Ja sicher, eine Betriebshaftpflicht und eine Rechtschutz gleich dazu - man weiß ja nie!
Wie ist das mit seiner Rente?
Wieso ist er hier her gekommen? Und wenn er jetzt ein weiteres Studium denkt: wie will er das finanzieren?
Er liegt uns nicht nur "auf der Tasche" wenn er HarzIV beantragt sondern auch wenn er krank wird - wer zahlt seine Arztbesuche?
Was wenn er einen Unfall hat - verschuldet?
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Ergebnis 11 bis 20 von 26
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11.01.2011, 13:50Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
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11.01.2011, 14:00Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
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11.01.2011, 19:13
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Das, was hier beschrieben wird, kann ich nicht als Selbstständigkeit bezeichnen. Da lügt sich jemand selbst in die Tasche, und das eventuell auf Kosten der Gesellschaft.
Wie war der Business-Plan - hat hier jemand wirklich gedacht, auf genau ihn wartet man als Dozent? Kann er, aus Osteuropa kommend, überhaupt das unterrichten, was hier relevant ist? Wo liegen die Kenntnisse, die er einheimischen Dozenten voraus hat?
Von den Stundensätzen für "Dozenten" ganz zu schweigen.
Nach meinem Kenntnisstand steht ihm, da keine Arbeitserlaubnis, keine Unterstützung zu. Ansonsten wäre er glatt besser gestellt, als mancher Existenzgründer hier.
Durchaus kritisch die Frage - was hat er hier erwartet?
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12.01.2011, 16:54Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Wir kommen ein wenig vom ursprünglichen Thema ab.
Der Bekannte, um den es geht, ist kein Sozialschmarotzer. Ich weiß nicht, ob er Sozialleistungen beantragen könnte. Er würde es aber eh nicht tun, da er niemandem auf der Tasche liegen möchte. Nach Deutschland gekommen ist er der Liebe wegen, und ich kann gut verstehen, dass er alles tut, um bei seiner Freundin bleiben zu können. Wie schon geschrieben ist er ganz regulär angemeldet und selbständig tätig, d.h. er schreibt Rechnungen für seine Stunden usw.
Sein "Business-Plan" sieht vor, dass er ab Herbst studieren will, um seine Tätigkeit auf festere Füße zu stellen. Er dürfte dann ja auch angestellt arbeiten, da die Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 gilt.
Es gilt also nur, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Und gerade weil die von Euch geschilderten Bedenken bzgl. Unfall etc. teilt, will er sich ja krankenversichern. Nur dass nicht ganz klar ist, wie.
Meine ursprüngliche Frage war daher:
- Kann das mit der billigen PKV (mit hohem Selbstbehalt) wirklich sein? Und wie will der Makler bewirken, dass er keine Beiträge nachzahlen muss? Mit kommt das spanisch vor, ihm auch.
- kann er sich, wenn er sich jetzt privat versichert, später als Angestellter oder Student wieder gesetzlich versichern?
PS: Eine allgemeine Haftpflichtversicherungspflicht gibt es in D natürlich nicht. Er besetzt trotzdem eine Haftpflichtversicherung.
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13.01.2011, 16:56
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Wenn er angestellt ist - und sei es nur ein 400 Euro-Job - kann er wieder in die Gesetzliche wechseln (muss dann allerdings 1 Jahr lang am Stück sozialversich.pflichtig beschäftigt sein).
Ich weiß ja nicht, was du unter "billige" PKV verstehst, aber da er noch relativ jung zu sein scheint ist die PKV schon vergleichsweise günstig.
Wg. Nachzahlungen weiß ich nicht Bescheid, aber das Thema ist natürlich sehr heikel. Ihr müsstet euch das von dem Makler sehr genau erklären lassen und dann abwägen ob der Makler mitsamt der Erklärung vertrauenswürdig ist. Wenn er schon 3 Jahre in D ist, wäre das fast die einzige Chance, denn eine Nachzahlung dürfte fast nicht mögl. sein.Geändert von Sprachlos (13.01.2011 um 17:02 Uhr)
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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13.01.2011, 20:37Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Echt? Ist das so? Ich dachte bisher immer, sobald ich einen sozialversicherungspflichtigen Job finde, kann ich den für ein paar Monate ausüben und so in die Gesetzliche kommen. Dann nach ein paar Monaten kündigen und als Freiberufler in der Gesetzlichen bleiben (mit den entsprechenden Beiträgen). Geht das gar nicht?
