Moin moin
Freiberuflich arbeiten- das klingt sehr verlockend. Du kannst dir deine Zeit selbst einteilen, hast keinen Chef im Nacken, mußt keine Vorschriften befolgen, kannst auch mal "blau machen", wenn's dir danach ist, du bist dein eigener Chef. Klingt doch gut.
Wäre da nicht das große ABER
leider hab ich vernommen, dass Freiberufler sein auch heißt, nicht unbedingt den Traumlohn zu verdienen, auf gut Deutsch: ne brotlose Angelegenheit.
Ich arbeite im Bereich PR und hab vor kurzem gehört, dass ich meinen Job auch freiberuflich ausüben könnte (wenn ich wollte), aber will ich? Ich weiss nich'.![]()
Die eine Seite in mir sagt: "He, genial, dann bist du frei, deine eigene Chefin, nur du bestimmst, wann und wieviel du arbeiten magst", und die andere Seite brüllt "Ja, aber du willst dir doch dies und das weiterhin gerne leisten können?". Mein Mann arbeitet vollzeit und verdient gut, zusammen würde es auch dann reichen, wenn ich viel weniger verdienen würde als jetzt. Aber wie steht's mit der Sicherheit? Freiberuflich arbeiten heißt auch, unsicherer Job/Verdienst.
Tja und so bin ich mit mir am hadern zwischen "Tue was dir gefällt" und "Hm, das würd ich mir gerne leisten".
Daher eröffne ich mal dieses Thema und bitte die Freiberufler, oder diejenigen, die Freiberufler kennen und/oder über freiberuflich arbeiten ein wenig Bescheid wissen, ein bisschen von ihren Erfahrungen zu erzählen.
Was sind die Vor- und Nachteile effektiv?
Wie ist es konkret freiberuflich tätig zu sein?
Verdient ihr gut? schlecht? knapp?
Was ist zu beachten?
Soll ich unter Umständen den Schritt wagen? Ja? Nein? Warum?
Ach, so viele Fragen. Hoffe, hier ein paar Antworten zu finden. Würde mich sehr freuen.
Liebe Grüße
eure fairyprincess
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 30
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06.02.2007, 15:32Inaktiver User
Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Geändert von Inaktiver User (06.02.2007 um 15:39 Uhr)
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06.02.2007, 16:26Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Zuallererst: nicht DU bestimmst, wie lange und wieviel Du arbeitest, Deine Auftragslage bestimmt das!
Ein kleiner, aber feiner Unterschied
Mathilde
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06.02.2007, 17:47Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Du bestimmst natürlich Deine Preise auch selber. und daher kommt es auf Dein Verhandlungsgeschick an. Ich kenne einen Menschen, der mahc PR Freiberuflcih, der verdient bestimmt 100.000 euro im Jahr (GEWINN!!!) Mindestens.
Und das "ist ja nicht schlecht".
Du musst ein Alleinstellungsmerkmal haben. WArum soll dich der kunde beauftragen?
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06.02.2007, 18:50
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Freiberufliich, gewerbliich oder sonstwie: es ist selbständige Tätigkeit. Damit verlierst du alles, was ein Arbeitnehmer hat, nämlich (relative) Arbeitsplatzsicherheit, regelmässige Geldeingänge, Sozialleistungen, Urlaubsanspruch etc ... Dagegen steht die absolute Freiheit, zu arbeiten oder nicht (mit den entsprechenden Konsequenzen).
Du wirst immer neue Kunden suchen und finden müssen ... im Prinzip alles, was Selbständige tun müssen: mit eigener Buchhaltung, Rechnungen, Mahnungen, Planungen etc ...
Liegt dir das? Kannst und willst du das? Habt ihr soviel Einkommen, dass ihr übersteht, wenn du zeitweilig kein Einkommen hast? ...
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07.02.2007, 10:19Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Hallo akademikerin
Zitat von akademikerin
Ja, mir würde das extrem gut liegen, ich bin vom Typ Mensch her eher eine kreative, unabhängige sehr freiheitsliebende Persönlichkeit. Es wär ja nich' so, dass ich nur freiberuflich wär. Ich dachte an eine 60% Anstellung (als festes Standbein), den Rest freiberuflich. Mein Mann verdient gut. Nicht übermässig, aber gut genug, um ganz okay leben zu können.
An Mathilde:
Ja, das ist schon klar. Aber ich bestimm, ob ich nun morgens um 6 oder um 11 Uhr mit der Arbeit beginne, wieviele Pausen ich mach', ob ich nun heut' 12 Stunden arbeite dafür am nächsten Tag nur 6 Stunden, ect. Ich muss endlich keine unsinnigien blöden Vorschriften befolden (nur so und so viel Pause), kann mal ne Pause machen und laufen gehn' wenn ich müde bin. Ich tue meine Arbeit ja gerne, an der Motivations wird's nich' scheitern
An sierre:
Huch, der Lohn von diesem Bekannten is' gar nich' übel. Die Hälfte davon würde schon reichen
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07.02.2007, 10:51Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Kommt eventuell darauf an, was du machst. Man sollte sich normalerweise schon ein wenig nach den Kunden richten, wenn man Aufträge haben möchte. Sonst hast du nur noch Pause.Aber ich bestimm, ob ich nun morgens um 6 oder um 11 Uhr mit der Arbeit beginne, wieviele Pausen ich mach', ob ich nun heut' 12 Stunden arbeite dafür am nächsten Tag nur 6 Stunden, ect. Ich muss endlich keine unsinnigien blöden Vorschriften befolden (nur so und so viel Pause), kann mal ne Pause machen und laufen gehn' wenn ich müde bin.
