war also eine Kündigung im gegenseitigen Einverständnis, wobei wir uns auf eine "betriebliche Kündigung" einigen konnten. Ich hatte sehr viel Glück mit der Beraterin beim Amt, die mir sofort die Selbstständigkeit sogar ans Herz gelegt hat, jedoch hängt das immer von der Branche ab. Ich konnte nachweisen, dass ich in meiner Gegend nur schwer in einen festen Job vermittelbar bin, da in der Branche, in der ich tätig war, die Stellen in unserer Gegend rar sind. Wegen privaten Gründen war auch ein Umzug nicht möglich. Ich stieß auf vollstes Verständnis und Unterstützung, hängt aber wohl wirklich vom jeweiligen Berater ab. Ich ging auch schon damals als Angestellte in die Akquise, weil ich längst wusste, dass ich meine damalige Stelle so bald wie möglich verlassen möchte. Der damalige Chef wollte mich auch aufgrund persönlicher Differenzen nicht mehr in der Firma haben. Ich konnte bevor ich den Antrag auf Gründungszuschuss gestellt hatte, schon erste Aufträge vorweisen und auch zeigen, dass meine Selbstständigkeit durchaus realistisch ist und erfolgreich werden kann. Ich zeigte einerseits Bewerbungen (auf die ich alle Absagen bekam), aber andererseits wies ich erste Erfolge als Selbstständige nach.

    Habe dann den Antrag auf Gründungszuschuss gestellt, habe ihn möglichst detailliert und genau ausgearbeitet (Vorlagen findest Du im Internet) und bekam den Zuschuss schlussendlich bewilligt. Du musst zeigen, dass das Produkt oder die Dienstleistung, die Du anbietest auch auf dem Markt gefragt ist und dass die Erfolgsaussichten bei Selbstständigkeit besser sind, als eine feste Stelle zu bekommen. Wenn Du also gute Chancen hast, einen neuen festen Job in Deiner Branche zu bekommen, wird es mit dem Zuschuss leider schwierig werden. Das Amt ist verpflichtet, Dich zuerst in eine feste Stelle zu vermitteln. Den Gründungszuschuss gibt es bei geringen Jobaussichten (so wie es bei mir der Fall war).

    Du musst vorweisen, dass Du Dich auf feste Jobs bewirbst, es allerdings nur Absagen hagelt, bzw. dass es in Deiner Umgebung wenig geeignete Jobs gibt. Zeige möglichst viele Bewerbungen (und entsprechende Absagen).

    Aber ich denke, auch bei eigener Kündigung kannst Du - abgesehen von der Sperrfrist - Gründungszuschuss beantragen, Du musst aber alles sehr gut begründen und ein bisschen Glück mit Deinem Berater haben.
    Geändert von Elle2122 (12.07.2018 um 10:42 Uhr)


  10. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    1.096

    AW: Existenzgründungszuschuss bei eigener Kündigung: Erfahrungen?

    Danke für Deine ausführliche Antwort. Das ist sehr interessant für mich!

    Zitat Zitat von Elle2122 Beitrag anzeigen
    Liebe Tigerherz,
    es hängt natürlich auch vom Kündigungsgrund ab, wenn Du nachweisen kannst, dass es einen triftigen Grund oder mehrere schwerwiegende Gründe gab, weshalb Du selbst gekündigt hast, könntest Du Glück haben.
    Hm, naja, da kommt einiges an Gründen zusammen, aber nach meiner Einschätzung eher nichts, was für die Agentur eine Rolle spielt. Ich könnte durchaus vertreten, dass Burnout-Prophylaxe ein Grund war, aber das ist nicht ärztlich dokumentiert oder so.

    Zitat Zitat von Elle2122 Beitrag anzeigen
    Du musst zeigen, dass das Produkt oder die Dienstleistung, die Du anbietest auch auf dem Markt gefragt ist und dass die Erfolgsaussichten bei Selbstständigkeit besser sind, als eine feste Stelle zu bekommen.
    Ok, dann also ran an den detaillierten Businessplan

    Ich hoffe, dass ich einen ebenso verständnisvollen Berater haben werde wie Du!

+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •