Diese Sache finde ich auch übel. Immerhin bezahlt der Selbständige dadurch grundsätzlich mal eben ca. 20 % mehr, als Angestellte, von der hier diskutierten Anfangshürde mal ganz abgesehen. Dass sich viele Selbständige - besonders wenn sie jung sind und Krankheit ganz weit weg, sowie die Beiträge attraktiv - für die Private entscheiden, kann man da doch sofort nachvollziehen.
Noch schlimmer: Wer als Selbständiger freiwillig in der GKV versichert ist zahlt Beiträge nicht nur auf das Einkommen aus Arbeit (z.B. Geschäftsführer-Gehalt) sondern auch auf Mieteinnahmen etc. und - das ist der größte Hammer - kann die Kosten für die Mietsache nicht absetzen. Es wird also nicht die Zahl aus der Eink.steuererklärung zugrunde gelegt, sondern eine fiktive, die nur aus Einnahmen besteht!
Obwohl es diese Ungerechtigkeiten in der GKV für Selbständige gibt sind sie trotzdem erstmal von Haus aus die Buhmänner+frauen der Nation, weil sie sich "aus der Solidargemeinschaft der Krankenversicherten ausklinken". War jetzt OT aber regt mich einfach auf.
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14.01.2011, 08:18
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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14.01.2011, 09:55
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Nicht nur das. Da werden bei einem Unternehmer als Grundlage für die Berechnung der KK-Beiträge die privaten Belange herzugezogen. Das Einkommen des Partners und die Mieteinnahmen, wie schon erwähnt. D. h. wieder besonders für Frauen, dass sie bei gut verdienenden Männern bestraft werden - bei der Existenzgründung müssen sie schon - Beispiel AOK - ca. 580 EUR für die KK berappen. Bei eventuellen Umsätzen von unter 2.000 EUR (wenn nicht sogar weniger). Auch hier wird meiner Meinung nach bewusst das Arbeiten für Frauen schwer gemacht. Die Selbstständigkeit sowieso.
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14.01.2011, 17:11Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Wie Tabetha richtig schreibt, rechnet er damit, nicht ernsthaft krank zu werden. 200 Euro für den Zahnarzt würden mit Sicherheit im Notfall auch Freunde aufbringen. Ihm geht es darum den Ernstfall abzusichern, also wenn er vor den Bus läuft, sich ein Bein bricht, einen Fahrradunfall auf dem Glatteis hat. Das können schnell etliche Tausend € werden, die dann auch von niemandem aufgefangen werden können.
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14.01.2011, 19:10Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Aber auch da muss er ja dann die ersten Tausend(e) Euros wegen der Selbstbeteiligung selbst zahlen. Oder auch da springen die Freunde ein.
Ich weiß nicht, was ich von Jemandem halten soll die ihr (Über-)Lebenskonzept auf dem Geld der Freunde aufbaut. Was macht er, wenn die Freunde irgendwann nicht mehr können oder wollen?
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15.01.2011, 09:56
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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17.01.2011, 02:45
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Diese Einstellung finde ich horrend. Natürlich würde ich jemanden aus meinem Freundeskreis gerne unterstützen, falls es zu einem Ernstfall gekommen ist, aber dies im Vorfeld mit einzukalkulieren, finde ich als Einstellung nicht okay, zumal er ja schon seit drei Jahren in Deutschland lebt und nicht erst neu hier ist.
Ich habe selbst eine Zeitlang ohne Krankenversicherung gelebt (nicht in D), auf die Idee, Freunde anzupumpen, bin ich nicht gekommen. Die Risiken einer solchen Entscheidung sollten schon von jedem selbst getragen werden.
Einer polnischen Bekannten meiner Mutter (auch ohne KV) wurde übrigens, als sie sich den Knöchel brach, in einer karitativen Einrichtung kostenlos geholfen (Arbeiter-Samariter?), unter der Einkommensgrenze liegt dein Bekannter ja bestimmt.
KittyGeändert von Kitty1670 (17.01.2011 um 02:59 Uhr)
Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...



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