Hallo ihr Lieben
ich habe eine Frage an die Expertinnen hier![]()
Eine gute Freundin schreibt momentan an ihrer Diplomarbeit (sozialwissenschaftlich orientiert) , deren empirischer Teil eine (qualitative) Befragung beinhaltet.
Sie entschied sich für (grob strukturierte) Interviews, die sie an einer bestimmten Zielgruppe durchführt.
Die Anzahl der möglichen Teilnehmer ist in dem Fall (bzw. bei ihrer Fragestellung) naturgemäß sehr groß, sie entschied sich für eine möglichst ausgewogene Stichprobe (männl., weibl. etc..pp.)- sie arbeitet z.T. explorativ.
Nun hat sich die Frage gestellt (bzw. sie mir), wieviele Leute sie befragen soll. Ist klar, dass es hier kein richtig oder falsch gibt.
Aber aus eurer Erfahrung heraus: WIEVIELE Interviews haltet ihr aus eurer Erfahrung heraus und im Zuge eine Magisterarbeit, bei QUALITATIVEN BEFRAGUNGEN für angemessen??
PS: Es handelt sich um keine Experteninterviews, sondern um sog. problemzentrierte.
Dankeim vorraus!
R.
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27.03.2008, 23:32
Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
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28.03.2008, 12:11
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Aus meiner etwas verschütteten Kenntnis der Statistik ... selbstverständlich kann sie berechnen, wie hoch eine repräsentative Gruppe für die Interviews sein muss. EInfach eine Zahl annehmen, das kann nur nach hinten losgehen.
Im übrigen hat sie doch einen Betreuer, oder? ;) Der wäre doch eigentlich ganz geeignet dafrü. Meine Schwester hat in ihrem SozPäd Studium auch so etwas gemacht. Die haben genau gewusst, wieviele Fragebögen sie brauchten, um eine repräsentative Aussage zu erhalten.Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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28.03.2008, 13:08
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
danke Akademikerin
....es geht nicht um Repräsentativität und gar nicht um Statistik und Fragebogenuntersuchung, sondern um qualitative Untersuchungen, die in die Tiefe und nicht in die Breite gehen.
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28.03.2008, 13:34Inaktiver User
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Wenn Statistik echt wurscht ist, würde ich am Zeitbedarf und an der späteren Nutzung absätzen:
* wie lange dauert das Interviewen nach Guide? Mehr als 2-3 Tage würde ich für die Interviews nicht aufwenden wollen, und danach die Zahl der Interviewten festlegen.
* wofür nutzt man die INterviews? NICHT für Statistik, das hast du ja schon klargestellt. Wörtliche Zitate? Sobald einige plakative zusammen sind, Schluß mit den Interviews. Bestätigung eigener Thesen durch Zitieren von Aussagen? halte ich für statistisch kritisch, kann aber - gerade, wenn man wörtlich zitiert - gutgehen. Auch hier würde ich mich nach dem "Bedarf" der Arbeit bzw. den zu belegenden Thesen richten.
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28.03.2008, 13:50
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
schon mal von Qualitativer Sozialforschung gehört?
da gibt es keine Bestätigung von Thesen, sondern es sollen welche generiert werden
Die Auswertung erfolgt inhaltsanalytisch (nach Mayring).
Die ersten Interviews dauerten jeweils etwa 1 Stunde.
Ich persönlich dachte, dass ca. 10 angebracht wären.
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28.03.2008, 18:23Inaktiver User
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Meine Schwester hatte für ihre preisgekrönte Magisterarbeit (Geisteswissenschaften) 6 Interviews. Randbedingungen hören sich ähnlich an wie bei Deiner Freundin.
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29.03.2008, 07:23
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Hallo,
*Gratulation an die Schwester*
Bei uns am Lehrstuhl möchte Frau Prof von die Assis in den Doktorarbeiten und auch in den Studien, die durch Drittmittel gefördert werden (ist nun nicht gerade vergleichbar..) wesentlich mehr als nur 10.
Ich kann nur sagen: auch beim hundertsten Fragebogen steht nämlich manchmal noch was neues drin, auf das wir nieee gekommen wären! Allerdings sind die finanziellem Mittel auch andere und die Zielgruppe ist auch nicht die gleiche :-)
Da geht' s eigentlich erst ab 30 los.
Aber das wird sie nach 10 Fragebögen schon merken..
Ich würde also einfach aufhören, wenn immer nur das Gleiche kommt und sie den Eindruck hat, dass es nichts neues mehr ergibt.
LG,
SabiGeändert von Kleinesylvie (29.03.2008 um 07:27 Uhr)
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29.03.2008, 08:53
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
also, bei qualitativen Inteviews würde ich auf keinen fall mehr als 10 nehmen. je nachdem, auf welche weise sie es auswerten wird, kann das sehr viel arbeit bedeuten. sequenzanalyse, inhaltsanalyse - zeitaufwand ist recht groß, vielleicht wäre auch gut, wen sie z.B. das transkribieren jemanden machen läßt, der da viel erfahrung hat und schnell ist...?
ich persönlich kann leider nicht mehr dazu sagen, da ich eine literaturarbeit schreibe, ohne empirischen teil.
lg
u
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29.03.2008, 23:52
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Danke
Zitat von unbelievable
dann bin ich ja nicht so daneben gelegen mit meinem Tipp in Richtung 10 Interviews.
@Kleinesylvie
merci auch dir, wie gesagt, nix mit Fragebogen
@Inara
Respekt auch von mir für die Auszeichnung deiner Schwester.Geändert von Revolution30 (30.03.2008 um 00:17 Uhr)
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29.03.2008, 23:58Inaktiver User
AW: Qualitative Erhebung-Wieviele Interviews?
Für ein "richtiges" Forschungsprojekt (Postdoc) sind um 100 qualitative Interviews von 1-2 St. (oder auch 3 St.) schon eine recht große Zahl...
Bei einstündigen kann ich mir für eine Dipl. schon etwa 10, max. 15 vorstellen, v.a. weil die Diplomandin bestimmt auch einen dicken Literaturteil hat... und Forschungslage darstellen muss.
Seitenbegrenzung der Dipl. lässt auch bereits Schätzungen zu.
Kommt aber auf die Arbeit an... das kann man im I-Net wirklich nicht ernsthaft beurteilen.
Ab zu Prof., vll. vorher Vergleichsarbeiten bzgl. empir. Interviewerhebung checken und sich schon einen Plan machen (immer schön konstruktiv & mit Ideen zum Prof
)


im vorraus!
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