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07.02.2007, 11:35Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Hallo Mackie
Ja, natürlich.
Ich dachte, in den meisten Fällen heißt es: bis zum Tag X ist der Auftrag erledigt. Du kannst ihn sofort an einem Tag erledigen oder auch Stück für Stück täglich ein wenig.
Seh ich das falsch?
Sorry sorry hab leider (noch) keine konkreten Vorstellungen vom Freiberuflertum
darum such ich hier viele viele Info's, die mir dann zur Entscheidung verhelfen könnten.
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07.02.2007, 11:52Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Wenn du vorher genau weißt wie lange du dafür benötigst. Manchmal rufen die ja dann auch an und sagen, sie müssen ihn doch eher haben. Dann kannst du ja nicht einfach sagen, nee, ich mache jetzt mal Pause.
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07.02.2007, 12:04Inaktiver User
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Bedenke, Du musst vieles in Deine Kalkulation einbeziehen - von der Versicherung, über Fahrtkosten bis hin zur Anschaffung/Ergänzung/Erneuerung deines Equipments.
Und Du musst aufpassen, dass Du immer mehrere Kunden hast, sonst gerätst Du womöglich noch in den Verdacht der Scheinselbständigkeit.
Überhaupt: Wenn Du Deine jetzige Tätigkeit im PR-Bereich teilweise beibehalten willst, trittst Du dann nicht in Konkurrenz zu Deinem Arbeitgeber? Wie findet der das denn?
solis
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07.02.2007, 12:55
AW: Freiberuflich arbeiten- ja oder nein? Vor- und Nachteile?
Hallo fairyprincess,
viele wesentliche Aspekte wurden ja schon genannt.
Dass du schreibst,
trifft aber, glaube ich, nicht so ganz den Punkt.
Zitat von Inaktiver User
Ich meine: unabhängig sind wir doch alle gern - wer würde schon von sich behaupten, er habe Spaß an einer sklavenartig organisierten Angestelltentätigkeit, die ihm persönlich keinerlei Entscheidungsspielraum lässt???
Akademikerin hatte aber, so habe ich das Posting verstanden, mehr die konkreten Herausforderungen der Freiberuflichkeit gemeint, d.h. die Problematik der Kundenwerbung und -bindung, der Überwindung von Durststrecken, die Organisation ungeliebter Aufgaben wie z.B. der Buchhaltung - bei diesen Dingen hilft einem die Tatsache, dass man ein Freigeist ist, nicht wirklich weiter.
Ein ganz wichtiger, bisher nicht erwähnter Aspekt ist für mich noch: wie viel Disziplin bringst du auf?
Natürlich kann man sich die Arbeit bis zu einem gewissen Grad selbst einteilen, aber ich kenne auch Fälle, in denen Leute an mangelnder Disziplin gescheitert sind - wer häufig Dinge erst in letzter Minute erledigt, kann bei unerwarteten Hürden nämlich schnell in Terminschwierigkeiten kommen. Es ist schon ein Unterschied, ob die Disziplin quasi 100 % von dir kommen muss, oder ob gelegentlich der Chef oder die Chefin den Kopf zur Tür reinsteckt und fragt, wie's so läuft...
Bevor du eine Entscheidung triffst, solltest du einfach noch mehr Fakten sammeln - wie hoch ist ein realistisch erzielbares Honorar? was machst du mit Kranken- und Rentenversicherung? wieviel müsstest du verdienen, um genauso gut dazustehen wie als Angestellte? und und und.
Leider ist es, was das Honorar betrifft, ja in vielen Branchen so, dass es einzelne "Stars" unter den Freiberuflern gibt, die Traumeinkommen erzielen, während die Masse der "Normalos" mit Hungerlöhnen klar kommen muss - von daher mein Hinweis auf ein "realistisch erzielbares" Honorar.
Wenn du noch konkrete Fragen hast, nur zu, ich bin seit inzwischen zehn Jahren freiberuflich tätig, allerdings in einer ganz anderen Branche. Und ja: mir gefällt es so - trotz diverser Nachteile genieße ich meine kleinen Freiheiten
Gruß
wmfreundin
P.S.: was mir gerade auffällt: wenn du noch 60 % als Angestellte arbeitest, ist das mit der Freiheit ja sowieso sehr eingeschränkt. SOOO viel Zeit, die du dir selbst einteilen kannst, bleibt ja dann gar nicht mehr, oder täusche ich mich da????


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