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  1. Moderation
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    AW: Anfänger und Fortgeschrittene in Kreativkursen

    Chaoskaiserin, ich wundere mich, daß die Kursleiterin nicht Aufgaben präsentieren kann, die für alle interessant sind.

    Ich habe eher mit Musik zu tun, und da gibt's Leute, die die Orff-Instrumente spielen und welche, die auf dem Klavier Ragtime improviseren, und es paßt am Ende alles zusammen. In der Schreibgruppe schrieb jeder, so gut er kann, zur Aufgabe des Abends. Niemand war der Aufgabe, einen Text mit 10 seltsamen Wörtern drin zu schreiben, nicht gewachsen.

    Wenn es in Malkursen (vom Malen versteh ich jetzt gar nichts) nicht möglich ist, Aufgaben zu stellen, die jeder auf seinem Niveau erledigen kann, dann müßte man wirklich nach einem spezialisierteren Kurs gucken. Ich sehe hier immer von "Jeder kann malen" über "Figuren zeichnen" und "Einführung in Ölfarbtechniken" bis zu "Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung" ein gewisses Spektrum.

    Aber mein Verdacht wäre, daß die Kursleiterin versucht, ein Curriculum durchzuziehen statt eines Kreativkurses, und das hat nicht mal im Kunstunterricht in der Schule Sinn gemacht. Es gab Leute, die haben in der 4. Klasse besser gemalt als ich in der 11, die haben sich aber nicht beklagt, daß meine Unfähigkeit sie irgendwie hindern würde -- weder mit 9 noch mit 15 Jahren. (Vielleicht waren sie nur höflich. )
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  2. Registriert seit
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    AW: Anfänger und Fortgeschrittene in Kreativkursen

    Nun ja, integriert werden ist das eine. Aber es gehört auch sich integrieren dazu. Da muss von beiden Seiten ein Beitrag kommen.

    Wenn jemand neu in eine Gruppe kommt und diese sofort zu annektieren versucht, die Kursleitung mit Beschlag belegt, nur nach den eigenen Bedürfnissen arbeiten will, ist aus meiner Sicht Widerstand angebracht. Weil sonst die Gefahr besteht, dass die Gruppe kaputt gemacht wird. Wie die TE schrieb, sind aus ihrer Gruppe ja schon einige ausgestiegen, die schon länger dabei waren.
    Jede bestehende Gruppe hat ihre eigene Struktur entwickelt und die muss man als Neuer erstmal erkennen, erfühlen, wie auch immer, und kann dann eigene Impulse einbringen. Wenn man in eine bestehende Gruppe reinkommt und einem das meiste nicht passt, dann ist man falsch.

    Chaoskaiserin: Hast du deine Unzufriedenheit schon mal in der Gruppe angesprochen? Einer muss leider oft mal die Traute haben, so etwas anzusprechen. Dabei soll es ja nicht darum gehen, wer kann was besser, sondern dass eben allezumindest teilweise zu ihrem Recht kommen will.

    Wenn bei uns mit Neuen irgendwas schräg läuft, wird das zunächst recht allgemein angesprochen (also, ich würde jetzt gern auch mal wieder dies oder das weitermachen o. ä.). Nächste Stufe sind zumeist bilaterale Anstöße/Hinweise an den/die Teilnehmer/in (es hat sich eigentlich bewährt, dass ..., weil ...). Dann kann es auch mal ein Gespräch in der Gruppe geben. Und wenn alles nicht funzt, ist die Leiterin gefragt und muss eventuell ausschließen. Ein Ausschluss kommt natürlich nur in Frage, wenn wirklich die Gruppe aufgemischt wird (als Beispiel: in einem Aquarellkurs immer wieder in der Häflte der Zeit Fragen rund um die Ölmalerei gestellt werden oder Aufgaben überhaupt gar nicht ausgeführt werden und dadurch alle Gruppenmitglieder aufgehalten werden). Es gab auch schon jahrelange Sozialisation bei uns, diejenige Welche kann den Neuen jetzt sehr überzeugend erklären, warum manches wirklich sinnvollg ist (O-Ton: Ich habe mich früher auch immer gewehrt, aber ich habe es eingesehen - es ist echt wichtig/, dass..., weil ...).

  3. Avatar von Judy666
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    AW: Anfänger und Fortgeschrittene in Kreativkursen

    Sowas ist ja leider nicht nur in Kreativkursen so, mir ging es in mehreren Fortbildungen so. Ich hatte eine gewisse Grundbildung bei den Themen und zwei mal saßen neben mir blutige Anfänger. Bei bestimmten Übungen war ich eben schneller, habe schon im Skript weitergeblättert und die nächsten Aufgaben angefangen usw.

    Bei einem der Kurse hat meine Nebenfrau immer geguckt, was ich mache und dem Dozenten nicht zugehört und dementsprechend nichts mitbekommen - hat sich aber zumindest nicht beschwert. Und bei manchen Problemen konnte ich ihr ja dann helfen.

    Beim anderen Kurs hat es die Nebenfrau tatsächlich gestört, dass ich mehr wusste als sie und sie hat es beim Dozenten angesprochen. Dass es ja total doof sei, wenn Leute mit unterschiedliche Vorbildungen im selben Kurs sitzen, dass man doch für "die, die eh schon alles können" einen anderen Termin machen sollte usw. So ganz verstanden habe ich es nicht, ich habe ja niemanden gestört.


    Grundsätzlich finde ich gemischte Gruppen ganz gut, man profitiert ja oft selbst davon, wenn man die Grundlagen mal wieder erklärt bekommt. Aber wenn es dann nur noch um Grundlagen geht, ist es genauso doof wie wenn die Neuen gar nicht mitkommen, weil nur das Niveau der "Alten" behandelt wird.
    Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben.
    Er wird fortan, wenn auch vielleicht kaum merklich, den Stempel der Wüste tragen.
    (Wilfried Thesiger)

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