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13.01.2011, 20:47Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Wenn er so wenig Geld hat, bringt doch eine PKV mit hohem Selbstbehalt überhaupt nichts. Das bedeutet doch im Klartext, dass er alle Arztrechnungen erstmal selbst bezahlen muss und erst bei Überschreiten der Grenze Geld von der KV bekommt.
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13.01.2011, 22:43
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Er rechnet vermutlich damit, nicht ernsthaft krank zu werden.
Aber ganz ehrlich - ich finde die Pflicht zur Krankenversicherung ja sinnvoll. Aber ca. 550 EUR (über 1000 DM!) Beitrag für eine gesetzliche Krankenkasse (wenn eine Bedarfsgemeinschaft angenommen wird) ist Wahnsinn.
Wir brauchen dringend auch in der Gesetzlichen einen Minibeitrag, wie im Ausland (230 EUR z. B.), der alle wirklich notwendigen Dinge abdeckt und das war es. Aber da sträuben sich unter anderem die, die meinen, Gesundheit hat gefälligst nichts zu kosten bzw. die meinen, wenn sie in D geboren sind, ein Grundrecht auf schwachsinnige (pardon) "Behandlungen" wegen selbst verschuldeten Übergewichts und diverser sonstiger Problemchen zu haben.
Dinge, die in anderen Ländern mit bezahlbaren Beiträgen schon lange nicht mehr enthalten sind. Grundsicherung. Die fehlt hier.
Also durchaus zweischneidig, das Schwert.
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13.01.2011, 23:43Inaktiver User
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Der Mindestbeitrag bei freiwillig gesetzlich Krankenversicherten liegt bei knapp 300 Euro.
Wenn es irgendwie geht würde ich in der Lage deines Bekannten eher diese Lösung wählen - auch wenn die PKV noch so verlockend klingt, wie schlamperl schon ausführte, mit zu hohem Selbstbehalt rechnet sich die PKV im Krankheitsfalle nicht.
Tabetha, die KK-Beiträge können einem Selbstständigen besonders in der Anfangsphase das "Genick" brechen, denn schließlich bezahlt man die vom versteuerten Geld und nicht von den Bruttoeinnahmen.
Man zahlt "freiwillig" einen ziemlich hohen Betrag und bekommt auch nichts außer den Regelleistungen der "normal" Versicherten.
Einen Sockelbetrag fände ich von daher auch angebrachter - zumal ohnehin recht viele Zuzahlungen bzw. Eigenleistungen zu tragen sind.
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14.01.2011, 08:04
AW: Selbständig, fast kein Verdienst, Krankenversicherung
Ja, das ist so, wir hatten das Thema dieses Jahr auch mal im Familienkreis und es wurde diese Auskunft gegeben vom Mitarbeiter der GKV.
Im hier diskutierten Fall sehe ich eigtl. die Selbständigkeit als Problem, denn sonst könnte er sich möglicherweise in der GKV preiswert versichern (weiß nicht inwiefern das als Ausländer greift, müsste aber wohl):
Quelle: GKV-Mindestbeiträge für Selbständige sind zu hoch | news.private-krankenversicherung.deWährend die gesetzliche Krankenversicherung bei Selbstständigen immer einen Krankenversicherungsbeitrag zwischen 285 und 294 Euro (ohne/mit Krankengeld) erhebt, können sich alle übrigen freiwillig versicherten Mitglieder bereits ab etwa 129,79 Euro pro Monat versichern. Ihnen wird ein fiktives Mindest-Monatsentgelt von 851,67 EUR zugrunde gelegt.
Vllt. kann er sich ja nebenberuflich selbständig anmelden, wenn er sowieso nicht die Butter aufs Brot verdient ?Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)


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